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Veröffentlicht am 15.10.2020

"Sie ist wach!"...

Wahn
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Stephan King hat mit "Wahn" einen Erinnungerstattungsbericht an eine dramatisch verunfallten, zurück ins Leben kämpfenden und veränderten Mannes namens Egdar Freemanthe erschaffen.

Auf kanpp 900 Seiten ...

Stephan King hat mit "Wahn" einen Erinnungerstattungsbericht an eine dramatisch verunfallten, zurück ins Leben kämpfenden und veränderten Mannes namens Egdar Freemanthe erschaffen.

Auf kanpp 900 Seiten sind King´s in Ich-Erzählungsstil formulierten Sätze klar und eindeutig geschrieben, aber in den Zeilen sind verborgene schemenhafte Schatten der Vergangenheit zu finden. Denn Amerikas Beststllerautor Stephan King hat seinen Schaffenswerk "Wahn" in 20 große Akte mit 3 bis über 20 kleine Szenen gespiekten Roman struktuiert und darin zwei paralell verlaufende Handlungsstränge übereinander gelegt, was einen in die Vergangenheit und Gegenwart reisen lässt. Nur in dieser Geschichtenerzählung sind Wiederholung nicht ausgeschlossen und so wird die knapp 5 cm dicke bedruckte und gebundene Seitenansammlung eine durch die genaue Erinnerungsbeschriebung des Egdar Freemanthe langweilig wie langamtig und man hofft immer auf den nächsten Seiten etwas mehr Spannung und Aktion zufinden, was leider nicht der Fall ist.

Ich muss mich knapp 400 Seiten durchkämpfen um an das Hauptgeschehens zugelangen und weitere 250 Seiten um fest zustellen, dass das Buch kein richtige Hauptthematik besitzt und der roten Faden nur mit großer Mühe aus den abertauenden Zeilen schwer zufolgen ist. Das Einzigste, was mich am diesen 'Horrorroman' im seinen Bann ziehen könnte, ist die atembetraubende Schilderungen der 'Malerei' auf der mystischen Insel und die Charakterdarbietung durch orginäre Dialoge und reger Lebenigkeit.Es sind die präsiven Schauplatzbeschreibungen wie Handlungsdetailtiefe, die sich im brillanten spektrumreicher Leuchtkraft ins Langzeitgedächtnis verankert und doch etwas Emotionales in sich birgt...2,75 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Kurzweiliges 'Hinter-die-Kulissen-schauen' und interessanter 'Rachefeldzug'

Verschluckt
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Klappentext: Wer will das Rezept des berühmten Wolfenbütteler Kräuterlikörs stehlen?
Das Rezept des weltberühmten Wolfenbütteler Kräuterlikörs Hexenschluck ist ein wohlbehütetes Geheimnis. Und wertvoll. ...

Klappentext: Wer will das Rezept des berühmten Wolfenbütteler Kräuterlikörs stehlen?
Das Rezept des weltberühmten Wolfenbütteler Kräuterlikörs Hexenschluck ist ein wohlbehütetes Geheimnis. Und wertvoll. Um es zu stehlen, ist manchen Menschen jedes Mittel recht: Gift, Mord, Erpressung.
Kommissar Helmut Jordan will Schlimmeres verhindern. Ausgerechnet jetzt holt ihn die Vergangenheit ein: Der neuen Polizeipräsidentin ist sein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden ein Dorn im Auge. Sie gräbt einige von Helmuts eigenwillig abgeschlossenen Fällen aus und dreht ihm daraus einen Strick.
Der Fall Hexenschluck droht Helmut Jordans letzter zu werden ...

Fazit: 'Verschluckt' von Arne Dessaul ist ein ruhiger wie unblutiger Regionalkriminalroman, der mich nach Wolfenbüttel und dessen weltberühmten Kräuterlikör 'Jägermeister' -der hier als 'Hexenschluck' genannt wird-in die Welt des Destillierens entführt.

Es beginnt alles bei einer 'Hexenschlussparty' einer Studentenclique und verläuft sich über zwei Rentner, die alle mit einer Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus landen und einer von ihn nicht mehr wieder kommt (ins Leben). Parallel werden bei der Wolfenbütteler Likörmanufaktur wie der Polizeidienststell interne Intrigen gesponnen und auf Maximum ausgelastet...

Arne Dessaul hat es geschafft, mich von ersten Satz an sein Werk zu fesseln, denn ich hab diese 300 Seiten in nur wenigen Tagen ausgelesen, was für mich eigentlich sehr selten ist. Der Autor würft mich in einer klaren wie einfachen Sprache und einem unkomplizierten wie flüssigen Erzählstil von einer überraschenden Wendung in die nächste handfeste Tatsachenbestand hin, die modernen Polizeiarbeit von heute mit der Würze eines alteingesessen Hauptakteures wunderbar peppig verschmelzen lässt. Auch der fast lückenlose Handlungsverlaufes wie die tiefengängige Charakterzierung der handeln Akteuren und die groben Schauplatzbeschreibung bringen mir leider nicht die erhofften Wohlfühllesezeit, da es auch keine laufende Datierungen gibt.

Die Leitmotive im 'Verschluckt' sind von der Likörherstellung über Facebook & Co. bis zu menschheitsgedenklichen Emotionen durchzogen, die im mein Augen diese Schaffenswerk für unterschiedliche Generationsgruppen als gut lesebares wie nettes kriminelles Leseglück für Zwischendurch empfehlen kann...4,0 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Vergangenheit kann schnell zur tödlcihen Gegenwart werden...

Der Nostradamus-Coup
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Klappentiext: Die Prophezeiungen des Nostradamus sind auch heute noch kryptisch. Kein Wunder - hatte Nostradamus sie damals doch selbst gestohlen und die Zeilen nie ganz verstanden ... Als John Finch ein ...

Klappentiext: Die Prophezeiungen des Nostradamus sind auch heute noch kryptisch. Kein Wunder - hatte Nostradamus sie damals doch selbst gestohlen und die Zeilen nie ganz verstanden ... Als John Finch ein Notizbuch mit verschlüsselten Texten und der Fotografie eines Gemäldes in die Hände fällt, ahnt er nicht, dass es ihn auf die Spur genau dieser Prophezeiungen führt. Und damit zu einem Geheimnis, das so spektakulär und atemberaubend ist, dass John sich bald auf einer gefährlichen Verfolgungsjagd quer durch Afrika und Europa befindet. Denn die Prophezeiungen sind gar keine Voraussagen, sondern eine Schatzkarte zu einem der legendärsten Schätze der Geschichte - mitten in Europa ...

Fazit: Gerd Schilddorfer reist mit den 'Nostradamus-Coup' zu den Geheimnissen der 'Tempelorden, der Symbolik der barocken Malerei wie den heutigen Gemeindiensten Europas. Es beginnt als im finsternden Mittelalter in den Klosterhallen von Cambram in Südfrankreich als ein kleines unscheinbares Büchlein (indirekt) eine Besitzerwechsel begeht um siebenhundert Jahre später einen skrupellosen wie brutalen und entdeckungsreichen wie mach hungrigen Wettlauf entfesselt.

Die 'Jagd nach den Schatz der Templer' führt den Leser über knapp 800 Seiten zu den Handlungsorten wie Schauplätzen der Menschengeschichte von Osten Afrika nach Mittel- und Westeuropa, wo auf mehreren Zeitepochen wie den vielzähligen 'Wettbewerbsteilnehmersträngen ' eine echtzeitliche, feinrecherchierte wie kleinstlich-detaillierte Story. Der Titel irrte bei genauer Betrachtung, denn es handelt sich nicht um den 'Philosophemen' Michel de Nostredame sondern hier erzählt Gerd Schilddorfer eine tiefgängigen, brillante wie leichenübersätte Mischung aus Historie, Kunstgeschichte und aktueller Terroraktivitäten durch den 'Islamischen Staat', der Freimauerloge und den (englischen und vatikanischen) Geheimdiensten, wo aber der Spannungsbogen nicht ganz durchgängig straff gezogen ist. Der Handlungsverlauf verrät den aufmerksamen Leser, das in diesem 'Katz-und-Maus-Spiel' alles nach eine strukturierten Verschwörungsplan und nichts den Zufall überlassen würde ist, was der Neugier, Packheit und Fesselung die Luft zum Atem nimmt und als kurzweilig wie streckenweise auch uninteressant den Leser das Lesevergnüge untermauert.

Diese Werk, basiert auf einer zehntägiger 'Flucht' wie 'Bildungsreise ' und 'Städtetrip' mit technischen Flugdaten, gestalterischer Geheimnisspurenlese und ratloser Architektenbesuche verfeinert mit kaltblütigen Machtgiere und intelligenten Meisterdieben wie logisch denkende Geistigkeiten, alt eingesessene 'Militärs' und tollkühnen Fliegerherzen, bringt auf einen rasenten, einfachen und klaren Schreibstil und lebhaftiger, mehrere Musterwiederholender Erzählweise einige dunkle europäische Geschichtskapitalen zu Vorschein und lässt den Leser mit offene Fragen zurück...4,0 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 18.06.2020

Die dunkle und düstere Seite der Unseren Lieben Frau Maria

Schwarze Madonna
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Klappentext: Ohne voneinander zu wissen, bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, ...

Klappentext: Ohne voneinander zu wissen, bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, eine geheimnisvolle Sekte - und um exzessive und erotische Marien-Verehrung. Ihre Ermittlungen führen sie nach Altötting, wo die weltberühmte ' Schwarze Madonna' gestohlen wurde. Eine Blasphemie mit tödlichen Folgen.

Fazit: Der Kriminalroman 'Schwarze Madonna' des (bayerischen) Autorenduos Xaver Maria Gwaltinger und Josef Rauch entführte mich in die Welt des fanatischer Marienverehren inklusive einer 'Tour de Maria' durch den katholischen Freistaat Deutschands und hat so manche 'Glaubensfrage' in mir zum Hinterfragen wie drüber nachdenken erweckt.

Ich begebe mich auf einem Weg, der in zwei Handlungssträngen von jeweils einem der Autoren in der 'ICH'-Perspektive erzählten Story, von schwangeren Frauen, die plötzlich nach der Geburt wieder kinderlos sind, über ein Wallfahrtwochenden in Oberbayern und München nach Altöttingen, wo die bekannteste aller Marienstatuen entwendet würden ist, bis zum finalen Hohepunkt einer undercoverden Verfolgungsrennens.

Das knapp 450 Seitenwerk kommt mit einer klaren und unverblumten Sprache der beiden Autoren daher, was das Lesen für mich als Nichtbayerischer Herkunft von so manchen Dialogen und Gedankengängen etwas im Stocken geriet und ich mich dann fragt, was möchten die Herrn Gwaltinger und Rauch hier und da mir mitteilen. Außerdem missfiel mir die fehlende Datierung sehr, denn ich wusste bei den mehr oder wenigeren Kapitellängen nicht wann was statt gefunden hat. Dennoch erscheint mir die 'schwarze Madonna' durch die detailvollen Schauplätzbeschilderung und der ideenreichen 'Sektenbeschreibung' als gute Unterhaltungsliteratur, die von an manchen Stellen auflachen ließ, vor der in wie hinter den Zeilen versteckten dunkler Seite des Christentums.

Laut Buchrückentext soll dieser mit viel Lokalität aufwertende 'der große Enthüllungsroma über die wahren Hintergründe der Marienverehrung' und 'die bayerische Antwort auf >Sakrileg (Dan Brown)< sein, aber für mich ist das mehr ein Wallfahrtortsführer als Verschwörungsliteratur gewesen, denn mir fehlte die fesselnde Erzählweise und somit auch die verbundene Spannungsbogenstraffheit...3,25 Sterne

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Pressearbeit und die Gefahren

Dresden rechts außen
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Klappentext: "Absaufen lassen!", brüllen sie auf dem Dresdner Theaterplatz. Die >Bewahrer des christlichen Abendlandes

Klappentext: "Absaufen lassen!", brüllen sie auf dem Dresdner Theaterplatz. Die >Bewahrer des christlichen Abendlandes<, kurz Bedecha, feiern ihren Jahrestag mit Tausenden von Anhängern. Aber es gibt auch Gegner der Organisation, und nach der Kundgebung entflammen Straßenschlachten. Als am folgenden Morgen ein Bedecha-Mitglied tot aufgefunden wird, ist schnell ein Flüchtlingshelfer verdächtig. Die Journalisten Kirsten Bertram und Andreas Rönn stoßen jedoch auf Ungereimtheiten. Ihre Recherchen in den Kreisen der extremen Rechten bringen sie selbst in größte Gefahr. Zeit für Privatdetektiv Dale Ingram, aus New Jersey zurückzukehren.

Fazit: Kristen Bertram alias Beate Baum entführt mich in ihrem achten und für mich erste Fall 'Dresden rechts außen' das politischen Thema der letzten (drei) Jahren (2016-2019) der Völkerungsströmungen in Europa und hinter die Kulissen der jeweilgen 'Lager'.

Als ich den Titel las und die Möglichkeit diesen Regionalkriminalroman als Rezensionexemplar zu erhalten, waren meine Lesererwartungen sehr hoch. Da ich ja quasi in der südwestlichen Nachbarschaft beheimatet bin und mich doch viele Spaziergangszeit recht gut in der sächsischen Landeshauptstadt auskennen, hat mich Beate Baum im den ersten knapp 100 von 300 Seiten ein sehr reales Bild des heutigen Dresden porträtiert. In der zweiten Hälfte spielte die Ermittlungen wie Kirsten Bertram bzw. Beate Baums Vergangenheit ein für mich direkte Rolle als es mir recht gewesen wäre. Mir gefiel die klare wie sanfte Sprache mit einem leicht peppigen Erzählstil, wo ich von Anfang an in eine Wohlfühl-Atomsphäre beim Lesen eingetaucht bin und das Buch sehr rasch für meine Lesegewöhnheiten beenden habe.

Es sind mir wiedermal die fehlende Datierung aufgefallen, die für mich in diesem Krimi aufgrund des nachvollziehenden lückenlosen Handlungsverlaufes am direkte Tragkraft der aktuellem und auch zeitlosen Story am Gewicht überzeugend gewesen wäre. Leider fehlte mir auch die persönliche Vorgeschicht von der 'ICH'-Perspektive aus beschriebene (Haupt)Charaktere. Aber dafür waren die Schauplatzbeschreibung um zu präziser und wahrheitsgetreu wiedergespiegelt worden.

Mein persönlicher Nachklang zu 'Dresden rechts außen' ist, dass es ein sehr realistischer Lokalroman über die aktuell politische Auseinandersetzen in der Bevölkerung aus Journalistensicht darstellt und es auch zu anderen globalen Wellenbrechenthemen wie in Jahr 2020 in der 'Corona-Krise' spielen...3,75 Sterne

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