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Veröffentlicht am 08.04.2022

Ein magisches Märchen

Die sechs Kraniche (Die sechs Kraniche 1)
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Elizabeth Lim ist eine Zauberin der Worte. Ihr Schreibstil ist einfach magisch, er entführt die LeserInnen regelrecht in eine andere Welt. Eine Welt voller Gefühle, voller Abenteuer und voller Zauber.

Auch ...

Elizabeth Lim ist eine Zauberin der Worte. Ihr Schreibstil ist einfach magisch, er entführt die LeserInnen regelrecht in eine andere Welt. Eine Welt voller Gefühle, voller Abenteuer und voller Zauber.

Auch in ‚Die Sechs Kraniche‘ war jede Seite ein kleines Meisterwerk für sich. An keiner einzigen Stelle fühlte sich das Buch langwierig an, auf jede Aktion folgte eine neue und es war teilweise sehr schwer, mit dem Lesen aufzuhören.

Leider wurde mir schon schnell bewusst, dass ich Shiori als Protagonistin nicht wirklich einen Platz in meinem Herzen schenken kann. Viele ihrer Handlungen und Gedanken waren für mich persönlich unbegründet und kindisch - darunter auch ihr ausgeprägter Hass auf ihren Verlobten, den sie nicht einmal getroffen hat. Beinahe das gesamte Buch über hatte ich das Gefühl, ihre Rebellion gegen die Heirat (und somit die Regeln und Traditionen ihres Landes) sollten sie stark und unabhängig wirken lassen - für mich persönlich hat sie genau das Gegenteil bewirkt. Es hat mir mehr und mehr das Gefühl gegeben, dass ‚Die Sechs Kraniche‘ ein Kinderbuch ist - und kein Jugendbuch. Dazu trug sicher auch Kiki bei, die zwar eine wichtige Rolle gespielt hat, mich im Allgemeinen aber mehr an eine Art ‚imaginäre Freundin‘ der Protagonistin erinnert hat.

Aber genug der negativen Aspekte. ‚Die Sechs Kraniche‘ hatte auch jede Menge toller Charaktere, die mich überzeugen konnten: Takkan zum Beispiel. Wenn Elizabeth Lim neben dem Schreiben eines versteht, dann wie man Bookboyfriends zaubert. Denn Takkan ist genau der perfekte Bookboyfriend und ich bin absolut verliebt in ihn! Und auch die Szenen mit Megari waren absolut herzerwärmend zu lesen.
Dann ist da noch Raikama, deren wahre Absichten erst am Ende erklärt werden. Und obwohl ich vieles davon schon geahnt habe, mochte ich ihre Geschichte sehr. Genauso wie ihren komplexen Charakter.
Shioris Brüder haben mir auch sehr gefallen. Viele von ihnen waren zwar nur oberflächlich charakterisiert, aber so wirkten sie alle ein wenig wie eins: die Stärke hinter Shiroi, ihr absoluter Rückhalt.

Wie schon erwähnt war auch die Handlung wahnsinnig interessant und mir hat es sehr gut gefallen, dass man sehr viele Teile der Welt kennengelernt hat. Trotz der Länge des Buches hat Shiori eine sehr lange Reise hinter sich gebracht. Eine, die die LeserInnen fest im Bann hält. Eine, die voller Magie und Märchen ist.

Alles in allem war das Buch für mich etwas zu jung. Sicherlich hätte es mir unendlich gut gefallen, hätte ich es vor zehn Jahren gelesen. So war es zwar ein gutes, spannendes Buch, allerdings auch eines, das mich manchmal die Augenbrauen zusammenziehen lassen hat! :)

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