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Veröffentlicht am 21.11.2019

Cavendon Hall - Zeiten des Verrats

Cavendon Hall – Zeiten des Verrats
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Inhalt:

Seit Jahrzehnten ist Cavendon Hall das Zuhause zweier Familien: der aristokratischen Inghams und der Swanns, die ihnen dienen. Sie leben Seite an Seite auf dem Anwesen in Yorkshire und sind ...

Inhalt:

Seit Jahrzehnten ist Cavendon Hall das Zuhause zweier Familien: der aristokratischen Inghams und der Swanns, die ihnen dienen. Sie leben Seite an Seite auf dem Anwesen in Yorkshire und sind verbunden durch Liebe, Freundschaft und Intrigen. Charles Ingham, der Sechste Earl, lebt mit seiner Frau Felicity und seinen sechs Kindern in dem imposanten Herrenhaus. Lady Daphne, die schönste seiner Töchter, steht kurz davor, am Hof eingeführt zu werden. Das Leben der Inghams scheint perfekt. Doch ein verheerendes Ereignis zerstört all ihre Träume. Und nicht nur das: Der bevorstehende Erste Weltkrieg bedroht die Existenz der Bewohner von Cavendon Hall. Loyalitäten stehen auf dem Prüfstand und Verrat greift tief ins Leben ein. In dieser Zeit der Unsicherheit ist nur eines sicher: Die beiden Familien werden nie wieder die alten sein. Cavendon Hall, die epische Saga über Geheimnisse, Liebe, Ehre und Verrat zeigt Barbara Taylor Bradford in ihrer besten Form und fesselt bis zur letzten Seite.

Cover:

Das Cover macht auf den erste Blick einen sehr stimmigen, angenehmen Eindruck. Die herbstlichen Bäume (die Allee) und die braun auslaufenden Ecken geben dem Cover einen Rahmen. Auch die gedruckte Strukturierung des Hintergrundes, die wohl an Papier erinnern soll, ist sehr gelungen und passt zu dem historischen Thema des Romans. Der Schriftzug des Titel zieht Aufmerksamkeit auf sich und ist in jedem Falle eine sehr gute Wahl. An sich wurde auch der goldene Schnitt eingehalten (1:3), jedoch merkt man noch etwas, dass die gute Dame auf dem Cover hineingeschnitten wurde. Um sie herum wurde etwas zu sehr aufgehellt, die Lichtverhältnisse stimmen nicht ganz mit der Umgebung überein und sie ist auch etwas "schärfer". Des weiteren klebt der "Zeiten des Verrats"-Schriftzug ziemlich nah an ihrem Kopf. Ansonsten ist das Cover jedoch gelungen (besonders gefällt mir der kleine Vogelschwarm), wenn auch sehr typisch für dieses Genre. Der Stil wurde, im Zusammenhang mit den vorangegangenen Bänden, weitergeführt.

Meine Meinung:

Der historische Roman von Barbara Taylor Bradford könnte in gebundener Ausgabe wohl gut als Buchstopper herhalten. Er hat circa 550 Seiten und gehört damit nicht zu den schnell durchgelesenen Fließbandgeschichten. Insgesamt besteht der Roman aus fünf Teilen: 1. Die Schönen Mädchen von Cavendon, 2. Der letzte Sommer, 3. Eisblumen auf der Fensterscheibe, 4. Strom von Blut und 5. Eine Frage der Wahl. Dem voran geht allerdings ein mehrfach unterteiltes Personenverzeichnis, das alle in dem Roman vorkommenden Personen zuordnet. Das ist natürlich sehr hilfreich, wenn man keine anderen Bücher der Reihe gelesen hat. Als Erstleser verschreckt es jedoch ganz schön. Ein Roman lebt von seinen Charakteren und Cavandon Hall hat viele davon.

Die Kapitel sind aus der Sicht unterschiedlicher Charaktere geschrieben und geben somit tiefen Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Jedoch kann es zu Verwirrungen führen, wenn dies nicht in einem gleichmäßigen Rhythmus geschieht und im ersten Moment unklar ist, wer nun der erlebende Protagonist ist. Es gibt nicht den Einen Protagonisten, eher gehören alle zusammen. Jedoch sind sie sehr divers voneinander, wodurch Bradford eine große Palette an Eigenschaften und Typen bietet.

Nicht nur die diversen Charaktere sind phänomenal detailliert beschrieben und geschrieben, sondern auch die Handlungsorte, Natur und die Handlungszeit. Insgesamt ist Bradfords Schreibstil sehr geübt und der Text flüssig lesbar.

Der Plot erstreckt sich über mehrere Jahre, was auch die Fülle an Seiten erklärt und die Unterteilung in verschiedene Teile. So sind in dem Roman quasi mehrere Geschichten zusammengefasst. Dadurch erlebt der Leser verschiedene Lebensabschnitte der Charaktere und man fühlt sich mehr eingebunden und der Roman an sich ist realistischer. Auch die Einbindung historischer Ereignisse, wie etwa der erste Weltkrieg, und die Verknüpfung der von Bradfords erschaffener Familie und Welt verhelfen zu einem realistischerem Lesegefühl. Persönlich empfinde ich das gekonnte Einbringen von historischen Fakten als eine Kunst für sich und dem Gesamtwerk immer sehr zuträglich. Bradford gelingt jedoch die nötige Komplexität der Charaktere und des Plots, die für dieses Genre sehr wichtig ist.

Inhaltlich werden viele verschiedene Themen beleuchtet: von Liebe, bis Freundschaft und Verlust ist alles dabei. Feinschaft zwischen Familien, Geheimnisse die ans Tageslicht kommen und politische und wirtschaftliche Situation der Zeit.

Cavendon Hall ist von meiner Seite her für alle Historical-Fiction-Liebhaber ein muss und sehr zu empfehlen. Natürlich kommt es sehr auf die Präferenzen des jeweiligen Leser an, ob er mit diesem Statement mitgeht, aber an sich gibt es, bis auf die verwirrenden Perspektivenwechsel, keine (oder nur kleine) Minuspunkte. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Punkten!

Veröffentlicht am 28.11.2017

Gemischte Gefühle

The Chosen One - Die Ausersehene
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phantastischebucherwelt.wordpress.com

Eine zerrüttete Welt, eine allmächtige Regentin und ein rebellisches junges Mädchen.

Dieser Satz beschreibt mehr oder weniger das ganze Buch (nicht mit meinen Worten). ...

phantastischebucherwelt.wordpress.com

Eine zerrüttete Welt, eine allmächtige Regentin und ein rebellisches junges Mädchen.

Dieser Satz beschreibt mehr oder weniger das ganze Buch (nicht mit meinen Worten). „The chosen one“ ist ein YA-Fantasyroman von Isabell May und spielt in einer komplett fiktionalen Welt. Doch was dieses „rebellische junge Mädchen“ wirklich umtreibt, werdet ihr beim Lesen erfahren. Vielen Dank an die Lesejury für die Möglichkeit, wieder an einer Leserunde teilzunehmen!

Inhalt:

Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene – dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden Frauen unfruchtbar. Maella, die Regentin, ließ die wenigen fruchtbaren Frauen in eine Burg bringen, wo sie seitdem im Luxus leben und für den Fortbestand des Reichs sorgen. Skadi aber will sich nicht einsperren lassen und flieht aus ihrem goldenen Käfig.

Verzweifelt irrt sie umher, bis sie zufällig auf den freundlichen Finn trifft. Ihm und seinen Gefährten, darunter der rätselhafte Jaro, schließt sie sich an und stellt dabei fest, dass auch in ihr mehr Magie steckt, als sie bisher überhaupt ahnte …

Cover:

the chosen one

Das Cover hat größtenteils dunklere Farben, die rum Rand hin immer dunkler werden. Es entsteht die Illusion eines Lichtes hinter dem Model. Es wurde mit Lichtreflexionen und Akzenten gearbeitet. Soweit, so gut. Die Schrift des Titel gefällt mir sehr, da sie von den üblichen Schriften abweicht. Nicht gefallen tut mir das Model, das meiner Vorstellung von Skadi nicht entspricht. Zum Teil liegt das wohl an dem Kleid, das zwar rot ist, aber keinesfalls dem Stile des Buches entspricht. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich von diesem Cover halten soll. Sicher ist es irgendwo ein Blickfang, aber es hätte deutlich besser mit dem Zusammenhang zum Buch gearbeitet werden müssen. (Wenn ich einen Sciencefictionroman schreibe, klebe ich kein Tütü auf Cover)

Charaktere:

