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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2017

Unterhaltsam, romantisch & kulinarisch!

Taste of Love - Geheimzutat Liebe
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„Taste of Love – Geheimzutat Liebe“ ist der Auftaktband zu einer neuen Buchreihe von Autorin Poppy J. Anderson:

Andrew Knight ist ein berühmter Küchenchef, der aber kurzerhand beschließt, dass er erst ...

„Taste of Love – Geheimzutat Liebe“ ist der Auftaktband zu einer neuen Buchreihe von Autorin Poppy J. Anderson:

Andrew Knight ist ein berühmter Küchenchef, der aber kurzerhand beschließt, dass er erst einmal genug von der Großstadt und seinem Restaurant hat und sich daraufhin auf den Weg nach Maine macht. Unterwegs trifft er dann auf Brooke Day, die zur Zeit ganz alleine das Restaurant ihres Vaters leitet und dort auch die Küchenchefin ist. Doch Brookes und Andrews Küche könnte nicht unterschiedlicher sein. Trotzdem findet Andrew Gefallen an Brookes Essen und entschließt sich spontan, ein paar Tage länger als geplant bei Brooke zu bleiben…


Mal ganz abgesehen davon, dass Poppy J. Anderson wahrscheinlich jedem ein Begriff sein dürfte, ist sie doch die Selfpublishing-Queen schlechthin und eine großartige Autorin, so habe ich etliche ihrer früheren Bücher allesamt verschlungen. Anderson schaffte es einfach jedes Mal, nicht nur eine tolle Story zu liefern, sondern auch sympathische Charaktere und in ihre Geschichten die genau richtige Mischung von Liebe und Humor zu packen. Insofern war ich natürlich unheimlich gespannt auf ihre neueste Reihe, die zudem mit einem unglaublich hübschen Cover daher kommt.

Diese Geschichte macht einfach nur großen Spaß und ist Lesefreude pur. Anders kann man es fast nicht sagen. Andrew und Brooke mochte ich beide als Charaktere unfassbar gerne, auch wenn Andrew hin und wieder etwas schwächelte, was seine Charakterzüge angeht – aber das ist ja vollkommen in Ordnung. Nicht jeder Charakter kann den eigenen Traumtyp-Vorstellungen entsprechen. So oder so entwickeln die beiden Charaktere bereits von Anfang an eine fantastische Chemie und die Dialoge zwischen den beiden habe ich mitunter am liebsten verfolgt. Da sie sich insbesondere anfangs vorwiegend streiten, fliegen zwischen den beiden unfassbar viele Funken und das merkt man als Leser auch sofort. All diese Gefühle bringt Anderson einfach perfekt rüber – sie kann ihre Leser schlichtweg von der ersten bis zur letzten Seite an an die Geschichte fesseln und gerade auch deswegen lese ich ihre Bücher so gerne.

Selbstverständlich kommt auch das Kochen nicht zu kurz. Ganz im Gegenteil – ein Großteil der Handlung spielt sich in einer Küche oder rund um das Thema gutes (und besseres) Essen ab. Egal was ihr persönlich gerne esst – euch wird während der Lektüre garantiert der Hunger packen, denn Andrew und Brooke kochen und essen so viel, dass da sicherlich auch das eigene Lieblingsessen dabei ist. Ich persönlich liebe es ja, wenn Bücher auch noch Rezepte aus der Handlung mit beinhalten, insofern war auch das wieder so ein kleiner Pluspunkt bei mir.


Allerdings habe ich diesmal nicht unbedingt ausschließlich Positives zu erzählen. So mochte ich im Großen und Ganzen die Geschichte wirklich sehr, sehr gerne – leider war sie mir letztendlich doch etwas zu vorhersehbar. Selbstverständlich ist das jetzt nicht der Typ Buch, bei dem der Handlungsverlauf oder das Ende der Story irgendwie eine riesengroße Überraschung ist. Der ungefähre Verlauf wird jedem erfahrenen ChickLit-Leser auf den allerersten Blick klar sein. Tatsächlich konnte mich hier aber wirklich rein gar nichts überraschen – da fand ich die ein oder andere Szene dann doch etwas zu klischeehaft und offensichtlich und hätte mir wenigstens ein oder zwei Überraschungen und kleinere Wendungen gewünscht, um einfach nicht eine so offensichtliche Geschichte zu haben. Zumal es im Grunde genügend Stoff gab, den man für so etwas verwenden hätte können und ich weiß, dass die Autorin es sehr viel besser kann und mich sonst auch vollends überzeugen konnte.

