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Veröffentlicht am 06.02.2020

Liebe trotz kultureller Unterschiede

Der Weg zu Dir
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Emily ist alleinerziehende Mutter einer süßen vierjährigen. Sie versucht ihren Alltag so gut es geht zu meistern und kommt dabei gut zurecht, unterstützt von einer netten älteren Nachbarin und von ihrem ...

Emily ist alleinerziehende Mutter einer süßen vierjährigen. Sie versucht ihren Alltag so gut es geht zu meistern und kommt dabei gut zurecht, unterstützt von einer netten älteren Nachbarin und von ihrem Onkel und dessen Frau. Ihre ganze Liebe gilt ihrer Tochter und für einen Mann ist da so gar kein Platz, bis sie Marc kennenlernt und ihr Alltag durcheinander gerät.

Bis zu diesem Punkt klingt alles nach einer typischen Liebesgeschichte, allerdings kommt in diesem Buch noch ein entscheidender Faktor zum tragen, den Emily ist Türkin und in ihrer Kultur werden Traditionen groß geschrieben, gerade wenn es um die Ehe und die Familie geht.

Ich muss gestehen, dass ich Emily zuerst überhaupt nicht mochte, sie war mir zu defensiv, so verschüchtert, fast devot in ihrem Handeln. Dieses Niemandem zur Last fallen, am liebsten unsichtbar sein, möglichst alles allein stemmen, war mir zu viel. Ich konnte an dieser Figur so gar nichts positives erkennen, selbst in Momenten, in denen sie von der Liebe zu ihrer Tochter spricht, ist irgendwie keine Freude zu erkennen. Ja, ihr Schicksal ist schlimm, aber viele junge Mädchen vor ihr haben ähnliches erlebt, ungewollt schwanger, von der großen Liebe verlassen, auf sich allein gestellt. Eigentlich könnte sie so stolz auf sich und ihr Leben sein, aber da sind immer diese Selbstzweifel. Manchmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt.

Emilys Haltung wird natürlich bestimmt durch ihren kulturellen Hintergrund und ihre Erziehung, ein kultureller Hintergrund, den ich nur bedingt verstehe und auch nur bedingt nachvollziehen kann. Ich habe keinen persönlichen Einblick in die türkischen Traditionen und dementsprechend fällt es mir schwer, zu verstehen, warum ein uneheliches Kind, das Zusammenleben mit einem Mann, einem deutschen Mann so ein Problem darstellt.

Die Geschichte ist eine Liebesgeschichte, nicht mehr und nicht weniger, es gibt keine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema, allerdings bezieht die Autorin schon in gewisser Weise Stellung, in dem sie die Geschichte so verläuft, wie sie verläuft.

Wie schon erwähnt, war mir die Geschichte anfangs zu negativ, ich konnte sie so gar nicht mit dem wunderschönen Titelbild in Verbindung bringen, mit dieser Lebensfreude, dieser Wärme. Tatsächlich hat es etwas gedauert, aber spätestens mit der gemeinsamen Reise von Emily und Marc war Beides in Einklang gebracht. Die Stimmung, die Emotionen, die die Autorin an diesem Punkt erzeugt, hätte ich mir für das ganze Buch gewünscht. Hier bin ich dann endlich auch mit der Figur Emily ins Reine gekommen und beim Gespräch zwischen ihrem Onkel und dem Lebensgefährten von Marcs Mutter war ich mit der Geschichte versöhnt.

Der Stil der Autorin ist recht einfach, ich habe mir die Geschichte oft blumiger, bunter gewünscht. Die Beschreibungen des Alltags und der Tätigkeiten hatten für mich manchmal etwas von einer Aufzählung, so als würden Punkte auf einer Liste abgearbeitet. Teilweise liest sich die Geschichte etwas holprig, der Satzbau kommt mir dann unstimmig vor. Hier hätte es vielleicht schon gereicht einzelne Worte umzustellen, oder das Satzgefüge zu verändern. Allerdings denke ich, dass hier einfach auch die Untiefen der deutschen Grammatik eine große Rolle spielen.

