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Veröffentlicht am 26.07.2022

Ein Schlafwandler ist ein Geist, der nachts gern durch die Gegend reist.

Wanderers - Die Schlafwandler
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Shana lebt mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester Nessie auf einer Farm im tiefsten Pennsylvania. Als sie eines Morgens erwacht, ist nichts mehr so wie es wahr. Nessie leidet an einer merkwürdigen ...

Shana lebt mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester Nessie auf einer Farm im tiefsten Pennsylvania. Als sie eines Morgens erwacht, ist nichts mehr so wie es wahr. Nessie leidet an einer merkwürdigen Krankheit, die sie zu einer Art Schlafwandlerin macht, die weder kommunizieren noch ihre einmal eingeschlagene Richtung ändern kann. Shana versucht sie noch aufzuhalten, doch vergeblich. So bleibt ihr keiner andere Wahl als ihre Schwester auf ihrem Weg ins Ungewisse zu begleiten..

Dieses Buch konnte mich schon von der ersten Seite an fesseln, denn die Suche nach einer Erklärung, was es mit diesen mysteriösen Schlafwandlern auf sich hat, ist ziemlich spannend erzählt. Man erfährt im Laufe der Handlung immer mal wieder kleine Teilstücke einer größeren Wahrheit, die immer weitere Kreise zieht bis hin zur politischen Elite. Am Anfang scheint Nessie noch die einzige Schlafwandlerin zu sein, doch bald schließen sich ihr immer mehr Menschen an. Dabei scheint es zunächst auch kein Muster zu geben, wen diese Krankheit befallen kann.

Benji und Sadie der CDC versuchen das Geheimnis dieses Virus zu lüften auch mit Hilfe der KI Black Swan, doch anfangs tappen sie noch vollkommen im Dunklen. Sie begleiten die Wandler und erforschen ihre Verhaltensweisen, aber auch das bringt nach einer Weile keine neuen Erkenntnisse mehr. Die Schlafwandler müssen von einer Krankheit befallen sein, die mit keiner anderen Krankheit vergleichbar ist. Dabei fand ich besonders die Erklärungen der Wissenschaftler spannend, warum es eine bestimmte Krankheit sein kann, und was dagegenspricht.

Aber nicht nur Benji und Sadie machen sich ihre Gedanken und so tauchen nach einer Weile der Pastor Matthew Bird oder auch der alternde Rockstar Pete Corley auf. Zunächst kann man sich nicht wirklich erklären, wie die Charaktere mit dem Vorfall der Schlafwandler verwoben sind, aber mit der Zeit merkt man, dass sie ebenso ein Teil einer größeren Wahrheit sind. So sieht Pete Corley die Zeit für sich gekommen, endlich wieder im Rampenlicht zu stehen, wenn er die Schlafwandler bei ihrer Mission unterstützt. Matthew Bird dagegen sieht in den Schlafwandler ein Zeichen Gottes und aktiviert seine Gemeinde daran zu glauben. Jeder Charakter trägt seinen Teil zur Geschichte bei und ich fand es spannend, nach und nach herauszufinden, wie genau sie in die Sache verstrickt sind.

Allerdings fand ich von allen Charakteren am eindrucksvollsten Shana. Sie liebt ihre Schwester und das merkt man in jeder Phase dieses Buches. Statt aufzugeben, begleitet sie ihre Schwester bis ans Ende der Welt und ist für sie da, wenn Nessie dies auch nicht mitzubekommen scheint. Sie kämmt jeden Tag das Haar ihrer Schwester und säubert sie, kämpft gegen Reporter und Polizisten, wenn sie ihrer Schwester zu nahe kommen und klammert sich an die Hoffnung, dass da doch noch ihre Schwester ist. Es ist einfach so schön zu sehen, wie sehr Shana um ihre Schwester kämpft. Deswegen hoffe ich, dass die beiden im zweiten Band ein Happy End erleben können und bin schon ganz gespannt, welche neuen Entwicklungen auf mich warten werden.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine unfassbar spannende Geschichte über einen Virus lesen möchte, der die Menschen in Schlafwandler verwandelt.

