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Veröffentlicht am 09.11.2020

eine spannende Familiensaga

Die Erben von Seydell - Das Gestüt
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1947 verliert die junge, verarmte Engländerin Elisabeth Clarkwell in kürzester Zeit ihren Mann und ihren Onkel. Nachdem ihr Onkel ihr ein Gestüt in der Lüneburger Heide vererbt hat, macht sie sich auf ...

1947 verliert die junge, verarmte Engländerin Elisabeth Clarkwell in kürzester Zeit ihren Mann und ihren Onkel. Nachdem ihr Onkel ihr ein Gestüt in der Lüneburger Heide vererbt hat, macht sie sich auf den Weg nach Spanien um die ominösen Besitzverhältnisse zu klären und zu erfahren was für eine Verbindung sie und der Miterbe Javier haben und was es mit dem Gestüt auf sich hat.

1889 führt die Familie Seydell ein erfolgreiches Gestüt in Deutschland und die beiden Brüder, Ludwig und Alexander Seydell, geraten nach dem Tod des Vater in einen Streit, der alles verändern wird.

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Das Gestüt ist ein absolut gelungener Auftakt der Familiensaga. Bereits nach ein paar Seiten, befindet man sich mitten im Geschehen. Die Wechsel zwischen den Jahrhunderten sind passend gesetzt und der Autorin gut gelungen, die Spannung wird aufrechterhalten.

Die Geschichte um die Familie ist voller Lügen, Intrigen, Liebe, Hoffnung und Schmerz. In toller Kulisse geht es um wundervolle Pferde, menschliche Abgründe, Entscheidungen und ihre Konsequenzen, verletzte Gefühle und nicht zuletzt um die Wahrheit, die manche Protagonisten wohl lieber nicht erfahren hätten.

Der Schreibstil ist absolut angenehm und ich habe das Buch an einem Stück verschlungen. Das Cover ist wunderschön und passend gewählt. So stellt man sich das Gestüt vor.

Die Charaktere sind toll und sehr realistisch. Von schwer sympathisch, bis absolut unausstehlich ist alles dabei. Manche hasst man förmlich, andere liebt man und teilweise gibt es ganz tolle Entwicklungen und Veränderungen die man anfangs nicht für möglich gehalten hätte. Menschen können sich ändern und manch ein Protagonist ist ein herrliches Beispiel dafür.

Die Geschichte ist voller Spannung, in einem Jahrhundert definitiv mehr, als in dem anderen und trotzdem fiebert man in beiden Zeiten mit und sucht Antworten auf alle Fragen, die auch am Schluss noch an vielen Stellen offen bleiben. Es kommen sogar noch mehr dazu. Umso mehr fiebere ich dem zweiten Band entgegen und werde mich mit Vergnügen wieder in die Untiefen der Geschichte der Familie Seydell und ihrer Nachfahren stürzen.

An manchen Stellen empfindet man die Reaktionen der Personen oder den ein oder anderen Zeitsprung als etwas unrealistisch, unangebracht oder zu heftig. Dem Lesevergnügen tut dies jedoch keinen Abbruch und ich vergebe trotzdem volle 5 Sterne für dieses Buch, welches mich einfach sehr gut unterhalten hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2020

eine wundervolle Erzählung

Das Perchtenerbe
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Viele Mythen, Sagen und Bräuche ranken sich auch heute noch um die besonderen Tage zwischen den Jahren. Die Raunächte.
Das Perchtenerbe nimmt uns erzählerisch mit in die Zeit, in der der Naturglaube vom ...

Viele Mythen, Sagen und Bräuche ranken sich auch heute noch um die besonderen Tage zwischen den Jahren. Die Raunächte.
Das Perchtenerbe nimmt uns erzählerisch mit in die Zeit, in der der Naturglaube vom Christentum verdrängt wurde und Frau Percht jedes Jahr die Unterwelt verlässt um die Welt der Menschen zu betreten und über die zu richten, die sich nicht an ihre Regeln halten und die anderen mit Fruchtbarkeit zu belohnen.

