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Veröffentlicht am 28.01.2025

Das Elixier

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch - Das Hörspiel
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Es ist der letzte Tag des Jahres und der Zauberer Beelzebub Irrwitzer laboriert mal wieder an einem Elixier herum. Da bekommt er Besuch von einem höllisch guten Gerichtsvollzieher, der ihn pfänden wird, ...

Es ist der letzte Tag des Jahres und der Zauberer Beelzebub Irrwitzer laboriert mal wieder an einem Elixier herum. Da bekommt er Besuch von einem höllisch guten Gerichtsvollzieher, der ihn pfänden wird, wenn er nicht bis Mitternacht sein Pensum an bösen Taten erfüllt. Den Besuch seiner Tante, der Hexe Tyranja Vamperl, kann er eigentlich nicht gebrauchen. In ihrer Not sehen die beiden keine andere Lösung, als einen besonderen Wunschpunsch zu brauen, der ihnen helfen soll, das Böse in die Welt zu bringen. Ihre Haustiere Kater Maurizio und der Rabe Jakob sind die einzigen, die noch etwas unternehmen können.

Ein Hörspiel, für Kinder ab zehn Jahre empfohlen, das sicherlich allen Hörern Freude bereiten kann. An Sylvester wollen die beiden Bösewichter ihren Wunschpunsch zusammenbrauen. So einfach ist das nicht, da Beelzebub und Tyrannja sich nicht besonders grün sind. Zusammenraufen müssen sie sich, denn jeder hat einen Teil des Rezeptes. Vielleicht ist das eine Chance für Jakob und Maurizio, die allerdings auch nicht die besten Freunde sind. Doch die Verhinderung von größerem Unheil kann durchaus ein Grund sein, die Animositäten hintenan zu stellen. Zwei ungleiche Helden, die ausziehen, die Welt zu retten.

Als bestes Hörspiel ist dieses Werk für den Deutschen Hörbuchpreis 2025 nominiert. Ein Grund hier mal zuzuhören, auch wenn man sich für das Genre eigentlich als zu alt empfindet. Und siehe da, man wird richtig gut unterhalten. Sicher, die Bücher von Michael Ende haben wohl jede Jugend begleitet. Und auch hier hat der Autor in seiner Geschichte einige sehr kluge Sätze formuliert. Daneben ist die Handlung kindgerecht und spannend. Unterstrichen wird das Ganze durch die liebenswerte Hörspielproduktion. Die Sprecher haben ihre Stimmen so phantasievoll eingesetzt, dass man beinahe meint Maurizio und Jakob, aber auch Beelzebub und Tyrannja vor sich zu sehen. Respekt auch vor der Fähigkeit den Namens des Wunschpunschs ohne Stocken auszusprechen. Da hält man sich selbst gepflegt zurück. Durch ein paar Musikpassagen wird die Stimmung noch unterstrichen und auch das Cover gibt eine gute Vorstellung davon, wie der Wunschpunsch aussehen könnte.

Veröffentlicht am 25.01.2025

Nicht aufgeben

Die Geschichten in uns
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Dieses Hörbuch wird von Benedict Wells auf eine Art vorgetragen, dass man manchmal meint, er könnte bei einem im Wohnzimmer sitzen. Hier erzählt er von seinem frühen Wunsch Schriftsteller zu sein. Dazu ...

Dieses Hörbuch wird von Benedict Wells auf eine Art vorgetragen, dass man manchmal meint, er könnte bei einem im Wohnzimmer sitzen. Hier erzählt er von seinem frühen Wunsch Schriftsteller zu sein. Dazu schildert er auch seine persönlichen Lebensumstände, die ihn zu dem gemacht haben, der er ist. Nicht immer war es einfach in seiner Kindheit und Jugend. Vielleicht hätte er das eher spießige Vater, Mutter, Kind, das man selbst in seiner langweiligen Normalität erlebt hat, in manchen Augenblicken gerne gehabt. Er erzählt auch, von den vielen Fehlversuchen, den Gedanken aufzugeben und dem Durchhalten. Letzteres hat bekanntlich zu einigen sehr lesenswerten Büchern geführt.

Vielleicht überlegen schon einige sich an einem Roman oder auch überhaupt am Schreiben. Doch nur wenige schaffen es. Was hebt diese von den anderen Vielen ab? Der Wunsch, aus dem Wille wird, sicherlich und auch das schon angesprochene Durchhalten. Ob ein Hörbuch als Schreibratgeber taugen kann, ist sicherlich ungewiss. Es fehlt die Möglichkeit des Blätterns und Markierens. Dennoch schildert der Autor seine Schreibprozesse auf anschauliche Weise und kommt dabei auch immer wieder darauf zurück, was ihn wohin geführt hat. Ein sehr schöner Moment ist, wie er zu seinem Verlag gekommen ist. Ein Traum, an dessen Erfüllung er kaum zu glauben wagte.

Nachdem man dieses Hörbuch abgeschlossen hat, könnte man dem Autor durchaus etwas näher gekommen sein. Auf sympathische Weise schildert er Momente aus seinem Leben und auch aus seinem Schreiben. Wenn er Beispiele nennt, wenn ihm ein anderer Schriftsteller persönlich oder durch seine Bücher weitergeholfen hat, ertappt man sich möglicherweise bei dem erfreuten Gedanken, dass sich die Lesegeschmäcker durchaus überschneiden. Da werden Erinnerungen geweckt. Auch wenn Benedict Wells an seinen eigenen Werken erklärt, wie er an das Schreiben herangeht, freut man sich über die Romane, die er dazu heranzieht. Schließlich hat man manche selbst gelesen und war teilweise hin- und auch mitgerissen. Und auch wenn der Autor seine Hörer anspricht, gibt einem das ein gutes Gefühl. Ein sehr schönes Hörbuch, das durch den Vortrag des Autors noch gewinnt.

Veröffentlicht am 24.01.2025

Von beiden Seiten

Apeirogon
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Es kann keinen Frieden geben. In Israel wird Ramis 14jährige Tochter Smadar bei einem Selbstmordanschlag getötet. Beinahe zehn Jahre später stirbt die 10jährige Abir, Tochter des Palästinensers Bassam. ...

Es kann keinen Frieden geben. In Israel wird Ramis 14jährige Tochter Smadar bei einem Selbstmordanschlag getötet. Beinahe zehn Jahre später stirbt die 10jährige Abir, Tochter des Palästinensers Bassam. Männer, die sich nie kennenlernen würden. Doch Rami lebt in einer Familie, die sich kritisch mit der Okkupation auseinandersetzt. Und er beginnt sich mit einer Gruppe von Eltern zu treffen, die ihre Kinder verloren haben. Bassam, der mit siebzehn als Terrorist verurteilt wurde, beginnt während der Haft, den Holocaust zu studieren. Auch er fängt an, die Treffen der Gruppe zu besuchen. Die beiden Männer wollen ihre Geschichte erzählen und darüber werden sie Freunde.

Der zum Teil auf wahren Begebenheiten beruhende Roman erschien noch vor Beginn der Pandemie, eine Zeit, in der das Massaker vom siebten Oktober noch nicht stattgefunden hatte. Eltern, die ein Kind verloren hatten, wollten nicht verstummen. Ihre Kinder waren für immer tot, einem Krieg geschuldet, aus dem es keinen Weg zum Frieden zu geben scheint. Und doch erzählen sie ihre Geschichten, um die Erinnerung an ihre Kinder am Leben zu halten, und um der Welt zu zeigen, dass vielleicht doch noch ein Funke Hoffnung existiert. Bassam und Rami zeigen, dass eigentlich geborene Feinde, einen Weg zueinander finden. Können.

Leider sind der Elterngruppe sind dem siebten Oktober weitere Mitglieder beigetreten. Und doch setzen sie ein Zeichen der Hoffnung, weil sie sich gegen Krieg und Besatzung wenden. Insofern ist das Werk von Colum McCann möglicherweise noch wichtiger geworden. Und es ist noch viel mehr. Aus einer neutralen Position heraus, kann sich der Autor beiden Positionen nähern. Die Eltern fühlen man kann sagen das gleiche, das selbe Leid. Es ist nur eine kleine Hoffnung der Vernunft, die im Großen eher untergeht, je schlimmer die Lage wird. Aber immerhin, die Hoffnung ist da, dass es doch ein Miteinander geben kann. Um die Geschichte ihrer Töchter, die Rami und Bassam erzählen, gibt McCann eine Vielzahl von Informationen, Geschichten, Anekdoten. Auch die besondere Komposition der Erzählung fällt auf und wird im Nachwort auch erläutert. Wenn man zunächst möglicherweise dachte, das Thema sei nichts für einen, sollte man diese Meinung doch noch einmal genauestens überdenken. Dieser berührende fast Tatsachenroman ist ausgesprochen lesenswert.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Körperschau

Aua!
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Zu Beginn geht es um die Abgrenzung des ca. 68jährigen Körpers gegen seine Umwelt. Und je kleinteiliger die Gedanken werden, desto ungenauer wird die Grenze. Atome und ihre Elektronen haben eben Zwischenräume ...

Zu Beginn geht es um die Abgrenzung des ca. 68jährigen Körpers gegen seine Umwelt. Und je kleinteiliger die Gedanken werden, desto ungenauer wird die Grenze. Atome und ihre Elektronen haben eben Zwischenräume und in diese kann etwas hineingelangen, Oder vielleicht können Elektronen sich auch mit anderen Elektronen austauschen. Möglicherweise hat man selbst schon mal über etwas ähnliches nachgedacht und ist zu einer ähnlichen Unendlichkeit oder Ewigkeit gelangt. Dann freut man sich, dass man mit den Gedanken nicht alleine dasteht. Die verschwommene Körperlichkeit hat echt was.

Auch geht es um Mut, der aus dem Streß geboren wird. Es wirkt so. als habe der Autor Mut gebraucht, um seine nicht mehr geliebte aber sichere Arbeit zu kündigen und selbstständiger Autor zu werden. Doch manchmal ist es einfach so, dass der Körper Signale gibt, die irgendwann nicht mehr überhört werden können. Genauso wie der Tinnitus im Ohr, der hier jedoch sehr irdische Ursachen hat, die etwas mit dem Geburtsjahr des Autors zu tun haben. Überhaupt hat der Autor einen guten Draht zu seinen Ärzten, was ihm zum Glück des Öfteren vor Schlimmeren bewahrt hat. Gleichwohl wirkt er für sein Alter erfreulich gesund, fit und auf der Höhe der Zeit.

Die biografischen Essays und Gedanken über seinen Körper beziehungsweise einzelne Körperteile lassen den Autor sehr nahbar wirken. Auf unkomplizierte und intelligente Weise bekommt man Einblicke in ein normales und zugleich besonderes Leben. Wie bei anderen auch, denkt er manchmal erst dann über Körperteile oder Organe nach, wenn sie sich melden. Und so geht es uns wohl allen. Der Körper wird als selbstverständlich hingenommen. Er hat zu funktionieren. Doch wenn es zwickt und zwackt, sollte man hin und wieder schnell werden. Mitunter reicht es aber auch, mit seinem Körper liebevoll umzugehen und ihn pfleglich zu behandeln. Und sich zu erinnern, zu welchen Gelegenheiten sich der Körper gemeldet hat und welche Familienerinnerungen sich damit verbinden. Die Betrachtungen sind amüsant, humorvoll und haben Tiefe. Sie können gerne empfohlen werden, auch wenn üblicherweise eher dem Fiktiven zugeneigt ist, denn sie sind einfach nachvollziehbar und lebendig erzählt. Anhand der kleinen Illustrationen auf dem Cover kann man sich eine Vorstellung von den Organen machen, um die es wohl geht.

Veröffentlicht am 18.01.2025

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Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Kommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Huber werden bei Bad Tölz zu einem Unfall gerufen. Eine Luxuslimousine ist von der Straße abgekommen, gegen ein Hindernis geprallt und in Flammen aufgegangen. Dabei ...

Kommissarin Alexa Jahn und ihr Kollege Huber werden bei Bad Tölz zu einem Unfall gerufen. Eine Luxuslimousine ist von der Straße abgekommen, gegen ein Hindernis geprallt und in Flammen aufgegangen. Dabei ist ein Mensch ums Leben gekommen. Es könnte eine ganz einfache Ermittlung sein. Doch an einer Zeugenaussage scheiden sich die Geister. Alexa glaubt der Zeugin, dass noch eine weitere Person im Auto gewesen sein könnte, während Huber das eher für eine Sinnestäuschung hält. Obwohl sich die Kollegen nicht einig sind, beschließen sie in alle Richtungen zu ermitteln. Auch Bernhard Krammer, Alexas Vater, ermittelt auf der.österreichischen Seite in einer Brandsache.

Bereits zum fünften Mal vereinen Alexa Jahn und Bernhard Krammer ihre Kräfte. Ihnen hängt der letzte sehr persönliche Fall noch etwas nach und sie hinterfragen sich, ob sie immer alles richtig gemacht haben. Und nun gibt es Meldungen von unterschiedlichen Brandereignissen, die sich innerhalb kurzer Zeit ereignen. Muss man an einen möglichen Zusammenhang denken? Zunächst wissen Alexa und Bernhard nichts von den parallelen Untersuchungen. Als Bernhard wegen einer anderen Sache in Deutschland ist, besucht er Alexa spontan. Und im Gespräch kommen sie darauf, dass es eventuell Überschneidungen gibt. Kollege Huber ist dagegen an einer großen Spur dran. Sollte sich diese als richtig erweisen, könnte dies wieder ein ganz besonderer Fall werden.

Diese Reihe von Kriminalromanen ist wirklich gelungen. Das langsame Zusammenwachsen von Alexa und Bernhard, die sich erst durch die Arbeit kennengelernt haben, gibt der Reihe einen großen Teil des Pfiffs. Auch Alexas Nachdenklichkeit über ihre Versetzung nach Bayern lässt den Roman sehr authentisch wirken. Ebenso wie der Fall, der sich zwar zu Beginn etwas langsam entwickelt, dann aber sehr spannend wird. Dennoch bleibt die Sache erdverbunden und gerade dieses nicht Überkandidelte, dieses Menschliche ist es, was die Reihe und ihre Protagonisten so sympathisch macht. Ebenfalls interessant sind die Ausführungen zu den Zugezogenen und den Sonnenwendfeiern, die einem Land und Leute zusammen mit weiteren kleinen Andeutungen näher bringen. Für diese gelungene Mischung gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung, wenn man Interesse an Menschen und Lokalkolorit hat.

Durch das Cover wird der Bezug zu den Sonnenwendfeuern anschaulich dargestellt.