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Veröffentlicht am 20.07.2022

Die schönsten Dinge im Leben passieren einfach ungeplant.

Liebe funkelt apfelgrün
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Mila ist hoffnungslos romantisch veranlagt und Mitglied eines Buchclubs, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die romantischsten Liebesgeschichten auf diesem Planeten zu lesen. Sie glaubt an die große ...

Mila ist hoffnungslos romantisch veranlagt und Mitglied eines Buchclubs, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die romantischsten Liebesgeschichten auf diesem Planeten zu lesen. Sie glaubt an die große Liebe und dass sie auch irgendwann den Richtigen finden wird. Als sie nach einem solchen Clubtreffen den attraktiven Theo kennenlernt, verwundert es kaum, dass sie trotz der Tatsache, dass er eine Freundin hat, alle Bedenken über Bord wirft und sich vollkommen auf ihn einlässt. Denn wenn es ihre große Liebe ist, finden sie einen Weg, zusammen zu sein oder nicht? Doch Theo spielt ein mieses Spiel und nach dem ersten schlimmen Herzschmerz findet sich Mila in einem schottischen Dorf namens Applemore wieder.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, obwohl sich Mila am Anfang mehr als blauäugig in eine zum Scheitern verurteilte Liebesgeschichte stürzt. Man spürt schon fast körperlich, dass es kein gutes Ende nehmen wird. Dennoch ist Mila davon überzeugt, dass sie eine Zukunft haben werden, denn zwischen ihnen ist alles perfekt. Er ist aufmerksam, liebevoll und attraktiv und erfüllt damit alle Kriterien, die sich Mila für einen Mann wünscht. Das einzige Problem ist seine Freundin oder besser gesagt seine Verlobte, die er scheinbar nicht mehr liebt, da sie sich entfremdet haben, aber dennoch bleibt er noch bei ihr und zieht keinen klaren Schlussstrich. Auch ihre Buchclubfreunde legen Mila Nahe sich nicht so auf Theo zu versteifen, aber was will man machen, wenn man sich verliebt hat?

Dadurch hatte ich am Anfang des Buches kurzzeitig die Befürchtung, dass Mila so naiv und blauäugig bleibt und auch weiterhin emotional an Theo gebunden bleibt. Allerdings bleibt es Gott sei Dank nicht so und Mila macht eine tolle charakterliche Entwicklung mit. Nicht ganz unschuldig an diesem Umstand ist das schottische Dörfchen Applemore und seine Bewohner, denn Mila hält es nach der Geschichte mit Theo in Heidelberg nicht mehr aus und meldet sich bei einer Housesitting-Agentur an.

In Applemore ist sie zwar auch am Anfang etwas verloren, da sie keinen Anschluss findet, allerdings kommt sie auf eine ziemlich coole Idee: Sie backt sich in die Herzen der Bewohner. Zwar hat sie nie eine Bäckerlehre absolviert, aber ihr Vater, der Bäcker ist, hat ihr in ihrer Jugend alles Notwendige beigebracht, sodass sie mittlerweile ziemlich gut darin geworden ist. Am Anfang ist es erst nur eine Ablenkung von ihrem emotionalen Chaos, aber schon bald hilft es ihr Anschluss an die Dorfgemeinschaft zu bekommen, denn die Bewohner lieben ihr Brot. Doch statt Geld für ihre Backkünste zu nehmen, möchte Mila im Gegensatz etwas anderes von den Dorfbewohnern haben z.B. Ausflüge in die Umgebung, Marmelade oder auch Musikunterricht. Dadurch lernt sie innerhalb kürzester Zeit viele Menschen kennen, die ihr nach und nach ans Herz wachsen.

Ich fand diese Idee, „Brot gegen Naturalien“ zu tauschen, wunderbar und man merkt, wie Mila in diesem kleinen Dorf regelrecht aufblüht. So lernt sie auch mit der Zeit Finley, den Sohn ihrer House-Sitting Familie kennen, der unangekündigt seiner Familie einen Besuch abstatten wollte und nicht versteht, warum eine fremde Frau plötzlich in dem Haus seiner Eltern wohnt. Dadurch ist Chaos vorprogrammiert, denn die beiden können sich von Anfang an nicht leiden. Zumindest bis Finley seine Leidenschaft fürs Backen entdeckt.

Es ist einfach eine tolle Geschichte um abzuschalten und deswegen kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der Mila dabei begleiten möchte, herauszufinden, wie die Liebe wirklich aussieht.

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Veröffentlicht am 14.07.2022

Des Menschen Auge sieht weit, des Menschen Verstand sieht weiter.

Retributio (Karl Seitz ermittelt: Sein zweiter Fall)
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Karl Seitz, Hauptkommissar der Münchener Polizei und sein Team stehen vor einem neuen brisanten Fall. Eine jahrelang vermisste Frau taucht urplötzlich wieder vor ihrem alten Zuhause auf, und zwar genau ...

Karl Seitz, Hauptkommissar der Münchener Polizei und sein Team stehen vor einem neuen brisanten Fall. Eine jahrelang vermisste Frau taucht urplötzlich wieder vor ihrem alten Zuhause auf, und zwar genau am Geburtstag ihres Ehemanns. Doch die Wiedersehensfreude ist nicht von langer Dauer, denn die Frau bricht kurz darauf entkräftet zusammen und ist auf der Stelle tot. Der Täter befindet sich dabei in sicherer Entfernung und schaut stolz auf sein Werk herab. Welche kranke Seele spielt dieses Mal mit Karl Seitz ein Katz und Maus Spiel?

Ich habe mich im Vorfeld schon sehr auf den zweiten Fall des Karl Seitz gefreut, denn er ist einfach eine Nummer für sich. Stets miesepetrig und cholerisch schimpft er sich durch seinen Alltag und merkt dabei scheinbar gar nicht, wie oft er jemandem mit seinen Worten auf die Füße tritt und wenn, ist es ihm auch egal. Dadurch kommen herrliche Gespräche zwischen Karl und seiner Umwelt zustande, die einfach urkomisch sind.

Allerdings im Vergleich zum ersten Band ist Karl Seitz etwas milder geworden, da er mehrmals von seinem Arzt gesagt bekommen hat, dass er kürzertreten muss, wenn er noch lange auf dieser Welt weilen möchte. Natürlich versucht er sich weitestgehend an diese Anweisung zu halten, jedoch reißt auch mal einem Karl Seitz der Geduldsfaden, vor allem wenn ein Serienkiller mit ihm Katz und Maus spielt.

Gerade der Serienkiller in diesem Band hat es in sich. Nach dem ersten Fall von Karl Seitz dachte ich schon, dass ein Mensch keine weitere Stufe der Perversion erreichen kann, doch ich habe mich getäuscht. Dieses Mal spielt der Mörder mit seinen Opfern, in dem er sie mehrere Tage und Wochen in seinem Bunker einsperrt und psychisch unter Druck setzt. So verlieren sie nach und nach ihren Verstand und werden danach kraftlos in die Freiheit entlassen, damit er ihren Tod beobachten kann.

Vor allem die Kapitel, in denen die Sicht des Täters genau beschrieben wird, hat mir eine regelrechte Gänsehaut beschert. In mir hat sich eine Wut auf diese kranke Seele aufgebaut, da ich sein Verhalten einfach nicht nachvollziehen konnte. Natürlich hält das Leben für einen viele Hürden bereit, aber dies entschuldigt noch lange nicht, dass man dann das Leben von anderen Menschen zerstört. Gerade auch, weil es einen Charakter in diesem Buch trifft, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.

So habe ich bis zum Schluss mitgefiebert, dass diesem kranken Mörder endlich das Handwerk gelegt wird, und was soll ich sagen, die Auflösung hat mich geschockt. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, wer der Mörder wirklich ist. Ich kann nur sagen, da hat sich Peter Hohmann wieder einmal selbst übertroffen, aber das bin ich ja von ihm gewöhnt. Nicht umsonst ist er einer meiner liebsten Autoren.

Aus diesem Grund solltet ihr nicht lange überlegen und zu diesem spannenden Thriller greifen, wenn ihr lesen wollt, wie einem kranken Serienkiller von einem cholerischen Kriminalkommissar das Handwerk gelegt wird.

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Veröffentlicht am 10.07.2022

Starke Bindungen können die Zeit überdauern.

Elatar
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Die abgeriegelte Stadt Hjelsky im Reich Androma wird immer wieder von Drachenangriffen erschüttert. Ein normales Leben ist längst nicht mehr möglich, denn die Angst vor den Drachen hat die Bevölkerung ...

Die abgeriegelte Stadt Hjelsky im Reich Androma wird immer wieder von Drachenangriffen erschüttert. Ein normales Leben ist längst nicht mehr möglich, denn die Angst vor den Drachen hat die Bevölkerung fest im Griff. Der Rat von Hjelsky sieht nur noch eine Möglichkeit: eine Gruppe junger Menschen auszusenden, die als Drachengebundene zurückkehren sollen. Doch dies ist einfach gesagt als getan, denn schon bald geraten die Jugendlichen in einen Strudel von Intrigen.

Ich fand das Grundkonzept dieses Buches sehr spannend, dass eine Gruppe ausgewählter junger Menschen sich auf die Reise begeben muss, um sich an einen Drachen zu binden, denn das habe ich vorher noch in keinem anderen Buch gelesen. So begleitet man im Laufe des Buchs 14 Jugendliche auf ihrem beschwerlichen Weg durch eine Welt, die sie noch nie vorher gesehen haben. Dementsprechend groß ist ihre Angst in fremder Umgebung auf einen Drachen zu treffen, von dem sie wissen, dass er sie innerhalb kürzester Zeit zerfetzen könnte.

Vor allem Dusan hat ein Problem mit jeder Art von Drachen, da sie daran schuld sind, dass er zusammen mit seiner Schwester als Waise aufwachsen mussten. Zwar möchte er sich deswegen nicht an einen Drachen binden und vermeidet jede Situation so gut es geht, allerdings befindet er sich auch in einer Zwickmühle, denn der Rat erpresst ihn mit dem Wohlergehen seiner kleinen Schwester. Dadurch ist er gezwungen, sich an einen Drachen zu binden, und er findet auch relativ schnell einen Drachen, wobei diese Bindung nachher anders aussieht, als es eigentlich normal ist.

Sowieso hat jeder Jugendliche eine andere Art, sich mit seinem Drachen zu verbinden. Es gibt nicht nur die eine Möglichkeit des Rates, sich durch Unterwerfung an seinen Drachen zu binden und gerade das fand ich sehr schön zu lesen. So entsteht z.B. Nelidas Verbindung zu ihrem Drachen durch eine Freundschaft, die sich zuvor zwischen den beiden aufgebaut hat oder Eline wird zu einer Art Mutterersatz für ihren Drachen.

Allerdings gibt es noch eine andere Komponente, die die Geschichte ziemlich spannend macht. Alle Jugendlichen haben ein Armband mit 7 Perlen daran und jedes Mal, wenn einer der Jugendlichen eine Verbindung mit einem Drachen eingeht, verschwindet eine solche Perle. Dadurch ist irgendwann klar, dass nicht alle der 14 Jugendlichen es schaffen werden, einen Drachen an sich zu binden. Doch was passiert mit den Übrigen? Es beginnt ein Wettrennen gegen die Zeit, denn der Verlust der Perlen ist auch mit einem sehr großen Schmerz verbunden.

Darüber hinaus findet man auch nach und nach heraus, dass der Rat von Hjelsky nie ganz ehrlich zu den Bewohnern der Stadt war und es ein Geheimnis rund um die Magie und dem namensgebenden „Elatar“ gibt. Dies herauszufinden, fand ich sehr interessant, wobei man leider am Ende des ersten Bands immer noch nicht genau weiß, was der Rat nun eigentlich geplant hat, aber umso mehr erwarte ich den zweiten Band mit Spannung, um es endlich herauszufinden.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine spannende Geschichte rund um 14 Jugendliche lesen möchte, die ausgesendet werden, um ihre Stadt vor dem Untergang zu retten.

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Veröffentlicht am 08.07.2022

Unterschätze nie die Menschen, die sich im Hintergrund aufhalten.

Sechzehn Wege, eine befestigte Stadt zu verteidigen
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Der Ingenieur Oberst Orhan, Sohn von Siyyah Doctus Felix Praeclarissimus, hält sich als Brückenbauer über Wasser. Nebenbei ist er auch noch ein Lügner und Betrüger, denn welche Person ist schon auf legalem ...

Der Ingenieur Oberst Orhan, Sohn von Siyyah Doctus Felix Praeclarissimus, hält sich als Brückenbauer über Wasser. Nebenbei ist er auch noch ein Lügner und Betrüger, denn welche Person ist schon auf legalem Wege reich geworden. Als aber eines Tages über Nacht seine Stadt belagert wird, sieht er nur eine Lösung die Stadt vor dem drohenden Untergang zu bewahren: Er übernimmt das Kommando über die Truppen der Stadt. Zwar hat er keine Ahnung von Kriegsführung, aber es ist Zeit, der Nachwelt seine Memoiren zu hinterlassen und Geschichte zu schreiben.

Dieses Buch nimmt sich alles andere als ernst und erzählt die wundersame Geschichte von Orhan, der über Nacht zu einem Kriegsherrn aufsteigt, um seine Stadt zu verteidigen. Dabei wirken seine ausgedachten Taktiken und Manöver zunächst neutral betrachtet ziemlich gut durchdacht und man würde nicht vermuten, dass er dies zum ersten Mal macht. Allerdings, spätestens, nachdem man seine inneren Monologe gelesen hat, erkennt man, dass vieles in Orhans Leben auf purem Glück basiert.

Der Spruch „fake it, till you make it” passt richtig gut zu Orhans derzeitiger Lebenssituation. Er tritt selbstbewusst auf, gibt den Menschen in seiner Umgebung Anweisungen und duldet keine Widerrede. Innerlich ist er sich zwar selbst nicht so sicher, was er nun eigentlich machen soll, aber das Leben hilft ihm manchmal etwas auf die Sprünge.

Allerdings geht er auch mal ungewöhnliche Wege wie z.B. um eine drohende Massenpanik zu beenden, lässt er die Armbrustschützen in die Menge schießen, damit die Leute Angst haben und stehen bleiben. Natürlich funktioniert es bei Weitem nicht so gut, wie Orhan sich das gedacht hat und die Leute sind danach sehr sauer auf ihn, aber er hat zumindest versucht, eine Lösung zu finden.

Darüber hinaus lernt man nach und nach auch Orhans Vergangenheit kennen und wie er zu dem Lügner und Betrüger geworden ist. In diesen Kapiteln wirkt er melancholischer und nicht mehr ganz so witzig wie in seinen sonstigen Monologen, aber es zeigt auch, dass Orhan oftmals im Leben nur eine Rolle spielt und man sich unweigerlich fragt, wer Orhan wirklich ist. Dies ist aber auch ein Problem, das man oftmals in der Geschichtenerzählung hat: Was ist erfunden? Hat es sich wirklich so zugetragen? Am Ende nimmt Orhan zu diesem Punkt auch noch mal Stellung, was ich persönlich ziemlich cool fand.

Zudem lernt man im Laufe der Geschichte auch noch andere Charaktere kennen, die Orhan mehr oder weniger bei seinem Tagewerk unterstützen. So lernt man Niko kennen, ein Ingenieurskollege von Orhan oder auch Aichma, die im Bunten Hund arbeitet und eine engere Verbindung zu Orhan hat, als man am Anfang der Geschichte vermutet. Zudem hat auch die Grüne und Blaue Bruderschaft ihren Sitz in der Stadt, die unterschiedliche Ziele verfolgen und damit Orhan zusätzlich das Leben schwer machen.

Es ist einfach ziemlich unterhaltsam, die Geschichte von Orhan dem Brückenbauer zu verfolgen, sodass ich jedem das Buch empfehlen kann, der eine lustige Geschichte rund um eine Stadtbelagerung lesen möchte.

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