Lügen und Wahrheit
Gilded – Die Versuchung des Goldes (Gilded 1)„Gilded – Die Versuchung des Goldes“ von Marissa Meyer ist der erste Band ihrer düsteren Märchenadaption von Rumpelstilzchen.
Die achtzehnjährige Serilda lebt als Tochter des Müllers in einem kleinen ...
„Gilded – Die Versuchung des Goldes“ von Marissa Meyer ist der erste Band ihrer düsteren Märchenadaption von Rumpelstilzchen.
Die achtzehnjährige Serilda lebt als Tochter des Müllers in einem kleinen Ort, wo sie aufgrund des Mals in ihren Augen als Unglücksbringerin gilt. Dazu kommt, dass es Serilda liebt, erfundene Geschichten zu erzählen, die sie immer neu ausschmückt. Ihre überbordende Fantasie ist jedoch nicht sonderlich beliebt und bringt ihr nur den Stempel als Lügnerin ein. Lediglich die Kinder sind von Serildas Geschichten begeistert. Eines Nachts gerät Serilda ungewollt in die Aufmerksamkeit des dunklen Erlkönigs. Um ihn abzulenken, erzählt ihm Serilda eine ihrer Geschichten, dass sie Stroh zu Gold spinnen kann. Leider nimmt dies der König wortwörtlich und zwingt sie in seine Burg, wo sie ihre angebliche Gabe beweisen soll. Unerwarteterweise erhält sie dabei Hilfe von Gild, der als Poltergeist auf der Burg wohnt. Doch damit hat sie ihr Schicksal erst recht besiegelt.
Marissa Meyer hat mit diesem Buch das Märchen von Rumpelstilzchen und der armen Müllerstochter neu und vor allem sehr düster und brutal interpretiert. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die gesamte Handlung wird aus Serildas Perspektive erzählt.
Serilda ist eine begabte und fantasievolle Geschichtenerzählerin, mit denen sie nicht nur ihr eigenes Leben aufhellt, sondern auch das ihres Publikums, also vor allem das der Kinder des Dorfes. Gleichzeitig glaubt ihr jedoch niemand mehr irgendetwas und man hat schnell das Gefühl, dass sie sich irgendwann in ihrer Naivität um Kopf und Kragen reden wird. Diese Situation tritt schneller ein, als gedacht, und Serilda macht es mit ihrer unstillbaren Neugier und impulsiven Sorglosigkeit nicht besser.
Ich war bei ihrem Charakter ziemlich hin- und hergerissen, denn ich fand Serilda oft zu naiv und rücksichtslos. So richtig bin ich mit ihr nicht warmgeworden, denn ich habe oft mit dem Kopf geschüttelt, wenn sie von den Konsequenzen ihres Handelns tatsächlich überrascht war.
Die Handlung zieht sich an einigen Stellen etwas in die Länge und war nicht ganz so mitreißend, wie erhofft. Trotzdem ist die düstere und bedrohliche Atmosphäre sehr gut gelungen und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
Mein Fazit:
Von mir gibt es für dieses dunkle Märchen gern eine Leseempfehlung!