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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2022

Ein düsteres Zirkusbuch über eine Außenseiterin, die ihren Platz im Leben findet

Zirkus der Wunder
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In dem Roman „Zirkus der Wunder“ von Elizabeth Macneal geht es um Nell, welche aufgrund ihrer vielen Muttermale immer eine Außenseiterin war. Jasper, der Besitzer eines Zirkus, entschließt sich sie kurzerhand ...

In dem Roman „Zirkus der Wunder“ von Elizabeth Macneal geht es um Nell, welche aufgrund ihrer vielen Muttermale immer eine Außenseiterin war. Jasper, der Besitzer eines Zirkus, entschließt sich sie kurzerhand von ihrem Vater abzukaufen, da er in ihr seine Chance sieht, den Zirkus berühmt zu machen. Doch im Zirkus verliebt sich Nell in Jaspers Bruder Toby und es läuft nicht alles nach Jaspers Vorstellungen.
Zuallererst möchte ich ansprechen, wie wunderschön ich das Cover finde. Die Motive auf dem Cover erzählen die Geschichte es Romans und das Design finde ich wirklich sehr schön!
Die Handlung des Buches hat mich mit gespaltenen Gefühlen zurückgelassen. Auf der einen Seite fand ich das Buch sehr spannend, da ich von Anfang an ein ungutes Gefühl hatte und schon spekuliert habe, was wohl passieren wird. Auf der anderen Seite hatte dieses Buch aber eine ganz düstere und unangenehme Atmosphäre, die mir nicht ganz so gut gefallen hat. Ich habe mich nach dem Lesen eher unwohl gefühlt, weil mir die gesamte Stimmung des Buches irgendwie zu bedrückend war. Das hat mich ein bisschen enttäuscht, weil ich mir von einem Zirkusbuch etwas anderes vorgestellt habe. Vor allem aus dem Grund, dass der Klappentext das Buch als eine „märchenhafte Geschichte“ beschreibt, was bei mir andere Erwartungen ausgelöst hat. Andererseits passt diese Atmosphäre aber wahrscheinlich besser zu der Handlung, wenn man bedenkt, was für ein Leben Nell und die anderen Zirkusmitglieder führen müssen, wie auf sie als Schauobjekte herabgesehen wird und wie mit ihnen umgegangen wird.
Das Ende wiederum konnte mich dagegen total überzeugen. Die Stimmung bleibt zwar eher bedrückend und auch das Ende hat mich nicht komplett glücklich zurückgelassen, aber dennoch war das Ende für mich überhaupt nicht vorherzusehen und deshalb sehr spannend.
Die Charaktere konnten mich allerdings nicht wirklich überzeugen. Die drei Hauptcharaktere wurden mir relativ schnell alle drei unsympathisch und das hat sich auch im Verlauf des Buches nicht geändert. Für mich war es teilweise sehr schwer, mich in die Charaktere zu versetzen und viele ihrer Handlungen konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Bei dem ein oder anderen Charakter war ich sogar regelrecht angeekelt von seinen Handlungen und Gedankengängen.
Insgesamt konnte mich das Buch also nicht vollkommen überzeugen. Dennoch war es sehr spannend und ich denke, dass es viele Menschen gibt, die meinen Kritikpunkt überhaupt nicht stören würde. Falls ihr also nach einem spannenden und düsteren Buch sucht, ist „Zirkus der Wunder“ genau das richtige Buch für euch!

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.10.2022

Ein wenig anders als erwartet, aber deshalb nicht weniger gut!

Oomblik
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In "Oomblik" erzählt Lina Mallon von der Entscheidung, sich ein Stück Land in Südafrika gekauft und dort eine Cabin gebaut zu haben. Es läuft jedoch nicht alles wie geplant und viele Steine befinden sich ...

In "Oomblik" erzählt Lina Mallon von der Entscheidung, sich ein Stück Land in Südafrika gekauft und dort eine Cabin gebaut zu haben. Es läuft jedoch nicht alles wie geplant und viele Steine befinden sich auf Linas Weg zu ihrer Cabin.

Der Klappentext beschreibt den Inhalt des Buches als eine Reise, in der Lina wieder zu sich selbst zurückfindet. Das hat bei mir Erwartungen an das Buch ausgelöst, die es nicht ganz erfüllen konnte. Statt der Frage, wie Lina ihren Platz in der Welt gefunden hat, fokussiert sich das Buch nämlich tatsächlich sehr auf den Hausbau und das hat nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen.

Dennoch finde ich es sehr schön, wie Lina uns auf ihrem ganz persönlichen Weg mitnimmt und, dass sie ihre Gedanken und Gefühle mit uns teilt. Es ist das erste Buch, dass ich von ihr lese und mir hat ihre Schreibweise sehr gut gefallen. Man konnte förmlich spüren, wie sehr sie sich in Südafrika verliebt hat! Außerdem finde ich es wirklich bewundernswert, wie sie trotz der vielen Fehlschläge stark geblieben ist und ihren Traum nicht aufgegeben hat. Das Buch ist zwar nicht ganz das, was ich erwartet hatte, doch trotzdem hat es mich total motiviert! Denn die Hauptmessage in ihrem Buch ist eigentlich, dass es möglich ist seine/ihre Träume zu erfüllen, wenn man sich nicht von der Angst unterkriegen lässt.

Außerdem finde ich die Fotos, die das Buch in sich trägt, wirklich toll. Nur nachdem ich mir die Fotos angeschaut habe, war ich noch ein wenig enttäuschter, dass das Buch nicht mehr Inhalt über Südafrika bietet.

Trotzdem war "Oomblik" ein sehr schönes Buch und wenn man mit den richtigen Erwartungen an das Buch herangeht, sollte man auch auf keinen Fall enttäuscht werden, denn das Buch hat Lina wirklich großartig geschrieben!

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Erfordert viel Aufmerksamkeit

Dämmerstunde
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Der Roman „Dämmerstunde“ von Hwang Sok-Yong erzählt aus den Perspektiven zweier Menschen, die in Südkorea leben. Zum einen begleiten wir Bak Minu, der in einem Armutsviertel aufgewachsen ist, sich aber ...

Der Roman „Dämmerstunde“ von Hwang Sok-Yong erzählt aus den Perspektiven zweier Menschen, die in Südkorea leben. Zum einen begleiten wir Bak Minu, der in einem Armutsviertel aufgewachsen ist, sich aber erfolgreich hochgearbeitet hat, durch sein Leben. Zum anderen geht es um Uhi, die sich ihren Traum erfüllen will, Theaterregisseurin zu werden.
Mir ist es wirklich sehr, sehr schwergefallen, dieses Buch zu lesen.
Die Kapitel handeln abwechselnd von Minu und Uhi, was mich anfangs schon ein wenig verwirrt hat. Aber hinzu kommt noch, dass es ständig Zeitsprünge gibt, denen ich nicht immer folgen konnte. Außerdem gibt es Personen mit demselben oder ähnlichen Namen, was mich schlussendlich voll aus dem Konzept gebracht hat. Ich war eigentlich durchgehend verwirrt und habe versucht zu verstehen, was eigentlich gerade passiert. Das Buch benötigt wirklich vollste Konzentration. Hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, bei der mir die anderen Teilnehmer geholfen haben, zu verstehen, was da eigentlich passiert, hätte ich das Buch vermutlich abbrechen müssen. Ich habe zwischendurch schon bereut, dass ich mir keine Notizen gemacht habe, um dem Buch besser folgen zu können! Dadurch, dass ich es als wirklich ansprechend empfand, das Buch zu lesen, hat sich das Lesen auch ziemlich gezogen, obwohl es an sich nur 200 Seiten hat.
Auch die Handlung konnte mich nicht ganz überzeugen. Es geht um Personen, die es wirklich sehr schwer in ihrem Leben haben und viele schreckliche Dinge erlebt haben. Das Buch ist sehr melancholisch und tiefgründig und zeigt die gesellschaftlichen Missstände, die es in Südkorea gibt. Doch trotz dieser schweren Thematik konnte mich das Buch emotional überhaupt nicht erreichen. Es ist mir persönlich einfach zu nüchtern erzählt worden und hat mich aufgrund dessen nicht packen können.
Trotzdem beinhaltet das Buch wichtige Themen über gesellschaftliche Probleme, weshalb das Buch auf keinen Fall schlecht ist! Im Gegenteil: Für mich scheint es eher so, als berichtet das Buch sehr realitätsnah! Trotzdem hat es mir nicht viel Freude bereitet, das Buch zu lesen. Es ist sehr anspruchsvoll und deshalb vermutlich nicht für jeden was.

Fazit:
Mir fällt die Bewertung des Buches wirklich sehr schwer. Einerseits mochte ich es nicht sonderlich, das Buch zu lesen, andererseits finde ich die Idee des Buches jedoch sehr gut! Deshalb habe ich mich entschieden, dem Roman 3 Sterne zu geben!

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Veröffentlicht am 22.05.2022

Eine düstere Kurzgeschichtensammlung, die man nicht so schnell wieder vergisst

JAB
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In der Kurzgeschichtensammlung „JAB“ von Un-su Kim geht es in acht Kurzgeschichten um verschiedene Männer in unterschiedlichen Lebensumständen. Die Kurzgeschichten sind allesamt unglaublich verschieden ...

In der Kurzgeschichtensammlung „JAB“ von Un-su Kim geht es in acht Kurzgeschichten um verschiedene Männer in unterschiedlichen Lebensumständen. Die Kurzgeschichten sind allesamt unglaublich verschieden und vielseitig, doch eins haben alle gemeinsam: Es geht um die düsteren Seiten des Lebens: um Scheitern, Elend, Sucht oder Gesellschaftliche Erwartungen. Es geht um Tabu-Themen und intensive Lebensgeschichten, die allesamt nicht ganz einfach zu verdauen sind.
Aufgrund dieser tragischen, hoffnungslosen und teils schockierenden Geschichten ist der Titel des Buches meiner Meinung nach wirklich passend gewählt. Jab, auch der Name der ersten Kurzgeschichte, beschreibt einen Schlag beim Boxen und genau wie der Jab wirken auch die Kurzgeschichten von Un-su Kim. Jede einzelne fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube.
Die Geschichten regen ausnahmslos zum Nachdenken an. Das liegt zum einen an den düsteren Thematiken der Geschichten, zum anderen aber auch an der Schilderung der Gedanken der Protagonisten. Sie haben bei mir allerhand Emotionen sowie Ekel, Mitleid, aber auch Hoffnung auslösen können. Auch, wenn letzteres eher selten vorkam. Keine der Geschichten hat mich unberührt zurückgelassen und ein paar der Geschichten werde ich sicherlich nicht so schnell wieder vergessen.
Nicht alle der Kurzgeschichten konnten mich vollkommen überzeugen. Teils waren sie herrlich absurd, manchmal bewegend und andere Male konnte ich wenig mit den Kurzgeschichten anfangen. Aber im Gesamtpaket haben mir die Geschichten dann wieder gut gefallen, vor allem, weil sie doch trotz ihrer Unterschiedlichkeit alle hervorragend zueinander gepasst haben.
Die Protagonisten waren, genau wie die Geschichten, allesamt verschieden. Während der eine für mich ein Held war, haben andere mich wiederum angewidert. Die meisten von ihnen waren mir, nett formuliert, nicht wirklich sympathisch. Doch eins hatten sie alle gemeinsam: Sie haben es alle nicht leicht in ihrem Leben.
Das Einzige, was mich aber wirklich stark an dem Buch gestört hat, waren die Geschlechterrollen, vor allem die Rolle der Frauen in dem Buch. Die meisten Frauen haben nicht einmal einen Namen erhalten, sondern dienten einfach nur als Sexobjekt für die Geschichten. Sie wurden schwach und übertrieben emotional dargestellt und haben klassische Stereotype wiedergegeben. Auch, wenn ich vermutet habe, dass dies eine Gesellschaftskritik darstellen soll, hat mich das ganze wirklich sehr beim Lesen gestört und aufgeregt.

Fazit:
Insgesamt kann ich sagen, dass ich das Buch wirklich gerne gelesen habe und darüber hinaus auch wirklich viel darüber nachgedacht habe. Ich denke „JAB“ wird ein Buch sein, dass ich, aufgrund ein paar seiner Geschichten, nicht so schnell wieder vergessen werde. Trotzdem gab es ein paar Punkte, die mich gestört haben und die das Buch für mich persönlich ein wenig zerstört haben.

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Veröffentlicht am 15.05.2022

Wundervoller Anfang - Enttäuschendes Ende

SOMERSET. Sehnsucht und Skandal (1)
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In „Somerset – Sehnsucht und Skandal“ von Emma Hunter geht es um Isabella Woodford, die einen Skandal vertuschen und deshalb so schnell, wie möglich einen Ehemann finden will. Dafür reist sie nach Bath ...

In „Somerset – Sehnsucht und Skandal“ von Emma Hunter geht es um Isabella Woodford, die einen Skandal vertuschen und deshalb so schnell, wie möglich einen Ehemann finden will. Dafür reist sie nach Bath zu ihrer Tante und lernt viele neue Menschen kennen. Einer davon ist Alexander, der ihr Herz schneller schlagen lässt. Doch Alexander hat sich geschworen, niemals zu heiraten.

Ich habe mich mit der Bewertung des Buches wirklich schwergetan. Das liegt daran, dass ich die erste Hälfte des Buches wirklich wundervoll fand und die andere Hälfte des Buches… nicht ganz so wundervoll. Am Anfang war ich sehr begeistert. Das Buch sieht zum einen wirklich wunderschön aus. Die Beschreibung der historischen Umgebung und Menschen hat mir sehr gut gefallen und auch auf die Handlung habe ich mich riesig gefreut: Skandale und eine wunderschöne Liebesgeschichte. In die Charaktere habe ich mich direkt verliebt. Vor allem die Protagonistin Isabella war wirklich meine Heldin. Sie ist eine starke Frau, die sich ganz anders verhält, als die Gesellschaft es von ihr erwartet und ich habe wirklich Großes von ihr erwartet. Und Alexander, der gleichzeitig beschützerisch ist, aber auch verständnisvoll, dass Isabella sich nicht so verhalten will, wie die Frauen es zu dieser Zeit sollten. Ich habe mich beim Lesen ja fast selbst ein bisschen in ihn verliebt.
Und dann kam die zweite Hälfte. Da habe ich mich mit meinen anfänglichen Erwartungen und Spekulationen wohl wirklich getäuscht. Es kam mir beim Lesen vor, als ständen da plötzlich zwei komplett neue Protagonisten vor mir. Ihr Verhalten hat mich immer mehr enttäuscht und verwirrt. Ich konnte den Verlauf des Buches gar nicht mehr nachvollziehen und war teilweise wirklich schockiert von dem, was passiert ist. Die Beziehung zwischen beiden, die ich mir so rosig und süß vorgestellt habe, war in meinen Augen einfach nur toxisch und ich habe mir zwischendurch wirklich gewünscht, dass mich am Ende kein Happy End erwarten wird.
Vielleicht bin ich auch so enttäuscht, weil für mich die beiden Hälften des Buches nicht wirklich zusammengepasst haben. Trotzdem muss ich dazu sagen: das Buch hatte auch seine guten Seiten. Es gab wirklich viele Skandale und Dramen, also genau das, was der Roman verspricht. Und die Nebencharaktere waren mein persönliches Highlight und haben mir viel besser gefallen als die Protagonisten.

Fazit:
Wie oben beschrieben, hat mir der erste Teil des Buches sehr gut gefallen und ich hatte unglaublich großen Spaß beim Lesen. Für mich ist ein gutes Ende allerdings unglaublich wichtig und deshalb kann ich es leider nicht mit mir vereinbaren, dem Buch über drei Sterne zu geben. Das Buch hat aber sein Versprechen gehalten und es gibt wirklich viel Drama und Skandale und wenn ihr das in einem Buch sucht und mit anderen Erwartungen als ich an das Buch geht, kann ich mir vorstellen, dass euch das Buch deutlich besser gefallen hätte als mir.

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