Skadi: Skadi ist dazu auserwählt, Kinder für ihr Land zu gebären. Sie wuchs sozusagen in einem goldenen Käfig auf. Kurz vor ihrer ersten Verbindung, besucht sie eine alte Freundin, die aufgrund einer verbotenen Liebschaft vom Hof verbannt und gebrandmarkt wurde. Sie fängt zum ersten Mal an, an ihrer Bestimmung zu zweifeln, was verstärkt wird, als sie ihren Versprochenen entdeckt, wie er eine Dirne vergewaltigt. Kurz entschlossen stielt sie sich davon. Später schließt sie sich einer Gruppe besonderer Menschen an und entdeckt eine Seite in ihr, die es nicht geben sollte.
Finn: Skadi rettet Finn vor zwei Schlägern. Daraufhin beschließt er, sich ihrer anzunehmen und das auch, weil er etwas in ihr sieht, das es zu beschützen gilt. Er ist hilfsbereit, Freund unser aller Herzen…
Jaro: Jaro ist der Gefährte und beste Freund Finns. Er sieht eher skeptisch auf die junge Skadi hinab, kommt aber nicht umhin, ihr das Leben zu retten. Gezwungenermaßen verbringen sie einige Tage miteinander. Doch kann Jaro seinen besten Freund hintergehen, der doch so offensichtlich mehr für Skadi empfindet, als Freundschaft?
Meine Meinung:

Ich habe mich für dieses Buch beworben, da mich der Prolog total gefesselt hat. Doch ehrlich gesagt frage ich mich jetzt, nachdem ich das Buch gelesen habe, was dieser eigentlich mit den Personen darin zu tun hat. In dem Prolog flieht ein junges Mädchen vor den Wachen des Hofes. Jedenfalls vermute ich das. Aus welchem Grund, wird nicht genannt. Skadi kann dieses Mädchen nicht sein, denn dann würde sie nicht so blauäugig auf die Geschehnisse am Hof blicken. Außerdem kommt die eine Wache später im Buch noch einmal vor. Deshalb vermute ich, dass es sich um ein Mädchen mit Magie handelt, das flieht. Man sieht also, es ist nicht ganz klar und deswegen etwas schwach.

Die Idee hinter dem Buch ist gut, wenn auch der Handlungsstrang ziemlich kurz ist. Es wird sich zeigen, was im zweiten Band passiert. Bis jetzt herrschen Gefühlsverwirrung und Unsicherheit. Von solch großen Gefühlen, wie sie von Beyond angepriesen werden, kann nicht die Rede sein.

Fazit:

Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, auch wenn es durchaus das Potential dazu hätte. Ich hätte mir mehr Komplexität im Plot gewünscht. Die Charaktere sind sympathisch, wenn auch nichts neues. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, er war sehr flüssig zu lesen und hatte Charme. Weiterempfehlen würde ich das Buch ab ca. vierzehn Jahren an Mädchen.

„The Chosen One“ bekommt von mir drei Punkte.

  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Idee
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 02.10.2017

Richelle Mead mal ganz anders...

The Promise - Der goldene Hof
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Der goldene Hof verspricht armen, mittellosen und jungen Mädchen ein völlig neues Leben. Ein Leben, nicht in Armut und harter Arbeit, sondern in seidenen Kleidern und einem liebevollen Mann- auf einem ...

Der goldene Hof verspricht armen, mittellosen und jungen Mädchen ein völlig neues Leben. Ein Leben, nicht in Armut und harter Arbeit, sondern in seidenen Kleidern und einem liebevollen Mann- auf einem wilden Kontinent, Adoria.

Die junge Elisabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Jeden Tag ihres Lebens wurde ihr der noch so kleinste Wunsch von den perfekt geschminkten Lippen abgelesen, jedes Staubkörnchen vom teuren Kleid geschnipst und jede unangenehme Situation erspart. Doch nach dem Tod ihrer Eltern muss sie aus der Not heraus eine Pflicht erfüllen, die ihre Existenz retten soll. Heiraten.

Doch wer heiratet schon ein fast mittelloses, hochadeliges Mädchen mit toten Eltern, die als merkwürdig betrachtet wurden? Als sie Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennen lernt, erwacht in ihr ein waghalsiger Plan: Nicht eine ihrer Zofen, sondern sie soll, unter falschem Namen, nach Adoria reisen. Doch die weite Schiffsreise birkt Risiken und das Schicksal lässt sie schwerlich verändern.



Cover:

Das Cover von „The Promise“ ist auf jeden Fall ein Eye-catcher, mit den hellen Farbtönen und dem ganzen Glitzer. Im Prinzip gefällt es mir auch, doch es kommt nicht wirklich ernsthaft rüber. Die Schrift, die in letzter Zeit wirklich auf jedem Buchcover aufzutauchen scheint, lässt an ein Klatschblatt denken. Hier hätte ich eine andere Schriftart gewählt. Sonst wird fein artig der goldene Schnitt (ja, kleiner Wortwitz) eingehalten. Für mich persönlich sieht das Cover etwas „girly“ aus. Das hätte man besser machen können, man denke an die Selection-Bücher. Die kamen ja sehr gut an.





Charaktere:

Elisabeth: Elisabeth, aka Ada, ist eine hoch aristokratische junge Gräfin, die ihrem Schicksal entrinnen will und deshalb in einer Nacht und Nebel Aktion verschwindet. Sie ist oft sarkastisch und all das, was wir uns unter einer Adeligen vorstellen. Doch sie steht für ihre Freunde ein, jammert, vergleichsweise gesehen, wenig und ist künstlerisch sehr begabt. Körperliche Arbeit bereitet ihr am Anfang noch Probleme, doch später verliert sie darüber keinen Laut mehr.
Cedric: Im ersten Moment denkt man, das Cedric ein rüpelhafter Bursche ist, der nicht viel auf Gefühle achtet. Doch er versteht es, Sachen schmackhaft zu machen und ist ein kleiner Rebell. Nach und nach kommen Eigenschaften ans Tageslicht, die man so nicht vermutet hätte. Er ist sorgsam, freundlich und vor allem hilfsbereit. Für das Wohl seiner Mädchen wiedersetzt er sich seinem Vater und macht sich zum Gespött der Organisation. Viel helfen wird ihm seine Freundlichkeit trotzdem nicht, wenn er insgeheim ein doppeltes Spiel spielt, was auch andere in Gefahr bringen könnte.


Schreibstil:

Ich liebe die Vampire Academy Reihe und die Spin-off Reihe Bloodlines. Das liegt daran, dass die Charaktere, die Richelle Mead erschafft, alle ihre Eigenheiten haben und entsprechend handeln. Der Schreibstil in diesen Büchern war witzig, erfrischend, spannend, heiß… Deswegen habe ich mich bei der Lesejury für „The Promise“ beworben. Doch insgesamt hat mit das Buch nicht vom Hocker gehauen. Womit ich auf keinen Fall sagen will, dass es schlecht ist! Mir fehlt der Witz, die Euphorie und die Spannung. An manchen Stellen zieht sich der Stoff und auch Elisabeths Verhalten scheint mir nicht ganz realistisch. Sicher kann es sein, dass sie ein gutes Herz hat, doch bei den Sachen, die sie tun soll und die sie erlebt, müsste sie eigentlich mehr meckern und zetern. Denn trotz all ihrer aufopferungsvollen Liebe ist immer noch als Gräfin aufgewachsen und hat nie Arbeit verrichten müssen. Richelle Mead hat zwar versucht ein paar Stellen einzufügen, an denen Elisabeth sich gehen lässt, doch so richtig nehme ich es ihr nicht ab.

Dies hier ist nur meine Meinung und muss nicht für euch zählen. Allen anderen hat das Buch sehr gut gefallen!

Desweiteren hadere ich ein wenig mit dem ganzen Konzept des Buches. Menschenhandel, wie er ja im Prinzip mit den Mädchen betrieben wird, ist ein Thema, über das man nicht in solcher Leichtigkeit schreiben sollte. Meinerseits fehlt ein wenig die kritische Sicht darauf, obwohl Elisabeth schon manchmal schlecht darüber denkt. Doch das reicht, meiner Meinung nach nicht. Selbst in einem Buch muss klar gestellt werden, dass Menschenhandel nicht akzeptabel ist.



Fazit:

Das Buch hat mir gefallen, allerdings war ich doch etwas enttäuscht. Für Fans der Vampire-Academy Reihe ist es leider eine kleine Enttäuschung, da der Schreibstil völlig anders ist. Es gibt Längen, aber es gibt auch Spannung, Romantik und Innovation. Empfehlen würde ich dieses Buch ab circa 15.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung