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Veröffentlicht am 18.04.2021

Nichts für schwache Nerven!

Unbarmherzig
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Das Cover zeigt ein Bild des Hamburger Hafens mit Blick auf die Stadt. Ganz oben lesen wir den Namen des Autor Markus Kleinkneckt, dann auf dunkelrotem Grund in weißen dicken Lettern UNBARMHERZIG, unten ...

Das Cover zeigt ein Bild des Hamburger Hafens mit Blick auf die Stadt. Ganz oben lesen wir den Namen des Autor Markus Kleinkneckt, dann auf dunkelrotem Grund in weißen dicken Lettern UNBARMHERZIG, unten rechts quer das Logo des Verlags ullstein mit der Eule.

Die Zeitung, für die der Reporter Jan Fischer und seine ihm privat verbundene Fotografin Charlotte Sander arbeiten, stellt in Kürze ihre Arbeit ein. Bis dahin können die Mitarbeiter noch weiterarbeiten und/oder ihre Resturlaube nehmen. Da Jans und Charlottes Beziehung in einer Krise steckt, macht jeder sein Ding.

Jan beginnt mit seinen Recherchen für sein Buch über Serienmörder. Einer seiner Kollegen weist ihn auf eine 20 Jahre zurückliegende und nie gelöste Mordserie hin und genau diese möchte Jan sich einmal näher ansehen. Er nimmt Kontakte mit damaligen Ermittlern auf - und auch mit den Familien der Opfer. Er wollte eigentlich den alten Fall als Aufhänger für sein Buch nehmen, doch was er nicht glaubte, er kommt dem Mörder näher.

Charlotte trifft währenddessen zufällig ihre langjährige Freundin Maren, von der sie ewig nichts gehört hat. Sie erfährt schreckliche Sachen von ihr aus der gemeinsamen Kindheit. - Forsch wie sie ist, legt sie sich mit den falschen Menschen an und bringt sich damit in große Gefahr.

Ich mag nicht viel mehr verraten, doch für schwache Gemüter ist dieser Roman nichts. Er geht unter die Haut. Gleich von Beginn an ermittelt der Leser mit. Berichtet wird aus Sicht von Jan, dem investigativen Journalisten und Buchschreiber, von Charlotte, der Fotografin, die Probleme mit ihrem Partner hat und ihrer Freundin Maren adhoc zu Seite steht und helfen will, und auch der Serienmörder berichtet.

Markus Kleinknecht versteht es, seine Leser zu fesseln. Die Handlung ist schlüssig, auch wenn ich wirklich erst ganz zum Schluss auf den richtigen Täter kam.

Ich empfehle Thrillerfans, diesen Roman zu lesen!

Herausgegeben wurde er als 2. Edition bei ullstein Taschenbuch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

Alles so anders

So wie du mich kennst
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Das Cover zeigt zwei junge Frauen in Badesachen auf einer hellblauen Decke am Strand liegend. Darüber der Name der Autorin Anika Landsteiner, darunter der Titel des Romans "So wie du moch kennst". Die ...

Das Cover zeigt zwei junge Frauen in Badesachen auf einer hellblauen Decke am Strand liegend. Darüber der Name der Autorin Anika Landsteiner, darunter der Titel des Romans "So wie du moch kennst". Die Farben des Covers sind diffus, wie im Nebel bzw. nicht in klaren Farben, was m.E. auf die Stimmung im Buch hinweist.

Karla hat die Urne ihrer Schwester Marie aus New York in ihr Heimatdorf Unteroberheim gebracht. Sie kann es nicht fassen, ihre Seelenverwandte, mit der sie fast täglich telefonierte, ist von jetzt auf gleich tot, überfahren. Sie ging bei Rot über eine Ampel. Die Beerdigung rauscht an ihr vorbei, reden kann sie nur richtig mit ihrem besten Freund, der dies bereits seit Kindertagen ist. Mit Max verband sie auch mal mehr, doch diese feste Beziehung hatte sie aufgelöst. Die Freundschaft blieb. Er ist für sie da, wenn sie ihn braucht.

