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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2020

Unglaublich fesselnd!

Das Schicksal der Henkerin
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Das Buch beginnt von Anfang an sehr spannend und bleibt es auch. Zu Beginn befindet sich die Hauptcharakterin Melisande auf einer Reise Sie will Ihren Bruder Rudger retten und bringt sich damit selbst ...

Das Buch beginnt von Anfang an sehr spannend und bleibt es auch. Zu Beginn befindet sich die Hauptcharakterin Melisande auf einer Reise Sie will Ihren Bruder Rudger retten und bringt sich damit selbst in Gefahrm Ihre Kinder bekommen davon etwas mit und reiten Ihrer Mutter nach. Damit wird das Chaos perfekt.
Rückblicke zeigen immer wieder Melisandes Vergangeheit teilweise auf, sodass man die wichtigsten Informationen hat, um die Geschichte zu verstehen.

Schnell taucht man in die mittelalterliche Welt ab. Die Lebensweise wird in verschiedenen Facetten gezeigt und Fakten wurden mit eingearbeitet. Auch Merkmale in der Ortschaft wurden so eingebracht, dass man die Wege der Charaktere nachvollziehen kann.

Nervenaufreibend werden Melisandes Probleme miterlebt. Sie scheint eine sehr außergewöhnliche junge Frau zu sein. Ihr Aussehen (sie befindet sich auf dem einfach gehaltenen Buchcover) und auch das Verhalten sind eher speziell. Immer wieder stellt sie sich mutig den Gefahren und handelt dabei sehr authentisch. Ich glaube, dass jeder mit ihr mitfiebern kann. Kaum konnte man richtig verschnaufen, denn immer wenn es ruhiger wurde, folgen eine (noch schlimmere) Wendung im Buch und in ihrem Leben. Richtig mitfühlen konnte man, da sowohl bildgebend als auch sehr einfach geschrieben wurde. Umgangssprachliche Dialoge und Beschmipfungen wechseln sich mit den Beschreibungen ab und lassen alles sehr realistisch erscheinen. Man fühlt sich wie mitten in der Geschichte. So oft möchte man Melisande und den anderen Menschen selbst helfen, um das Unrecht zu beenden.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass an dem Buch für mich fast alles stimmig ist. Das Cover ist ansprechend und schon recht aussagekräftig und hat mich überzeugt. Der Klappentext sowie der erste Leseeindruck waren packend. Das Buch hat mich auch danach nicht losgelassen. Ich werde auch die zwei Bücher der Vorgeschichte noch kaufen und lesen!

  • Cover
  • Handlung
  • Figuren
  • Atmosphäre
  • Thema
Veröffentlicht am 02.08.2020

Psychische Krankheiten mal anders

Libellen im Kopf
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Eines Tages möchte die junge Frau Abigail Williams - genannt Abby - eigentlich nur Abendessen kochen, als sie bemerkt, dass sie keine Dose mit Tomaten hat. Als sie bei ihrem Nachbarn Simon klingeln wollte, ...

Eines Tages möchte die junge Frau Abigail Williams - genannt Abby - eigentlich nur Abendessen kochen, als sie bemerkt, dass sie keine Dose mit Tomaten hat. Als sie bei ihrem Nachbarn Simon klingeln wollte, um sich diese Dose dort auszuleihen, findet sie ihren Nachbarn tot. Nachdem sie scheinbar ungerührt anderthalb Zigaretten in der Wohnung des Nachbarn geraucht hat, ruft sie die Polizei und geht - mit der Tomatendose - zurück in die eigene Wohnung, um ihr Abendessen zu vollenden. Zunächst scheint es so als ob der Tod ihres nahezu unbekannten Nachbarn sie nicht weiter beschäftigen würde, doch immer mehr gerät Abbys Welt außer Kontrolle.

Das Buch beginnt mit einer sehr einfach gehaltenen Beschreibung des oben genannten Falles. Gespickt mit etwas britischen Humor wirkt die Situation komisch, man kommt nicht darum über das Geschehnis zu schmunzeln. Da das Buch von Anfang an aus der Sicht der Protagonistin geschrieben ist, bekommen wir ihre Gefühle hautnah mit und
entwickeln Verständnis für ihr Verhalten. Die Sorgen von Beck - ihrem Lebensgefährten - versteht man zunächst überhaupt nicht. Abbys Stimmungsschwankungen, die leichte Reizbarkeit und die impulsiven Handlungen wirken angesichts der Situation normal. Abby könnte zunächst jede beliebige Frau Mitte 20 sein, die in einer größeren britischen Stadt wohnt. Erst als sie sich immer merkwürdiger verhält, wirft ihr Verhalten auch für den Leser Fragen auf. Am Ende landet sie in einer geschlossenen Abteilung einer Psychatrie: die Diagnose lautet bipolare Störung.

Die detailreichen und authentischen Beschreibungen mit vielen bildhaften Vergleichen und Metaphern schildern Abbys Gefühle gut. Diese aussagekräftigen Schilderungen lassen sich gut nachvollziehen. Der Autor Gavon Extence, der selbst unter einer Form von bipolaren Störung leidet, kann seine eigenen Erlebnisse in diesem Buch schildern und so verarbeiten. Im Nachwort des Buches erfahren wir allerdings erst, dass auch er von bipolaren Störungen geplagt wird.

Inzwischen habe ich erfahren, dass es nicht das erste Buch des Autors ist. Vielleicht hätte ich mich einfacher getan das Buch zu verstehen, wenn ich seinen ersten Roman schon gekannt beziehungsweise gelesen hätte. Zunächst wusste ich leider nicht in welche Richtung das Buch geht und war irritiert. Da es sich aber so leicht lesen ließ und mich zum Lächeln gebracht hat, habe ich weiter gelesen. Erst spät ergaben die kleinen Hinweise im Buch ein Gesamtbild - eine leicht verständliche Beschreibung der Diagnose. Spätestens ab diesem Punkt hatte mich das Buch aber gepackt: Nach nicht einmal drei Tagen hatte ich es ganz verschlungen. Durch die Achterbahn der Gefühle, die Abby erlebt hat, hat sie mich mitgenommen. Zurückgeblieben ist mehr Verständnis für die Krankheit und die Auswirkungen dieser auf die Betroffenen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2020

Die Realität fesselt!

Knast
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Joe Bausch arbeitet als Schauspieler und Gefängnisarzt:
In seinem Buch "Knast" berichtet er über das Leben der Inhaftierten und über seine persönlichen Erfahrungen mit den Patienten, die er in über 25 ...

Joe Bausch arbeitet als Schauspieler und Gefängnisarzt:
In seinem Buch "Knast" berichtet er über das Leben der Inhaftierten und über seine persönlichen Erfahrungen mit den Patienten, die er in über 25 Jahren gesammelt hat.

Er schildert wie Menschen mit unterschiedlichen Charakteren im Gefängnis aufeinander treffen und wie unterschiedlich diese mit Ihrer Inhaftierung umgehen.
Einige verkraften die Verhaftung sehr schlecht und leiden dadurch unter psychischen Problemen, die auch auf den Körper einwirken können. Andere wiederum fühlen sich im Gefängnis wohler als zuhause.

Anhand einiger Beispiele erläutert Bausch in seinem Buch mögliche Gründe für das Verhalten der Täter, erklärt welche - teils schweren Folgen - die Tat verursacht hat und wie Täter mit dieser Last umgehen . In seinem Beruf versucht er diesen gequälten Menschen zu helfen und spricht dabei über seine eigene Rolle im Verarbeitungsprozess. Nicht zu kurz kommen hierbei Schilderungen über seine eigenen Gefühle und den Belastungen, denen er und seine Kollegen sich tägliche (gerne) stellen.

Durch umfassende Beschreibungen kann der Leser sich die schwierige Situation hinter Gittern sofort vorstellen.
Sachliche Analysen der Umstände wechseln sich mit autobiografischen Schilderungen ab, um möglichst alle Facetten des Lebens im Gefängnis wiederzugeben.

Da die Kapitel kurz, aber detailreich sind, hat der Leser nach jedem Kapitel Zeit das Gelesene zu verarbeiten.
Die Erzählungen Bauschs unterstützen teils die Gedanken des Lesers und teils widersprechen sie diesen, da er selbst durch seine langjährige Arbeit im Knast eine andere Sicht auf die Häftlinge bekommen hat als es Außenstehende haben.

Um als Außenstehender einen tieferen Einblick in dieses Leben zu bekommen, sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen. Ich denke auch, dass einige Menschen nach dem Lesen anders über Gefängnisinsassen und Angestellte denken werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.12.2018

Interessant

Graue Nächte
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Im Frühjahr 1943 findet die Polizei in Island zwei Leichen. Ein grausam ermordeter junger Mann, der vor einer Soldatenkneipe aufgefunden wird und die Leiche eines Mannes, der scheinbar Selbstmord begangen ...

Im Frühjahr 1943 findet die Polizei in Island zwei Leichen. Ein grausam ermordeter junger Mann, der vor einer Soldatenkneipe aufgefunden wird und die Leiche eines Mannes, der scheinbar Selbstmord begangen hat, in einer Bucht am Rande der Stadt. Gleichzeitig wird ein junger Mann bei der Polizei als vermisst gemeldet und eine junge Frau, die mit ihrem Lebensgefährten zurück in die Heimat nach Island fahren möchte, muss alleine reisen.
Bei den Ermittlungen der Polizei (mithilfe der Militärpolizei) geraten die Kommissare in Gefahr, während sie im Laufe der Zeit die Zusammenhänge zwischen den Begebenheiten finden. Nicht alle Befragten wollen dabei helfen und einige scheinen die Ermittlungen mit Absicht zu behindern.



Das Cover zeigt eine schöne isländische Landschaft mit grauen Himmel in welchem ein paar Vögel kreisen. Der Titel "Graue Nächte" passt somit gut zum Cover. Inwieweit der Titel aber zum Inhalt des Kriminalromans passt, ist mir schleierhaft. Vielleicht handelt es sich hiebei um die Bucht, in welcher die Leiche gefunden. Ansonsten sehe ich hier keinen genaueren Zusammenhang. Dennoch wird die bedrückende Stimmung, die im ganzen Roman präsent ist, hier schon deutlich.

Die Stimmung wird auch durch ein einfachen Schreibstil und die Schriftart, die etwas an eine alte Schreibmaschine erinnert, verdeutlicht.

Man kann das Buch durch die einfachen Satzstrukturen zwar gut lesen, aber Spannung kommt erst relativ spät auf. Mich persönlich haben die vielen kurzen Kapitel, die mir am Anfang so gut gefallen haben, zunehmend gestört. Der Wechsel der Perspektive und eine andere Situation hat das Lesen etwas anstregend gestaltet, da ich mich immer wieder neu hineindenken musste und nicht in einem Lesefluss geblieben bin. Dadurch musste ich die Geschichte kapitelweise auch mehrfach lesen, um den gesamten Zusammenhang zu verstehen.

Die Geschichte an sich ist jedoch recht interessant. Den letzten Leseabschnitt habe ich innerhalb vergleichbar kurzer Zeit gelesen. Leider hatte ich nur wenig Zeit und habe daher immer wieder nur 1-2 Kapitel gelesen, was sehr schade war. Vielleicht haben mir auch dadurch einige Zusammenhänge gefehlt. So habe ich die Verbindung zwischen den zwei Morden erst sehr spät verstanden. Wenn ich etwas mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich dieses Werk noch ein zweites Mal gelesen, denn ich glaube mir ist beim ersten Mal einiges entgangen. An manchen Stellen hätten längere Kapitel das ganze vereinfacht.

Die Figuren handeln manchmal sehr verwirrend, wobei das Verhalten durchaus authentisch ist. Zu Kriegszeiten waren die Menschen sicherlich etwas kritischer und zurückhaltender, was das Verhalten gegenüber Flovent und Thorsen ( den Kommissaren) erklärt.
Schön war, dass das Verhalten scheinbar realistisch dargestellt wird und das kleine Anekdoten aus dem Leben damals in die Geschichte eingebaut werden. Ein Beispiel ist zum Beispiel der Rouge aus dem Kaffee.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte sehr spannend ist. Ich hatte leider ein paar Schwierigkeiten das Buch zu lesen, da die vielen verschiedenen Kapitel den Lesespaß etwas gemindert haben und ich unter Zeitnot stand. Dennoch wollte ich immer wissen wie es weiter geht und habe das Buch nur widerwillig aus der Hand gelegt.

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2018

Enttäuschung - besonders das Ende

Pfad der Lügen
1

Inhalt:

Sally, die Protagonistin, wacht benommen auf dem Rücksitz eines Taxis auf. Nachdem sie von dem Taxifahrer aus dem Auto geworfen wird, läuft sie schwankend in Richtung Klippen. Ein Spaziergänger ...

Inhalt:

Sally, die Protagonistin, wacht benommen auf dem Rücksitz eines Taxis auf. Nachdem sie von dem Taxifahrer aus dem Auto geworfen wird, läuft sie schwankend in Richtung Klippen. Ein Spaziergänger wirft sie zu Boden und ruft dann einen Arzt, da er denkt sie will Suizid begehen. Obwohl Sally sich nicht an die letzten Stunden erinnern kann, ist sie sich sicher, dass
sie keinen Selbstmord begehen wollte. Dennoch glaubt ihr niemand aus ihrem Umfeld, nicht einmal ihr Mann.
Nach diesem Vorfall wird sie von ihrer Familie behandelt als wäre sie psychisch labil. Sie weiß auch, dass sie nicht verwirrt ist und versucht herauszufinden, wer ihren Tod leichtfertig in Kauf genommen hat.


Meine Meinung:


- Cover:

Das Cover ist vielversprechend. Eine düstere Stimmung verbreitet sich und erweckt die Neugierde des zukünftigen Lesers. So hat mich dieses Buch schnell überzeugt. Zudem passt das Cover gut zum Inhalt des ersten Kapitel, in welchem Sally sich an der Klippe befindet. Der "Pfad der Lügen" wird angedeutet.

-Schreibstil:

Der Schreibstil vereinfacht das Lesen durch eine einfache Wortwahl. Leider wiederholen sich einige Passagen mehrfach. (Es geht unter anderem ständig darum das Sallys zweites Kind, Theo, nicht schläft.)
Dies stört den Lesefluss, nimmt sämtliche Spannung aus der Geschichte und nervt den Leser schließlich nur noch.

- Handlung und Spannung:

Die Geschichte fängt dramatisch und vielversprechend an. Die ersten Kapitel machen den Leser neugierig und man möchte wissen, was mit Sally passiert ist. Diese Fragen bauen zunächst Spannung auf.
Im zweiten Teil der Geschichte wird diese Spannung jedoch wieder genommen, da es inhaltlich nicht voran geht. Es wird immer deutlicher, dass in der Familie nur gelogen wird.
Die Auflösung des ganzen Geschehnisses im dritten Abschnitt ist enttäuschend. Das Motiv des Täters wirkt unglaubwürdig und erschließt sich dem Leser somit nicht. Und das obwohl sich die Vorahnungen des Lesers durchaus bestätigen. Die eingebauten Klischees und merkwürdigen Zufälle, wie der Ex-Freund Sallys, zeugen für mich von Ideenlosigkeit.

-Charaktere:

Während Sally Schicksal mit ihrem Mann und ihren Kindern realistisch geschildert wird, ist der Rest der Geschichte wenig authentisch. Alles wirkt aufgrund von Übertreibungen konstruiert.
Während einige Personen wie Sally und Kelly sich sehr authentisch verhalten, handeln andere Charaktere für den Leser unverständlich.

Besonders sympathisch war mir keiner der Charaktere, da sie mir alle ein wenig seltsam vorkamen. Wobei man manche Charaktere auch vollständig weglassen könnte (Opa).

Genre:

Die Deklaration als Thriller war ein wenig ungeschickt gewählt, um nicht zu sagen falsch. Man erwartet Spannung und viele überraschende Wendungen.
Geliefert bekommt man diese aber enttäuschenderweise nicht.
Das Buch zeigt im Laufe der Handlung immer mehr die Merkmale eines Psychothrillers, wobei ich auch diese Einstufung nicht hundertprozentig passend finde.


Fazit:

Das anfangs fesselnde Buch wurde immer mehr langweilig und lästig zu lesen, sodass ich mich mehrfach zwingen musste das Buch nicht einfach wegzupacken.
Ich las es bis zum Ende und wurde mit einer mehr als dürftigen Erklärung abgespeist. Viele meiner Fragen bleiben ungeklärt.
Ich persönlich würde das Buch nicht weiterempfehlen, das es mir nicht spannend genug war.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Charaktere