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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

1 bzw. 0 ⭐

Wie die Luft zum Atmen
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Nach ca. 50% habe ich dieses Buch endgültig abgebrochen – und zwar nicht etwa, weil es mir gleichgültig war, sondern weil es mich regelrecht abgestoßen hat. Ich bin mit der festen Absicht an das Buch herangegangen, ...

Nach ca. 50% habe ich dieses Buch endgültig abgebrochen – und zwar nicht etwa, weil es mir gleichgültig war, sondern weil es mich regelrecht abgestoßen hat. Ich bin mit der festen Absicht an das Buch herangegangen, ihm trotz meiner Skepsis eine faire Chance zu geben. Doch mit jedem Kapitel wurde mir bewusster: Diese Geschichte verkörpert genau das, was ich an vielen New-Adult-Romanen kritisiere – toxische Beziehungen, künstliches Drama und ein Schreibstil, der mir stellenweise unangenehm war.

Die Protagonistin erschien mir widersprüchlich und unreflektiert. Ihre Reaktionen wirkten oft unnatürlich und wenig nachvollziehbar. Der männliche Hauptcharakter hingegen wurde von Anfang an durch aggressive, verletzende Verhaltensweisen gezeichnet, die durch seine Vergangenheit entschuldigt werden sollten – ein Muster, das ich persönlich sehr kritisch sehe. Statt einer behutsamen Aufarbeitung von Verlust und Trauer wirkte die entstehende Beziehung zwischen den beiden vielmehr wie ein destruktives Abhängigkeitsverhältnis.

Auch die Nebencharakteren trugen nicht dazu bei, dem Buch mehr Tiefe zu verleihen. Insbesondere die Darstellung der besten Freundin wirkte überzeichnet und klischeehaft. Insgesamt wurde häufig auf stereotype Rollenmuster zurückgegriffen, die problematische Botschaften vermittelten und moderne Entwicklungen in der Figurenzeichnung ignorierten.

Die Beziehung zwischen den Hauptcharakteren war für mich nicht romantisch oder berührend, sondern geprägt von Manipulation, Schmerz und einem Ungleichgewicht, das nicht hinterfragt, sondern vielmehr als leidenschaftlich glorifiziert wurde. Besonders verstörend fand ich gewisse Gedankengänge der Protagonistin, die meine letzte Geduld auf die Probe stellten.

Schließlich musste ich mir eingestehen, dass es keinen Sinn mehr hatte, weiterzulesen. Ich empfand keine Neugier auf den weiteren Verlauf und sah keinen Mehrwert darin, mich weiter durch eine Geschichte zu kämpfen, die mich inhaltlich wie stilistisch enttäuscht hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses Buch für mich ein Negativbeispiel dafür ist, was im New-Adult-Genre schieflaufen kann: mangelnde Sensibilität im Umgang mit schwierigen Themen, eine toxische Grunddynamik in der zentralen Beziehung und ein überzeichneter, wenig glaubwürdiger Handlungsaufbau. Auch wenn viele Leserinnen und Leser diesem Roman etwas abgewinnen konnten, entspricht er in keiner Weise meinen literarischen Ansprüchen oder meinem persönlichen Empfinden von guter Erzählkunst. Ich vergebe somit nur 1 bzw. o ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.05.2025

3 ⭐

Purple Clouds - Honeymoon
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"Purple Clouds" bietet einen vielversprechenden Auftakt und verbindet eine ungewöhnliche Prämisse mit aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen, ...

"Purple Clouds" bietet einen vielversprechenden Auftakt und verbindet eine ungewöhnliche Prämisse mit aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen, da es inhaltlich oftmals überladen wirkt und seine zahlreichen Themen nicht immer mit der nötigen Tiefe behandelt.

Die Grundidee ist originell: Deb, ambitioniert und feministisch geprägt, beginnt ihren Traumjob bei einem renommierten Magazin – und soll prompt einen Artikel über frühe Ehen verfassen. Der Haken: Ihre eigene Hochzeit mit Emory liegt zwar vier Jahre zurück, der Kontakt jedoch brach unmittelbar danach ab. Das erneute Aufeinandertreffen der beiden entfacht nicht nur alte Gefühle, sondern führt zu einem inszenierten Zusammenspiel als Ehepaar, das für beide existenzielle Bedeutung gewinnt. Dieser Ausgangspunkt bringt frischen Wind in das Genre und verspricht interessante Konflikte.

Deb als Protagonistin überzeugt durch Entschlossenheit und eine klare Haltung. Ihre Perspektive auf die Ehe, insbesondere im Spannungsfeld zwischen persönlicher Überzeugung und gesellschaftlichen Zwängen, ist durchaus reflektiert. Allerdings verliert sich ihre Geschichte zunehmend in einer Vielzahl an Problemlagen – beruflicher Druck, familiäre Konflikte, die Beziehung zu Emory sowie die Thematisierung ihrer ADHS-Diagnose. Diese Fülle wirkt mitunter überfordernd und erschwert eine konzentrierte Charakterentwicklung.

Emory hingegen wird als ausgesprochen empathischer und achtsamer Gegenpart gezeichnet. Seine emotionale Reife, insbesondere im Umgang mit psychischen Belastungen, verleiht der Geschichte glaubwürdige und berührende Momente. Die Darstellung seiner Entwicklung – hin zur Offenheit für professionelle Hilfe – ist ein gelungenes Element des Romans.

Besonders hervorzuheben ist der feministische Diskurs, der sich durch die Handlung zieht. Zwar bietet er relevante Denkanstöße und kritische Reflexionen über traditionelle Rollenbilder, doch wirkt die Umsetzung stellenweise forciert und zu eindimensional. Die Themenvielfalt – von Gleichstellung über Gesundheitsfragen bis hin zu sozialen Erwartungen – hätte von einer klareren Fokussierung profitiert.

Sprachlich bewegt sich der Roman auf solidem Niveau, die Dialoge sind lebendig, und auch humorvolle Szenen lockern das Geschehen auf. Die Nebenfiguren und die Verknüpfung mit anderen Büchern der Autorin runden das Leseerlebnis ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Insgesamt ein zeitgemäßer Liebesroman mit ambitionierten inhaltlichen Ansätzen, der jedoch an seiner thematischen Überfrachtung krankt. Trotz spannender Figuren und einer originellen Ausgangslage bleibt das Potenzial des Buches insgesamt unausgeschöpft. Ich vergebe 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.05.2025

3 ⭐

Shattered Palace
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Mit "Shattered Palace" gelingt Kim Nina Ocker ein stärkerer zweiter Band, der sich spürbar gefestigter präsentiert als der Reihenauftakt. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem Anschlag auf Charlotte ...

Mit "Shattered Palace" gelingt Kim Nina Ocker ein stärkerer zweiter Band, der sich spürbar gefestigter präsentiert als der Reihenauftakt. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem Anschlag auf Charlotte an und begleitet sie auf dem schwierigen Weg zurück in ihren Alltag – geprägt von offenen Fragen, Misstrauen und zwischenmenschlichen Spannungen.

Charlotte entwickelt sich zur tragenden Figur des Romans. Ihre Entschlossenheit, sich nicht unterkriegen zu lassen, sowie ihre Fähigkeit, berufliche Professionalität trotz innerer Zerrissenheit zu wahren, machen sie zu einer glaubwürdigen und sympathischen Protagonistin. Ihre Charaktertiefe wird in diesem Band deutlicher als zuvor.

Gideon hingegen bleibt rätselhaft. Sein Verhalten ist unberechenbar, sein Stimmungswechsel schwer nachvollziehbar – eine Entwicklung, die viele Fragen aufwirft und nicht vollständig erklärt wird. Roméo überzeugt dagegen mit einer angenehmen Wandlung: Er wirkt zugänglicher, reifer und überraschend empathisch. Seine Perspektive bringt wertvolle Einblicke und ergänzt die Geschichte gut.

Inhaltlich gelingt es der Autorin, die emotionale Komplexität der Figuren herauszuarbeiten. Auch wenn die ganz großen Spannungsmomente bis zum Finale auf sich warten lassen, ist der Erzählfluss insgesamt stimmiger als im ersten Teil. Die Handlung bleibt unterhaltsam, auch wenn sie zwischenzeitlich eher ruhig verläuft und vereinzelt an Tempo verliert.

Sprachlich ist der Roman gewohnt souverän geschrieben. Kim Nina Ocker überzeugt mit einem flüssigen Stil und einer dichten Atmosphäre, die das Geschehen in Kingston Bay greifbar macht. Der Cliffhanger am Ende ist weniger dramatisch als im ersten Band, macht aber dennoch neugierig auf die Fortsetzung.

"Shattered Palace" ist für mich ein gelungener Mittelband, der sich trotz kleinerer Schwächen stärker präsentiert als der Auftakt. Ich vergebe somit dezente 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.05.2025

2 ⭐

Starting Something Great
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"Starting Something Great" von April Dawson hat einen angenehmen, flüssigen Schreibstil, der sich ideal für entspannte Lesestunden eignet. Die Geschichte beginnt vielversprechend: Zwei Jahre nach einem ...

"Starting Something Great" von April Dawson hat einen angenehmen, flüssigen Schreibstil, der sich ideal für entspannte Lesestunden eignet. Die Geschichte beginnt vielversprechend: Zwei Jahre nach einem unvergesslichen Sommer in Bosnien treffen Mina und Julian unter ungewöhnlichen Umständen wieder aufeinander – auf der Welttournee seiner Band, die Mina als Visagistin begleitet. Alte Gefühle brechen wieder auf, doch die Umsetzung dieser emotionalen Ausgangslage bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Das internationale Setting bringt Abwechslung und Atmosphäre mit sich, ebenso wie die liebevoll gezeichneten Nebenfiguren. Besonders Mina überzeugt als starke, verantwortungsbewusste Protagonistin mit bosnischen Wurzeln. Ihre familiäre Situation, vor allem das Verhältnis zu ihrer kleinen Schwester, wurde berührend dargestellt. Auch Julian als sensibler, bodenständiger Musiker hat Potenzial – das leider zu wenig genutzt wird.

Denn trotz schöner Tropes wie "Second Chance" und "He Fell First" fehlt es der Handlung an Spannung, Tiefe und überraschenden Momenten. Viele Szenen wirken überhastet oder oberflächlich, und selbst nach der Hälfte des Romans entwickelt sich kaum emotionale Dynamik zwischen den beiden Hauptfiguren. Die Geschichte plätschert zu vorhersehbar vor sich hin, ohne wirklich zu berühren.

Insgesamt war es für mich leider etwas zu wenig. Daher vergebe ich 2 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 03.05.2025

2 ⭐

Beneath Broken Skies
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"Beneath Broken Skies" ist ein Roman, der auf den ersten Blick vieles mitbringt, was das Herz von Bücherliebhaber:innen höherschlagen lässt: ein Setting in der Londoner Verlagswelt, Charaktere, die sich ...

"Beneath Broken Skies" ist ein Roman, der auf den ersten Blick vieles mitbringt, was das Herz von Bücherliebhaber:innen höherschlagen lässt: ein Setting in der Londoner Verlagswelt, Charaktere, die sich mit der Herstellung von Büchern beschäftigen, und eine Atmosphäre, die die Liebe zum geschriebenen Wort in den Mittelpunkt stellt. Auch sprachlich macht das Buch einen positiven Eindruck – der Stil ist angenehm flüssig, die Seiten lassen sich leicht lesen, und zu Beginn entsteht der Eindruck, dass sich die Leidenschaft für Bücher auch erzählerisch widerspiegeln könnte.

Leider konnte die Geschichte diesen anfänglichen Zauber nicht über weite Strecken tragen. Die Handlung entwickelt sich äußerst schleppend, bleibt lange spannungsarm und wirkt über weite Passagen beinahe ereignislos. Es fehlt an emotionalen Höhepunkten, an Überraschungen und vor allem an einer Entwicklung, die die Lesenden wirklich mitnimmt. Stattdessen kreist die Geschichte immer wieder um dieselben Themen, insbesondere die Vergangenheit zwischen Maddie und Wes, die zwar immer wieder angedeutet, aber nie wirklich greifbar gemacht wird. Dadurch entsteht ein Gefühl des Stillstands, das schließlich in Frustration umschlägt, weil zentrale Fragen unbeantwortet bleiben und Konflikte nicht ausreichend aufgelöst werden.

Auch die Protagonisten selbst bleiben hinter den Erwartungen zurück. Maddie und Wes wirkten auf mich zu glatt, beinahe schematisch, ohne jene Ecken und Kanten, die Charaktere lebendig und nachvollziehbar machen. Besonders die emotionale Entwicklung zwischen den beiden blieb für mich schwer nachvollziehbar. Die romantische Beziehung wirkte konstruiert, ihre Dynamik wenig greifbar – es fehlte an glaubwürdiger Annäherung, an echter Chemie, die mich als Leserin hätte mitfiebern lassen. Selbst die wenigen intensiveren Szenen erschienen in diesem Kontext unpassend und wenig eingebettet in die bisherige Erzählung.

Der einzige Aspekt, der mich über längere Strecken hinweg überzeugen konnte, waren die detaillierten und kenntnisreichen Einblicke in die Verlagsbranche. Hier zeigt sich, dass die Autorin mit Fachwissen schreibt und ein authentisches Bild dieser Welt zeichnen kann. Diese Passagen waren atmosphärisch gelungen und vermittelten eindrucksvoll, wie viel Herzblut hinter der Herstellung schöner Bücher steckt.

Trotzdem reicht dieser Aspekt für mich nicht aus, um die erzählerischen Schwächen auszugleichen. Dass das Buch schließlich mit einem dramatischen Cliffhanger endet, wirkte auf mich eher wie ein letzter Versuch, Spannung zu erzeugen – nach einer Geschichte, in der über zwei Drittel hinweg kaum etwas Entscheidendes passiert. Für mich fühlte sich der Roman mehr wie ein zu lang geratener Prolog an als wie der Auftakt einer mitreißenden Dilogie.

Trotz des schönen Settings, der angenehmen Sprache und der buchliebenden Atmosphäre konnte mich "Beneath Broken Skies" daher nicht überzeugen. Wer ruhige, melancholische Liebesgeschichten mit reduziertem Spannungsbogen schätzt, wird hier vielleicht eher fündig – mir persönlich fehlten emotionale Tiefe, erzählerische Dynamik und vor allem eine mitreißende Liebesgeschichte, die mich berührt und gefesselt hätte. Ich vergebe 2 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!