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Veröffentlicht am 19.08.2024

Das Licht in allem

Wünsche an die Wellen
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Katja Balen hatte schon mit ihren ersten Roman October, October um ein junges, sensibles, aber auch starkes Mädchen überzeugt. Der neue Roman geht in eine ähnliche Richtung, aber diesmal sind es zwei Kids, ...

Katja Balen hatte schon mit ihren ersten Roman October, October um ein junges, sensibles, aber auch starkes Mädchen überzeugt. Der neue Roman geht in eine ähnliche Richtung, aber diesmal sind es zwei Kids, die im Mittelpunkt stehen.
Zofia und Tom wechseln sich jedes Kapitel ab und man erfährt kontinuierlich von ihren Gedanken. Daher ist man ihnen schnell sehr nahe.
Zofia lebt allein mit ihrem Vater, Tom mit seiner Mutter. Dann kommen ihre Eltern zusammen und sie werden eine neue Familie, doch Zofia und Tom sind sehr verschieden und verstehen sich anfangs überhaupt nicht. Sie sind wie Öl und Wasser. Während Zofia lebhaft und laut ist, spürt man bei Tom eine Traumatisierung aufgrund früherer Misshandlungen. Zofia ist nicht begeistert, dass da neue Leute kommen und sich zwischen sie und ihren Vater dränge.
Als Toms Mutter schwanger wird, das Baby aber anscheinend krank ist, müssen sie sich zusammenraufen.
Es ist unmöglich, von dem Buch nicht berührt zu sein. Es ist eine gute Entscheidung der Autorin, beide Protagonisten ausgewogen und gleichwertig zu halten. Davon profitiert das Buch, dem es auch gelingt, einen guten Spannungsbogen aufzubauen.

Veröffentlicht am 19.08.2024

Ein Leben im Extrem

Wie ein wilder Gott
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Zwar ist dieser neue Roman von Gianfranco Galligarich ganz anders als sein Erfolgsroman "Der letzte Sommer in der Stadt", aber das schriftstellerische Geschick und ein gewisser Ton sind vorhanden.
Thema ...

Zwar ist dieser neue Roman von Gianfranco Galligarich ganz anders als sein Erfolgsroman "Der letzte Sommer in der Stadt", aber das schriftstellerische Geschick und ein gewisser Ton sind vorhanden.
Thema ist der Afrikaforschers Vittorio Bottego (1860 bis 1897).
Um die Geschichte Bottegos zu erzählen, nutzt der Autor die Reflexionen eines 70jährigen im Jahr 1933. Der bedenkt nicht nur sein eigenes Leben sondern auch das Bottegos.
Der Erzähler stützt sich auf dessen Tagebücher. Direkt characterdriven ist der Roman nicht.

Galligarichs erzählerischer Einfallsreichtum erinnert mich latent an den portugiesischen Literaturnobelpreisträger Jose Saramago, stilistisch ist er aber zugänglicher. Der Text ist gut lesbar, hat aber auch immer wieder ausdrucksstarke Beschreibungen mit ausgezeichneten Formulierungen. dabei ist neben dem Weg der Karawanen in Afrika der Schauplatz Italien genauso wichtig.

Ein bemerkenswertes Buch!

Veröffentlicht am 18.08.2024

Eine Serie von Giftmorden

Das Dorf der acht Gräber
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Der dritte Band der Kosuke Kindaichi-Reihe beginnt mit einem Prolog, der das besagte Dorf vorstellt.
In der Vergangenheit gab es hier ein Massaker durch die Dorfbewohner an 8 Samurais. Dadurch wurde das ...

Der dritte Band der Kosuke Kindaichi-Reihe beginnt mit einem Prolog, der das besagte Dorf vorstellt.
In der Vergangenheit gab es hier ein Massaker durch die Dorfbewohner an 8 Samurais. Dadurch wurde das Dorf verflucht.
Ein weiteres Blutbad folgt 1920. Der Mörder Yozu, der 32 Menschen tötete, floh in die Berge.
Dann sind wir im Jahr 1946 und die eigentliche Geschichte beginnt.
Der Icherzähler Tatsuya ist ein ehemaliger Bewohner des Dorfe, der verlorene Sohn sozusagen. Er ist mit dem Detektiv Kosuke Kindaichi bekannt. Gleichzeitig ist Tatsuya auch das Bindeglied zu den Mordfällen, denn der Täter war angeblich sein Vater.
Der Großteil der Handlung zeigt die Geschehnisse während seiner Heimkehr.
Mehrere Männer starben, nachdem Tatsuya sie kennen gelernt hat, ist er beunruhigt. Sie wurden vergiftet.
Es ist ein dialoglastiger Roman, der ein Nachkriegsjapan zeigt.
Übersetzt wurde das überaus gelungene Buch durch die bewährte Übersetzerin Ursula Gräfe. Es ist meiner Meinung nach das bisher beste der Reihe.

Veröffentlicht am 17.08.2024

Drei Frauen

Das Wohlbefinden
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Ulla Lenze ist eine Autorin, die einen eleganten Stil hat und weiß, einen Plot geschickt zu gestalten. Sie nutzt 3 Zeitebenen. 1908 mit der Schriftstellerin Johanna und der hellsichtigen Anna, die als ...

Ulla Lenze ist eine Autorin, die einen eleganten Stil hat und weiß, einen Plot geschickt zu gestalten. Sie nutzt 3 Zeitebenen. 1908 mit der Schriftstellerin Johanna und der hellsichtigen Anna, die als Medium wirkt. Dann 1967, die Zeit der Studentenunruhen und der jetzt alten Johanna, die sich mit ihrer Autobiografie beschäftigt. Zuletzt 2020 mit ihrer Urenkelin Vanessa, die begonnen hat, sich mit ihrer Ahnin zu beschäftigen. Das greift alles mühelos ineinander.Der Autorin gelingt es die Stimmungen der Zeiten zu vermitteln.
Ein Buch, das man empfehlen kann!

Veröffentlicht am 15.08.2024

eleganter Stil

Fast wie ein Bruder
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Alain Claude Sulzer ist ein Autor, den ich wegen seinem eleganten Stil bewundere, der auch in diesem Roman zu finden ist. Er erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die zusammen aufgewachsen sind und ...

Alain Claude Sulzer ist ein Autor, den ich wegen seinem eleganten Stil bewundere, der auch in diesem Roman zu finden ist. Er erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die zusammen aufgewachsen sind und fast wie Brüder waren.
Mit 17 Jahren wurden sie getrennt. Frank ging in die USA. Es ist aber die Zeit von Aids, und Frank erkrankte.
Den Erzähler lässt das nicht los und er reflektiert die Situation.
Ein lesenswertes Buch!