Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2018

Erheiternde Comedy in Gedichtform: eine gelungene Mischung von Altbekanntem mit neuen Gedanken!

Frühling, Sommer, Herbst und Günther
0

Der vorliegende Band versammelt 136 Gedichte des Autors. Er hat sie in liebevoller Hirntätigkeit ersonnen. Die Aufgabe der Kunst, sagt der Dramatiker Peter Hacks, bestehe darin, erschöpfte Menschen auf ...

Der vorliegende Band versammelt 136 Gedichte des Autors. Er hat sie in liebevoller Hirntätigkeit ersonnen. Die Aufgabe der Kunst, sagt der Dramatiker Peter Hacks, bestehe darin, erschöpfte Menschen auf nichtekelhafte Weise zu zerstreuen. (Klappentext)

Am Pult der Zeit

Ein Fliegenschiß war so placiert,
Daß er den Maestro irritiert:

Die Note da hat keinen Sinn,
Die ganze Harmonie ist hin.

Beschließt, den Mozart hinzuknalln.
Bei Schönberg wär´s nicht aufgefalln.

Mit witzigen und hintergründigen Pointen unterhält Marco Tschirpke aus Beste. Dabei wirken die Verse so leicht und überhaupt nicht mühselig gereimt und erdacht. Es geht um die Musik, alte und neue Meister der Kunstszene, historische Persönlichkeiten, aber auch ganz banale Alltagsgedanken werden zum zentralen Thema seiner Gedichte.

Seine Lyrik zerstreut und erheitert Stück für Stück. Tschirpke hat einen genialen Blick, er schaut tiefer hinter die äußeren Kulissen und entdeckt immer wieder neu eine interessante Spur hinter alten Redewendungen. Es scheint ihm leicht zu fallen, mit neuen Reimen den alten Sprüchen eine Spur von Komik zu verleihen.

Er ist ein Meister des schrägen Wortes, er verdreht es oder bildet es geschickt um zu einem völlig neuen Wort: Oder kennen Sie Algenhumor oder das Komasutra?


Mir haben diese Gedichte sehr viel Spaß bereitet und ich habe herzlich gelacht und häufig geschmunzelt.
Auf jeden Fall sorgt dieses Buch für gute Unterhaltung und für beste Laune. Eine moderne Lyrik, die wieder Lust macht auf Gedichte. Es muss nicht immer Comedy sein, wenn man lacht!

Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein bißchen Krimi, Hochzeitsvorbereitungen und ganz viel Klufti-Humor machen Grimmbart so gelungen!

Grimmbart
0

"Kreizkruzifixnommal"

Niemand flucht so schön wie Klufti, tappt in etliche Fettnäpfchen hinein und ist trotz seiner kauzig sturen, recht eigenbrötlerischen Art dennoch ein liebenswürdiger Mann. Man kann ...

"Kreizkruzifixnommal"

Niemand flucht so schön wie Klufti, tappt in etliche Fettnäpfchen hinein und ist trotz seiner kauzig sturen, recht eigenbrötlerischen Art dennoch ein liebenswürdiger Mann. Man kann ihm kaum böse sein. Ein einzigartiger Ermittler, der den richtigen Riecher für Verbrechen besitzt.
So geht es auch in Grimmbart wieder heiter und turbulent zu.
Mitten in die Hochzeitsvorbereitungen von Markus und seiner japanischen Braut Yumiko geschieht ein Mord in einem Schloss.

So springt Klufti immer zwischen der düsteren Stimmung von Märchenwald und dunklem Schloss und der heiteren Stimmung durch die bevorstehende Hochzeit seines Sohnes wie zwischen zwei Welten hin und her.
Er gräbt sich in die Familiengeschichte dieses Adelsgeschlechts und stösst auf eine seltsame Erbkrankheit mit gelben Augen. Das passt zu dem Märchen von Rotkäppchen und dem Wolf aus dem schlosseigenen leicht heruntergekommenen Märchenwald.

In diesem Krimi lässt jedoch die bevorstehende Hochzeit den skurril wirkenden Mord fast zum Nebenschauplatz werden.
Denn im Hause Kluftinger ist japanischer Besuch angereist und das sorgt für viele lustige Missverständnisse, die Klufti auf seine Art verursacht und sich dann überaus tollpatschig aus der Affaire zieht. Da bleibt kein Auge trocken und nicht einmal das Brautkleid Yumikos. Doch das muss man selber lesen.
Für mich war dieser Ausflug ins Allgäu, mitsamt Mordaufklärung und dem humorvollen Einblick in die deutsch-japanische Familien-Annäherung eine gelungene Lektüre.

Die Charakterzeichnungen sind gerade das Besondere an diesen Krimis aus der Feder des Autorenduos. Hier kommt ihr Talent richtig zum Zuge und sie überraschen immer wieder mit neuen und ungewöhnlichen Figuren. In Grimmbart war es ein Baron mit seinem Standesdünkel, die intelligent scharfsinnige Polizeipräsidentin und das Trio Infernale Klufti/Langhammer/ Sazuka, die mich humorvoll unterhalten haben.
Auch wenn die englischen Sprachversuche Kluftis schon fast wie Klamauk anmuten, so musste ich doch immer wieder darüber lachen.


Dieser Krimi ist total schräg und überzeugt mit Komik und dem deutsch-japanischen Kulturschock. Wer Kluftinger mag, der muss diesen Titel unbedingt lesen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein gelungener Regionalkrimi, der mit Humor, Drogen und Autos von sich reden macht!

Der Käfer
0

Eine tote Jugendliche auf der einen Rheinseite, ein vorschnell zu den Akten gelegter Todesfall einer alten Dame auf der anderen und eine dunkle Geschichte, an der Jahrzehnte niemand rührte – was verbindet ...

Eine tote Jugendliche auf der einen Rheinseite, ein vorschnell zu den Akten gelegter Todesfall einer alten Dame auf der anderen und eine dunkle Geschichte, an der Jahrzehnte niemand rührte – was verbindet diese Fälle? Hauptkommissarin Karin Krafft greift zu ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden, Kollege Gero von Aha agiert undercover als 'Rosenkavalier', und dann sind da noch die drei von der O.P.A.-Initiative, die zu Heldentaten neigen.

Schon die Inhaltsangabe deutet die merkwürdige Kombination von Fällen an und der humorvolle Einschlag lässt sich an dem Wortspiel mit den Opas erkennen.
Dieser Niederrhein-Krimi zeigt nicht nur die Schönheit der Natur in Rosengärten auf, sondern er taucht tief ins kriminelle Milieu von Drogen und Mord ein. Wie Licht und Schatten liegt hier beides sehr nah beieinander.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, hier ermitteln sympathische Kommissare, die leider mit einer missmutigen Chefin gebeutelt sind. Auch die O.P.A. Truppe finde ich sehr positiv dargestellt. Deren Helfersyndrom ist vorbildlich und ihnen ist es auch zu verdanken, dass ein alter Käfer Licht ins Dunkel von kriminellen Delikten bringt.

Die Handlung ist wie schon gesagt durch die Mischung von vorgestellter Gartenidylle und der sich am Niederrhein verbreitenden Drogenwelle von Chrystal Meth eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte. Die Ermittlungen scheinen zunächst keine großen Sprünge zu machen, doch dann bilden sich langsam Verbindungen zu den vorhandenen Todesfällen heraus und der Täterkreis wird klarer. Die Aufklärung ist nicht unerwartet und dennoch spannend. Denn was diese Person zu diesen Taten getrieben hat, möchte man schliesslich wissen.

Der Erzählstil ist sehr abwechslungsreich, es gibt humorvolle Szenen und ein wenig Dialekt, die dem Krimi den passenden Anstrich geben. Man fühlt sich richtig gut unterhalten.

Diese Krimireihe habe ich jetzt erst entdeckt und bin ganz begeistert. Wer einen unterhaltsamen Krimi sucht, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Ich freue mich schon auf die vorangegangenen 7 Bände, die noch vor mir liegen.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Die heikle Suche nach einem Maulwurf und ein tragischer Familienmord machen diesen Krimi sehr spannend!

Sterbegeld
0

Das interessante Ermittlerduo gefällt mir weiterhin sehr gut, Capelli und Zhou sind zwar grundverschieden, aber gerade das macht sie so außergewöhnlich und sympathisch.

Trotz ihrer Gegensätze läuft ihre ...

Das interessante Ermittlerduo gefällt mir weiterhin sehr gut, Capelli und Zhou sind zwar grundverschieden, aber gerade das macht sie so außergewöhnlich und sympathisch.

Trotz ihrer Gegensätze läuft ihre Zusammenarbeit wie geschmiert. Stets ergänzen sie sich bei den Befragungen, dabei muss Zhou häufig Capellis aufbrausendes Wesen etwas beruhigen. Allmählich nähern sie sich einander etwas an und man spürt den Beginn einer freundschaftlichen Ebene.
Der Erzählstil ist toll, sehr flüssig und mitreissend geschrieben und die eingearbeiteten Sprüche und chinesischen Weisheiten bringen Tiefe in die Szenerie.

In diesem Band führen zwei parallel geführte Fallermittlungen zu einem wahren Spannungsrausch. Die Heftigkeit der Vorfälle ist drastisch und die Aufklärung sehr schwierig. Man erlebt die Belastung der Kommissarinnen hautnah mit. Besonders die Sache mit dem Maulwurf macht den Frauen zu schaffen. Welcher Kollege ist der Verräter?
Dazu kommen noch sehr aktionsreich geführte Einsätze, die Leib und Leben der Kolleginnen bedrohen. Es ist wirklich eine fesselnde Lektüre.
Mir hat allerdings noch das I-Tüpfelchen gefehlt, um 5 Sterne zu vergeben. Das Motiv des Maulwurfs hat mich nicht überzeugt.

Auch konnte ich inhaltlich mit dem Titel "Sterbegeld" keinen Bezug zum Buch herstellen.


Insgesamt ein sehr lesenswerter Krimi, der sprachlich sehr gelungen ist und mit Spannung gut unterhält. Das Wiedersehen mit den Ermittlerinnen hat mich gefreut und ihre Zusammenarbeit war wieder höchst interessant.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Ein Hase reist in die Vergangenheit!

Neue Briefe von Felix
0

Auf einer Klassenfahrt verschwindet Sophies reiselustiger Kuschelhase Felix in einem Museum. Kurz darauf tauchen echte Briefe aus der Vergangenheit auf! Seine abenteuerliche Reise führt Felix in die Welt ...

Auf einer Klassenfahrt verschwindet Sophies reiselustiger Kuschelhase Felix in einem Museum. Kurz darauf tauchen echte Briefe aus der Vergangenheit auf! Seine abenteuerliche Reise führt Felix in die Welt der Ritter und der Wikinger, der Indianer und Griechen, in den Fernen Osten und in die tiefste Steinzeit.


Wieder erzählt Felix mit seinen Briefen Kindern Interessantes und dieses Mal aus der Vergangenheit. Er reist zu den Wikingern, den Indianern, in die griechische Antike und sogar nach Japan. Doch am spannendsten ist der Brief aus der Steinzeit. Die geschichtlichen Schilderungen sind kindgerecht und humorvoll gemacht, hier wird kein Kind mit Infos überschüttet, sondern es gibt lediglich einen Eindruck aus der Epoche. Schliesslich richtet sich das Buch an Kinder von 5-7 Jahren.

Eine große Wandkarte vervollständigt das Buch, dort kann man die Vergangenheit aufleben lassen und die Reiseziele nachlesen.

Wieder sind die Briefe ein besonderer Spaß und auch die verbesserten Fehler wirken wie von Kinderhand geschrieben. Die Briefe eignen sich gut als Gute-Nacht-Geschichte, sie sind in sich abgeschlossen und nicht zu lang.

Für Kinder bietet dieses Buch einen ersten Eindruck von ein paar geschichtlichen Epochen. Es wird sehr anschaulich erklärt und mit schönen Bildern liebevoll beschrieben. Schönes Kinderbuch zum Vorlesen und selbst entdecken.