Davon aber abgesehen ist „Taste of Love – Geheimzutat Liebe“ eine unfassbar unterhaltsame und wunderbar romantische, aber nicht zu kitschige Liebesgeschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und zudem noch ein guter Auftakt einer sehr vielversprechenden Reihe.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider nichts Besonderes.

Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm
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Jessie Ann Foleys Debütroman verspricht mit dem Titel „Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm“ nicht nur eine gedankliche Rückkehr in die Neunziger, sondern auch einen Bezug zur Musik. Zwei Aspekte, ...

Jessie Ann Foleys Debütroman verspricht mit dem Titel „Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm“ nicht nur eine gedankliche Rückkehr in die Neunziger, sondern auch einen Bezug zur Musik. Zwei Aspekte, die mich sehr neugierig auf die Geschichte dahinter machten.

Es ist 1993 und Maggie muss gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrer Mutter und deren frischgebackenen Ehemann von Chicago nach Irland ziehen. Von der amerikanischen Großstadt in ein beschauliches Dorf am Meer. Die Umstellung ist riesig und ohne ihre Freunde sowie ihren Onkel Kevin füllt sich Maggie mehr als verloren.

Die Inhaltsangabe des Verlags erzählt dem Leser bereits, dass Maggies Onkel Kevin stirbt und ihr zwei Tickets für ein Nirvana-Konzert in Rom hinterlässt. Mit dabei ein Brief und die Aufforderung, sich auf den Weg nach Rom zu diesem Konzert zu machen – gemeinsam mit einem Jungen aus dem Dorf, Eoin. Bis dahin klingt alles sehr vielversprechend und ich freute mich sehr auf die Geschichte eines unterhaltsam-chaotischen Roadtrips von Bray nach Rom, dazu vielleicht noch eine süße Liebesgeschichte und ein superbes Konzert von Nirvana.

Dies bekommt man als Leser zwar im Großen und Ganzen auch – doch Kevins Tod, der Brief sowie die Nirvana-Tickets sind keineswegs der Ausgangspunkt der Geschichte. Ganz im Gegenteil. Maggies Onkel stirbt erst nach über der Hälfte des Romans, der „Roadtrip“ beginnt erst bei stolzen 70% des eBooks. So ist es wohl nicht großartig verwunderlich, dass ich deswegen schon etwas enttäuscht war, habe ich schlichtweg etwas anderes und vor allem mehr erwartet. Vielleicht ist es etwas naiv, aber wenn sich Informationen in Inhaltsangaben befinden, gehe ich meist davon aus, dass diese am Anfang einer Handlung geschehen – alles andere wäre schließlich gespoilert.

Auch der erhoffte Roadtrip ist nicht wirklich ein Roadtrip, vielmehr ein kurzer Ausflug. Dafür aber ein recht schöner. Generell ist die gesamte Geschichte von Maggie ganz lesenswert – nur eben nichts Besonderes. Maggies Leben ist einfach wenig beneidenswert, man kann sich ganz gut in sie hinein versetzen und fühlt mit ihr mit. Dass es nicht gerade spitze ist, mitten im Teenager-Dasein einfach mal so auf einen anderen Kontinent umzuziehen und dazu noch von der Großstadt in ein Dorf, kann wohl jeder nachvollziehen. Hinzu kommt auch noch eine Mutter, die sich nicht unbedingt die allergrößten Sorgen um das Wohlergehen ihrer Kinder macht. So ist Maggies Geschichte eher eine traurige und auch wenn sie sich ganz gut liest, konnte sie mich weder unterhalten noch berühren. Die Handlung dümpelt eben immer etwas so vor sich hin, was ich ein wenig schade fand, weil so viel Potenzial vorhanden gewesen wäre, um so viel mehr daraus zu machen.

Mich konnte Foleys Debüt leider nicht wirklich begeistern. Die grundlegende Idee weckt viele Erwartungen, welche jedoch in keinster Weise erfüllt werden. Eine eher mittelmäßige und traurigere Geschichte, die nichts Besonderes ist. Zwar nicht unbedingt schlecht, aber wirklich gefallen hat mir dieser Roman auch nicht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Absolut überzeugend!

Was auch immer geschieht
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Diesen Monat erschien das – von mir längst erwartete – eBook von „Was auch immer geschieht“, dem neuesten Roman von Bianca Iosivoni. Wer lieber das Print-Buch bevorzugt, kann sich dieses Buch aber trotzdem ...

Diesen Monat erschien das – von mir längst erwartete – eBook von „Was auch immer geschieht“, dem neuesten Roman von Bianca Iosivoni. Wer lieber das Print-Buch bevorzugt, kann sich dieses Buch aber trotzdem schon einmal vormerken – das Taschenbuch erscheint nämlich im November.

Sieben Jahre ist es her, dass Callie in einen Autounfall verwickelt war, welche ihre Familie für immer auseinander gerissen hat. Callies Vater ist dabei gestorben und Keith, welcher den Unfall verursacht hat, ist kurz darauf geflohen. Seitdem hat Callie ihren Stiefbruder nicht mehr gesehen und ihm dieses tragische Ereignis nie verziehen. Jetzt kehrt Callie nach längerer Zeit für ganz drei Monate nach Hause zurück – ihrer kleinen Schwester zuliebe. Als sie Zuhause ankommt, trifft sie plötzlich auch auf Keith. Und mit seinem Erscheinen kehren auch alle möglichen unterdrückten Gefühle zurück…

So gerne ich (gute) New-Adult-Geschichten lese, so gab es immer einen Aspekt, den ich nie so wirklich mochte. Nämlich, wenn es um die scheinbar verbotene Liebe zwischen Stiefgeschwistern geht. Bisher mochte ich solche Geschichten immer eher weniger, da ich oft das Gefühl hatte, dass diese Problematik zu künstlich aufgebaut wurde und mit viel zu viel Drama einher kam. Drama, das in meinen Augen absolut unnötig ist. Insofern war ich anfangs ein kleines Bisschen skeptisch, obwohl es für mich völlig selbstverständlich war, dass ich diese Geschichte trotz allem lesen wollen würde. Und letztendlich haben sich all meine Bedenken schnell in Luft aufgelöst, denn diese Geschichte war nicht im geringsten so künstlich-dramatisch wie all die anderen Stiefgeschwister-Storys.

Ganz im Gegenteil sogar. Die Geschichte von Callie und Keith hat mich sofort mitgerissen und all die angestauten Gefühle von Callie, all die Zweifel, Ängste, die immer noch anhaltende Trauer, die Wut, all das war so authentisch beschrieben, dass man auf jeder einzelnen Seite mit Callie mitfühlen konnte. Und diese Gefühle wurden dabei auch völlig plausibel und realistisch beschrieben, so dass von künstlichem Drama gar keine Rede sein konnte. Genauso hat die Autorin den beiden Figuren reichlich Zeit gelassen, zueinander zu finden. Und obwohl die Liebesgeschichte eigentlich das Hauptmerkmal des Romans ist, so hatte ich trotzdem nie den Eindruck, dass diese absolut im Vordergrund stand. Denn nebenher besticht die Handlung noch durch viele andere, kleinere, Aspekte, die diesen Roman sehr vielseitig gestalten.

»Mal ehrlich, Team Logan? Nein. Einfach nur nein. Ich stand auf die in sich gekehrten, düsteren Rebellen mit dunklen Haaren. Nicht auf die reichen Schnösel, die so viel Charme versprühten, dass man darin ausrutschen und sich das Genick brechen konnte.« – Position 1925

Doch „Was auch immer geschieht“ ist nicht nur voll mit jeglichen Emotionen, die einen mitnehmen und berühren, sondern auch voller unterhaltsamer Dialoge und Szenen, die einen beim Lesen direkt schmunzeln lassen. Inbesondere die Gilmore-Girls-Serien-Session zwischen Callie und ihrer Schwester gehörte sofort zu meinen liebsten Buch-Szenen überhaupt. Und auch die Gespräche von Callie und Keith bestehen eben nicht nur aus gefühlvollem Knistern, sondern vielmehr auch aus tollen, sarkastischen und humorvollen Streit-Gesprächen.

„Was auch immer geschieht“ überzeugte mich auf ganzer Linie. Mit einer sowohl fesselnden, gefühlvollen als auch unterhaltsamen Geschichte sowie überaus sympathischen und authentischen Charakteren konnte mich Bianca Iosivoni ganz klar vollends für sich begeistern. Wer also gerne gutes New Adult liest, sollte sich entweder ganz fix das eBook holen oder unbedingt den November vormerken!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider eher ein kindlicher Detektivroman, als große Spannung

Gone Cat - Die stumme Zeugin
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„Gone Cat – Die stumme Zeugin“ ist das Debüt des britischen Autors Sam Gasson und ganz entgegen dem Buchtitel handelt es sich hierbei nicht um einen Katzenkrimi.

Vielmehr ist Brunos Katze Mildred eine ...

„Gone Cat – Die stumme Zeugin“ ist das Debüt des britischen Autors Sam Gasson und ganz entgegen dem Buchtitel handelt es sich hierbei nicht um einen Katzenkrimi.

Vielmehr ist Brunos Katze Mildred eine wichtige – wenn nicht sogar die wichtigste – Zeugin eines Verbrechens. Brunos Nachbarin, und zugleich Mutter seines besten Freundes, wird eines Tages von Jim, Brunos Vater und ehemaligen Privatdetektiv, tot in der Küche aufgefunden. Ganz in den Fußstapfen seines Vaters, macht sich der 11-jährige Bruno daran, selbst und auch gemeinsam mit seinem Vater in diesem Mordfall zu ermitteln. Dabei gilt es vor allem, die verschwundene Mildred wiederzufinden, denn sie trug eine Kamera um den Hals – und alle Spuren deuten darauf hin, dass sie den grausamen Mord beobachtet hat.

Auch wenn ich das Buch optisch sehr mag, muss ich zugeben, dass mich der Buchtitel allein wahrscheinlich schon eher abgeschreckt hätte, hätte ich das Buch in einer Buchhandlung entdeckt. Entgegen dem typischen Buchliebhaber-Klischee bin ich nämlich selbst gar kein allzu großer Liebhaber von Katzen. Doch auch wenn der Titel die Erwartung weckt, es hier zum größten Teil der Handlung mit einer Katze zu tun haben – dem ist nicht so. Tatsächlich hat man überraschend wenig mit besagter Katze zu tun, da diese eben verschwunden ist.

Vielmehr dreht sich die Handlung um den Protagonisten Bruno Glew, der sich mit seinen elf Jahren erschreckend gut mit Mord, Vergewaltigung, polizeilichen Ermittlungen und mehr auskennt. Dies ist sicherlich größtenteils dem Umstand geschuldet, dass sein Vater Privatdetektiv ist, doch trotz allem fand ich Brunos Umgang mit all den Gräueltaten und sein überaus großes Selbstbewusstsein recht unrealistisch für einen Elfjährigen. Vielleicht habe ich da aber auch etwas zu harmlose Vorstellungen.

Davon abgesehen war nämlich die Tatsache, dass ein elfjähriger Hobbydetektiv ermittelt, durchaus interessant und mal eine nette Abwechslung. Ab und zu gibt es allerdings auch die „erwachsenere“ Perspektive von Jim Glew zu lesen, welcher auch den Ermittlungen nachgeht. Allerdings muss ich zugeben, dass all dies bei mir keine großartige Spannung oder gar ein Interesse geweckt hat. Tatsächlich habe ich dieses Buch sogar ziemlich lange gelesen, weil ich nebenher dann zu anderen Büchern gegriffen habe. Stellenweise wird es zwar durchaus mal interessant, aber größtenteils plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin und zieht sich ziemlich. Das könnte auch an der manchmal etwas kindlichen Erzählweise liegen, wenn Brunos Perspektive beschrieben wird. Das macht bei einem kindlichen Protagonisten zwar natürlich durchaus Sinn, verursachte bei mir jedoch das Gefühl, einen Detektivroman für Kinder zu lesen – und nicht für Erwachsene.

„Gone Cat – Die stumme Zeugin“ zeigt zwar teilweise durchaus interessante Elemente auf und sorgt mit einem elfjährigen Protagonisten als Hobbydetektiv auch für eine gewisse Abwechslung, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der bisher beste Musso!

Vierundzwanzig Stunden
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„Vierundzwanzig Stunden“ lautet der Titel des neuesten Romans des französischen Autors Guillaume Musso. Und wie so oft in seinen Büchern, erzählt er auch hier eine außergewöhnliche Geschichte:

Arthur ...

„Vierundzwanzig Stunden“ lautet der Titel des neuesten Romans des französischen Autors Guillaume Musso. Und wie so oft in seinen Büchern, erzählt er auch hier eine außergewöhnliche Geschichte:

Arthur Castello erbt von seinem Vater einen Leuchtturm, welcher sich bereits seit Jahrzehnten im Besitz der Familie befindet. Doch mit dem Erbe sind zwei Bedingungen verknüpft: den Leuchtturm niemals zu verkaufen und niemals die zugemauerte Tür im Keller des Leuchtturms zu öffnen.

Wenn Arthur eines von seinem Vater gelernt hat, dann, dass er niemandem vertrauen kann – auch nicht seinem eigenen Vater. Und so macht sich Arthur daran, sich über das Verbot seines Vaters hinweg zu setzen und die geheimnisvolle Tür zu öffnen.

Musso hat schon so einige Romane veröffentlicht und auch wenn ich bisher (noch) nicht alle gelesen habe, so mochte ich die, die ich schon gelesen habe, sehr gerne. Bisher konnten mich seine Geschichten nämlich immer absolut überraschen, auch weil sie oft so gänzlich anders verlaufen, als man es als Leser erwarten würde. Und „Vierundzwanzig Stunden“ bildet hinsichtlich dessen keine Ausnahme.

Schon der Prolog entfacht sofortige Neugier und sorgt für den ersten kleinen Schock-Moment. Wenige Seiten später geht es dann noch spannender weiter – und als Leser ist man nun erst recht gefesselt. Was die Spannung angeht, so kann es dieser Roman mit jedem guten Thriller aufnehmen. Man kommt nämlich wirklich kaum vom Buch weg, sondern fliegt nur so durch die Seiten und diese Geschichte. Ganz entgegen seinem Titel, braucht man sicherlich weitaus weniger als vierundzwanzig Stunden zum Lesen, das ist sicher.

»Was bedeutet diese Inschrift? ›Vergiss nicht, dass man zwei Leben hat‹?«
»Das ist eine alte chinesische Weisheit: Man hat zwei Leben, und das zweite beginnt in dem Moment, wo einem klar wird, dass man doch nur eines hat.«

Zur Handlung selbst kann ich gar nicht allzu viel sagen – und möchte es auch nicht – da man diese schlichtweg selbst entdecken muss. So viel sei aber gesagt: sie ist ziemlich außergewöhnlich und ruft alle möglichen Gefühle hervor. Stellenweise fühlte ich mich zwar, als ob ich etwas im rasanten Schnelldurchlauf entdecken würde, doch losgelassen hat sie mich zu keinem Zeitpunkt. Und obwohl ich es im Grunde mittlerweile von Musso gewohnt sein sollte, dass er es liebt, seine Leser ein bisschen in die Irre zu führen und zu überraschen, hat er es geschafft, dass ich auch hier wieder am Ende seiner Geschichte völlig sprachlos zurück blieb. Einige haben dieses Ende bereits kritisiert, und wenn ich ehrlich bin, bin auch ich selbst kein großer Liebhaber solcher Enden – doch hier passt es. Es passt zur Geschichte, genauso wie es zu Musso passt. Letztendlich geschieht dadurch nur eins: man denkt noch nach Beenden des Romans über das Gelesene nach und spinnt die Story eventuell selbst ein wenig weiter. Je nach persönlicher Gefühlslage.

Mussos neuestes Werk ist hochspannend, ein wenig mysteriös und weiß definitiv zu überraschen. Wer es bisher verpasst hat, einen Musso-Roman zu lesen, darf sich nun gerne aufgefordert fühlen, das schnellstens nachzuholen – und zwar sehr gerne mit „Vierundzwanzig Stunden“.