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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2017

Als Gesellschaftskritik getarnter Roman verliert sich in Absurditäten und unnötiger Obszönität.

Beautiful You - Besser als Sex!
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Oh je. Wo fange ich an? Gelockt hat mich nicht das Cover, auch nicht der Titel, sondern der Klappentext. Mit Chuck Palahniuks „Beautiful You“ hatte ich eine Gesellschaftssatire erwartet, die wohl auch ...

Oh je. Wo fange ich an? Gelockt hat mich nicht das Cover, auch nicht der Titel, sondern der Klappentext. Mit Chuck Palahniuks „Beautiful You“ hatte ich eine Gesellschaftssatire erwartet, die wohl auch da ist, nur leider habe ich sie vor lauter überzogenen und lächerlichen Handlungssträngen leider nicht finden können. Ich hatte mich vorher über das Buch informiert, bei einem Goodreads Rating von 2,96 war ich skeptisch, aber einige Menschen haben dann doch 5 Sterne vergeben; die Reviews mit niedrigen Bewertungen wirkten doch etwas, hm, empört von feministischer Seite. Da dachte ich, hey, wieso nicht? ? Dass ich mit diesem Buch leider einen Fehlgriff begangen habe, habe ich dann ca. nach 100 Seiten gemerkt. Aber jetzt mal zum Inhalt!

Penny ist ein normales Mädchen, das drei mal durch die Anwaltsprüfung gefallen ist und nun als Mädchen für alles in einer Kanzlei arbeitet. Sie hat ein wenig Babyspeck auf den Rippen und weiß nichts von der Schönheit, die in ihr schlummert. Tollpatschig und jungfräulich ist die Gute auch. Das Ganze mag jetzt an 50 Shades erinnern, aber… heben wir uns das auf. Zufällig lernt sie den berühmten Maxwell kennen, der sich gerade mit 50 Millionen Dollar für „seelische Grausamkeit“ aus seiner letzten Beziehung gekauft hat. Penny wird in die Jet-Set Welt entführt und trotz der Warnung seiner Ex, bloß keinen Sex mit Maxwell zu haben, geht sie gleich mit ihm aufs Zimmer… Was dann geschieht, ist kein romantischer Akt der Liebe, sondern eine Reihe von Experimenten, in denen Maxwell verschiedenste Spielzeuge und Pülverchen verwendet, um Penny in Ekstase zu bringen. Wer jetzt denkt „Pff, da kann ich auch 50 Shadeslesen“, sei gewarnt! Diese Sextoys sind nämlich der Prototyp für eine ganze Reihe neuer Produkte, die bald schon auf den Markt kommen sollen. Als es jedoch so weit ist, hat Penny schon längst verstanden, dass hier etwas gewaltig faul ist und dass Maxwell irgendetwas plant. Nur was? Als die Sextoys dann auf dem Markt sind, stehen alle Frauen Schlange vor den Läden und schon sehr bald findet man Frauen nur noch in ihren Schlafzimmern vor, wo sie sich ihren tiefsten Instinkten hingeben. Die Männer und Kinder verzweifeln derweil und prozessieren durch die Stadt. Alle Frauen außer Penny scheinen nicht zu merken, was hier vor sich geht… Doch kann sie etwas gegen die sich anbahnende Epidemie unternehmen? Was ist Maxwells Geheimnis? Und was haben Nano-Roboter und eine Sexhexe namens Baba Graubart mit der ganzen Sache zu tun?

Chuck Palahniuk ist eigentlich jedem seit „Fight Club“ ein Begriff. Deshalb habe ich auch etwas mehr Erwartungen in diesen Roman gesteckt, die aber leider alle unterboten wurden. Palahniuk erzählt hier zwar mit einer flüssigen Schreibe und einer direkten Art die Geschichte um Penny, es ist aber die Geschichte, die mich nicht überzeugen konnte. Die Idee, dass man mittels primitiver Instinkte die Frauen alle in ihre Schlafzimmer verbannen kann und ein großer Konzern es durch weitere Manipulation dann noch schafft, die ganzen Einkaufsgewohnheiten der Frauen zu verändern, mag ja an sich interessant sein, jedoch nicht sonderlich realistisch. Dass Maxwell durch seine Sextoys 93% der weiblichen Weltbevölkerung unter Kontrolle haben will, erscheint mir doch sehr hoch gegriffen. Dazu noch der Zustand der Benutzerinnen… Ausgelaugt, dürr, apathisch und für keinen Rettungsversuch zu begeistern. Dann spinnt Palahniuk den Faden noch weiter und überstrapaziert die Handlung immer mehr, indem er zusätzliche, teilweise auch sehr alberne Handlungsstränge einbaut. Ich habe beim Lesen zwar gemerkt, dass die ganze Handlung ein wenig ins Abstruse abrutscht, und erst, als ich jemandem von dem Buch berichtet habe, wurde mir klar, wie albern das alles klingt. Da hilft dann selbst der beste Schreibstil nichts, um das Buch aus seiner Höhle hervorzulocken.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 09.07.2017

Eine bunte Wundertüte an Kurzgeschichten und Gedichten — Dia Nigrew reizt mit ihren Erzählungen die komplette Bandbreite an Genres aus.

In der Kürze liegt die Würze
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Dia Nigrew hat mit „In der Kürze liegt die Würze“ihren Traum verwirklicht und eine Kurzgeschichten- und Gedichtesammlung veröffentlicht. In diesem Sammelband findet man nicht nur Material von ihrem Blog, ...

Dia Nigrew hat mit „In der Kürze liegt die Würze“ihren Traum verwirklicht und eine Kurzgeschichten- und Gedichtesammlung veröffentlicht. In diesem Sammelband findet man nicht nur Material von ihrem Blog, sondern auch völlig neue Lyrik und Geschichten. Eine breite Genre-Palette ist vertreten; von Lyrik über Romantik über Drama und Komödie bis hin zu Horror ist alles dabei. Und mit so einer breiten Auswahl kann man natürlich viele Menschen ansprechen, auch solche wie mich, die vielleicht mal in das Horror-Genre reinschnuppern möchten, denen ein ganzer Roman aber viel zu viel ist. „In der Kürze liegt die Würze“ ist mit der Idee entstanden, dass man unterwegs selbst dann eine Geschichte lesen können soll, wenn man nur einige Stationen mit Bus oder Bahn unterwegs ist. Und das ist hier auch gut gelungen; bis auf zwei längere Kurzgeschichten bestehen die meisten doch aus nur ein paar Seiten, die man schnell weglesen kann. Neben der liebevollen Aufmachung findet man zwischen den Genre-Abgrenzungen auch typographisch ansprechende Zitate rund ums Lesen.

Hin und her gerissen beginnt sie sich in ihrem Käfig die Federn auszurupfen, bis sie nackt hinter den Stäben sitzt. Es zerfrisst sie von innen nach außen. Sie hat sich zwischen den Grautönen verloren, weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist. Der Nebel lässt sie nichts mehr erkennen. (aus: „Gefangen im Käfig“)

„In der Kürze liegt die Würze“ vereint viele Genres. Da ich ja momentan lese-technisch mit meiner Aktion „Lesen außerhalb der Komfortzone“ unterwegs bin, dachte ich, warum nicht zur Abwechslung mal ein wenig Lyrik oder hey, – Romantik lesen? Und wenn man schon mal dabei ist, geht doch bestimmt noch das ein oder andere Horror-Buch! Doch leider hat der Tag nur 24 Stunden und da tauchte die Gedicht- und Geschichtensammlung von Dia Nigrew gerade zur rechten Zeit auf. Was passt besser als ein buntes Genre-Potpurri an Kurzgeschichten und Gedichten, um mal überall reinzuschnuppern? ? Dia Nigrew reizt diese ganze Bandbreite nämlich auch richtig aus, von Lovestorys mit und ohne Happy End, lustigen Geschichten über die Pubertät und aus der Anstalt, bis hin zu Mobbing-Opfern, Teenie-Müttern und abgesäbelten Körperteilen ist hier echt alles dabei. Sogar aktuelle Themen verarbeitet Nigrew in ihren Texten: der Figur- und Größenwahnsinn der Frauen heutzutage, unrealistische Ansprüche der Arbeitgeber oder auch die immer frühreifere Jugend. Meine Lieblingsgeschichten kommen aus verschiedenen Genres, beispielsweise „Willkommen in der Anstalt“ aus der Komödien-Sparte oder „Fiete und seine Mutter“ oder auch„Gefangen im Käfig“ aus der Drama-Ecke. Die im Buch zweitlängste Geschichte, „Das Heim für besondere Mädchen“, konnte mich auch begeistern — und die kam aus der Horror-Abteilung!

[...]

Fazit: Mit „In der Kürze liegt die Würze“ hat Dia Nigrew ihr erstes Buch veröffentlicht. Man findet hier eine bunte Mischung an Genres, aus denen sich jeder seine Lieblinge picken kann; aber auch als „Anfänger“ in einem bestimmten Genre kann man der ein oder anderen Geschichte aus einem „fremden“ Gebiet etwas abgewinnen. Nigrew erzählt mit einer flüssigen Schreibe Geschichten von Gott und der Welt, aktuelle Themen werden hier ebenso aufgenommen wie Altbekanntes, aus dem Sie aber etwas Neues schafft. Natürlich schleicht sich bei einem Self-Publishing Werk auch der eine oder andere Grammatik-Fehler oder ein Typo ein, aber man sollte bedenken, dass hinter einem solchen Buch oft nur eine einzelne Person steht, die möglicherweise nicht die Option auf ein professionelles Lektorat hat. Die kleinen Fehlerteufelchen haben zwar ab und an den Lesefluss gestört, aber dies lässt sich in einer zweiten Auflage ja easypeasy beheben. (Außerdem sollte natürlich nicht die Grammatik oder dergleichen in die Bewertung mit einfließen, sondern lediglich der Inhalt, weshalb ich diesen Punkt nur kurz hier im Fazit erwähne.) Insgesamt vergebe ich hier 3/5 Sternen, da mich 3/5 Genres überzeugen konnten und ich mich durch die anderen zwei etwas „durchkämpfen“ musste, weil diese gar nicht meins waren. Für jeden, der Lust auf etwas Frisches, Neues hat und bestenfalls ein Interesse für viele verschiedene Genres mitbringt, ist „In die Kürze liegt die Würze“ vielleicht die nächste Lese-Idee.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 08.07.2017

Ein spannender Sci-Fi Thriller über die Entscheidungen, die wir in unserem Leben getroffen haben — und ihre Auswirkungen.

Dark Matter. Der Zeitenläufer
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Endlich mal wieder Sci-Fi! … So oder so ähnlich war meine Reaktion, als ich Blake Crouchs Werk „Dark Matter“ in den Händen hielt. Dieses Buch wurde ja auf Instagram und Goodreads sehr gehyped, weshalb ...

Endlich mal wieder Sci-Fi! … So oder so ähnlich war meine Reaktion, als ich Blake Crouchs Werk „Dark Matter“ in den Händen hielt. Dieses Buch wurde ja auf Instagram und Goodreads sehr gehyped, weshalb ich ja erst mal vorsichtig war, aber schlussendlich ist es dann doch hier eingezogen. Und ich muss sagen: Ich verstehe den Hype, aber fand das Buch im Endeffekt doch nicht so gut wie erwartet.

Zum Inhalt: Jason ist ein normaler Kerl und lebt ein normales Leben mit seiner Frau Daniela und ihrem Sohn Charlie. Früher, bevor Charlie geboren war, hätten beide ein anderes Leben haben können: Jason stand kurz vor seinem Durchbruch im Bereich der Quantenmechanik und hätte bestimmt bald den Pavia-Preis gewonnen und Daniela wäre ein Star am Kunsthimmel geworden. Doch leider (leider?) kam den beiden das Leben dazwischen. Eines Abends, nachdem Jason von einem Treffen mit einem alten Studienfreund zurück nach Hause gehen möchte, wird er von einem maskierten Mann überfallen. Dieser verschleppt ihn zu einem alten Lagerhaus, wechselt dort seine Kleidung und spritzt ihm und sich selbst etwas. Immer wieder spricht er davon, dass er dies nicht tun möchte, es aber tun muss. Jason wacht auf, aber er befindet sich nicht mehr im Lagerhaus, sondern in einer Art Labor, wo jeder ihn zu kennen scheint und seine Arbeit bewundern. Außerdem werden alle nicht müde zu betonen, dass er der Einzige sei, der jemals zurück gekehrt ist. Jason versteht von alledem nichts und ergreift die Flucht. Zu Hause angekommen, realisiert er, dass er nicht mehr „zu Hause“ ist, sondern dass es beinahe so ist, als wären Daniela und Charlie hier nicht an seiner Seite… Was ist hier los? Wo sind Daniela und Charlie? Wieso sieht sein Haus so anders aus? Und was soll er für eine Arbeit geleistet haben? Bis er realisiert, was geschehen ist, laufen einige Dinge schief und schon bald findet er sich in einem schier endlos erscheinenden Tunnel voller Türen wieder und muss sich für die richtige entscheiden…

"Wir leben tagaus, tagein ohne jedes Bewusstsein für die Tatsache, dass wir Teil einer unendlich großen und merkwürdigen Realität sind. Viel größer und merkwürdiger, als wir uns je vorstellen können."

Blake Crouch erzählt hier spannungsgeladen und mit einer solchen Wucht die Geschichte von Jason und den Entscheidungen, die sein Leben ausmachen, dass man einfach nicht mehr aufhören kann zu lesen. Die starke Erzählsprache und die Handlung, in der einfach immer etwas passiert – es gibt keine Ruhepausen – machen das Buch zu einem echten Page-Turner. Aber bei den Details geht es dann mit den Minuspunkten los: Crouch schafft es nicht, die Wissenschaft so zu beschreiben, dass man sie auch wirklich versteht. Ich hatte das Glück, mich schon seit ein paar Jahren immer mal wieder mit den Themen Parallelwelten, Wellenfunktion etc. auseinanderzusetzen (natürlich nur oberflächlich), aber trotzdem hat es nicht „klick“ gemacht. Teilweise versteht Jason selbst nicht einmal, wie es funktioniert, und die Antwort auf seine Frage, wie denn sowas möglich sei, ist „Keine Ahnung, wie du das gemacht hast, aber du hast es geschafft!“ – das ist für den Leser einfach nur unbefriedigend. Natürlich habe ich jetzt keine wissenschaftliche Dissertation erwartet, aber sowas ist einfach nur eine lahme Ausrede, etwas nicht durchdenken zu müssen.

Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 05.07.2017

Kurzweilig, witzig und spannend — noch nie wurde dem Weltuntergang so entgegengefiebert!

Der Asteroid ist noch das kleinste Problem
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Aww, was für ein süßes Buch! Als ich „Der Asteroid ist noch das kleinste Problem“ von Katie Kennedy entdeckt habe, habe ich vom Klappentext (und vor allem vom Cover) nicht viel mehr als ein Jugend-Zwischendurch-Buch ...

Aww, was für ein süßes Buch! Als ich „Der Asteroid ist noch das kleinste Problem“ von Katie Kennedy entdeckt habe, habe ich vom Klappentext (und vor allem vom Cover) nicht viel mehr als ein Jugend-Zwischendurch-Buch erwartet, das mich zwischen anspruchsvolleren Titeln verschnaufen lässt. Und das ist es auch – aber es ist noch so viel mehr! Lovestory wird hier mit Culture-Clash, witzigen Dialogen und Missverständnissen vermischt — ach ja, und dann gibt es ja noch den Asteroiden, der mit 255.000 km/h auf die Erde zurast. Doch wer denkt, die Liebesgeschichte zwischen Yuri und Luna steht hier im Vordergrund, täuscht sich; Spannung und Weltuntergangsstimmung halten sich mit der Liebe die Waage. Doch nun erst einmal zum Inhalt:

Yuri ist 17, sozial ein wenig inkompetent, und wurde von der NASA angefordert, beim Near-Earth-Project mitzuarbeiten. Denn Yuri hat in seinem jungen Alter schon einiges erreicht, von dem viele nur träumen können: Er hat Schule sowie Uni abgeschlossen, ist Doktor der Physik und steuert auf den Nobelpreis zu. Der Asteroid BR1019 wurde zufällig von einem Laien entdeckt und nun gilt es, diesen unschädlich zu machen (den Asteroiden, nicht den Laien). Yuri wartet mit seiner noch unveröffentlichten Arbeit zur Lagerung von Antimaterie auf, aber aufgrund seines geringen Alters schenkt ihm natürlich niemand Beachtung oder Respekt. Und dann trifft er im Gebäude auch noch das schöne Hippie-Mädchen Luna, die ihm einige Tage später doch glatt zur Lebensretterin wird. Yuri wird nun hin- und hergeworfen zwischen der Pflicht, die Welt zu retten und der Anziehung, die er zu Luna fühlt, und es beginnt ein Kampf: zwischen ihm und den Asteroiden, der ihm nicht nur alles zu nehmen droht, was ihm wichtig geworden ist, sondern die ganze Menschheit bedroht…

Die komplette Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

Veröffentlicht am 29.06.2017

Eine traurige, herzzerreißende Geschichte über zwei einsame und kaputte Seelen, die zueinander gefunden haben.

Die kleinsten, stillsten Dinge
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„Die kleinsten, stillsten Dinge“ von Sara Baume hat mich mit dem Klappentext direkt angesprochen, als ich es entdeckt habe. Nachdem ich „Lily und der Oktopus“ von Steven Rowley gelesen habe, hatte ich ...

„Die kleinsten, stillsten Dinge“ von Sara Baume hat mich mit dem Klappentext direkt angesprochen, als ich es entdeckt habe. Nachdem ich „Lily und der Oktopus“ von Steven Rowley gelesen habe, hatte ich erst mal ein bisschen Angst, wieder „so ein Hundebuch“ zu lesen, aber ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Buch ist so vollgepackt mit wunderschöner Sprache, einem wahnsinnig guten Erzählstil und einer schönen, aber auch traurigen Geschichte. Gegen Ende wurde das Leseerlebnis dann etwas abgeschwächt von meinen Erwartungen an das Buch. Aber fangen wir mal beim Inhalt an:


Ray ist Mitte 50, als er aufgrund einer Rattenplage auf seinem Dachboden beschließt, einen Hund anzuschaffen. Ob er es bewusst beschließt oder ob es vielleicht doch nur eine Eingebung ist, wissen wir nicht. Auf einem Poster vom Tierheim entdeckt er Einauge, der bei einem Kampf mit einem Dachs den Kürzeren gezogen hat, und nimmt das Tier mit nach Hause. Ray ist ein Einsiedler, bevor sein Vater starb (was jetzt gut ein Jahr zurückliegt), hat er niemandem je die Tür geöffnet oder jemals telefoniert. Dass er eigenartig ist, war ihm bewusst, doch was es genau ist, das ihn sonderbar macht, weiß er bis heute nicht. Sein Vater hielt ihn immer unter Verschluss, Ray hat nie andere Kinder kennengelernt und ist auch nie zur Schule gegangen. Nach dem Tod seines Vaters wohnt er alleine in der Bruchbude von Haus, die er geerbt hat, und verbringt seine Tage damit, zu lesen, bunte Glasperlen und andere Kostbarkeiten vom Strand zu sammeln und damit, die Dinge zu beobachten, die sonst niemanden zu kümmern scheinen.


Als Einauge bei Ray einzieht, wird alles anders. Plötzlich hat Ray erstmals einen Kameraden, jemandem, mit dem er reden kann. Und so erzählt er Einauge alles. Alles, was sich vor den Fenstern des Hauses abspielt, bis zu kleinen Dingen, die Ray beim täglichen Strandspaziergang sieht und die Einauge, immer seiner „Madennase“ folgend und Gerüche jagend, übersieht. So sieht Ray auch die Gefahr, die von Einauge ausgeht, wenn dieser auf andere Hunde trifft. Einauge verbeißt sich in zwei Hunden, ehe die Polizei vor der Tür steht und ihn in Gewahrsam nehmen will. Hier beginnt die Flucht der beiden, immer landeinwärts, immer die Menschen meidend, immer auf der Hut. Doch als das Geld schließlich zu Ende geht und die beiden mittlerweile besten Freunde umkehren müssen, stellt sich Ray schließlich seiner Vergangenheit.


Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com