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Veröffentlicht am 18.06.2020

Die dunkle und düstere Seite der Unseren Lieben Frau Maria

Schwarze Madonna
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Klappentext: Ohne voneinander zu wissen, bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, ...

Klappentext: Ohne voneinander zu wissen, bekommen es Hobbydetektiv Emil Bär im Allgäu und Privatdetektiv Philipp Marlein in Franken mit ähnlichen Fällen zu tun: Es geht um junge Frauen, verschwundene Kinder, eine geheimnisvolle Sekte - und um exzessive und erotische Marien-Verehrung. Ihre Ermittlungen führen sie nach Altötting, wo die weltberühmte ' Schwarze Madonna' gestohlen wurde. Eine Blasphemie mit tödlichen Folgen.

Fazit: Der Kriminalroman 'Schwarze Madonna' des (bayerischen) Autorenduos Xaver Maria Gwaltinger und Josef Rauch entführte mich in die Welt des fanatischer Marienverehren inklusive einer 'Tour de Maria' durch den katholischen Freistaat Deutschands und hat so manche 'Glaubensfrage' in mir zum Hinterfragen wie drüber nachdenken erweckt.

Ich begebe mich auf einem Weg, der in zwei Handlungssträngen von jeweils einem der Autoren in der 'ICH'-Perspektive erzählten Story, von schwangeren Frauen, die plötzlich nach der Geburt wieder kinderlos sind, über ein Wallfahrtwochenden in Oberbayern und München nach Altöttingen, wo die bekannteste aller Marienstatuen entwendet würden ist, bis zum finalen Hohepunkt einer undercoverden Verfolgungsrennens.

Das knapp 450 Seitenwerk kommt mit einer klaren und unverblumten Sprache der beiden Autoren daher, was das Lesen für mich als Nichtbayerischer Herkunft von so manchen Dialogen und Gedankengängen etwas im Stocken geriet und ich mich dann fragt, was möchten die Herrn Gwaltinger und Rauch hier und da mir mitteilen. Außerdem missfiel mir die fehlende Datierung sehr, denn ich wusste bei den mehr oder wenigeren Kapitellängen nicht wann was statt gefunden hat. Dennoch erscheint mir die 'schwarze Madonna' durch die detailvollen Schauplätzbeschilderung und der ideenreichen 'Sektenbeschreibung' als gute Unterhaltungsliteratur, die von an manchen Stellen auflachen ließ, vor der in wie hinter den Zeilen versteckten dunkler Seite des Christentums.

Laut Buchrückentext soll dieser mit viel Lokalität aufwertende 'der große Enthüllungsroma über die wahren Hintergründe der Marienverehrung' und 'die bayerische Antwort auf >Sakrileg (Dan Brown)< sein, aber für mich ist das mehr ein Wallfahrtortsführer als Verschwörungsliteratur gewesen, denn mir fehlte die fesselnde Erzählweise und somit auch die verbundene Spannungsbogenstraffheit...3,25 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Pressearbeit und die Gefahren

Dresden rechts außen
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Klappentext: "Absaufen lassen!", brüllen sie auf dem Dresdner Theaterplatz. Die >Bewahrer des christlichen Abendlandes

Klappentext: "Absaufen lassen!", brüllen sie auf dem Dresdner Theaterplatz. Die >Bewahrer des christlichen Abendlandes<, kurz Bedecha, feiern ihren Jahrestag mit Tausenden von Anhängern. Aber es gibt auch Gegner der Organisation, und nach der Kundgebung entflammen Straßenschlachten. Als am folgenden Morgen ein Bedecha-Mitglied tot aufgefunden wird, ist schnell ein Flüchtlingshelfer verdächtig. Die Journalisten Kirsten Bertram und Andreas Rönn stoßen jedoch auf Ungereimtheiten. Ihre Recherchen in den Kreisen der extremen Rechten bringen sie selbst in größte Gefahr. Zeit für Privatdetektiv Dale Ingram, aus New Jersey zurückzukehren.

