Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2018

Gelungener Alpenkrimi mit ausgezeichnetem Erzählstil, könnte noch spannender sein!

Oberwasser
0

Dieser mittlerweile vierte Fall Jennerweins ist eine gelungene Mischung von schrägen Personen, intelligentem Wortwitz und alpenländischem Flair.

Wortfindungsprobleme hat Jörg Maurer ganz sicher nicht, ...

Dieser mittlerweile vierte Fall Jennerweins ist eine gelungene Mischung von schrägen Personen, intelligentem Wortwitz und alpenländischem Flair.

Wortfindungsprobleme hat Jörg Maurer ganz sicher nicht, so wie er formulieren kann, schafft er eher neue Worverbindungen und erstaunt mit vielen humorvollen Details seiner Wortspielereien.

Die Handlung stützt sich auf die Darstellung mehrerer Stränge, die Jennerwein, seine Kollegen, ein paar Abiturienten im Urlaub in Marokko, eine Gaunerbande, ein Ganovenpaar und einen bessessenen Kajakfahrer in Szene setzen. Durch die Fülle an Handlungsorten und Informationen gerät der eigentliche Fall manchmal ins Abseits, doch es bildet sich allmählich ein Gesamtbild, die Teile fügen sich schliesslich harmonisch ineinander.

Mir hat besonders die Darstellung der menschlichen Reaktionen, der Wortwitz und die bayrische Mundart gefallen. Nebenbei erfährt man als Leser auch noch Interessantes über die Höllentalklamm und die sogenannten Reynolds-Strudel.


Ein spannender Alpenkrimi mit schrägen Figuren und allerlei Wortwitz, dessen skurrile Art und Weise für ausgezeichnete Unterhaltung sorgt.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Unglaublich humorvoller Krimi mit einer jungen Frau in Flensburg! Ein echtes Leseerlebnis!

Küss mich, Schatz!
0

"Aber Dodo war wie ein Achtzehntonner auf abschüssiger Strecke, dem man die Bremsflüssigkeit entfernt hat: Nichts konnte sie mehr aufhalten." Zitat S. 187

Dieses Buch hat mich begeistert. Der typische ...

"Aber Dodo war wie ein Achtzehntonner auf abschüssiger Strecke, dem man die Bremsflüssigkeit entfernt hat: Nichts konnte sie mehr aufhalten." Zitat S. 187

Dieses Buch hat mich begeistert. Der typische trockene Humor Tatjana Kruses sorgt auf jeder Seite für lustige Episoden aus dem Leben Dodos und damit folgt ein Lachknaller dem nächsten.

Dodo ist eine sympathische junge Frau, die sich schnell an die trinkfesten Norddeutschen gewöhnt und neue Freunde findet. In ihrer Unterkunft findet sie ein Kästchen mit einem alten Rosenkranz aus Bernstein. Hinter der beiliegenden mysteriösen Nachricht vermutet Dodo einen Schatz. Sie macht sich auf die Suche und entdeckt dabei die vielen historischen Bauten Flensburgs, die sie dem Leser vorstellt.
So erfährt man gleich ein wenig Stadtgeschichte, die wirklich amüsant verpackt ist. Dodos Leben ist unterhaltsam erzählt, sie erlebt eine aufregende Zeit in Flensburg, lernt umwerfende Männer kennen und löst ungeklärte Todesfälle. Dabei wird sie von ihrem treuesten Freund Bill begleitet, der ein Mischling zwischen Bernhardiner und Faultier zu sein scheint. Auch dieser Hund sorgt für heitere Erlebnisse und rundet die Geschichte toll ab.


Die Autorin stellt die Stadtgeschichte Flensburgs vor, erwähnt Kirchen und die dänische Minderheit mt ihrer Sonderrolle und erklärt nordische Trinkgewohnheiten. Dieses Buch sprüht nur so vor Witz und macht richtig Spaß.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Philosophische Betrachtung einer zerstörenden Liebe

Der Walrufer
0

Von diesem Buch hatte ich mir Einblicke in das Leben von Walen erhofft. Leider interessiert sich der Autor mehr für schwierige Charaktere und die Zerrissenheit von Menschen. Er erzählt in bildhafter afrikanischer ...

Von diesem Buch hatte ich mir Einblicke in das Leben von Walen erhofft. Leider interessiert sich der Autor mehr für schwierige Charaktere und die Zerrissenheit von Menschen. Er erzählt in bildhafter afrikanischer Mystik und dadurch bleiben mir die Personen sehr fremd.

Hier wird der Traum einer Alkoholikerin beschrieben, die den Walrufer liebt und für sich gewinnen will. Dieser aber liebt die Einsamkeit, sucht dennoch Salunis weibliche menschliche Nähe und möchte dann wieder in seiner Walliebe Ruhe finden. Denn mit Salunis Lebensstil kann er sich nicht anfreunden.
Die Liebe dieser Menschen zerstört sie gegenseitig, sie können sich nicht richtig aufeinander einlassen.

Der Südafrikaner Zakes Mda zeigt das einfache Leben seiner schwarzen Landsleute. Saluni arbeitet als Kindermädchen für Zwillinge, die sie mit ihren Streichen und Unfug mehr als beschäftigen.

Mda erzählt eindringlich und mit einer einfachen Sprache, die mythologische Anklänge enthält. Doch die Geschichte kam mir sehr fremd vor, die Personen haben mich nicht berührt. Dazu kam noch eine imaginäre Vaterfigur, Mr. Yodd, die eventuell Gott darstellen soll. Ich habe es leider nicht vermocht, hinter die Story zu blicken.


Eine Walgeschichte, die die Wale nicht in den Vordergrund stellt, sondern die menschlichen Gefühle, die zerstören können. Leider nicht mein Fall!

Veröffentlicht am 03.10.2018

Warmherzig, honigsüß und manchmal bitter

Die Bienenhüterin
0

Lilys Mutter ist vor zehn Jahren gestorben. Ihr Vater ist ein herrschsüchtiger Mensch, der Lily keine Liebe zu Zuneigung entgegen bringt. Als 14-Jährige flieht Lily vor ihrem Vater und der bedrückenden ...

Lilys Mutter ist vor zehn Jahren gestorben. Ihr Vater ist ein herrschsüchtiger Mensch, der Lily keine Liebe zu Zuneigung entgegen bringt. Als 14-Jährige flieht Lily vor ihrem Vater und der bedrückenden Atmosphäre der Südstaaten, auch um ihr schwarzes Kindermädchen vor der Gewalt weißer Männer zu retten. Sie finden bei drei schwarzen Frauen Unterschlupf, die in friedlicher Eintracht zusammenwohnen und von der Imkerei leben. Die drei Schwestern vermitteln Lily Liebe, Halt, und Geborgenheit, sie geben ihr ein Zuhause und bringen Lily alles über die Bienenzucht bei. Auch über ihre Mutter erfährt sie Näheres.

Diese Seelenreise Lilys hat mich tief berührt und ein Umfeld aufgezeigt, indem Rassenhass und Gewalt herrschen. Demgegenüber stellt sich das harmonische Zusammenleben der drei schwarzen Frauen genau wie die Harmonie innerhalb eines Bienenstockes dar. Es ist der Ruhepol für Lily. Hier darf sie ein Kind sein und zu einer Frau reifen, erfährt Nähe und Zuneigung und bekommt eine wunderbare Aufgabe, die sie erfüllt.

Die Imkerinnen sind schrullig, gläubig und sehr liebevoll miteinander. Hier lernt Lily, was es heißt, eine Familie zu sein, die füreinander da ist. Ihren gewalttätigen Vater möchte sie am liebsten nie wieder sehen.

Lily hofft immer noch auf ein Zeichen ihrer verstorbenen Mutter, auf die Bestätigung einer mütterlichen Liebe. Bis sie die grausame Wahrheit erfährt. Doch die familiäre Aufnahme bei den Schwestern lässt sie ihren Kummer verarbeiten und erkennen, dass genau bei den Imkerinnen ihre Geborgenheit und Zukunft liegt.

Der Roman bedient sich einer zeitlosen, manchmal kindlichen Sprache und entfaltet damit die Ausdrucksstärke von Lebendigkeit und besonderen Eindringlichkeit kindlichen Wunschdenkens und Erlebens.
Lily ist in ihren Gefühlen gefangen, einerseits möchte sie von ihrem Vater Zuneigung spüren, andererseits fürchtet sie ihn. Das wird so deutlich beschrieben, dass es fast schon weh tut, das Kind so leiden zu sehen.
Doch so bitter auch die familiäre Situation Lilys ist, so zuckersüß wird das Leben der Bienen beschrieben. Hier bietet sich Lilys Chance, etwas Sinnvolles zu machen, sich zu beschäftigen und ihren Teil in ihrer Imkerfamilie beizutragen. Ganz nebenbei geben die Überschriften der Kapitel Informationen über die Bienenvölker an die Leser und vermitteln die Vergleichbarkeit zwischen Bienenstock und Familie als Kernzelle von Zuneigung, Zusammenhalt und gemeinsamer Entwicklung.

Dieses Buch ist sehr eindringlich, herzergreifend und emotional geschrieben, man kann nur versinken in die bildhafte Erzählung und Traumwelt eines Kindes. Trotz aller beschriebenen Bitterkeit durch Rassismus, Gewalt und schlimmer Realität macht sich in diesem Buch Hoffnung breit und ein Gefühl von Wärme umfliesst den Leser wie süßer Honig. So ist das Leben: manchmal bitter, aber auch zuckersüß.

Veröffentlicht am 03.10.2018

Nicht so spannende Fortsetzung

Zurück aus Afrika
0

Dieses Buch zeigt wie Corinne Hofmann und ihre Tochter sich in Europa wieder einleben. Dabei bewundere ich den Kampfgeist dieser Frau, verstehe auch, dass sie ihre Tochter nicht in einem Land groß ziehen ...

Dieses Buch zeigt wie Corinne Hofmann und ihre Tochter sich in Europa wieder einleben. Dabei bewundere ich den Kampfgeist dieser Frau, verstehe auch, dass sie ihre Tochter nicht in einem Land groß ziehen will, wo Mädchen der Genitalverstümmelung unterzogen werden.

Sie hält den Kontakt zu ihrer kenianischen Familie aufrecht und schreibt mit James, Lketingas Bruder, Briefe. Die Familie wird von Corinne finanziell unterstützt. Man erfährt, dass Lketinga alkoholabhängig wurde und das von Corinne hinterlassene Geld sinnlos verbraucht hat. Er war stets eifersüchtig und kann es nicht verkraften, dass ihn seine Frau endgültig verlassen hat. Da er aber auch vorher getrunken hat, erscheint mir diese Beschreibung nicht sehr plausibel. Er heiratet erneut und bekommt noch ein Kind. Genauso lernt auch Corinne wieder einen Partner kennen. Sie merkt beim Schreiben erst ihre Sehnsucht nach dem afrikanischen Leben. Auch wenn es dort an vielen Dingen mangelte, so war doch das soziale Miteinander ausgeprägter als in Europa. So vergleicht Corinne in diesem Roman die europäische Mentalität mit der kenianischen.

Das ist so ein Aufbauschen einer Traumwelt, die sie ja in Afrika als verliebte Frau so erlebt hat. Im ersten Buch war aber auch die Rede von viel Arbeit und einem betrunkenen Mann.


Mich konnte dieses Buch nicht so überzeugen. Auch hat mich der einfache Schreibstil etwas enttäuscht. Nicht so interessant wie der erste Band.