Profilbild von thenerdybookbird

thenerdybookbird

Lesejury Star
offline

thenerdybookbird ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit thenerdybookbird über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.08.2022

Es ist so schwer, meine Lippen zu versiegeln und meine Ideen zu unterdrücken

Pinselstriche
0

Die chinesische Künstlerin Xiaodong wächst im kommunistischen China auf und entdeckt mit der Zeit ihr künstlerisches Talent. Doch es ist schwer, sich in einem Land künstlerisch auszudrücken, dass die Freiheit ...

Die chinesische Künstlerin Xiaodong wächst im kommunistischen China auf und entdeckt mit der Zeit ihr künstlerisches Talent. Doch es ist schwer, sich in einem Land künstlerisch auszudrücken, dass die Freiheit jedes einzelnen Individuums einschränkt. Sie entdeckt ihren Widerwillen gegen politische Unterdrückung und schließt sich der radikalen Künstlervereinigung „die Sterne“, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt, an. Ein gefährlicher Weg steht Xiaodong bevor.

Innerhalb weniger Stunden habe ich dieses Buch ausgelesen, da es mich sehr bewegt hat. Obwohl es eine fiktionale Erinnerung ist und es die Künstlerin Xiaodong nicht gibt, hat mich ihre Geschichte emotional berührt. Ein Satz ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben und steht stellvertretend für Xiaodongs Erlebnisse „es ist so schwer, meine Lippen zu versiegeln und meine Ideen zu unterdrücken, in kleinen Schuhen zu laufen und mich dem Willen meiner Vorgesetzten zu beugen.“

Xiaodong lebt zur Zeit der Kulturrevolution und zur Amtszeit von Präsident Mao in China. Eine Zeit, von der ich schon viel gehört habe, aber dessen Ausmaß mir bis zu diesem Zeitpunkt, als ich das Buch gelesen habe, nicht bewusst war. Präsident Mao führt sein Volk mit eiserner Hand und schafft alles ab, was einen Menschen zu einem Individuum macht. Menschen, die sich dagegen wehren oder mit ihrem Verhalten auffällig sind, werden in Umerziehungslager gesteckt und fristen dort ein menschenunwürdiges Leben. Selbst Xiaodongs Familie wird vor diesen Maßnahmen nicht verschont, und so muss ihre Mutter mehrere Jahre in ein Umerziehungslager, da sie als Lehrerin russischen Sprachunterricht gibt, und ihr Vater wird öfters von Parteigenossen gedemütigt, in dem er ihre Toiletten putzen soll.

Schon alleine bei diesen Schilderungen wird mir das Herz schwer, obwohl das noch lange nicht die schlimmsten Vorkommnisse in Xiaodongs Leben sind. Die Jahre von Maos Präsidentschaft sind die entbehrungsreichsten Jahre ihres ganzen Lebens. Doch man merkt auch, dass sie niemals aufgibt. Sie schildert die Vorkommnisse mit einer Sachlichkeit, als ob sie diese nicht wirklich berühren. Nur in den Briefen an ihre Tochter lässt sie ihren Emotionen freien Lauf und erklärt ihr, warum sie so ist, wie sie ist. Ich fand diese Erzählweise in Briefen ziemlich gut umgesetzt, da die Geschichte so nahbarer wirkt und man trotz der schlimmen Geschichte von Xiaodong weiß, dass sie es geschafft hat, diesem Leben zu entkommen und eine Familie zu gründen.

Es ist wieder eine dieser Geschichte, die zeigen, wie wichtig die Meinungsfreiheit ist. Zwar kann man darüber diskutieren, dass es manche Ansichten gibt, die besser unausgesprochen bleiben sollten, allerdings sind es immer noch Meinungen, die unser Verständnis füreinander stärken können. Unterdrückung und Verbote können niemals einen Auseinandersetzung mit verschiedenen Meinungen und Ansichten ersetzen. Es zeigt nur, dass die Führungsspitze Angst davor hat, dass die Menschen ihren eigenen Kopf nutzen und ihr Verhalten kritisch hinterfragen.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch wärmstens ans Herz legen, der eine berührende Geschichte über eine Frau lesen möchte, die in einem Staat aufwächst, der die Freiheit und Träume seiner Bevölkerung im Keim erstickt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2022

Beim Kompromiss zahlt jeder drauf, denn er gibt ein Stück seiner Überzeugung auf.

Die Galerie am Potsdamer Platz
0

Alice Waldmann erfährt nach dem Tod ihrer Mutter, dass sie noch Verwandte in Berlin hat. Fest entschlossen, dem auf den Grund zu gehen, fährt Alice nach Berlin, um die Familie dort über den Tod ihrer Mutter ...

Alice Waldmann erfährt nach dem Tod ihrer Mutter, dass sie noch Verwandte in Berlin hat. Fest entschlossen, dem auf den Grund zu gehen, fährt Alice nach Berlin, um die Familie dort über den Tod ihrer Mutter in Kenntnis zu setzen. Doch sie wird alles andere als herzlich aufgenommen. Ein altes Familiengeheimnis verschließt die Herzen ihrer Familie und macht es ihr schwer, Anschluss zu ihnen zu finden. Als Alice jedoch plant, die einst legendäre Galerie der Familie am Potsdamer Platz wiederzueröffnen, kommt endlich Bewegung in die festgefahrene Situation.

Ich fand, dass man dem Buch zu jeder Zeit seine angespannte Atmosphäre bedingt durch die Ereignisse der 30er-Jahre in Deutschland angemerkt hat. Man spürt förmlich, dass ein Machtwechsel in der Luft liegt, der sich schleichend in den Köpfen der Menschen festsetzt. Dinge, die vorher den Menschen fast egal waren, werden nun zunehmend danach abgesucht, ob es „rassisch“ ist oder „der deutschen Art entspricht“.

Gerade in der Kunst wird dies zu einem zentralen Thema, das die Protagonistin Alice am eigenen Leib erfahren muss. Als angesehene Kunsthändler hat ihre Familie immer schon mit vielen verschiedenen Künstler aus der ganzen Welt zusammengearbeitet, doch nun bekommen sie immer wieder Steine in den Weg gelegt, wenn sie eine Ausstellung von einem bestimmten Künstler zeigen wollen. Alice möchte sich aufgrund dieser Umstände aber nicht von ihrem Weg abbringen lassen, die Galerie am Potsdamer Platz wiederzueröffnen und trifft dabei auf den Erben einer Kunstsammlung Erik.

Was sich zunächst als tolle Möglichkeit herausstellt, der Galerie neues Leben einzuhauchen, entpuppt sich immer mehr als gefährliches Unterfangen, denn Erik ist ein Sympathisant der Nationalsozialisten, die immer mehr an Macht und Ansehen in der Bevölkerung gewinnen. Deswegen möchte er auch nur Bilder von deutschen Künstlern ausstellen und die Bilder verbieten, die von ausländischen Künstlern stammen. Gerade dieser Konflikt, in den Alice mit der Zeit gerät zwischen den finanziellen Möglichkeiten, die Erik der Galerie bieten könnte und den eigenen politischen Anschauungen, fand ich sehr gut umgesetzt.

Allerdings muss ich sagen, dass Alice sich in dieser Situation auch manchmal nicht gerade klug verhalten hat und statt sich auf das perfide Spiel zum Wohle der Galerie einzulassen, verärgert sie Erik, der ihr in der Folge auch viel Schaden zufügt. Ich denke jedoch, da es sich um einen ersten Band einer Reihe handelt, hat Alice in dieser Hinsicht noch Entwicklungspotential, denn sie wirkt zuweilen noch sehr naiv und weltfremd. Sie lässt noch viel zu sehr ihr Herz sprechen, anstatt dass sie länger über gewisse Vorkommnisse nachdenkt.

So ist auch die Liebesgeschichte zwischen ihr und dem Deutsch-Iren John von einem ständigen Auf und Ab geprägt. Man merkt, dass die beiden sich lieben, doch schaffen es irgendwie nicht, ihre Gefühle füreinander auch dem anderen gegenüber zu offenbaren. Dies führt zu vielen Missverständnissen, obwohl die beiden eigentlich nur das Beste füreinander wollen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit den beiden weitergehen wird und auch, ob Alice ihre Galerie behalten kann. Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine atmosphärisch wirklich stark umgesetzte Geschichte über eine Frau lesen möchte, die zur Zeit des Machtwechsels eine Galerie eröffnen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.08.2022

Drachen steigen am höchsten gegen den Wind - nicht mit ihm!

Drachenkönigin
0

Als Jade ihren Großvater eines Tages im Ostasiatischen Institut besucht, fällt sie aufgrund der Neuigkeiten, die er für sie bereithält, fast vom Stuhl. Jade soll auserkoren sein, die Nachkommen der Drachenkönige ...

Als Jade ihren Großvater eines Tages im Ostasiatischen Institut besucht, fällt sie aufgrund der Neuigkeiten, die er für sie bereithält, fast vom Stuhl. Jade soll auserkoren sein, die Nachkommen der Drachenkönige Long Wang zu retten. Dafür muss sie nach China reisen mit zwei weiblichen Dracheneiern, um dort jemanden zu finden, der ihr Gegenstück bildet und zwei männliche Dracheneier hat. Trotz ihres anfänglichen Protests reist sie nach China und muss feststellen, dass gefährliche Menschen hinter den Dracheneiern her sind.

Nachdem ich den Klappentext gelesen und Schlagwörter entdeckt habe wie „Expedition nach China“, „die letzten Drachen“, Strudel aus dunklen Machenschaften“, „Kung-Fu“, musste ich das Buch unbedingt lesen. Ich liebe die chinesische Kultur und lese dementsprechend sehr gerne Geschichten, die sich davon inspirieren lassen.

Aus diesem Grund haben mir auch die vielen kleinen Anspielungen auf die chinesische Kultur, die während der Handlung immer mal wieder eingestreut sind, sehr gefallen. Zudem merkt man dem Buch auch an, dass es von jemandem geschrieben worden ist, der für die chinesische Kultur brennt, denn auch der Sprachstil des gesamten Buchs hat mich an die bildhafte chinesische Sprache erinnert, obwohl es in Deutsch verfasst wurde.

Für jemanden, der noch nie mit der chinesischen Sprache zu tun gehabt habt, wird wahrscheinlich Formulierungen wie „das genetische Make-up, das sie von ihrer Mutter geerbt hatte, hatte sie von Kindesbeinen an als ein Hashtag empfunden, das sie als minderwertig markierte" zunächst als komisch empfinden, allerdings lebt die chinesische Sprache von diesen sprachlichen Bildern und Gleichnissen. Ich fand dieses Detail sehr schön umgesetzt und so kommen auch Menschen, die sich schon tiefer mit der chinesischen Kultur verwoben sind, auf ihre Kosten.

Darüber hinaus fand ich auch die Protagonistin des Buchs Jade richtig toll. Sie wird vor vollendete Tatsachen gestellt und ganz allein in ein Land entsendet, dass ihr, obwohl sie die Sprache spricht, doch fremd ist. Doch statt aufzugeben, geht sie mutig ihren Weg und denkt auch nicht daran, sich bei anderen Hilfe zu suchen. Dies mag zuweilen etwas anstrengend sein, wenn Jade jede Hilfe abblockt, obwohl die Menschen ihr nur helfen wollen, allerdings hat sie es auch jahrelang nicht anders gekannt. Wie gut, dass sie mit Tian und Liam die Möglichkeit erhält, an ihrem Vertrauen in andere Menschen zu arbeiten.

Dieses Vertrauen ist auch von daher wichtig, da Jade von einigen üblen Menschen verfolgt wird, die ebenfalls ein Interesse an den Dracheneiern haben. Ihre Brutalität hat mich etwas geschockt, denn sie schrecken nicht davor zurück, andere Menschen zu ermorden, wenn sie das ihrem Ziel näherbringen könnte. So muss Jade ständig auf der Hut sein, nicht diesen Menschen aus Versehen in die Arme zu laufen.

Bis zum Schluss bleibt es spannend, ob Jade es schafft, die Dracheneier an ihren Bestimmungsort zu bringen und deswegen kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der ein spannendes Abenteuer einer jungen Frau lesen möchte, die trotz aller Hürden mutig ihren Weg geht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.08.2022

Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.

Der letzte Außenposten
0

Sechs Wissenschaftler werden auf die Raumstation ISS entsandt, denn ein Asteroideneinschlag steht kurz bevor und droht die gesamte Menschheit auszulöschen. Nur wenigen Auserwählten ist es vergönnt, in ...

Sechs Wissenschaftler werden auf die Raumstation ISS entsandt, denn ein Asteroideneinschlag steht kurz bevor und droht die gesamte Menschheit auszulöschen. Nur wenigen Auserwählten ist es vergönnt, in einem Rettungsbunker Schutz zu finden. Nun ist es an den Wissenschaftlern der ISS, Daten zu sammeln und diesen Menschen ein Zeichen zu geben, sobald ein Leben auf der Erdoberfläche wieder möglich ist. Doch als zwei bemannte Kapseln unangekündigt an der Raumstation andocken wollen, fangen die Probleme erst an.

Ich habe zunächst eine kurze Eingewöhnungsphase gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, denn am Anfang wirkte die Geschichte auf mich noch sehr unemotional und technisch. Da ich auch über wenig Kenntnisse über das tägliche Leben auf einer Raumstation verfüge, fiel es mir schwer, mir gewisse Vorkommnisse wie z.B. ein Andockungsprozess einer Raumkapsel an eine Raumstation bildlich vorzustellen. Dadurch war ich anfangs etwas verwirrt, allerdings änderte sich dieser Eindruck, sobald der erste Mord auf der Raumstation passierte.

Ab diesem Zeitpunkt wird es zunehmend spannend, da ich mir immer besser vorstellen konnte, wie die Wissenschaftler ihr tägliches Leben auf der Raumstation gestalten. Zudem lernt man auch nach und nach die unterschiedlichen Charaktere besser kennen und entwickelt Verständnis für ihre jeweiligen Situationen. Neben Juri lernen wir so auch Eveline, Domas, Mateo, Ava und Nathan kennen, die alle ihr Leben auf der Erde zurücklassen mussten und darunter leiden, da sie Freunde und Familie wahrscheinlich nie wiedersehen werden und trotzdem im Auftrag der Menschheit funktionieren müssen. Natürlich kommt es dadurch zu Reibereien und Unstimmigkeiten im Team, vor allem als ungeplant neue Besucher auf der ISS auftauchen.

Denn die Vorräte auf der ISS sind begrenzt und wurden nur für die sechs Wissenschaftler berechnet, sodass sie zwei Jahre auf der ISS ausharren können. Mit den Neuankömmlingen verringern sich die Vorräte und die Besatzungsmitglieder müssen schon bald unliebsame Entscheidungen der Kategorie „wer darf leben und wer muss sterben?“ führen. Darüber hinaus entsteht gerade in dieser Situation ein spannender Konflikt, denn einer der Neuankömmlinge ist bereit zu tun, was getan werden muss, aber wie bestraft man so eine Person, wenn sie sich nicht vorher mit der Besatzung abgesprochen hat? Auf viele Situationen in diesem Buch gibt es keine richtige oder falsche Antwort und man denkt unweigerlich darüber nach, wie man sich in dieser oder jener Situation entschieden hätte.

Jedoch macht es aber auch einfach Spaß zu lesen, wie die Wissenschaftler sich in der jeweiligen Situation verhalten und fiebert mit. Vor allem das Schicksal von Victor und Ava ist mir nahe gegangen. Ava wirkte auf mich einfach wie eine positive und starke Person, die versucht, Streitereien im Team möglichst schnell zu klären. Umso mehr hat mich ihr Schicksal am Ende des Buchs mitgenommen. Victor dagegen wirkt zunächst ziemlich egoistisch und erst nach und nach beginnt man zu verstehen, was sich hinter seinem Verhalten verbirgt.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es mit den Besatzungsmitgliedern auf der ISS weitergehen wird, denn das Ende des ersten Bandes ist ziemlich turbulent und ich kann mir noch nicht vorstellen, wie die überlebenden Wissenschaftler aus dieser Situation wieder herauskommen sollen.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine ereignisreiche und spannende Geschichte im Weltraum lesen möchte, die einige unvorhergesehene Wendungen bietet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2022

Manche Märchen sind lebendige Wesen.

Perlensplitter
0

Nach dem Tod ihrer Granni ist Sveja tief erschüttert. Sie kann es kaum glauben und schleppt sich nur mit Mühe durch ihren Alltag, der aus ihrem Wirtschaftsmanagement-Studium und einem Nebenjob in der Bar ...

Nach dem Tod ihrer Granni ist Sveja tief erschüttert. Sie kann es kaum glauben und schleppt sich nur mit Mühe durch ihren Alltag, der aus ihrem Wirtschaftsmanagement-Studium und einem Nebenjob in der Bar Birds besteht. Immer wieder muss sie daran denken, wie ihre Granni ihr die Geschichte von der verschollenen Prinzessin von Latura erzählt hat, wenn es ihr Mal schlecht ging. Als ihr eines Tages zwei Männer auflauern, die sie in ein fernes Reich entführen, muss sich Sveja unweigerlich fragen, ob die Geschichte ihrer Granni nicht doch einen wahren Kern hat.

Ich mochte sehr gerne das Konzept „Märchen unserer Kindheit enthalten doch einen wahren Kern“ und habe demnach Sveja gerne dabei begleitet, nach und nach herauszufinden, wer ihre Granni wirklich war. Schon von Beginn an weiß man als Leser, dass es eine weitere Welt namens Lythrien gibt, denn wir lernen zunächst Elusyan kennen, der wieder einmal ausgesandt wird, um die seit 150 Jahren bereits verschollene Prinzessin zu finden, aber wie die beiden Welten zusammenhängen, kann man sich noch nicht erklären.

Deswegen fand ich es ziemlich spannend, als Sveja endlich in diese Welt gezogen wird und dort versuchen muss zu erleben, denn diese Welt bietet einige Besonderheiten, die es in unserer Welt nicht gibt. Allen voran ist die Tatsache, dass die Bewohner dieser Welt zu jeder Zeit deine Gedanken hören können, wenn du keinen guten magischen Schutz hast. Natürlich besitzen Menschen als magielose Wesen überhaupt keinen solchen Schutz und so fällt Sveja wie ein bunter Hund auf. Gerade dieser Unterschiede herauszufinden, fand ich spannend, denn die Welt hat auf mich schon eine gewisse Faszination ausgeübt.

Gott sei Dank trifft Sveja aber schnell auf eine ihr wohlgesonnene Bewohnerin dieser Welt: Yljasi. Zwar ist sie zunächst erschrocken auf eine Menschenfrau zu treffen, aber mit der Zeit freunden die beiden sich an und Yljasi versucht Sveja so gut es geht zu helfen. Die Freundschaft der beiden fand ich sehr schön, denn obwohl sie aus unterschiedlichen Welten stammen, merken sie schnell, dass sie sich in einer ähnlichen Situation befinden. Beide sind unzufrieden in ihren jeweiligen Leben und fühlen sich verraten von den Menschen, die sie eigentlich lieben. Aus diesem Grund planen sie gemeinsam zu fliehen und werden so Reisegefährten.

Allerdings ist dies leichter geplant als umgesetzt und wir lernen auch den mysteriösen Begleiter von Svejas Granni kennen, der es alles andere als gut findet, wenn Sveja plötzlich verschwindet, denn sie ist an eine Erbschuld gebunden. Dadurch, dass man erst so spät von Svejas eigentlicher Aufgabe in dem Ganzen erfährt, fühlt sich der erste Band in der Retrospektive eher wie ein sehr langer Auftakt an, denn erst im zweiten Band wird man wohl erfahren, was es mit den „Perlensplittern“ auf sich hat. Jedoch muss dies nichts Schlechtes sein, denn so wurde sich Zeit gelassen, die Welt und ihre Bewohner detaillierter zu beschreiben und man hat jetzt eine gute Vorstellung der Welt.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der schon immer mal erfahren wollte, was passiert, wenn man herausfindet, dass die Märchen der Kindheit wirklich wahr sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere