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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2026

Total schön gemacht!

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln
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Als Ben mit seinen Eltern nach Japan zieht, kommt ihm alles zunächst extrem fremd vor. So gibt es in Tokio Hochhäuser, Werbetafeln und riesige Sumo-Ringer, aber auch kleine Gärten mit Bonsai. Und dann ...

Als Ben mit seinen Eltern nach Japan zieht, kommt ihm alles zunächst extrem fremd vor. So gibt es in Tokio Hochhäuser, Werbetafeln und riesige Sumo-Ringer, aber auch kleine Gärten mit Bonsai. Und dann gibt es da ja noch die Sprache, die ihn vor Herausforderungen stellt: Wie soll er Freunde finden, wenn er kein Japanisch spricht? Glücklicherweise hat er im Nachbarsjungen Yoshi schnell einen Freund gefunden, mit dem er nicht nur sein neues Zuhause entdecken, sondern auch einen echten Schatz aufspüren kann. Doch plötzlich kommen auch Geister ins Spiel und die Situation wird ganz schön gefährlich. Wie sie wohl dieses Abenteuer meistern?

Das Buch bietet sich perfekt zum gemeinsamen Lesen und Stöbern an - auch durch die in den Bildern zu erkennenden Schriftzeichen, sodass man mehrsprachiges Lesen ermöglichen kann (zum Beispiel, wenn man auf den Werbetafeln "Kamera" erahnen kann, usw.). Auch die Dialoge sind schöne Aufhänger ("Hai" vs. "iee" oder homophone Wörter und Lautunterschiede ("Hallo" - "Haro") im Deutschen und Japanischen), um über die beiden Sprachen ins Gespräch zu kommen. Das Tokio-Setting finde ich sehr gelungen und die Illustrationen zeigen die Kontraste der Stadt. Auch Kanji werden spielerisch erklärt und am Ende finden sich zentrale Begriffe übersetzt.

Die Geschichte ist sehr spannend und geht zum Glück gut aus. Das Lesen hat Spaß gemacht und gerade, wenn man Anknüpfungspunkte an Japan oder Japanisch hat, ist das im Mangastil illustrierte Buch einfach toll.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Hm...

Queen Macbeth
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In diesem Werk soll, angelehnt an das Werk Shakespeares, die Geschichte von Lady Macbeth erzählt werden. Versprochen wird eine Geschichte so spannend wie ein Thriller, in der eine starke, charismatische ...

In diesem Werk soll, angelehnt an das Werk Shakespeares, die Geschichte von Lady Macbeth erzählt werden. Versprochen wird eine Geschichte so spannend wie ein Thriller, in der eine starke, charismatische Frau ihr Schicksal in die Hand nimmt. Deshalb werden auch feministische Anklänge versprochen - all das auf gerade 192 Seiten.

Die Erzählung findet in zwei Zeitebenen statt, was ich an sich zwar für eine schöne Idee halte, mir in der Umsetzung jedoch wenig gefallen hat. So geht es im Vergangenheits-Handlungsstrang um das Kennenlernen von Gruoch und Macbeth - und die Herausforderungen und Umwälzungen, die dies mit sich bringt. Diese Parts haben mal emotionale Anklänge, mal sind sie etwas actiongeladener. Der Handlungsstrang in der Gegenwart der Erzählung behandelt die Flucht der beiden Protagonisten. Mir war diese Erzählebene oft wirr oder eintönig und ich habe sie zunehmend als Unterbrechung der Handlung empfunden. Von mir aus hätte diese Zeitebene komplett rausgelassen werden können...

Durch diese Wechsel wurde das Werk für mich immer anstrengender zu lesen und ich muss gestehen, dass sich die wirklich wenigen Seiten ziemlich gezogen haben. Gerade das Ende zeigt dann deutlich, wie viel der im Vorwort angekündigten künstlerischen Freiheit Val McDermid tatsächlich beansprucht hat. Die Auflösung passt einfach so überhaupt nicht zur restlichen Handlung und wirkte auf mich erzwungen.

Insgesamt hat mich der historische Kurzroman nicht sonderlich berührt oder beeindruckt.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Spannend, jedoch mit schwachem Ende

The Final Wife
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In einer kalten Herbstnacht werden die idyllischen Cotswolds zum Schauplatz eines rätselhaften Verbrechens. Von Beginn an scheint etwas nicht zu stimmen und Detective Rebecca Dance hat schnell das Gefühl, ...

In einer kalten Herbstnacht werden die idyllischen Cotswolds zum Schauplatz eines rätselhaften Verbrechens. Von Beginn an scheint etwas nicht zu stimmen und Detective Rebecca Dance hat schnell das Gefühl, dass mehr hinter dem Fall steckt. Wurde der erfolgreiche Schönheitschirurg Luke Whitney, der in dem wunderschönen Cottage aufgefunden wird, von seiner Frau Anna umgebracht? Zwar gesteht sie sofort, doch Details zum Tathergang kennt sie nicht. Noch nicht einmal, warum sie ihren Mann getötet hat, leuchtet (ihr) ein. Außerdem gibt der Tatort dem Ermittlerteam Rätsel auf. So beginnen die Nachforschungen, die nach und nach die düsteren Abgründe ans Licht zerren, die sich hinter der Fassade einer scheinbar perfekten Ehe auftun. Immer deutlicher wird, dass viele Frauen einen Grund gehabt hätten, Luke zu töten. Ob Detective Rebecca Dance den Fall mit ihrem ausgeprägten Gespür für Wahrheit und Lügen lösen kann?


Mich hat das Buch etwas unschlüssig zurückgelassen, da es viele Stärken, aber auch einige Schwächen aufweist. Wie es sich für einen Thriller gehört, ist das Werk sehr spannend geschrieben. Schon auf der ersten Seite wird man ins Geschehen geworfen und ist so ratlos wie die Ermittler selbst. Insbesondere durch die Perspektivwechsel konnte mich das Buch fesseln, da man selbst mit widersprüchlichen Erinnerungen und Aussagen konfrontiert wird und nicht weiß, wem man trauen kann. So habe ich beim Lesen viele Theorien aufgestellt, die ich jedoch alle für mich ausschließen konnte. Durch die Perspektivwechsel und Zeitsprünge musste ich manchmal etwas überlegen, bis ich das Gelesene (zeitlich) einordnen konnte. Sehr gefallen hat mir, wie man Stück für Stück die Abgründe, welche für das Werk zentral sind, kennenlernt und immer mehr begreift, was für ein Mensch Luke Whitney war. Die Ausarbeitung seines Charakters und der Beziehungen der Charaktere zueinander – mitsamt der Beziehungsdynamiken – fand ich gut umgesetzt und sehr spannend.

Weniger glaubwürdig war für mich jedoch – und das ist mein großer Kritikpunkt an dem Werk – die Auflösung des Falls. Ohne zu spoilern lässt sich hierzu nicht viel sagen, aber mich hat am Ende leider einiges gestört. Teils war die Lösung vorhersehbar, teils aber meiner Meinung nach so absurd, dass ich damit überhaupt nicht einverstanden war. Auch die Vorgehensweise der Polizei hat mich doch überrascht - und nicht unbedingt im positiven Sinne. Dadurch werden die Charaktere, die ich bis zur Auflösung des Falls noch für sehr gelungen hielt, unrealistisch. Abgesehen davon nahm mir im letzten Part des Werkes das Privatleben von Rebecca, mit der ich bis zuletzt nicht ganz warm geworden bin, zu viel Raum ein.

Insgesamt habe ich das Buch als äußerst spannend und die Zeitsprünge und Perspektivwechsel als sehr interessant wahrgenommen. Zudem hat mir die düstere Atmosphäre des Werkes gefallen und wie immer wieder Risse in der scheinbar perfekten Fassade deutlich wurden. Die Schicksale der Charaktere waren für mich hart, aber bis zur Auflösung sehr gut greifbar. Leider konnte mich das Ende des Werkes jedoch nicht abholen: Ein starker Einstieg, ein spannender Hauptteil und ein schwaches Ende.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Bon Voyage!

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Marseille MM-City
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Dieser Reiseführer bietet viele Hilfestellungen und Informationen, die die Planung einer Reise nach Marseille erheblich erleichtern und das Fernweh wecken. Enthalten sind:

6 ausführlich beschriebene ...

Dieser Reiseführer bietet viele Hilfestellungen und Informationen, die die Planung einer Reise nach Marseille erheblich erleichtern und das Fernweh wecken. Enthalten sind:

6 ausführlich beschriebene Touren durch die französische Hafenstadt
6 Ausflüge in die Umgebung für abwechslungsreiche Erkundungen
192 Seiten mit allen wichtigen Infos
109 Farbfotos mit authentischen Eindrücken
ausführlicher herausnehmbarer Faltplan
35 weitere Karten für beste Orientierung.

Gerade von den vorgeschlagenen Touren war ich sehr angetan, da sie mit ihren unterschiedlich gesetzten Schwerpunkten viele Highlights bereithalten und man die Stadt so aus verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen kann. Auch die Ausflüge in die Umgebung – insbesondere die Vorschläge für Aix-en-Provence – helfen einem, die Gegend bestmöglich erkunden zu können. Außerdem lassen sich so Reisen für unterschiedlich lange Aufenthalte planen. Sehr gut haben mir zudem die praktischen Informationen am Ende der meisten Kapitel gefallen, in denen sich beispielsweise der Fortbewegung gewidmet wird. Diese Abschnitte sind sehr hilfreich.

Der Schreibstil ist angenehm, da die Informationen zwar sachlich-informativ, jedoch nicht trocken, präsentiert werden. Zudem sind die Passagen kurz und bündig, was die Planung weiter erleichtert. So bleibt der Reiseführer auch vom Format her sehr kompakt und passt perfekt in die Handtasche. Durch die farbliche Gestaltung der Kapitel findet man eine gewünschte Seite schnell wieder. Die Option, das Buch in Kombination mit der App zu verwenden, finde ich spannend und stelle mir die Karten und GPS-Ortung vor Ort sehr hilfreich vor.


Insgesamt ist der Reiseführer für mein Empfinden sehr gelungen und ich freue mich auf Marseille! Die Planung hat das kleine Werk sehr erleichtert und mein Fernweh war schnell geweckt.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Thematische und stilistische Sprünge

Leben spielen
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Offengestanden fällt es mir schwer, den Inhalt des Buches widerzugeben. Madani schreibt von ihrem Beruf, privaten Erlebnissen und manchmal auch ganz anderen Dingen. Um eine Autobiographie handelt es sich ...

Offengestanden fällt es mir schwer, den Inhalt des Buches widerzugeben. Madani schreibt von ihrem Beruf, privaten Erlebnissen und manchmal auch ganz anderen Dingen. Um eine Autobiographie handelt es sich nicht, auch nicht um ein kulturwissenschaftliches Werk, welches das Schauspiel analysieren würde und ebenso wenig um einen gesellschaftskritischen Roman, aber irgendwie wird alles ein bisschen angerissen.

Mir fehlte daher der rote Faden oder ein Ziel, auf welches das Buch hinarbeitet. Oftmals werden - wie ich finde - allgemein bekannte oder auf der Hand liegende Themen behandelt. Beispielsweise geht es um das Umlernen beim Wechsel von der Bühne vor die Kamera oder um das Schlagwort Authentizität bei der Wahl der Rollenbesetzung: Darf nur ein Gehörloser einen Gehörlosen spielen? Darf ein Mörder nur von einem Mörder verkörpert werden? Einige Passagen fand ich stark und die Ausführungen und Erfahrungen interessant. Andere Passagen zogen sich für mein Empfinden sehr in die Länge und waren mir thematisch schon (zu) gut bekannt. Beispielsweise hätte es für mich die ausführlichen Beschreibungen von Milgram/ Stanford Prison nicht gebraucht und ich denke, dass viele mit den Experimenten etwas anfangen können. Aufgebrochen werden die Kapitel immer wieder durch den Einschub eines Dramoletts. Besonders zu Beginn konnte ich mit diesen wenig anfangen. Andere waren dann wieder greifbarer und zeigten eine Szene aus dem Alltag der Schauspielerin.

So wie das Buch thematisch springt, wechselt auch der Schreibstil für mein Empfinden stark: Von der wissenschaftlichen Betrachtung des Berufes hin zu im Plauderton und mit Zwinkern erzählten (Lern-)Erfahrungen. Irritiert haben mich beispielsweise die Coaching-Notizen, die ein Kapitel umfassen. Mit diesen konnte ich persönlich nichts anfangen, weiß jetzt aber, dass die Schauspielerin auch mal jemanden gecoacht hat...

Gelungen ist die Gestaltung des Werkes. Die Farbwahl gefällt mir gut und auch die Verzierungen fügen sich schön ins Gesamtbild (beispielsweise finden sich hübsche Bullet Points). Am Ende findet sich ein schöner Ausblick und die Schlussworte wirkten auf mich versöhnlich und bestärkend.

Vielleicht ist das Buch eher für waschechte Fans der Autorin gedacht oder für jemanden, der eine Hausarbeit zu Performanz schreibt und noch ein paar schöne Aussprüche zitieren möchte. Mich hat das Werk trotz einzelner starker Passagen nicht abholen können.

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