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Veröffentlicht am 19.04.2018

Ein wundervoll erzählter, einfühlsamer Roman über die Liebe, Verlust und Träume!

Dem Himmel entgegen
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Ein einfühlsamer Roman über die Liebe, Verlust und Träume! Geschrieben
in einem wundervollen Stil, der geheimnisvoll fesselt und durch die Geschichte trägt.


Dieser Roman wird aus der Sicht der drei ...

Ein einfühlsamer Roman über die Liebe, Verlust und Träume! Geschrieben
in einem wundervollen Stil, der geheimnisvoll fesselt und durch die Geschichte trägt.


Dieser Roman wird aus der Sicht der drei Frauen der Familie Lambert geschildert. Alle drei umgibt ein dunkles Geheimnis und alle drei wünschen sich die Erfüllung ihrer Träume. Dabei wechselt man zeitlich zwischen den 1960 er Jahren und den 1930 er Jahren und taucht ein in die Lebenswege der Frauen. Die Reise beginnt in Nancy und geht über Berlin, Argentinien und Paris hin und her. Allmählich bekommt der Leser einen Eindruck dieser Frauengestalten und versteht ihre persönlichen Probleme.

Man erkennt die Schicksalsschläge, die die drei Frauen erleiden müssen und die Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart führen den Leser in eine Welt der Gefühle. Es gehen Liebe, Trauer, Verlust und unerfüllte Lebensträume Hand in Hand.
Der Autorin gelingt es eindrucksvoll, diese Welt vor dem Leser in bedeutsamen Worten spielen zu lassen. Man erlebt eine mondäne Modewelt, die mit eleganten Figuren glänzt, aber auch die schwierige Zeit der Anfänge des Nationalsozialismus in Berlin, die die Familie in Schwierigkeiten brachte.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Romanes ist die Fliegerei und man wird mit dieser Thematik vertraut gemacht, ohne zu sehr auf technische Einzelheiten einzugehen. Die Geschichte der Lufthansa wird gestreift und die Leidenschaft in dieser Fliegerfamilie kommt gut zum Ausdruck.


Katja Maybach hat mich mit ihrem Roman sofort gebannt, ihr eindringlicher Schreibstil zeigt mit viel Gefühl die Emotionen ihrer Protagonistinnen und malt mit bildhaftem Geschick verschiedene Schauplätze vor meinem geistigen Auge, die mich in die Geschichte hinein ziehen. Auch wenn die Schicksalsschläge und Wendungen im Leben der Frauen konstruiert sind, so erscheinen sie dennoch auf eine authentische Art und Weise. Jeder reagiert im Leben anders und setzt andere Prioritäten, das macht uns Menschen so einzigartig.

Mich hat dieser Roman mit Gefühlen bombardiert und in eine andere Zeit versetzt. Eine Lektüre, die gut unterhält und von schicksalhafter Liebe erzählt.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Pures Krimivergnügen mit tollem Humor und regionalen Besonderheiten!

Ein Mord und zwei Leichen
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"...a dürr-depperte Kampfökowacht´l, mit vegetarischem Hirnschoaßantrieb, ...eine Hasenfutterg´rischperl." Zitat Seite 81
(= Gemeint ist hiermit natürlich eine schlanke Vegetarierin, die Wert legt auf ...

"...a dürr-depperte Kampfökowacht´l, mit vegetarischem Hirnschoaßantrieb, ...eine Hasenfutterg´rischperl." Zitat Seite 81
(= Gemeint ist hiermit natürlich eine schlanke Vegetarierin, die Wert legt auf Produkte aus ökologischer Herkunft.)


Dieser Regionalkrimi bietet ein pures Krimivergnügen mit regionalem Flair und tollen Figuren!

Alexander Bálly hat auch mit diesem Buch wieder einen humorvollen Krimi um seinen Lieblingshelden, den Holledauer Metzgermeister im Ruhestand, Ludwig Wimmer und seine Enkelin Anna geschrieben.
Es ist ein großes Vergnügen dem Opa-Enkelin-Gespann bei ihrer Spurensuche über die Schulter zu schauen und ihre tollen Erfolge gegenüber der in einem Heuhaufen herumstochernden Kripo zu verfolgen. Auch wenn sich der Hobbydetektiv nicht einmischen soll, sind seine Erkenntnisse immer gern zur Täterüberführung willkommen.

Es geht ganz beschaulich mit einem Ausflug los. Als jedoch die Busfahrt auf der Suche nach Ideen für sanften Tourismus mit zwei Leichen endet, ist das Entsetzen groß. Wimmer und Anna sind direkt am Ort des Geschehens. Die Opfer sind die unbeliebte Frau Katzmiller und Herr Schubert. Doch niemand hat etwas mitbekommen, weder einen Schuss gehört, noch jemanden mit einer Waffe gesehen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass sich der Täter unter der Reisegruppe befinden muss.

Oberkommissar Konrad hat sich gerade in den Urlaub verabschiedet, also muss sein Vertreter Stimpfle, ein Exil-Schwabe, sich um den Fall kümmern.
Doch die Spurensuche verläuft bis auf Hunderte von Fingerabdrücken im Bus relativ erfolglos.
Doch Wimmers Neugierde lässt nicht lange auf sich warten und so befragt er wie nebenbei mal eben die Leute. Da er im Dorf bekannt ist wie ein bunter Hund, fällt ihm das nicht schwer. Das Gerede im Frisiersalon oder beim Seniorenclub bringt so einige Erkenntnisse über die Tote und mit Charme und Freundlichkeit gelangt Wimmer an seine Infos. Dabei legt er sich nach althergebrachter Art Karteikarten an. Seine Enkelin ist allerdings schon lange in der digitalen Welt angekommen und surft munter im Internet, um Informationen über die Verdächtigen zu bekommen. Für Wimmer ist das moderne Hexerei, aber er hat schon etwas Blut geleckt, auch wenn ihm der Umgang mit PCs noch recht ungewohnt ist.


Die Handlung des Krimis ist logisch gut durchdacht, der Fall interessant und man hat als Leser die Möglichkeit munter mitzurätseln, wer denn nun der Täter sein könnte. Dabei machen gerade die sympathischen Charaktere den Krimi so lesenswert und es gibt so viel eingestreuten Humor, dass man viel lachen kann.
Gut gefallen mir auch die regionalen Schauplätze und Besonderheiten wie der vorgestellte Hopfenanbau oder das bayrische Weißwurstfrühstück. Außerdem wird viel Dialekt gesprochen, was für mich als Nordlicht gut verständlich erscheint und die Geschichte ungemein aufpeppt. Gerade der Dialekt bringt mich zum Lachen, man schaue sich nur mal mein oben vorgestelltes Zitat von Seite 81 an. Wie sich im Buch Hochdeutsch, Bayrisch und Schwäbisch abwechseln, ist schon ein sprachliches Kunststück der besonderen Güte.


Alexander Bállys Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und mit erfrischendem Humor nur so gespickt. So fliegt man gut unterhalten durch das Buch und lässt sich einfach gut unterhalten.


Dieses Buch bietet ein gelungenes Krimivergnügen mit regionalem bayrischen Flair, viel Humor und einem charmanten Ermittlerduo. Eine Krimireihe, die mich immer wieder erfreut und gut unterhält.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Ein bißchen Neugierde, ein bißchen Sozialstudie und ganz viel Kuchen! So lernt man seine Nachbarn kennen!

Hausbesuche
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Dieses Buch ist in gewisser Weise eine Auseinandersetzung mit dem modernen Thema "Gentrifizierung", dem aktuellen sozioökonomischen Strukturwandel, der sich in den Städten vollzieht und Alteingesessene ...

Dieses Buch ist in gewisser Weise eine Auseinandersetzung mit dem modernen Thema "Gentrifizierung", dem aktuellen sozioökonomischen Strukturwandel, der sich in den Städten vollzieht und Alteingesessene und Zugezogene am Beispiel Berlins näher beleuchtet.

Stephanie Quitterer ist Zugezogene in ihrem neuen Wohnviertel und wird häufig komisch beäugt. Dabei möchte sie doch gern neue Kontakte schliessen und ihr Projekt: "200 Kuchen in 200 Tagen" soll ihr Türen und Herzen der Mitbewohner öffnen. Sie klingelt und lädt sich mit Selbstgebackenem bei den Nachbarn ein. Die Ergebnisse hält sie schriftlich auf ihrem Blog fest und lernt auch darüber neue Leute kennen.

Eine tolle Idee, bei der sie nicht nur Vorurteile ablegt, sondern den Mitmenschen in ihre Wohnungen schaut und Freunde gewinnt. Was anfangs nach einer abgedrehten Idee klingt, wird mit der Zeit ein fabelhaftes Projekt.

Als ich dieses Buch gelesen habe, fragte ich mich, ob ich Stephanie wohl ebenfalls herein gebeten hätte, wenn sie mit ihrem Kuchen vor meiner Tür gestanden hätte.
Ja, hätte ich und das mit großem Interesse! Denn es ist ein mutiger Schritt, bei Unbekannten zu klingeln.
Sie hat bei dieser Aktion viele Leute kennen gelernt und Vorurteile abgebaut. Dadurch gewinnt sie ein offeneres Verhältnis zu ihren Mitmenschen und erhält ein ganz anderes selbstbewusstes Auftreten.
Man könnte sagen, ihr Projekt ist Lebenserfahrung und Sozialstudie in einem und ermöglicht neue Kontakte! Das ist ein echter Gewinn im Leben eines Menschen, der sich lohnt!

Dieses Buch hat mich erfreut, gut unterhalten und mit humorvollen Szenen erheitert. Der Erzählstil ist locker und frech und gefällt mir prima, die beigefügten Rezepte klingen gut und nicht zu schwer nachzubacken und scheinen geschmeckt zu haben. Besonders ihre selbstironische Art gefällt mir gut, sie hat einen Humor, dem man sich nicht entziehen kann und den sie sogar in ihre Rezepte einbringt.

Interessant sind auch die eingefügten Informationen zu allerlei Themen wie: - die am meisten gebackenen Kuchen, - die häufigsten Ausreden/Gründe der Nichteinlassenden, - die Anzahl der Türen mit Aufkleber usw.

Stephanie stellt sich den Unbekannten, ob einzeln lebender Herr mit unbekannten Absichten oder Jungschnöselbande, sie behauptet sich und traut sich einzutreten in die heimischen Gefilde fremder Menschen.
Die Autorin baut Vorurteile ab, wird offener und geht schliesslich viel selbstbewusster auf ihre Mitmenschen zu, sie lernt verschiedene Lebensarten und Charaktere kennen und sieht die Wohnungen fremder Menschen mit offenen Augen.
Man muss auf seine Mitmenschen zugehen, dann öffnen sie sich einem und nur so lernt man neue Leute kennen.


Eine interessantes Buch über eine ungewöhnliche Nachbarschafts-Aktion, die ich mit Freude gelesen habe und gern weiter empfehle. So charmant kann man die Herzen der Mitbewohner gewinnen!

Veröffentlicht am 19.04.2018

Der Roman wirkt verworren, etwa irreal und abgehoben und trifft leider gar nicht meinen Geschmack!

Die Japanische Tasche
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Dieser Roman hat mich zuerst sprachlich erstaunt, mit einigen Gedichten wunderbar unterhalten und leider mit den Figuren verwirrt.
Es geht um Freundschaft und Liebe und Abschied und Verluste. Hier werden ...

Dieser Roman hat mich zuerst sprachlich erstaunt, mit einigen Gedichten wunderbar unterhalten und leider mit den Figuren verwirrt.
Es geht um Freundschaft und Liebe und Abschied und Verluste. Hier werden familiäre Konstellationen angedeutet, aber die wahren Gefühle werden nicht offen ausgesprochen. Anfangs gibt es noch eine klar erkennbare Rahmenhandlung, aber dann verändern sich die Gegebenheiten und man erkennt nicht mehr den roten Faden.
Mir kommt die Handlung sehr rätselhaft vor und es geht wohl hauptsächlich um das Ende, das Sterben.


Die Geschichte ist abgehoben und wirkt irgendwie irreal, wie ein Traum oder eine Phantasie. Es ist für mich unerklärlich, lange mühte ich mich mit dem Text ab und versuchte die Fäden zu entwirren. Es ist mir nicht gelungen. Dabei gibt es Metaphern, die sich mir nicht erklären. Schade!
Mir fehlt einfach die Aussage, die der Autor hier ausdrücken will.
Bis zu der Zugszene konnte ich gut in den Roman eintauchen, danach wurde es für mich immer schwieriger, der Handlung zu folgen. Die Charaktere haben mich überhaupt nicht angesprochen, sie sind einfach langweilig. Als ich gelesen habe, dass hier Figuren aus älteren Romanen des Autors in den aktuellen Roman eingebaut wurden, fehlte mir der Hintergrund dieser Bücher.

Die Tasche steht meiner Meinung nach für die Symbolik des Weiblichen, des Geburtskanals und als Beat Schneider die Tasche seiner Frau verliert, geht auch die Ehe in die Brüche. Der Auslöser ist aber auch eine Aufnahme von LouAnnes Scham, die Beat überreagieren lässt. Er schlägt seine Frau, die Ehe ist beendet und LouAnne geht in eine psychiatrische Klinik.


Der Autor Adolf Muschg mag ein großer Schweizer Schriftsteller sein, doch leider fehlt mir für sein Buch der Sinn. Ich bin von diesem Roman sehr enttäuscht.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Offener Blick auf die Welt, die Eigenständigkeit als Single und herrlich amüsant geschrieben!

Das große Los
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Wenn man dieses Buch beschreiben soll, muss man betonen, dass dies ein sehr persönlicher Reisebericht ist, der auch die Weltanschauung der Autorin deutlich macht. Man sollte keinen Reiseführer im herkömmlichen ...

Wenn man dieses Buch beschreiben soll, muss man betonen, dass dies ein sehr persönlicher Reisebericht ist, der auch die Weltanschauung der Autorin deutlich macht. Man sollte keinen Reiseführer im herkömmlichen Sinne erwarten, auch wenn hier durchaus touristische Ziele Erwähnung finden.

Beim Lesen wird schnell klar: diese reiselustige Frau hat Optimismus, ordentlich Chuzpe und kann humorvoll und charmant schreiben.
Auch wenn sich bei mir ab und zu ein Anflug von Reiselust zeigt, hätte ich dieses Experiment nicht so konsequent durchgezogen. Das ist schon ein mutiges Unterfangen und setzt Durchhaltevermögen voraus.
Allerdings hat Meike Winnemuth als kinderlose Single-Frau auch nicht die familiäre Bindung, die an die Heimat fesselt. Sie lässt los, geniesst neben neuen Eindrücken das süße Nichtstun, schreibt ihre Erlebnisse in Form eines Blogs und hält den Kontakt mit Freunden in Briefform aufrecht.

Im Laufe ihrer Reise macht sie so einige Erkenntnisse, die zum Nachdenken anreigen. Sie reist mit wenig Gardrobe, ist mit kleinen Wohnungen zufrieden und wird immer offener den fremden Menschen gegenüber. Ihre Ansichten kann man gut nachvollziehen, ihr Schreibstil ist unterhaltsam und einfach nett geschrieben.
Nach jedem Land schreibt sie die 10 Dinge auf, die sie dort gelernt hat.

Wer träumt nicht davon, mal ein Jahr auszusteigen aus dem normalen Arbeitsalltag, um dann in verschiedenen Ländern zu leben. Das setzt jedoch voraus, dass man auch einiges hinter sich lässt, auf die Pflege intensiver Kontakte verzichtet und eine Existenzgrundlage hat, die finanziell so eine Auszeit möglich macht. Meike Winnemuth hat es gewagt und dabei Mut bewiesen. Sie hat für ihr Leben neue Lebensziele und Erkenntnisse gewonnen, neue Freundschaften geschlossen und sich selbst bewiesen, dass sie sich in ihrer Gesellschaft allein nicht langweilt.
Sicherlich zeigt Meike Winnemuth einen Hang zum Emanzentum, der ihrem Buch aber auch gut zu Gesicht steht. Denn wenn Männer allein reisen ist das Wagnis deutlich geringer als für eine Frau.


Ohne große Mühen macht dieses Buch es möglich, selbst auf eine große Reise mitgenommen zu werden. Eine unterhaltsame Lektüre, die zeigt, wie man Lebensträume verwirklichen kann, wenn man nur will.