Die Geschichte beginnt im Haus der Großeltern von Marie, welches voller geschnitzter Holzmasken ist. Unter ihnen befindet sich auch die Maske der Frau Percht und Marie taucht ein in die mystische der Welt der Perchta.
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Ich war am Anfang des Buches fasziniert von der Liebe, mit der die Großmutter über ihren Mann spricht. Man spürt förmlich wie tief sie mit ihm immer noch verbunden ist und wie sehr sie seine Kunst, die Perchten-Masken schätzt.

Die Erzählung hat mich direkt in ihren Bann gezogen und es war faszinierend mit Frau Percht in die Unterwelt zu reisen und zusammen mit ihr und ihren Gesellen in die Welt der Menschen aufzusteigen. Eigentlich waren ihre Regeln nicht schwer umzusetzen und dienten dem Wohle der Menschen, vor allem der Frauen.
Das diejenigen die sich ihren Regeln widersetzten hart bestraft wurden, war ihr Mittel sie zur Abschreckung zu nutzen. Wie sie ihr Erscheinungsbild in den Situationen ändert, finde ich wunderbar und so passend.
Das sie sich um die armen kleinen Seelen kümmert, finde ich einfach nur schön, so ist sie irgendwie für jeden da und kümmert sich.
Die Beschreibungen, vor allem auch die der Sünder in der Unterwelt sind atmosphärisch einfach toll. Insgesamt hat das ganze Buch eine sehr besondere Atmosphäre.

Neben der Perchta geht es auch um die Geschichte von Criste, die mit ihrer verbunden ist. Ein Leben voller Licht und Dunkelheit. Ich hätte mir einige Dinge für Criste anders gewünscht, aber durch ihre Entscheidungen, hat sie ihren eigenen Weg mitbestimmt.

Die sehr schönen farbigen Illustrationen verleihen dem Buch noch den letzten Schliff und passen einfach zu der Erzählung.

Das Cover ist absolut treffend gewählt und spiegelt das Buch vollends wieder.

Ich hab dieses Buch sehr in mein Herz geschlossen, denn ich liebe die Raunächte und ich halte mich auch heute noch an einige Regeln.
Ich finde es schön, wenn man die Zeit zwischen den Jahren zum Durchatmen nutzen kann und sich selbst und seiner Lieben bewusst ist. So hat man neue Energie und kann entspannt und gestärkt in das neue Jahr starten. Eigentlich hat Frau Percht sich mit ihren Regeln nichts anderes als das für die Menschen gewünscht...

Das Perchtenerbe ist für mich ein sehr schönes Buch, aus welchem ich auch gerne vorlese und es hat sich einen Platz in meinem Regal mehr als verdient.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.10.2020

Spannung bis zum Schluss

Rache, auf ewig
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Auf Sylt wird in einem Gewächshaus die Leiche eines Mannes gefunden, der auf qualvolle Art und Weise, mit Hilfe von Bambus, förmlich hingerichtet wurde.

Auf der Suche nach Hinweisen verschwindet eine ...

Auf Sylt wird in einem Gewächshaus die Leiche eines Mannes gefunden, der auf qualvolle Art und Weise, mit Hilfe von Bambus, förmlich hingerichtet wurde.

Auf der Suche nach Hinweisen verschwindet eine Hauptkommissarin spurlos.

Ermittlerteam Jan Grall und Rabea Wyler werden als externe Berater hinzugezogen und schnell wird klar, der Tote im Gewächshaus war erst der Beginn einer grauenvollen Mordserie.

Erste Hinweise deuten auf eine Gruppe von Umweltschützern, die Motive für die Taten hätten.

Viele Fragen bleiben offen und die Suche nach dem Täter wird ein Spiel gegen die Zeit. Wann stirbt das nächste Opfer? Wie stirbt das nächste Opfer? Lebt die Kommissarin noch oder kommt jede Hilfe zu spät?
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Mein erstes Buch von Lars Schütz und mein erster Kontakt mit dem Ermittlerteam Grall und Wyler und ich bin begeistert.
Obwohl ich die ersten beiden Bücher nicht kannte, war ich sofort im Geschehen und konnte mir die Charaktere sehr gut vorstellen. An einigen Stellen wurde mir klar, den Ermittlern müssen vorher viele grausame Dinge passiert sein, denn sie tragen schwer an der Last der Vergangenheit. Umso neugieriger bin ich nun auf die beiden vorigen Bände.

Das Cover ist mehr als treffend gewählt, die Farbe rot hat Signalwirkung und Blut sieht man in dem Buch mehr als genug... Der Titel trifft den Inhalt zielsicher und um die Sicherheitsnadel zu verstehen, muss man das Buch lesen. Ich liebe die Wahl des Covers ...

Das Buch ist super spannend bis zum Schluss. Ich mag den Schreibstil sehr gerne und ich hab mich nicht eine Sekunde gelangweilt.

Ein Buch zum verschlingen mit einer spannenden Story, tollen Charakteren, brutalen Morden und einem Täter den man so nicht hat kommen sehen.

Als Liebhaber dieses Genres wird man nicht nur durch die Art der Tötens begeistert, der Autor schafft es in einigen Momenten dem Leser Stiche ins Herz zu versetzen und Platz für Traurigkeit zu schaffen.
Mich hat das Buch mehr als für sich eingenommen und ich bin gespannt was der Auto in Zukunft noch aus dem Hut zaubert.

Eine neue Thriller-Reihe hat den Weg in mein Leserherz und in mein Bücherregal gefunden. Gerne mehr davon!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.10.2020

Weihnachtsstimmung in St. Peter-Ording

Wintermeer und Dünenzauber
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Nachdem ihre Liebe auf Gran Canaria gescheitet ist, bricht Jana dort ihre Zelte ab, um wieder in ihre Heimat St. Peter-Ording zurückzukehren. Hier lebt ihre Familie und ihre beste Freundin, hier fühlt ...

Nachdem ihre Liebe auf Gran Canaria gescheitet ist, bricht Jana dort ihre Zelte ab, um wieder in ihre Heimat St. Peter-Ording zurückzukehren. Hier lebt ihre Familie und ihre beste Freundin, hier fühlt sie sich wohl und möchte sich eine neue Zukunft aufbauen.

Zusammen mit ihrer besten Freundin eröffnet sie einen Geschenkeladen voller Düfte, besonderen Ölen und leckerem Gebäck, doch nicht alles läuft so reibungslos, wie sich die beiden Freundinnen das gewünscht hätten und sie müssen sich einigen Hürden stellen.

Das der Buchhändler Ayk direkt gegenüber seinen Buchhandel hat, mach Janas Leben auch nicht leichter, denn er ist ihr heimlicher Jugendschwarm und sie findet ihn immer noch alles andere als uninteressant.

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Wintermeer und Dünenzauber ist ein schöner Roman in einer tollen Kulisse. Die Autorin nimmt uns mit in das winterliche St. Peter-Ording und lässt uns durch Jana und ihr Freundin Pütti die verschiedensten Düfte erleben. Sie lässt uns praktisch mit ihnen durch das weihnachtliche St. Peter-Ording schlendern.

Der Roman ist flüssig geschrieben und lädt zum schmökern ein. Das Cover ist wirklich schön und passt absolut zum Buch, das Kapitänshäuschen hat einen passenden Platz bekommen und die Winterstimmung wurde förmlich eingefangen.

Die Geschichte lässt für meinen Geschmack ziemlich lange auf richtig viel Liebe warten und spielt lange Zeit mit Geheimnissen und Fragen die am Ende nur halb so spannend sind, wie erhofft. Trotzdem halten sie den Leser natürlich bei der Stange, und man beginnt zu spekulieren.

Die Hauptfigur spaltet mich ein wenig, eigentlich ist sie sehr sympathisch, aber gleichzeitig nervt sie mich an vielen Stellen und ich kann ihr Verhalten oft nicht nachvollziehen. Sie kommt halt einfach nicht aus den Puschen. Von einer jungen, erwachsenen Frau, die schon was von der Welt gesehen hat, erwarte ich einfach mehr. Das ist reine Geschmackssache.

Die Tatsache das sie sich mit Esoterik auskennt, liebe ich. Mein Herz schlägt für Esoterik und ich weiß, das man damit viel erreichen kann.

Einen großen Pluspunkt gibt es auch für die Rezepte und die Infos über Öle, Düfte, Steine und Kräuter am Ende des Buches. Das steigert die Authentizität und rundet das Buch perfekt ab. Vielen Dank dafür!

Alles in allem ein solider Roman, der einem Esoterik ein bisschen näher bringt, uns in eine kleine halbwegs heile Welt entführt und absolut in die Weihnachtszeit gehört.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere