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Veröffentlicht am 05.10.2018

Jede Menge Mumpitz

Jede Menge Mumpitz
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Worum geht’s?

In diesem Buch gibt Bob Odenkirk, wohl am bekanntesten als Anwalt Saul Goodman in den Serien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“, Kurzgeschichten und Gedichte zum Besten. Vom Plädoyer ...

Worum geht’s?

In diesem Buch gibt Bob Odenkirk, wohl am bekanntesten als Anwalt Saul Goodman in den Serien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“, Kurzgeschichten und Gedichte zum Besten. Vom Plädoyer gegen das Bücherlesen auf der Toilette über eine möglicherweise stattgefundene Begegnung mit Gott bis hin zur schlechtesten Rede, die Martin Luther King Jr. jemals gehalten hat, werden Leser und Leserin kopfüber in einen Humor gestürzt, den es auf unserer Seite des Atlantiks noch viel zu selten gibt. Sinn hat das ganze nicht, das gibt der Autor selbst zu, und soll es auch nicht haben. Außer vielleicht, Dinge und Menschen auf die Schippe zu nehmen, bei denen es man sich eigentlich nie traut und… wildes Gelächter.

Wie hat es mir gefallen?

Im Stile des Kapitels „Hat mich nicht überzeugt“ aus Bobs Buch beginne ich mal mit den Worten: Ich bin ein RIESIGER Fan von Bob und seiner Arbeit, aber dass er ein Buch geschrieben hat, ging voll an mir vorbei! Im Ernst, ich liebe Bob Odenkirk und die Rollen, denen er Leben einhaucht. Nun ein Buch von ihm zu lesen, war wohl das Riskanteste, was ich dieses Jahr getan habe — Götzenverehrung und so. ? Der Klappentext lockt, das Cover ebenso, und hach, dieser grüne Seitenschnitt! Doch leider, leider konnte ich mich überhaupt gar nicht mit Bobs Humor identifizieren. Natürlich, an ein paar Stellen habe ich geschmunzelt, doch von den Abschnitten „Berühmte Zitate, ungekürzte Fassung“ (bei denen darum geht, bekannte Zitate humorvoll zu erweitern und zu zeigen, dass das eigentliche Zitat aus dem Kontext gerissen wurde), bei denen gefühlt jedes Zitat um ein „Ach, auch egal“ erweitert wurde, bis hin zu Theaterstücken über Hitler oder professioneller Tattoo-Motiv-Beratung war mir irgendwie viel zu wenig „hihi“. Das „wilde Gelächter“, das mir auf dem Klappentext versprochen wurde, habe ich schmerzlich vermisst. Eingestreut zwischen die Texte sind Cartoons, die irgendwie nichts mit dem Text zu tun haben, sowie ein merkwürdiger, mehrseitiger Comic.

"Der mittlere Bauchmuskel auf der linken Seite […] heißt Terrence. Es ist ein Respekt gebietender Muskel. Er spannt sich jedes Mal, wenn ich einen Artikel über die Erderwärmung lese."

Jedoch muss ich sagen, dass die Sprache und der Schreibstil mir sehr gefallen haben und ich bei der Lektüre von „Jede Menge Mumpitz“ auch Bobs Stimme (bzw. die des Synchronsprechers) im Kopf hatte. (Vielleicht gibt es das Ganze ja demnächst als Hörbuch, gesprochen vom Autor?) Die 174 Seiten waren hin und wieder mit etwas persönlicheren Geschichten gespickt, die mir am meisten gefallen haben und die wohl auch teilweise im New Yorker als Kolumne erschienen sind. Diese etwas weniger albernen Kurzgeschichten waren vom Stil und auch vom Humor her irgendwie etwas komplett anderes, und davon würde ich sehr gerne mehr lesen! Highlights waren „Louvre-Audiotour für Hauseigentümer“, „Mein Waschbrettbauch“ und „Zukunftsvision“. In letzterer Kurzgeschichte gibt es auf der Welt nur noch glutenfreie Lebensmittel und die Menschen leben ein sorgenfreies Leben, da sie nicht mehr umständlich überall nach den Inhaltsstoffen fragen müssen.

„Jede Menge Mumpitz“ ist ein buntes Potpourri und auch, wenn es nicht meinem Humor entspricht, muss man festhalten, dass Bob Odenkirk nicht nur seichte Witzchen vom Stapel lässt, sondern politische Themen sowie Alltägliches mit einer Prise Humor aufarbeitet. Wer Bob mag und sich an ein humoristisches Buch herantrauen möchte, dem kann ich es empfehlen, aber mit diesem Buch habe ich wieder einmal festgestellt, dass Humor nicht universal funktioniert und jeder hier doch seinen eigenen Geschmack mitbringt.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Eine von Neurowissenschaftlern wundervoll gestaltete Graphic Novel, die uns mit auf eine spannende Reise in unser Denkzentrum nimmt.

Das Gehirn
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Wow, was für eine prachtvolle Covergestaltung! Dieses Buch, pardon, diese Graphic Novel, ist mir beim Beäugen der Herbstvorschauen direkt ins Auge gefallen. Dr. Matteo Farinella und Dr. Hana Roš bringen ...

Wow, was für eine prachtvolle Covergestaltung! Dieses Buch, pardon, diese Graphic Novel, ist mir beim Beäugen der Herbstvorschauen direkt ins Auge gefallen. Dr. Matteo Farinella und Dr. Hana Roš bringen uns mit „Das Gehirn“ eine Welt näher, die vielen von uns (oder zumindest denen, die keinen Biologie Leistungskurs hatten) eher verschlossen bleibt. Auf knapp 130 Seiten reisen wir mit einem namenlosen Protagonisten (der in ein Gehirn „aufgelesen“ wird und eigentlich nur nach Hause will) quer durch unser Rechenzentrum und erfahren alles über die Funktionsweise von Rezeptoren, Neurotransmittern und Vesikeln. Wer Fachtermini eher meidet und Wert auf eine Dummy-freundliche Erklärweise legt (ich hatte mich schon gefreut!), ist hier leider falsch, denn „Das Gehirn“ ist trotz seiner Aufmachung als Graphic Novel (leider) weder für jüngere noch Gehirn-unerfahrene Leser geeignet. Farinella und Roš werfen uns wie auch den Protagonisten mitten in die verrückte Welt der Wissenschaft, und da ich für meinen Teil kein Vorwissen mitgebracht habe, habe ich nur schwer Zugang zu diesem Buch gefunden.

Dr. Matteo Farinella und Dr. Hana Roš fassen die sehr ansprechend illustrierte Graphic Novel in folgende Teilkapitel:

- Morphologie — Hier werden zu Beginn wichtige Grundbegriffe erläutert
- Pharmakologie — In diesem Kapitel erfahren wir alles über Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Glutamat (hier war ich etwas geschockt – ist das nicht ein Zusatzstoff für sehr viele Fertig-Lebensmittel?), welche Funktionen sie erfüllen und wie sie arbeiten
- Elektrophysiologie — Die Forscher Alan Hodgkin und Andrew Huxley erklären uns, wie ein Nervensignal erzeugt wird, zudem gibt es eine Einführung in den Begriff „Strom“: was Strom eigentlich ist, wie er funktioniert und was er in unserem Gehirn macht
- Plastizität — Hier gibt es eine kleine Einführung zum Gedächtnis: Was sind Träume und Erinnerungen und wie kann Verhalten konditioniert werden?
- Synchronizität — In diesem Kapitel geht es um das Ich-Gefühl, Geist vs. Gehirn

In jedem dieser Kapitel, die spannende Themen beinhalten, begleiten uns ein oder mehrere berühmte Forscher des Gebiets — wie etwa Iwan Pawlow und seine Konditionierungsforschung — die uns kompliziertere Themen etwas leichter verständlich machen wollen. Doch leider ist „Das Gehirn“ so vollgepackt mit Fachtermini und Erläuterungen zu Funktionsweisen, dass alles holterdipolter „runtererzählt“ wird, und genauso schnell, wie unser Protagonist dem Gehirn entkommen möchte, ist irgendwie auch das Erzähltempo, sodass es im Oberstübchen nur so blubbert. Natürlich handelt es sich bei einer Graphic Novel um ein bildgetriebenes Medium, das natürlich etwas „schneller“ zu konsumieren ist als ein nur-Text Buch, dennoch ging mir alles etwas zu flott.

Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/neurocomic-das-gehirn-als-graphic-novel-entdecken

Veröffentlicht am 16.09.2018

Krieg, Schrecken, die Atombombe, Identitätsfindung — Marina Perezagua packt all dies zwischen zwei Buchdeckel und mausert sich zum End-of-Summer Highlight.

Hiroshima
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Wow, was für ein Cover, was für ein Buch! Marina Perezaguaist mit „Hiroshima“ ein wahnsinnig aufwühlendes Buch gelungen, das nicht nur über Kriegstraumata, die „Schande des Überlebens“ und den Wahnsinn ...

Wow, was für ein Cover, was für ein Buch! Marina Perezaguaist mit „Hiroshima“ ein wahnsinnig aufwühlendes Buch gelungen, das nicht nur über Kriegstraumata, die „Schande des Überlebens“ und den Wahnsinn der Menschheit spricht, sondern auch, und das ganz überraschend, über Gender. (Ich verwende hier den englischen Begriff, da mir das deutsche „Geschlecht“ viel zu sehr an das Körperliche gebunden zu sein scheint und das Englische hier wunderbar differenziert.) Es geht um H., unsere namenlose Protagonistin, und ihren Kampf mit ihrem Körper. Denn H. wurde mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren, und da die Eltern schlicht überfordert waren, entschlossen sie sich, ihr Kind als Jungen großzuziehen. Doch wie ihr bereits an meinen Pronomen erkennen könnt, fühlt H. sich mehr als Frau und möchte auch ihren Körper später , wenn sie alt genug ist, anpassen. Doch als ihr die Atombombe nimmt, was sie immer als lästig empfunden hat, fühlt sie sich beraubt. Eine lebenslange Trauer beginnt. Sie lernt Kriegsveteran Jim kennen, der während des Krieges ein Baby. ein Mädchen, versorgt hat und dieses nun wiederfinden will, da er sich als Vater sieht. H., die nicht nur mit einem Penis, sondern auch mit einer dysfunktionalen Gebärmutter geboren wurde, spürt ihr Sehnen. Denn vor der Bombe hätte sie wenn nicht Mutter, dann Vater werden können, jetzt bleibt ihr nichts. Der Wunsch nach einem Kind gewinnt Überhand und so hilft sie Jim, seine Tochter zu finden. Eine lange Reise beginnt, die H. und Jim die Schrecken des Krieges immer wieder vor Augen führt.

"Ich habe Hiroshima überlebt, weil es meine Pflicht war, zu überleben und Zeuge meiner eigenen Existenz zu sein, denn dafür hat meine Mutter mich auf die Welt gebracht: damit ich sehe, was vor mir liegt, eine Bombe oder eine Herde friedlich grasender Schafe."

Als ich den Klappentext und die Leseprobe las, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was mich erwartet. Ich rechnete mit einem Buch über den Krieg, über die Gräuel der Atombombe und wie sie Land und Menschen Japans veränderte. Doch was Marina Perezagua hier zwischen zwei Buchdeckel packt, ist so viel mehr. Es geht um Identitätsfindung, wenn einem das geraubt wird, dessen man sich eigentlich bewusst entledigen wollte, es geht um Akzeptanz, es geht um Sinnkrisen. Eigentlich hätte die Lektüre wahnsinnig bedrückend und deprimierend sein müssen — und das war sie auch, versteht mich nicht falsch —, doch gab es immer wieder Szenen der Hoffnung, der Freude, wenn ein neues Lebenszeichen von Jims Tochter auftaucht, wenn die beiden ihrem Ziel einen Schritt näher kommen. Aber auch die Tatsache, dass H. langsam und schmerzvoll ihren Verlust aufarbeitet, sich mit anderen Intersexuellen austauscht und sogar sexuelle Ausrichtung kennenlernt, von denen sie nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Ich muss sagen, durch H. habe ich sehr viel gelernt, was mir das Gender Studies Seminar in der Uni nicht einmal ansatzweise mitgeben konnte. H. stellt wichtige Fragen, wie etwa die Frage danach, warum man ein Baby mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen in eine Form zwingt, damit es in Schema X oder Y passt, „warum nicht diesen Status aufrechterhalten, bis das Baby, wenn es sich physisch und bezüglich seiner Identität entwickelt, für sich selbst entscheiden kann? Aber nein, aus irgendeinem Grund wird ihm das Geschlecht mit dem Hammer eines Richters aufgedrückt, und es wird Junge oder Mädchen genannt, Mann oder Frau, Greis oder Greisin“.

Weiterlesen: https://killmonotony.de/rezension/marina-perezagua-hiroshima

Veröffentlicht am 02.09.2018

Puristisch und bedrückend liegt in „Kein schönerer Ort“ eine ungesagte Katastrophe in der Luft — gekonnt inszeniert!

Kein schönerer Ort
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Als ich in der Herbstvorschau des cass Verlags diesen Titel entdeckte, war mir direkt klar: Das muss ich lesen. Der Klappentext deutet auf eine mögliche Atomkatastrophe hin, nach der die Bewohner Umizukas ...

Als ich in der Herbstvorschau des cass Verlags diesen Titel entdeckte, war mir direkt klar: Das muss ich lesen. Der Klappentext deutet auf eine mögliche Atomkatastrophe hin, nach der die Bewohner Umizukas dort leben, aber ausgesprochen wird dies nicht. „Kein schönerer Ort“ von Manichi Yoshimura erzählt aus der Perspektive eines jungen Mädchens, wie sich Ungeheuerliches abspielt, Todesfälle überspielt werden und der Zusammenhalt des Orts irgendwie erzwungen scheint. In den Schulen fehlen nach und nach immer mehr Kinder, sie klappen im Unterricht zusammen und wenige Tage später erfahren wir, dass sie gestorben sind. Der Grund dafür wird uns allerdings nicht genannt. Die unschuldige Sprache Kyoko-chans lässt uns nur langsam die Katastrophe wahrnehmen, die sich in Umizuka abgespielt haben muss. Nach dutzenden Malen, in denen Kyoko die Umizuka-Hymne gezwungenerweise und lustlos mitsingt, weil sie sich von der Gemeinschaft ihrer Klassenkameraden ausgeschlossen fühlt, wächst in ihr das Bewusstsein, dass etwas faul ist. Ihre Mutter kocht nie frisch, lässt Dosen voller Fertiggerichte importieren und achtet penibel auf jedes Staubkorn. Ist womöglich doch etwas geschehen? Aber wieso tun dann alle so, als wäre nichts gewesen?

"Am Ende tut nicht nur Umizuka, sondern das ganze Land so, als wäre nichts gewesen. Vielleicht nimmt gar […] die ganze Welt an dieser Komödie teil."

Dieser Roman hat mich gut 50 Seiten (ein Drittel!) gekostet, bis ich richtig drin war. Die Sprache und Erzählperspektive schien erst ungelenk, doch danach hat „Kein schönerer Ort“ seine schaurige Magie entfaltet. „Kein schönerer Ort“, das scheint Umizuka nach Meinung der gesamten Stadtbevölkerung tatsächlich zu sein, und obwohl die Kinder dahinsterben, bemühen sich die Älteren um Normalität. Was auch immer geschehen ist, es hat die Bewohner Umizukis zusammengeschweißt, ein übertrieben erscheinendes Gemeinschaftsgefühl hat sich entwickelt. Die Anwohner betonen immer, dass man das Gemüse und das Obst aus der Stadt bedenkenlos essen könnte, und spätestens jetzt fragt man sich als Leser, wieso sie geblieben sind. Oder werden die Bewohner Umizukas gar gezwungen, dort zu verbleiben, um andere Regionen nicht zu kontaminieren? Der Begriff „Atomkatastrophe“ steht wie ein dicker Elefant im Raum, doch niemand, wirklich niemand, spricht in Umizuka darüber — beziehungsweise wird von der Polizei mit den Worten „Alles erstunken und erlogen!“ abgeführt und nie wieder gesehen.

"Mit dem Bewusstsein des Menschen hat es so eine Bewandtnis. Beeinflusst vom Verhalten seiner Umgebung, sieht der Mensch bald nicht mehr, was er sieht. Selbst das Dreieck unmittelbar vor seinen Augen wird, wenn alle anderen behaupten, es sei ein Kreis, zum Kreis. Er fasst es nicht nur als solchen auf. Er sieht wirklich: einen Kreis."

Die Sprache von „Kein schönerer Ort“ ist für mich typisch „japanische Literatur“. Dieses Schnörkellose, Leise, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Und trotz der Kürze dieses Romans hat Yoshimura den richtigen Ton getroffen. Der Klappentext verrät uns, dass dieses Buch zum Anlass der Reaktorkatastrophe in Fukushima geschrieben wurde, was den Eindruck der „Kontamination“ nur noch verstärkt. Mehrmals wird zudem erwähnt. dass Umizuki die Heimat ist, „die wir einmal verloren haben“ und die wieder aufgebaut wurde — das ist meiner Meinung nach der letzte Groschen, der fallen musste.

Fazit: Mit „Kein schönerer Ort“ von Manichi Yoshimura ist wieder mal ein kurzer, eigensinniger, aber auch wunderbarer Titel im cass Verlag erschienen! Die Sprache, die Geschichte, alles fügt sich toll zusammen. Lediglich der Start fiel mir etwas schwer und gegen Ende schlug die Handlung eine Richtung ein, die sich mir nicht ganz erschlossen hat. (Wer es gelesen hat, möge sich bei mir melden!) Yoshimuras Roman möchte ich jedem ans Herz legen, besonders aber allen, die die japanische Literatur bereits kennen, denn dieses Buch fügt sich nahtlos ein, obwohl es kein gleichförmiges Puzzlestück ist.

Mehr unter: https://killmonotony.de/rezension/manichi-yoshimura-kein-schoenerer-ort

Veröffentlicht am 02.09.2018

Eine famose Fortsetzung — Mr Griswolds Bücherjagd wird noch spannender!

Mr Griswolds Bücherjagd
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Noch gar nicht allzu lange ist es her, dass ich euch den ersten Band der verrückten Bücherjagd, Jennifer Chambliss Bertmans „Das Spiel beginnt“, vorgestellt habe, und schon ist Teil zwei erschienen! In ...

Noch gar nicht allzu lange ist es her, dass ich euch den ersten Band der verrückten Bücherjagd, Jennifer Chambliss Bertmans „Das Spiel beginnt“, vorgestellt habe, und schon ist Teil zwei erschienen! In „Der unlösbare Code“, dem neuen Abenteuer von James und Emily (und sogar mit Emilys Bruder Matthew) geht es wieder um einen spannenden Code, nämlich den titelgebenden unlösbaren Code. Dieser ist seit über 100 Jahren ungelöst und unsere Rätselknacker stoßen nur darauf, weil ihr Lehrer Mr Quisling irgendetwas vorhat. Derweil brechen in der Stadt immer neue Feuer aus, bei einem ist Emily sogar vor Ort und kommt mit dem Schrecken davon. Was die Feuer und Mr Quislings komisches Verhalten mit dem unlösbaren Code zu tun haben? Das finden James und Emily bald heraus, und gemeinsam geraten sie möglicherweise ins Visier eines altes Fluchs — oder steckt vielleicht doch etwas anderes dahinter?

"Es gab keinen besseren Weg, Emilys Interesse an einer Chiffre zu wecken, als zu behaupten, sie sei unlösbar. Ihre Haut prickelte wie elektrisiert. Das war das Gefühl, das sie immer bekam, wenn ein Buch sie völlig in seinen Bann zog."

Nachdem ich den ersten Band dieser Trilogie begeistert verschlungen habe, musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen. „Der unlösbare Code“ kommt im herbstlichen Orange daher und konnte mich bereits mit seinem Klappentext vollends überzeugen. Nun, nach der Lektüre von Band zwei, kann ich sagen: Jennifer Chambliss Bertman hat es wieder geschafft! Während im ersten Band der Aufbau der Charaktere und des Settings seine Zeit gebraucht hat, ging es beim „unlösbaren Code“ direkt los, alle Personen waren bekannt und als Leser des ersten Bandes hat man bereits Fuß im Griswoldversum gefasst. Aber auch Einsteiger, die Band eins (aus welchen skurrilen Gründen auch immer ? ) nicht gelesen haben, können beruhigt mit Band zwei einsteigen. Natürlich fehlen ein paar Hintergrundinfos, die Autorin hat aber allerhand Auffrischer und Erläuterungen eingefügt, die selbst Neueinsteigern den Genuss von Band zwei der Bücherjagd möglich machen.

So viel zum Set-up, die Geschichte bleibt spannend, wird vielleicht sogar ein bisschen spannender als Teil eins. Emily, James und Matthew entwickeln sich zudem auch ein wenig weiter, bei Mehrteilern finde ich das immer sehr wichtig. Die Sprache, die ich in Band eins sehr lieb gewonnen habe, bleibt natürlich dieselbe und es gibt keinen krassen Stimmungsumschwung oder Ähnliches. Die lockere Schreibe, das zackige Tempo und die knackig kurzen Kapitel machen den neuen Band von Griswolds Bücherjagd zum perfekten Begleiter für die Tasche, da man auch bei kurzen Zug- oder Busfahrten ein Kapitel schaffen kann. Zum Inhalt möchte ich gar nicht so viel erzählen, da ich glaube, alles, was über den Klappentext hinausgeht, könnte euch bereits spoilern. So viel sei aber verraten: Eure grauen Zellen werden auch in diesem Teil beansprucht! Es gibt zwar nicht so viele verschiedene Codes wie im ersten Band, dafür aber den Code aller Codes.

Fazit: Mr Griswolds Bücherjagd bleibt spannend. Auch mit dem neuen Band der Bestseller-Trilogie ist Jennifer Chambliss Bertman ein echter Coup gelungen. Die Story hat zu keinem Punkt Hänger, es gibt keine langweiligen Passagen und das Gesamtbild ist einfach stimmig. Ich wurde sehr unterhalten und deshalb gibt’s für den „unlösbaren Code“ 5 Sterne!

Mehr auf: https://killmonotony.de/rezension/mr-griswolds-buecherjagd-geht-weiter