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Veröffentlicht am 03.12.2018

Zeit der Wunder im digitalen Zeitalter der Menschheit

Das Schutzengelprogramm
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Klappentext: Im Jahr 2018 überschlagen sich die Meldungen in den Medien. Bislang tödliche Unfälle überleben die Betroffenen nahezu unversehrt. Aus den entlegensten Winkeln der Welt tauchen Meldungen über ...

Klappentext: Im Jahr 2018 überschlagen sich die Meldungen in den Medien. Bislang tödliche Unfälle überleben die Betroffenen nahezu unversehrt. Aus den entlegensten Winkeln der Welt tauchen Meldungen über bestätigte Wunder auf. In den Netzwerken kursieren Videos von Spontanheilungen. Gott habe endlich die flehentlichen Gebete der Menschheit erhört und seine Schutzengel entsandt, heißt es...Wäre da nicht ein Mann, der über Leichen geht, um die Wunder zu verhindern. Denn diese Engel sind für ihn nicht das, was die Welt glaubt.

Fazit: Jeden von uns ist es schon passiert, dass uns unsere Sinne eine Strich gespielt haben, indem wir dachten von einer unsichtbaren 'Macht' berührt würden sind und manch einer nimmt auch deren 'Anwesenheit' als leichtes Kribbeln auf der Haut wahr. Wie auch ich in besonderen 'bewussten Momenten des Leben', mich frage, ob´s es doch sowas wie 'Seelenwanderungen' gibt...

AR Walla gibt diese 'Phänomen' in ihrer Debütroman 'Das Schutzengelprogramm' ein zeitgenössischen literarischen Rahmen, der von lebhaftiger Farbenbrillanz durchflutet ist und mich in ein modernes 'Märchen' entführt hat:

Es beginnt mit 'Wunderaufträgen' in zwei unterschiedlichen europäischen Staaten und gleich nah auf den ganzen Globus, die den Gotteswerk in Nichts nachstehen. Im weiteren Seitenverlauf des knapp 320 Seiten dicken High-Tech-Thriller bekam ich schon vorab die Gesamtbreite des Leitthema in kleine Häppchen direkt auf Silbertablett geliefert, was mir als spannungsliebende Leserin das Leseglück sehr schmäler und ich mich nur noch an der 'leuchtenden' Charakterisierung, den detailvollen Schauplatzbeschreibungen und echtzeitlichen mit aneinandergereihten wie abgehackten 'Gedankenblöcken' durchzogener Handlungssträngenverlaufen erfreuen. Auch die klare und rassante Erzählweise und das flüssige und augenöffnende Sprachbild könnte mich nicht von der Hauptidee überzeugen.

Mich hat 'das Schutzengelprogramm' trotzdem in verschiedene Ebenen gefallen, was auch an der Tatsache liegt, dass ich schon einige solcher ähnlichen und unerklärlichen Situationen nach den Tot meines Opas erlebt hatte. Wer in AR Wallas Schriftwerk Spiritualität sucht, wird ungefiltert mit kaltblütigen Machenschaften und den zu sich suchenden SE-139 konfundiert...3,5 Sterne

Veröffentlicht am 07.11.2018

Projekt 'Neanderthal'

Das Neanderthal-Projekt
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Klappentext: Das Prequel zum Roman „Neanderthal“ Zwölf junge Frauen werden auf ein Luxusresort eingeladen. Der Grund: sie wurden für ein geheimes Forschungsprojekt gecastet. Noch glauben alle, es gehe ...

Klappentext: Das Prequel zum Roman „Neanderthal“ Zwölf junge Frauen werden auf ein Luxusresort eingeladen. Der Grund: sie wurden für ein geheimes Forschungsprojekt gecastet. Noch glauben alle, es gehe lediglich um eine normale Studie für einen Pharmakonzern. Doch als sie unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen eingesperrt werden, bekommen die Zwölf es mit der Angst zu tun. Denn das Projekt dauert neun Monate, und noch weiß keine von ihnen, was dabei herauskommen wird …


Fazit: Ich fand das Buch über den eigentlichen Roman 'Neanderthal', welches mich fesseln interessiert, lohnenswert vorab zu lesen.

Aber ich würde leider von Jens Lubbaden, nachdem ich zur Leipziger Buchmesse seinen 'Neanderthal'-Romanverstellung beiwohnte, sehr enttäuscht und war froh, dass ich diese lückenhafte wie datierungslose 'Projektdurchführung' gratis erworben habe. Mir kam es beim Lesen der knapp 30 Seiten vor als würde der Autor den Leser schon die Antwort auf den Silbertablett präsentierten und mir die Lesefreude auf den Wissenschaftthriller 'Neanderthal' durch abgehackte Handlungsverlauf, oberflächliche Storytiefe und schemenhafte Personendarbietung nehmen.

Ich werde das Hauptbuch irgendwann mal lesen und hoffen, dass ich bis dahin die Lösung des unnatürlichen 'Sensationsfund' zu vergessen zu haben...0,75 Sterne

Veröffentlicht am 31.10.2018

Unfassbarer ehrlich-direkter Augenöffner, der unbemerkt & unbewusst Welle schlägt...

Tot
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Klappentext: Das Leben ist ein ewiger Kampf. Tag für Tag. Die Zeit zieht vorbei ohne das man sie spürt. Rick kann nicht mehr und beschließt, diesem tristen Dasein ein Ende zu setzen. Das Arbeitsleben, ...

Klappentext: Das Leben ist ein ewiger Kampf. Tag für Tag. Die Zeit zieht vorbei ohne das man sie spürt. Rick kann nicht mehr und beschließt, diesem tristen Dasein ein Ende zu setzen. Das Arbeitsleben, der Alltag und das politische System zwingen ihn in die Knie. Die Sehnsucht nach dem Tod ist größer als alles andere. An einem Ort, den er noch aus seiner Kindheit kennt, führt er seine Tat aus. Doch es kommt alles anders, als er es sich vorstellt. Er taucht ein in eine neue Welt, die nicht zu beschreiben ist. Die Vorstellung, was nach dem Tod mit der Seele geschieht, zeigt sich dort in einer ungeheuerlichen Form. Auf Rick wartet das Grauen von seiner widerwärtigsten Seite. Ihm werden Dinge offenbart, die alles Erdenkliche in den Schatten stellen. Weitere Menschen überschreiten diese Schwelle, die ihnen zeigt, dass es noch lange nicht vorbei ist.

Fazit: "Tod und tot ist nicht das Gleiche, denn das eine symbolisiert zwar das Ende des Jetzt und Hier und ist doch nicht vorbei (der Tod) und 'tot' ist eine Zustand, in den etwas gestorben ist, wo kein Leben mehr einkehren wird...Ich hab noch keine 'Nahtoderfahrung' gemacht, aber ich dürft die Anwesenheit meines vor vier Jahren verstorbenen Großvater hautnah erleben...Diese Buch weckt ferne Erinnerungen in mir zur TV-Serie 'X-Factor - Das Unfassbare' oder kommt das Thema 'Seelenwanderung' (in Sinn von Rache verüben) ehe zum Zuge...Auf jeden Fall klingt der Klappentext wie die Kurzbeschreibung beeindruckend wie hoch interessant und der Roman scharrt ungeduldig mit den Neugierhufen um von mir gelesen zu werden." Mit dieser Antwort auf die Bewerbungsfrage, was man unter 'Tod' versteht, hab ich eine Freiexemplar des (PsychThriller 'Tot' gewonnen.

Ich sollte mit meiner intutiven Buchzusammenfassung voll ins Schwarze treffen, denn der unter Depressionen leidende Rob Blackland schreibt in seinen sehr düsteren und atomsphärisch-dichten Schriftwerk 'Tot' sich das von der Seele, was unser Gesellschaft Innerlands wie Global aktuell antreibt und gleichzeitig jeden Einzeln mit unterschiedlicher Macht beeinflusst, in seinem Dasein hemmt wie zur Marionette macht.

Da der Autor diese Zeilen als Heilungswerkzeug benutzt, sind die schriftstellerischen Grundform zwar vorhanden, die aber nicht flüssig im Handlungsverlauf anzutreffen sind und mich beim 'Studium' diese mich sehr emotional entgegentretenden 'Gedankengutweitergabe' mit abgehackten Storysträngen, die dazugehörigen charakterstarken Hauptakteuern in brillant detaillierten Schauplatzbeschreibung wie ihrer von Autor zugeteilten 'menschlichen Leiden' bis zum zweiten Drittel des Buches den Kopf schwirren ließen.

Rob Blackland entführte mich mit einer mir nur von wenigen gelesenen Berufschriftsteller/innen bekannten direkten wie ehrlichen Sprachkunst und farbenprächtigen wie lebhaften Erzählform, dass mir das etwas schwankenden Strukturgerüst durch schmerzhafte 'Lebenswegebungen', mystisch-rätselhafte 'Lebensretter' und augenöffnende Gespräche zwischen den 'Welten' sein Debütroman nur oberflächlich meine Aufmerksamkeit auf sich zogen und mich von Anfang an durch leise-klare Gedankengänge und laut schreiende Dialoge wie knallenden Aktionen ein unfassbares intimes Lesevergnügen mit der ein oder anderen eigene Seelenaugebähren bescherte.

Auch die grau-trübe unheilvoll wirkende Buchdeckelgestaltung spiegelt auf unglaubliche Art und Weise die wesentliche Grundidee des knapp 320 seitendicken 'Horrortrip' ins 'Reich der Selbstfindung' wieder und bannte mich seit dem ersten Augenblick an, was digital schon wie magisch anziehend wirkt, kann in natura nicht getoppt werden: Ich konnte mich den unmissverständlichen Botschaftsausstrahlung keiner Sekunde entziehen und beim Lesen haben mich Rob Blacklands Wörter nicht nur für den Moment des aktiven Bearbeiten gefesselt sondern packten mich unbemerkt tief unterm Herzen und unterbewusst in den hinteren Gehirnzellen um mich in die von 'Tot' gezielte Bewegung zu versetzen...4,5 Sterne

Veröffentlicht am 24.10.2018

Eine Begegnungsgeschichte...

Die ungleichen Gleichen
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Klappentext:Was geschieht, wenn zwei junge Menschen, sie und er, sich zufällig im Café am Fluss begegnen, beide aus ganz unterschiedlichen Kulturen und fremd in der Stadt?
Ein Einblick in zwei Schicksale ...

Klappentext:Was geschieht, wenn zwei junge Menschen, sie und er, sich zufällig im Café am Fluss begegnen, beide aus ganz unterschiedlichen Kulturen und fremd in der Stadt?
Ein Einblick in zwei Schicksale – er Flüchtling, sie in ländlicher Umgebung aufgewachsen. Sind diese wirklich so verschieden, wie es zunächst wirkt? Vier Welten im Wechselspiel, im Diskurs, im Gegensatz und in Korrespondenz, die jeweils zurückgelassene und die auf ganz andere Weise unbekannte in dieser Stadt, im Hier und Jetzt. Tut sich eine 5. Welt auf, gar eine gemeinsame?


„Die ungleichen Gleichen“ ist eine wahre Geschichte, weil viele sie so oder so ähnlich erlebt haben und erleben könnten. Sie ist gleichzeitig eine erfundene Geschichte, die Momente festhält, die über eine gelungene Orientierung des Lebens entscheiden können.


Fazit: 'Die ungleichen Gleichen' ist Titel wie Programm des knapp 250 Seitenwerkes von Andeas Lukas und bereichtet von einer Begegnung unter vielen, die in der jüngste Weltgeschichten (Flüchlingsflut in den 2010er Jahren) passiert sein kann: Die frei erfundene und doch sehr lebensnahe Geschichte zweier junger Menschen, die sich fremd ab der jeweiligen Heimat in einer unbenannten großen Ansiedlung aufeinander treffen und sich in mehr ähneln als sie am Anfang vermuten.

Mit sanft dahin fließenden Erzählstil nimmt Andreas Lukas den Leser mit in die gegenwärtigen Bürgerkriegsgebiete der Welt und in die etwas knapp 60 Jahre zurückliegende Fachkraftstrom aus Südeuropas. Der flache Handlungsverlauf wird in einfachen und klaren Worten in fünft Teilen, die jeweilig wieder in mehrer kleine Szenerien unterteilt sind, als kurzweilige und lückenhafte Lesestunden protokolliert. Es fehlt an Charakteraustrahlung, Schauplatzdetailfülle und Farbenglanz in und zwischen den Buchstaben wie Zeilen.

Mich haben 'die ungleichen Gleichen' nicht erreicht, ob ich schon öfters mit 'Fremdkulturen' zusammen gestoßen bin und ich mich an solche Erlebnisse nicht erinnern kann...2,75 Stern

Veröffentlicht am 15.10.2018

Was kann eine Menschenseele vertragen?

Kontaminiert
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Klappentext: "Achtung, Achtung, das ist keine Übung. Am 27.08.2402 kam es zur Explosion mehrerer nuklearer Sprengsätze. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, alle Fenster und Türen zu schließen. Begeben ...

Klappentext: "Achtung, Achtung, das ist keine Übung. Am 27.08.2402 kam es zur Explosion mehrerer nuklearer Sprengsätze. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, alle Fenster und Türen zu schließen. Begeben Sie sich in den Untergrund und ernähren Sie sich von Ihren Vorräten. Nutzen Sie kein Wasser aus der Leitung. Stellen sie die Lüftung ab. Achtung, Achtung, das ist keine Übung.": 2402 kommt es weltweit zur Detonation radioaktiver Sprengsätze. Was aussieht wie ein unerklärlicher Unfall, entpuppt sich schon schnell als kriegerischer Akt. Während Daniel Cline betäubt vom vermeintlichen Tod seines Bruders nach der Wahrheit sucht, käm pft Denyra Catrell verzweifelt um ihr Überleben. Doch die Strahlung stellt nicht die einzige Gefahr dar. In den finsteren Wäldern Russlands lauert noch etwas Anderes und es sinnt nach Rache.

Fazit: Ein 'Wie-lebt-es-sich-in-einer-nuklearen-Welt?'-Szenario porträtiert E.R. Swan in ihren Debütroman "Kontaminiert: Toxische Finsternis" eine sehr an die Realität heranreichende Überlebensgeschichte von drei Erdenbürger und ihren nahen sozialen Umfeld.

Es beginnt mit den im Klappentext verlauteten Rundruf, dass weltweit mehrere und gleichzeitige Explosionen gegeben hat wie deren direkten Verstrahlungsfolgen für Mensch, Tier und Pflanzen. Die Autorin lässt den Leser auf drei in 'ICH'-Erzählform sehr lebhaft wie farbenprächtig (falls man bei einen 'nuklearen Winter' davon sprechen kann) geschilderten Handlungssträngen hautnah bzw. uter die Haut gehend die Erlebnisse und Ereignisse auf der ersten Reihe und ersten Platz verfolgen.

Nur leider kann der Handlungsverlauf mit den gestochen scharfen Charakterzügen, kristallklaren Schauplatzbeschreibungen und tränendüsenaktivierenden Story ankommen: Es ist mit Datum- und Ortsangaben als Kapiteluntertitel gearbeitet wurden, aber die dargelegten echtzeitlichen Dialogen und Aktivitäten sind wie tausendundein aufeinander aufgebauten Kurzgeschichten in 'Gedankenbrocken' aneinander gereiht und der Leser behält 'Kontaminiert: Toxische Finsternis' als abgehacktes und unlogisches wie voraussehbares Leseglück in Kopf, wo es aber in 'Live-und-Farbe' für ein (großes) Gefühlswechselbad sorgen kann, wenn der Leser sich emotional fallen lassen kann...3,5 Sterne