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Veröffentlicht am 17.04.2018

Norwegen 1905, das Land will unabhängig werden, zwei Frauen auch

Das Lied des Nordwinds
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Christine Kabus hat mich wieder mitgenommen nach Norwegen. Sie bietet eine Menge! Norwegen kämpft um die Unabhängigkeit, hier erklärt sie sehr schön die politischen Zusammenhänge, den Rest habe ich mir ...

Christine Kabus hat mich wieder mitgenommen nach Norwegen. Sie bietet eine Menge! Norwegen kämpft um die Unabhängigkeit, hier erklärt sie sehr schön die politischen Zusammenhänge, den Rest habe ich mir gegoogelt .Auch von der beginnenden Frauenbewegung hab ich bei uns bisher wenig gehört, jedenfalls was die Jahre um 1905 betreffen. Ihre Landschafts- und Ortsbeschreibungen sind immer wieder wunderschön. Man kriegt richtig Lust nach Norwegen zu reisen. Die Insel Sarö stell ich mir sehr, sehr schön vor. Auch Roros, daß jetzt schon in zwei Romanen vorkommt, ist bestimmt interessant. Ich denke auch die Charaktere sind durchaus als Norweger erkennbar.
Liv und Karoline, um die es hauptsächlich geht, machen eine sehr weitgehende Entwicklung durch. Auch das wird mit mit Einfühlungsvermögen geschildert.
Die Wendung zum Schluß, mit der intensiven Verknüpfung zum vorherigen Buch geht eigentlich nicht besser. Es wird soviel aufgeklärt, daß wünsche ich mir als Leser und zudem regt es an nochmal "Das Geheimnis der Mittsommernacht" zu lesen.
Geschichte:
Es gibt zwei Erzählstränge, die von Karoline und Liv erzählen
Liv, Kind armer .Elternwird nach Stavanger in einen Missionarshaushalt geschickt, um als Hausmädchen ein bißchen Geld für die Familie daheim zu verdienen.
Sie muß sich auch um den Sohn kümmern. Schnell erkennt sie, daß da etwas nicht stimmt und er soll sogar ins Erziehungsheim. Nebenher muß sie noch dagegen kämpfen nicht mit einem Missionar verheiratet zu werden und wie er selbst sagt, mit ihm als billige Arbeitskraft nach Übersee zu gehen. Liv ist trotz fehlender Schulbildung, sehr schlau und aufnahmefähig und plant bald sich und Elias zu helfen, wenn es sein muß durch Flucht. Da kommt noch ein weiterer Mann, Bjarne dazu. Liv mag ihn auf den ersten Blick und man kann spüren, das beruht auf Gegenseitigkeit.
Karoline ist mit einem verarmten, schlesischen Grafen verheiratet. Sie und ihre Familie dienen eigentlich nur als Geldgeber. Da noch kein Stammhalter auf der Welt ist und auch nicht abzusehen ist,ob überhaupt ein Kind zur Welt kommt, gibt es Probleme. Das Schloß wird an Kilian und seine verhaßte Familie fallen. Im Streit läßt die Gräfin fallen, daß Moritz ja bereits einen sohn in Norwegen gezeugt hat.Karoline hat die Idee! Sie fährt nach Norwegen sucht den Sohn und adoptiert ihn und somit kann das gräfliche Gut in der Familie bleiben.Dank ihrer guten Freundin kommt der Plan auch zustande.
Wie die zwei Erzählstränge jetzt zusammengeführt werden, ist spannend bis zum Schluß. Es gibt ja noch so viele Fragen, zum Beispiel was passiert mit Elias? Auch hier kommen noch zwei interessante Charaktere dazu. Leuthold, der nicht der ist, den er vorgibt zu sein und Frau Bethge, bei der Karoline viel lernt, nicht nur unabhängig zu sein.
Ganz am Ende kommt noch ein Clou, bei dem man Freude und zugleich Schadenfreude empfindet.
Eine unbedingte Leseempfehlung! Ein Fest für Norwegen und Christine Kabus Fans.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 16.04.2018

Frisch, modern, witzig und authentisch

Die Küchenfee
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Vom Cover war ich zu Anfang nicht ganz überzeugt. Es erschien mir recht modern. Das Innere aber, die Geschichte hat mich sofort eingenommen und jetzt weiß ich auch, daß das Cover sehr gut paßt. Ich mag ...

Vom Cover war ich zu Anfang nicht ganz überzeugt. Es erschien mir recht modern. Das Innere aber, die Geschichte hat mich sofort eingenommen und jetzt weiß ich auch, daß das Cover sehr gut paßt. Ich mag den Schreibstil von Stella Conrad. Sie schreibt flott und witzig. In jeden einzelnen Charakter, die durchaus auch ihre Ecken und Kanten haben, kann man sich herrlich einfühlen. Sie sind gut ausgearbeitet, sogar die Schwiegermutter mag man und auch Kati und Svenja, die pubertierenden Töchter. Gina ist die Italienerin schlechthin und Monsieur Pierre, der Chefkoch, von dem nur manche wissen wie er wirklich heißt. Herrlich sind die Kochschilderungen, bei Kati der älteren Tochter von Lilly scheint der Apfel nicht weit vom Baum gefallen zu sein, sie kocht fleißig mit. Dann gibt es ja auch noch Vanessa, die ehemalige Chefin von Lilly und jetzige (das wird nicht verraten!!!) und Armin, der Mann von Lilli, der für allerhand Aufregung sorgt. Mike, den Mann mit dem Zopf, der Lilli und Gina beliefert und bei Lilli Herzklopfen hervorruft .Carlos, der neue Freund von Lilli und warum letztendlich ein Verwandter von ihm bei Lilli einzieht, müssen sie unbedingt lesen und nebenbei alle geschilderten Typen kennenlernen. Es gibt soviele Fragen. Hält Lilli durch, wer ist Carlos, zu wem hält die Schwiegermutter, machen die Töchter mit oder geht Lilli gar zum Film? Das Tüpfelchen auf dem i ist der angehängte Rezeptteil! Ein unbedingtes Muß, denn nachdem sie Buch gelesen haben, haben sie soviel Appetit entwickelt, einen Magen, der rumort und ganz große Augen, sie müssen ein Rezept probieren! Jetzt werden sie sich entgültig wie Lilli fühlen! Das rosa Weingelee hat mir jedenfalls gut geschmeckt.

Geschichte:Lilli Berger arbeitet im im Kamelot als Köchin,sie ist verheiratet mit Armin und hat zwei Töchter Kati und Svenja. Es ist ein hektisches Leben, aber sie kommen gut zurecht.Im Restaurant ist sie sehr beliebt und wird vom Polizeipräsidenten sogar gebeten für ihn auf einer privaten Feier zu kochen.Da kommt dann Gina mit ins Spiel, denn beide haben schon gemeinsame Arbeit für Renates Silberhochzeit geleistet. Gina liefert die Deko und Lilli kocht. Eines Tages wird ihr ganzes Leben in Frage gestellt. Gina und Lilli machen sich selbständig. Lilli hat mit vielen Anforderungen zu kämpfen.Vor allem ihre kleine Tochter kommt nicht ganz klar mit der neuen Situation. Von der Schwiegermutter bekommt sie auf jedenfall das Geld. Auch Mike, der Lieferant gefällt ihr zunehmend.Sogar auf eine Messe gehen sie und das Fernsehen meldet sich.Lilli fühlt sich hin und hergerissen, zwischen Armin und Mike, Armin und die Töchter, soll sie das Fernsehangebot wahrnehmen?Da klappt sie zusammen! Käthe die zupackende Schwiegermutter schickt sie auf Erholung nach Helgoland und noch jemanden hinterher, Wie geht die Geschichte aus?

Jetzt muß ich unbedingt in die Küche. Vom vielen Durchblättern des Buches hab ich schon wieder Appetit auf etwas Leckeres bekommen. Mal schaun, was die Vorräte so bieten.

Viel Spaß beim Lesen!



Veröffentlicht am 12.04.2018

Adele und Viola und ein Erbe in Süditalien

Eine Liebe in Apulien
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Geschichte:
Violas Großmutter stirbt und hinterläßt ihr ein unglaubliches Erbe, um das heftig gekämpft wird. Dafür muß Viola erstmal eine Zeit in Apulien verbringen.Schafft sie es, das Erbe zu bewahren? ...

Geschichte:
Violas Großmutter stirbt und hinterläßt ihr ein unglaubliches Erbe, um das heftig gekämpft wird. Dafür muß Viola erstmal eine Zeit in Apulien verbringen.Schafft sie es, das Erbe zu bewahren? Es gibt noch eine Hinterlassenschaft, ein Junge und viele viele, Fragen.Was hat Viola geerbt? Wird Viola durchhalten, was passiert mit dem Jungen, wer ist sein Vater? Leider hat sich Viola auch noch unglücklich verliebt, ihr Angebeteter fühlt sich anderweitig gebunden!
Wie Viola versucht sich durchzukämpfen ist nicht schlecht zu lesen. Die Landschaftsschilderungen sind sehr gut, nur nach meiner Meinung wenig Apulientypisch, könnte auch Toscana sein.
Ein nettes Buch für den Urlaub, ein paar schöne Lesestunden! Mitgerissen hat es mich leider nicht.

Veröffentlicht am 31.03.2018

Eine Wahnsinnstat - verkraften die Eltern das?

Der Pub der guten Hoffnung
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Eine sehr berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen für die Charaktere geschrieben. Hannah und Sam haben "the worstcase" in einem Elternleben erfahren. Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat ...

Eine sehr berührende Geschichte mit sehr viel Einfühlungsvermögen für die Charaktere geschrieben. Hannah und Sam haben "the worstcase" in einem Elternleben erfahren. Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat dabei zwei Frauen und sich selber umgebracht. Nun ist nichts mehr wie es war! Vor allem Hannah leidet schwer. Gegen Sam wenden sich die Eltern seiner Schüler. Sie wollen ihre Kinder nicht vom Vater eines Mörders unterrichtet wissen. Hannah riskiert sogar ihre Ehe, sie will nichts mehr von Sam wissen.Die Kämpfe, die Hannah und Sam durchstehen sind sehr feinfühlig beschrieben, man leidet mit jedem mit. Hannah sucht Hilfe in einer psychatrischen Klinik und Sam nimmt eine Auszeit im Cottage seines Freundes.
Finden sie wieder zueinander?
Zur Geschichte:
Hannah und Sam haben das Schlimmste erlebt.Ihr Sohn ist Amok gelaufen und hat sich und noch zwei Frauen umgebracht.Es gibt viel Leid und viele Fragen. Von ihrer Umwelt werden sie nicht mehr akzeptiert. Hannah sucht Hilfe in einer Klinik und Sam nimmt das Angebot seines Freundes an. Er fährt nach Wales und will im Cottage Abstand gewinnen. Kaum angekommen,fangen die Probleme an. Das Cottage ist belegt! Von wem? Wer sind Hope, Finn und Sian? Was bedeuten sie ihm?Hier kommen jetzt auch die originellen Nebencharaktere dazu. Pat, der Besitzer des Pubs, Gretchen die Bäckereibesitzerin, Miss Molly, Charles und Gabe, ja sogar die demente Lebensgefährtin von Pat wird sehr liebevoll beschrieben.Sam lebt sich gut ein und wird von allen anerkannt. Dann ist seine Zeit herum und er fährt wieder nach Hause, mit dem Gedanken im Kopf, daß Pat seinen Pub aufgeben will.
Er kann tatsächlich Hannah überreden, mit ihm den Pub zu übernehmen. Gelingt ihnen damit ein Neuanfang?
Es wird noch spannend, mutig, liebevoll und zum Schluß werden sie sich richtig heimisch fühlen im Pub der guten Hoffnung!
Eine unbedingte Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 23.03.2018

Geld macht nicht immer glücklich, eine Biographie

Alles Geld der Welt
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Eigene Meinung:
3 Sterne wegen der wirklich guten Recherche. Obwohl mir die Quellenangaben fehlen, ein Bild ab und zu wäre auch nicht schlecht gewesen. Der Stammbaum ganz vorne ist sehr gut, aber es wird ...

Eigene Meinung:
3 Sterne wegen der wirklich guten Recherche. Obwohl mir die Quellenangaben fehlen, ein Bild ab und zu wäre auch nicht schlecht gewesen. Der Stammbaum ganz vorne ist sehr gut, aber es wird anstrengend bei so einem dicken Buch immer wieder vorzublättern.
Der Klappentext auf der Rückseite verspricht eigentlich einen Roman.
Ich habe auch noch nie eine Biographie als Buch zum Film gelesen. Von der Entführung handelt auch nur ein kleiner Teil. Ich hätte mir gewünscht, daß man mehr von der damaligen Dramatik mit bekommen würde.
Als Biographie an sich, ist es eine ganz tolle Geschichte, es vermittelt einem, daß es die "Superreichen" auch nicht immer leicht haben.
Zuviel Geld kann auch eine schwere Last sein und den Charakter ganz schön verderben.
Das Buch
Es ist die Geschichte eines Mannes, der einmal der reichste Mann der Welt war.
Woher kam das Geld? Wie hat das ganze angefangen? Wie war Jean Paul Getty am Lösegeld seines Enkels beteiligt. Warum lesen wir im Buch von Liz Taylor? Leben heute noch Gettys? All das und noch einiges mehr wird aufgeklärt.
Die Welt der Gettys und der Superreichen sehr interessant! Lesenswert!