Fazit: Kristen Bertram alias Beate Baum entführt mich in ihrem achten und für mich erste Fall 'Dresden rechts außen' das politischen Thema der letzten (drei) Jahren (2016-2019) der Völkerungsströmungen in Europa und hinter die Kulissen der jeweilgen 'Lager'.

Als ich den Titel las und die Möglichkeit diesen Regionalkriminalroman als Rezensionexemplar zu erhalten, waren meine Lesererwartungen sehr hoch. Da ich ja quasi in der südwestlichen Nachbarschaft beheimatet bin und mich doch viele Spaziergangszeit recht gut in der sächsischen Landeshauptstadt auskennen, hat mich Beate Baum im den ersten knapp 100 von 300 Seiten ein sehr reales Bild des heutigen Dresden porträtiert. In der zweiten Hälfte spielte die Ermittlungen wie Kirsten Bertram bzw. Beate Baums Vergangenheit ein für mich direkte Rolle als es mir recht gewesen wäre. Mir gefiel die klare wie sanfte Sprache mit einem leicht peppigen Erzählstil, wo ich von Anfang an in eine Wohlfühl-Atomsphäre beim Lesen eingetaucht bin und das Buch sehr rasch für meine Lesegewöhnheiten beenden habe.

Es sind mir wiedermal die fehlende Datierung aufgefallen, die für mich in diesem Krimi aufgrund des nachvollziehenden lückenlosen Handlungsverlaufes am direkte Tragkraft der aktuellem und auch zeitlosen Story am Gewicht überzeugend gewesen wäre. Leider fehlte mir auch die persönliche Vorgeschicht von der 'ICH'-Perspektive aus beschriebene (Haupt)Charaktere. Aber dafür waren die Schauplatzbeschreibung um zu präziser und wahrheitsgetreu wiedergespiegelt worden.

Mein persönlicher Nachklang zu 'Dresden rechts außen' ist, dass es ein sehr realistischer Lokalroman über die aktuell politische Auseinandersetzen in der Bevölkerung aus Journalistensicht darstellt und es auch zu anderen globalen Wellenbrechenthemen wie in Jahr 2020 in der 'Corona-Krise' spielen...3,75 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.11.2019

Mehr kulinarischer Roman als kulinarischer Krimi

Rotes Gold
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Klappentext: 'Tom Hillenbrand regt genussvoll den Appetit der Krimileser an.' Die Welt
Seit der Luxemburger Koch Xavier Kieffer mit Frankreichs berühmtester Gastrokritikerin liiert ist, wird er zu den ...

Klappentext: 'Tom Hillenbrand regt genussvoll den Appetit der Krimileser an.' Die Welt
Seit der Luxemburger Koch Xavier Kieffer mit Frankreichs berühmtester Gastrokritikerin liiert ist, wird er zu den exklusivsten Events eingeladen. Doch das edle Dinner beim Pariser Bürgermeister endet bereits nach der Vorspeise: Ryuunosuke Mifune, Europas berühmtester Sushi-Koch, kippt plötzlich tot um.
Die Diagnose lautet: Fischvergiftung. Doch Kieffer ist skeptisch und deckt schnell Widersprüche auf. Er taucht ein in die Welt der Sushiküche und muss erkennen, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold - und wertvoller als ein Menschenleben.

Fazit: Mit 'Rotes Gold' geht die Krimireihe um Xavier Kieffer weiter und ist Tom Hilldenbrand zweites Schriftstellerwerk, dass mich in die Welt der japanischen Sushiküche entführt und mir Europa als prozentueller Gourmettempel dieser Kulinaria präsentiert und sich selbst Hauptproduktionsführer für die Hauptzutat entpuppt.

Ich bin mit Xavier Kieffer und dessen Freundin Zeuge geworden wie man an einer Fischvergiftung endet und wie es an der französischen Hoheitskreisfassade zu bröseln beginnt. Xavier Kieffer hat mich mit auf Schnüffeltour in Paris und auf Sizilien genommen, wo der luxemburgische Koch wie Restaueantbesitz einer internationalen Intrige in Fischhandel aufdecken.

Tom Hillenbrand schreibt mit viel kulinarischer Leidenschaft in sanften Tönen über die Welt der Gastronomen und Lebens- wie Genussmitteln wie deren Herstellung. Ich könnte den Leitfaden trotz der leisen kriminellen Anstrich gut folgen, was man den flüssigen Erzählstil und der einfachen Sprache des Autors liegt. Nur mir fehlt der straffe Spannungsbogen in der auf das für die Großraumküche bewichtetes Augenmerk, der detailvollen Schauplatzbeschreibung und den datierunglosen Handlungsverlauf des knapp 350 seitendicken Buches.

'Rotes Gold' ist in meine Augen ein unblutiger und sanfter 'Küchenroman' mit leicht krimineller Würze vor der Kulisse der modernen wie globalen Sushikultur. Ich habe es gelesen, weil ich den ersten Band ('Teufelfrucht') schon begeistert vertilgelt hatte und bin mit den zweiten Band etwas enttäuscht würden, was die Charakterstärke der Hauptaktuere anbegeht, dann Tom Hillenbrandt hat sich voll auf die japanische Küche fokustiert...3,5 Sterne

Veröffentlicht am 27.10.2019

Gibt es wirklich Gestaltenwandler (Werwölfe) unter uns Menschen in 21. Jahrhundert?

Das Luna-Projekt
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Klappentext: Michael Carsson hat gerade seine zweijährige Traineezeit innerhalb der Liga Foundation absolviert und kommt als neuer Kollege in das Mutterhaus Boston. Aktuell untersucht man dort den Tod ...

Klappentext: Michael Carsson hat gerade seine zweijährige Traineezeit innerhalb der Liga Foundation absolviert und kommt als neuer Kollege in das Mutterhaus Boston. Aktuell untersucht man dort den Tod einer Frau, deren entstellte Leiche an die Monster aus den klassischen Werwolf-Filmen erinnert. Weder Mensch noch Wolf. Das Team findet heraus, dass die Tote in ihrer Jugend Probandin im Luna Projekt war. Um so seltsamer ist die begonnene wenn auch nicht vollendete Verwandlung, denn das Projektziel lautete: den Teilnehmern durch genetische Manipulationen, die Fähigkeit zum Gestaltwandeln zu nehmen.
Jetzt, Jahrzehnte später, scheint sich ihre DNA-Struktur regeneriert zu haben. Für die ungeübten Wandler jedoch ist die physische und mentale Belastung lebensbedrohlich.
Bei seinen Recherchen lernt Michael die ehemalige Projektteilnehmerin Elizabeth Grafton kennen. Während sich auch bei ihr die ersten Symptome einer sich anbahnenden Verwandlung zeigen, ruft man das Bostoner Team zu einem Notfall nach Vermont.

Inhalt: Über die Liga Foundation - Offiziell kümmert sich die Liga Foundation um die Verwaltung karitativer Kampagnen; tatsächlich jedoch bewahrt sie die Ordnung in einer Welt, in der Menschen Seite an Seite mit Werwölfen (politisch korrekter Begriff: Wandler), Vampiren und anderen magischen Wesen leben.
Die Organisation ist aber auch für das heutzutage umstrittene Luna-Projekt verantwortlich, bei dem man genetische Experimente an jungen Gestaltwandlern durchführte.

Fazit: Nach dieser Kurzfassung des Debüt-Urbanfantasy-Romans 'Das Luna-Projekt – die Fälle der Liga-Foundation' freute ich mich auf eine atemraubende 'Werwolf-Story', die mich das Buch verschlingen lassen würde.

Nun ist es nicht dazu gekommen was am folgenden Aspekten liegt und mich auch traurig stimmt, da ich in der Grundidee ein sehr gutes Leitmotiv der modernen Zeit sehe: Die Autorin Stephanie Richel kombiniert gegenwärtiges Zeitgeschehen mit einem klarem wie zeitgerechtem Sprachbild unter der Verwendung von einem flüssigem und leicht zu verfolgendem Erzählstil. Nur die kurzem und nicht auf einander abgestimmten Kapital, die mich dauern durch Raum und Zeit geworfen haben, geben dem knapp 470 Seiten dicken 'Gestaltenwandler-Werk' einem für mich nicht nachvollziehbarem Lesevergnügnen. Auch die charakterstarken Hauptdarsteller in einer wohl durchdachten wie detailliert beschriebene Handlungsrahmen können dem Gedankenbrocken zusammengesetzten Handlungsverlauf wenig Gegengewicht vorweisen.

Für mich war 'Das Luna-Projekt' einen doch berechenbares, schwerfälliges wie stolperndes Leseglück gewesen...2,0 Sterne

Veröffentlicht am 31.07.2019

Der Schatz von Babylon...

Geheimakte / Geheimakte Babylon
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Klappentext: Boston, März 1960.

Eigentlich möchte Archäologe Max Falkenburg seine Freundin Jody zu ihrem Geburtstag mit einem Hochzeitsantrag überraschen. Stattdessen werden er und sein Mentor Professor ...

Klappentext: Boston, März 1960.

Eigentlich möchte Archäologe Max Falkenburg seine Freundin Jody zu ihrem Geburtstag mit einem Hochzeitsantrag überraschen. Stattdessen werden er und sein Mentor Professor Crichton Opfer einer Entführung. Die Kidnapper brauchen ihre Hilfe bei der Entschlüsselung eines uralten Artefakts – und bringen sie dafür in das geteilte Berlin. Doch Jody und seine Freunde lassen nichts unversucht, um ihnen zu helfen.
Derweil übernimmt Jodys Bruder Eddie einen Job für den englischen Geheimdienst. Aber dieser entwickelt sich anders, als er sich das vorgestellt hat.
Über Jerusalem und durch die syrische Wüste findet er zu den Überresten des antiken Babylons, wo alle Fäden zusammenlaufen und es gilt, alle Mysterien zu entschlüsseln, bevor die Apokalypse droht ...

Fazit: Mich hat André Milewski mit zwei anderen Literaturwerke auf unterschiedlichen Geschmacksebene gut unterhalten und dies hoffte ich nun auch bei den sechsten 'Geheimakte'-Band names 'Babylon' zu erleben:

In der Geheimaktenreihe dreht sich alles um Max Falkenburg, eine deutschen Archäologe und Sohn von Carl (von) Falkenburg, wie um verschollenen und fast in Vergessenheit geratenen (heilige) Altertumsmysterien. Der von mir gelesene Band 6 enthält das Wissen von einer knapp 2350-jährigen babylonischen 'Götterwaffe' und deren Eroberungswettkampf vor knapp 60 Jahren.

André Milewski schafft es mich in die Welt der analogen Schatzjägersuche zu entführen, indem er lebhaftige 'Indiana Jones'-Spannung mit gut recherchierten Historie verschmelzt und so für kurzweilige Leseunterhaltung sorgt. Das knapp 350 gedruckte Seitenwerk ist in flacher und einfacher Sprache und lockeren wie flüssigen Erzählstil verfasst würden. Die Charakter kommen als 'Du und Ich' mir entgegen und die Schauplatzbeschreibung könnten mich nicht völlig begeistern. Im Großen und Ganzen erinnert mich der Handlungsverlauf sehr stark an die berühmten TV-Schätzjagerhelden auf dem 1990er Jahre, was mich etwas enttäuscht, da ich von André Milewski doch andere und hochklassige Lesevergnüngniveau kenne.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob es meine erste und einzige Geheimakte war oder ob ich Max Falkenburg auf weiteren 'Indiana Jones'-Abenteuerreisen literarisch auf der linken Schulter sitzen werde...3,0 Sterne