Das Buch enthält einiges an Stoff zum nachdenken, wie die Aussage über den Umgang mit einer ledigen, deutschen Mutter in den 50er, 60er Jahren, und wunderschöne Gedichte von Yunus Emre, das bereits erwähnte Titelbild ist sehr schön. Der Titel ist gleich mehrfach bezeichnend für das Buch. Es wird der Weg beschrieben, den Emily für ihr ungeborenes Kind gegangen ist, gegen alle Widerstände, der Weg, der sie zu der Person gemacht hat, die Marc liebt. Es zeigt den Weg, den Marc geht um Emily von seiner Liebe zu überzeugen und den gemeinsamen Weg der Beiden. Der Weg zu Dir ist Emilys Weg zu sich selbst und der Weg der Annäherung an ihre Familie und ich danke der Autorin, dass ich sie auf diesem Weg begleiten durfte.

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Veröffentlicht am 06.02.2020

Nur bedingt spannend

Doggerland. Tiefer Fall (Ein Doggerland-Krimi 2)
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Während der Weihnachtszeit machen es sich die Leute normalerweise Zuhause bequem und genießen die Besinnlichkeit, gerade wenn es draußen stürmt und schneit. Kommissarin Karen Eiken Hornby kann ihre Feiertage ...

Während der Weihnachtszeit machen es sich die Leute normalerweise Zuhause bequem und genießen die Besinnlichkeit, gerade wenn es draußen stürmt und schneit. Kommissarin Karen Eiken Hornby kann ihre Feiertage allerdings nicht in ihrem Heim genießen, denn weil die Grippe unter den Kollegen grassiert, wird sie von ihrem Chef zu einem vermeintlichen Unfall eines Rentners beordert. Schon wenig später steht fest, dass es sich um Mord handelt und Karen muss weiter ermitteln, obwohl sie selbst körperlich gerade nicht in Bestform ist. Wirklich Fortschritte machen die Ermittlungen nicht und es kommt zu einem zweiten Mord und persönlichen Verwicklungen.

Für mich war es der erste Besuch auf der fiktiven Inselgruppe Doggerland, meine erste Begegnung mit der Ermittlerin Karen Eiken Hornby. Die Geschichte des Buches ist in sich abgeschlossen und eigentlich könnte man sie gut ohne Vorkenntnisse lesen. Die körperliche Verfassung der Ermittlerin lässt darauf schließen, dass es im vorigen Buch recht heftig für sie gewesen sein muss, allerdings findet sich keinerlei Hinweis auf den Grund der Verletzung, das fand ich etwas schade, da mir dadurch einiges am Hintergrund der Figur gefehlt hat. Ich bin kein Freund davon, seitenweise die Vorgeschichte anderer Bände auszubreiten, aber eine kurze Erklärung wäre schon schön gewesen.

Ich bin etwas schwer ins Buch gestartet, Grund dafür sicher die vielen verschiedenen Figuren. Die Geschichte kommt recht langsam in Gang, die Ermittlungen laufen schleppend, generell herrscht eine recht bedrückende Stimmung. Über 200 Seiten hinweg tritt man quasi auf der Stelle. Es gibt immer wieder Szenen aus dem Privatleben der Kommissarin, diese Mischung mag ich immer recht gern, aber auch hier fehlt mir mehr Hintergrund. Fehlt wohl doch die Lektüre der anderen Bücher. Wirklich spannend fand ich letztendlich eher die Nebenhandlung um Karens Freundin Aylin. Wäre die komplette Geschichte eher in diese Richtung gelaufen, hätte ich es spannender gefunden.

Der Krimi war für mich eher etwas langatmig. Das Motiv für die Taten durchaus etwas Neues, aber für mich nicht spannend genug in Szene gesetzt. Der Showdown trifft da schon eher meinen Geschmack, kann es aber auch nicht mehr rausreißen.

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Veröffentlicht am 23.01.2020

Der Titel ist Programm

Opernführer für Einsteiger
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Eine Oper ist ein sehr komplexes Konstrukt aus verschiedenen Kunstformen. Es gibt Musik, Gesang, Schauspiel, Kostüme und ein Bühnenbild, ganz zu schweigen von der Geschichte, die erzählt wird. Gerade diese ...

Eine Oper ist ein sehr komplexes Konstrukt aus verschiedenen Kunstformen. Es gibt Musik, Gesang, Schauspiel, Kostüme und ein Bühnenbild, ganz zu schweigen von der Geschichte, die erzählt wird. Gerade diese Geschichte ist nicht immer leicht zu verfolgen, der Komponist macht es dem Zuhörer da nicht immer leicht. Je nachdem wie genial der Künstler gewesen ist, ist seine Vision meist sehr detailreich, oft kompliziert und verwirrend, mit einer Vielzahl an handelnden Personen. Da kann man, gerade als Neuling, schon mal den Überblick verlieren und damit vielleicht auch die Freude am Gesamtwerk.

Die Autorin hat sich in ihrem Buch gerade den Neulingen gewidmet und versucht durch ihre Erklärungen den Einstieg in das Medium Oper zu erleichtern. Sie nimmt sich drei sehr bekannte Werke und gibt einen Überblick über die handelnden Personen und ihre Beziehungen zueinander, ebenso wird die Handlung kurz und nachvollziehbar geschildert. Die Autorin bedient sich einer Erzählerfigur, die ebenfalls aus einer Oper stammt, die uns dann durch das jeweilige Werk führt. Das Ganze ist sehr kurzweilig und amüsant geschrieben, die Geschehnisse und Zusammenhänge sind leicht verständlich und eine große Hilfe beim nächsten Besuch im Opernhaus.

Das Buch ist zweigeteilt. Ähnlich einem Wörterbuch gibt es eine deutsche Fassung und, man höre und staune, eine im wunderbaren fränkischen Dialekt. Leider muss ich gestehen, dass ich diesen Teil nur kurz angelesen habe, denn ich verstehe kein einziges Wort davon. Aber natürlich ist der Text absolut deckungsgleich mit dem ersten Teil. Wer dem Fränkischen mächtig ist, wird sicher großen Spaß haben.

Für Einsteiger sehr zu empfehlen, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und würde mir das gern für weitere Werke, oder als Vorwort im Programmheft der Aufführung wünschen.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Alte Wunden

Rache und roter Schnee
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Ich habe das Buch passenderweise in der Weihnachtszeit gelesen. Passenderweise, weil in Erik Donners zweitem Fall übel zugerichtete Leichen auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt werden. Eigentlich sollte ...

Ich habe das Buch passenderweise in der Weihnachtszeit gelesen. Passenderweise, weil in Erik Donners zweitem Fall übel zugerichtete Leichen auf einem Weihnachtsmarkt entdeckt werden. Eigentlich sollte der Job dort Donner nur beschäftigen, das er plötzlich mitten in der Jagd nach einem Mörder steckt gefällt keinem so wirklich.

Im zweiten Buch bin ich nun endlich auch etwas näher an dem Erik Donner, den ich aus den bereits gelesenen, späteren Büchern kenne. Während der erste Teil noch stark an den sonntäglichen Tatort erinnert hat, bekommt der unbequeme Ermittler hier nun den Dreh, der ihn ausmacht. Natürlich hadert die Figur noch immer mit ihrer Vergangenheit, ist nicht wirklich umgänglicher, oder freundlicher geworden, damit muss man als Leser umgehen können und das gefällt sicher nicht jedem. Auch ich möchte Donner gern manchmal einfach schütteln, aber das übernimmt ja schon eine andere Frau in der Story.

Generell hat der Autor hier eine Figur geschaffen, die man entweder liebt, oder hasst, dazwischen gibt es nichts. Man muss sich hier, wie so oft auf die Geschichte, die Figur einlassen und darf nicht alles auf die Realität ummünzen.

Wie auch schon in anderen Büchern mangelt es nicht an Verdächtigen und Theorien, wie auch vorher schon lag ich mit meinen Vermutungen daneben. Die Aufklärung ist dann durchaus plausibel und nachvollziehbar. Das Buch endet mit einem, wie ich finde, grandiosen Showdown, der jedem Hollywood Blockbuster Ehre machen würde. Wenn ich in Zukunft ein Räumfahrzeug sehe, werde ich mit Sicherheit an Erik Donner denken.

Ich gehöre eindeutig zu denen, die Erik Donner lieben.

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Veröffentlicht am 16.01.2020

Leider nur bedingt spannend

Diabolic – Fatales Vergehen
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Es ist ja momentan nicht ungewöhnlich, dass sich mehrere Autoren für ein gemeinsames Projekt zusammentun. So auch bei diesem Thriller. Lisa Jackson kenne ich natürlich, die anderen beiden Namen sagten ...

Es ist ja momentan nicht ungewöhnlich, dass sich mehrere Autoren für ein gemeinsames Projekt zusammentun. So auch bei diesem Thriller. Lisa Jackson kenne ich natürlich, die anderen beiden Namen sagten mir nichts. Der Titel und die Beschreibung des Buches liesen auf eine spannende und nervenaufreibende Story schließen. Spannend wird es dann auch direkt zu Beginn, als die Freundinnen Ruth, Shiloh und Kate beim nächtlichen Baden von einem Psychopathen aufgeschreckt werden. Eines der Mädchen wird vergewaltigt und nur mit viel Glück können die Drei ihm entkommen. Die eigentliche Geschichte setzt dann einige Jahre später an, als die Mädchen wieder in ihrer Heimatstadt sind und der Täter von damals wieder auf sie aufmerksam wird.

Die Geschichte besteht hauptsächlich aus drei Teilen, in denen der Fokus jeweils auf einer der Frauen liegt. Der Leser erfährt über ihre Vergangenheit, den Umgang mit dem damaligen Erlebnis, den aktuellen Ereignissen und auch der psychopathische Täter kommt zu Wort. Der Plot ist nicht neu und wurde in ähnlicher Form schon in einigen Büchern und Filmen behandelt. Leider bieten die Autorinnen in ihrer Version wenig Neues, die Ereignisse plätschern, bis auf wenige Ausnahmen vor sich hin. Das Buch wimmelt von Klischees zu den Bewohnern und dem Leben in einer amerikanischen Kleinstadt, die Figuren sind stereotyp, zeigen ein oft nicht nachvollziebares Verhalten, einfach nur, weil die Geschichte das grad so braucht. Um die Längen im Mittelteil zu füllen, werden Liebesbeziehungen inszeniert, die angesichts der anderen Ereignisse nicht so ganz passend erscheinen. An sich, passt ein Flirt, oder eine Liebesgeschichte immer ganz gut in einen Thriller, kann sie doch dem Handeln der Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit geben, in diesem Fall wirkte das Ganze aber eher konstruiert und war leider sehr vorhersehbar. Zum Ende hin wird das Tempo nochmal angezogen, der Showdown wird dann aber ziemlich schnell abgearbeitet und der Leser noch mit einigen Fragezeichen zurück gelassen.

Ich habe es schon oft erlebt, dass gerade weibliche Autoren oft eine härtere Gangart einlegen. Auf Grund des Titels hatte ich aich eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch, diese wurde aber kaum erfüllt. Natürlich ist der Grundgedanke der Story heftig, die Umsetzung aber dann eher weichgespült. Mich konnte das Buch nicht ganz packen, stellenweise hatte es durchaus gute und spannende Momente, es war jetzt aber auch nicht so, als das ich es nicht hätte aus der Hand legen können.
Für Fans der Autorinnen, für Leser, die Romantik in einem Thriller mögen, und die es nicht ganz so nervenaufreibend möchten aber sicher ein angenehme Lektüre.

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