Jetzt muss sie nur noch einmal nach New York, Maries Wohnung auflösen und alles weitere Notwendige veranlassen. Sie weiß zwar nicht, ob und wie sie das schaffen soll, doch es muss ja sein. In Amerika hat sie ihre Schwester sehr oft besucht, sie kennt ihre Freunde, die helfen ihr bestimmt.

Dort angekommen denkt sie über vergangene Zeiten nach, wie Marie dorthin kam. Marie war eine begnadete Fotografin, die bei einer Ausstellung ihren späteren Mann, einen Amerikaner aus reichem Haus, kennenlernte. Natürlich nahm sie dieses Sprungbrett wahr, sie wollte im Gegensatz zu Karla schon immer raus aus dem Dorfleben. Die Ehe ging nicht gut und so kam sie nach New York in ihr Ein-Zimmer-Apartment. -

Hier machte Marie Beobachtungen, die sie zur Verzweiflung bringen. Und Karla erfährt bei ihrem Aufenthalt in der Wohnung jetzt davon, sie kann nichts mehr verstehen. Sie dreht sich im Kreis und fragt sich, wann sie endlich mit der Wohnungsauflösung beginnen kann. Wer war ihre Schwester wirklich, wird sie dies erfahren? Die Trauer bringt sie fast um den den Verstand.

Die Autorin Anika Landsteiner hat mit diesem Roman ein heißes Eisen angepackt. Auf der anderen Seite der Waagschale finden wir die feste Verankerung von Vertrauen und Liebe. Für die trauernde Schwester Karla ist es sehr wichtig, ihren Freund Max als Fels in der Brandung zu haben.

Das Buch ist unterteilt in Kapiteln, in denen Marie und Karla in der Ich-Form berichten. Wir hoffen, alles zu verstehen und zu erfahren. Diese Neugierde hält uns davon ab, das Buch aus der Hand zu legen - und das ist gut so.

Die Autorin schreibt sehr eindringlich und dennoch unterhaltsam. ich habe diesen Roman gerne gelesen und werde ihn nicht so schnell vergessen. Er erscheint bie S. Fischer Verlage im April 2021.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2021

Die Fallen des digitalen Zeitalters

Frankfurter Fake News
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Einser und Nullen im Hintergrund deuten schon auf die Computersprachen hin, weiterhin ist das Cover neongrün ins Blaue gehend mit dem Namen des Autors Robert Maier, dem Titel "Frankfurter FAKE NEWS" und ...

Einser und Nullen im Hintergrund deuten schon auf die Computersprachen hin, weiterhin ist das Cover neongrün ins Blaue gehend mit dem Namen des Autors Robert Maier, dem Titel "Frankfurter FAKE NEWS" und darunter "Ein VIRUS-COP Krimi" versehen. Zudem der Hinweis auf den Verlag "mainbook".

Ein Deutschtürke wurde in seinem Reisebüro in Bockenheim erschossen. IT-Frührentner Olaf, der zugleich Vater des Kriminalbeamten Tobias ist, der den Fall bearbeitet, wird neugierig. Er stellt fest, dass Gerüchte über den Toten im Umlauf sind. Diese wurden im Internet verbreitet. Nun, ein Türke und zudem noch pädophil - daraus kann man schon einmal Brennstoff machen. Wenn denn etwas daran ist. Olaf beginnt zu ermitteln, nur so, ganz privat. Vielleicht kann er ja auch noch irgendwie seinem Sohn helfen, was dieser natürlich nicht wissen darf.

Gemeinsam mit seinem krebskrankem Freund Gottfried, der sich zur Chemo im Krankenhaus befindet, allerdings beste Verbindungen hat und zudem viel Langeweile, kniet Olaf sich in diesen Fall, bis er sich selbst in Gefahr begibt. Die beiden stellen fest, dass sich in den Sozialen Netzwerken politische Gruppen gegründet haben, die falsche Meldungen verbreiten mit dem Ziel, die Leute gegen Ausländer aufzubringen. Es geht so weit, dass die Leute manipuliert werden. Ging da jemand einen Schritt zu weit? - Muss Olaf wieder als "Virus-Cop" tätig werden? Dies wäre allerdings äußerst gefährlich.

Die Protagonisten auf der guten Seite des Romans sind sympatisch, z.T. schrill und exotisch, aber absolut liebenswert. Manchmal muss man sich auf die unterschiedlichen Handlungsorte einstellen, aber das macht auch einen gewissen Reiz aus. Olafs Privatleben wird dabei nicht außer acht gelassen und so manches Mal musste ich schon schmunzeln.

Der Autor Robert Meier weiß, wovon er schreibt. Er ist Internet-Spezialist, genauso wie sein Frührentner Olaf im Roman. Wer sich etwas im Social-Media auskennt, weiß auch, dass man heute die Fake-News kaum von den richtigen Meldungen unterscheiden kann. Wer sich nicht sicher ist, sollte erst gar nicht weiterlesen, wenn er etwas unter einem großen Aufmacher entdeckt. Vor diesem Hintergrund ist dieser Roman hochaktuell. Er ist allerdings kein reißerischer Thriller, sondern eher ein Digital-Crime, er zeigt auf, welche schlimmen Machenschaften mithilfe der elektronischen Datenverbreitung möglich sind.

Dies ist der zweite Virus-Cop-Roman. Er lässt sich auch unabhängig von seinem Vorgänger "Der Tote an der Nidda" lesen. - Er wurde veröffentlicht beim Verlag mainbook.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Er hat ja selbst nicht dran geglaubt

Die Erfindung des Dosenöffners
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Das Cover ist schlicht in pink, darauf eine flache runde weiße Dose mit geöffnetem, hoch stehendem Deckel, auf dieser lesen wir den Titel in schwarz DIE ERFINDUNG DES DOSENÖFFNERS - auf dem roten Etikett ...

Das Cover ist schlicht in pink, darauf eine flache runde weiße Dose mit geöffnetem, hoch stehendem Deckel, auf dieser lesen wir den Titel in schwarz DIE ERFINDUNG DES DOSENÖFFNERS - auf dem roten Etikett der Dose den Namen des Autors Tarcan Bagci.

Timur Aslan ist ein freiberuflich für die Lokalredaktion seines Ortes arbeitender Journalist. Er braucht dringend ein Volontariat und dafür ebenso dringend - eine durchschlagende Story. Doch woher nehmen und nicht stehlen? Bisher ist er davon ausgegangen, dass sein Freund Benjamin ihm dabei hilft, doch irgendwie denkt dieser nicht unbedingt ständig an Timur. Abgesehen davon, dass die jungen Leute - Timur ist 20 Jahre alt - gemeinsam durch die Clubs ziehen, tut sich von Benjamins Seite da nichts.

Wenn er irgendwann wie seine Freunde raus aus seinem Kaff kommen will, muss sich ganz schnell etwas ändern. Enttäuscht besucht er weiter Hühnerzüchtervereine und Kegelklubjubiläen um seine mindestens 70 Zeilen zu schreiben, nicht ahnend, dass ihm hier die Story des Lebens vor die Füsse gelegt wird. Er muss nur zugreifen. Ein alter Mann vom Rentner-Kegelclub, der wohl so ziemlich durch die Hecke ist, zischt ihm zu, "die Annette hat ein Geheimnis". So was kann man doch wohl nicht ernst nehmen!

Er kommt am Altenheim vorbei und trifft sowohl auf den alten Mann als auch auf die 70-jährige Frau namens Annette. Sie bestätigt, sie habe ein Geheimnis. Doch sie besteht auf einem Deal. Er muss mit ihr Zeit außerhalb des Altenheims verbringen und sie verrät ihm nachprüfbar, dass sie den Dosenöffner erfunden hat. Unglaublich!!!

Und damit er auch möglichst viel Zeit mit ihr verbringt, beginnt die Geschichte mit Napoleon. Jaja, ihr habt richtig gelesen. - Doch es beginnt auch eine einmalige Freundschaft, obwohl Timur nicht wissen kann, wie das alles noch enden wird. Timur durchlebt während der Recherchen eine Wandlung, wofür andere Jahre brauchen.

Ich habe diesen Roman unter anderem gelesen, weil mich sein Titel ausgesprochen neugierig machte. Er beinhaltet die Geschichte des jungen Timur und die Geschichte der 70 Jahre alten Annette. Also, eigentlich sind es zwei ineinander verwobene Geschichten. Klasse! Ich stelle mir den 20-jährigen Timur mit der behinderten 50 Jahre älteren sonnenbebrillten Annette im Luxus-Schlitten seines Vaters vor. Welch ein Bild!

Ich habe den Roman an einem Nachmittag ausgelesen. Die beiden Hauptprotagonisten haben beide so ihre Lebensauffassung, doch Weisheit schließt Unbekümmertheit nicht aus. Der Roman ist flüssig geschrieben und auch ebenso flüssig zu lesen.

Dieses Buch kann ich rundum empfehlen!! Es erscheint bei Ullstein-Verlag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2021

Geist, Halbgeist, keinGeist?

Vincent und das Geisterlama
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Es ist dunkel, es ist Nacht, wie man an den Sternen am Himmel sieht. Und nachts kommen Fledermäuse heraus, auch Vincent. Auf dem Cover thront er auf der Nase eines Lamas. und schaut es verduzt an. Darüber ...

Es ist dunkel, es ist Nacht, wie man an den Sternen am Himmel sieht. Und nachts kommen Fledermäuse heraus, auch Vincent. Auf dem Cover thront er auf der Nase eines Lamas. und schaut es verduzt an. Darüber sehen wir ganz in groß und in gelben Lettern den Namen "VINCENT" darunter, ebenfalls in gelb, aber kleiner "und das Geisterlama". Ganz oben erscheint der Name der Autorin Sonja Kaiblinger sowie des Illustrators Fréderic Bertrand.

Wie schon aus dem ersten Band bekannt ist, ist Vincent eine Fledermaus, die ihre Abenteuer mit ihren Freunden erlebt. Jetzt stellt er fest, dass einioge seiner Bekannten und Freunde sogar Halbgeister sind. Er möchte auch ein Geist sein. Oder ist er sogar schon einer? Schließlich ist er doch weit über 300 Jahre alt. Doch was kann er schon besonderes? -

Ein liebenswertes Buch, das für kleine Leseratten bereits ein Pageturner ist. Aber auch zum Vorlesen geeignet und Kinder gehen vielleicht lieber früher ins Bett in Erwartung von Vincent Erlebnissen? Ich könnte es mir vorstellen.

Zumindest mein Enkel, der im 2. Schuljahr ist, liebt dieses Buch, ebenso wie er auch das erste Buch über Vincent liebt. Ganz ungeduldig wurde er, bis endlich jetzt am 10. März 2021 das zweite Buch herausgekommen ist.

Das Buch hat 128 Seiten, je Seite nicht zuviel Text und ganz tolle, sehr große Illustrationen von Fréderic Bertrand. Es wird bei amazon angegeben: ab 7 Jahre. Meines Erachtens kann man es auch gut vorlesen. Nur immer daran denken, es ist ein gruselig-witziges Buch. -

Vincent ist ein Loewe-Wow!-Buch. Loewe-Wow! nimmt Rücksicht darauf, dass sich die Lesegewohnheiten von jungen Leser*innen durch die neuen
Medien stark verändert haben. Die Digital Natives, wie man unsere Kinder nennt, die in der heutigen Zeit aufwachsen, hantieren mit verschiedenen schnellen Medien gleichzeitig. Die Zeit ist reif für ein neues Kinderbuchprogramm. Deshalb treffen hier spannende Geschichten mit einer einzigartigen Erzählweise auf eine neuartige und radikal andere Text-Bild-Gestaltung. Loewe-Wow! ist das außergewöhnliche Buchprogramm für Digital Natives, dennn wir können die Welt nicht mehr ohne digitale Medien sehen. Und - unsere Kinder wachsen mit ihnen auf. Ich glaube mit den Büchern von Sonja Kaiblinger und Fréderic Bertrand bringen wir ihnen das Lesen näher.

Das Buch ist auch bei Antolin gelistet, dies ist ein web-basiertes Programm zur Leseförderung an Schulen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere