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Veröffentlicht am 05.01.2021

Ein Buch, das man gelesen haben sollte!

Die Bücherdiebin
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Der Tod erzählt als Ich-Erzähler die Geschichte von Liesel Memminger. Liesel wächst während des zweiten Weltkrieges bei ihren Adoptiveltern in einem kleinen Ort bei München auf.
Nach und nach schleicht ...

Der Tod erzählt als Ich-Erzähler die Geschichte von Liesel Memminger. Liesel wächst während des zweiten Weltkrieges bei ihren Adoptiveltern in einem kleinen Ort bei München auf.
Nach und nach schleicht sich die Naziherrschaft und deren Konsequenzen fast unbemerkt auch in das Leben und den Alltag von ihr und ihrer Familie ein. Liesel muss zum Bund der Jungmädl , Juden werden verfolgt, Bücher, die Liesel immer Kraft und Zuversicht im Leben gegeben haben werden verbrannt und Liesel wird nicht nur einmal mit dem Tod konfrontiert.

Markus Zusak erzählt auf eine sehr ausgeklügelte Art und Weise, wie kein zweiter eine berührende Geschichte über das Leben zur Zeit des zweiten Weltkrieges, über die Kraft der Bücher, über Freundschaft, Mitgefühl, Mut und Liebe.
Durch den Tod als Ich-Erzähler, der immer wieder philosophische, teils auch lustige Ausschweife wird eine Distanz zu manchen Ereignissen der Story an sich geschaffen, die dem Leser oftmals etwas leichter über eher schlimmere Szenen hinweg helfen.
Obwohl der Tod manche Entwicklungen der Geschichte vorab verrät tut dies der Handlung und der Spannung keinerlei Abbruch.
Am Ende des Buches wird der Leser nochmals mit der brutalen Realität und dem Schicksal des Lebens in der damaligen Zeit konfrontiert, was nicht nur bewegt und unter die Haut geht, sondern auch nachhaltig beschäftigt und einen. Ich so schnell wieder loslässt.

Für mich persönlich ist „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak eine Liebeserklärung an Bücher und vor allem an die Sprache, deren unterschiedlichen Formen und Stilmittel, die er als Autor selbst zum Einsatz bringt und nicht zuletzt an ihre Kraft und ihre Unverwüstlichkeit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2020

Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist nicht mal vergangen...

Vergessene Gräber
3

Eine Mordserie an mehreren jungen, gut situierten Menschen versetzt Frankfurt in Angst und Schrecken. Alle Opfer waren ambitioniert und hatten eine erfolgsversprechende Zukunft vor sich liegen. Die beiden ...

Eine Mordserie an mehreren jungen, gut situierten Menschen versetzt Frankfurt in Angst und Schrecken. Alle Opfer waren ambitioniert und hatten eine erfolgsversprechende Zukunft vor sich liegen. Die beiden Ermittler Mara Billinsky und Jan Rosen übernehmen den Fall, bei dem zunächst weder ein Zusammenhang der Morde, noch ein Motiv ersichtlich sind. Die Eltern der Opfer reagieren alle eher subtil, verhalten sich wenig kooperativ und begegnen den Ermittlern zum Großteil mit eisernem Schweigen. Die Ermittlungen gestalten sich für Billinky und Rosen zunehmend schwierig aber an aufgeben ist hier definitiv nicht zu denken und so gilt insbesondere für Mara: Besondere Umstände erfordern besondere Mittel und Maßnahmen.

Obwohl "Vergessene Gräber" von Leo Born bereits der 5. Fall der "Krähe" ist, und ich die bisherigen Teile zuvor noch nicht gelesen habe, fiel es mir in keinster Weise schwer mit den Charakteren warm zu werden und in die Story einzusteigen. Im Gegenteil, die beiden Ermittler Mara Billinsky alias „die Krähe“ und ihr Partner Jan Rosen waren mir trotz ihrer doch etwas eigenen, aber spannenden und authentischen Persönlichkeiten sofort sehr sympathisch.

Beide stellen für mich im Team eine Art Yin Yang dar, völlig unterschiedlich und dennoch ist in jedem der beiden auch etwas vom anderen vorhanden. Sie ergänzen sich hervorragend.
Für mich ist Mara eher etwas härter aufgestellt, direkter, eigensinniger, eine sehr starke Persönlichkeit. Sie verkörpert für mich auf gewisse Weise die "dunkle Seite".
Rosen ist das Pendant dazu, die "helle Seite". Er ist eher zurückhaltend, ängstlich, introvertiert.
Ebenfalls werden die Vorgeschichten der beiden Ermittler sporadisch angeschnitten. Das finde ich persönlich super, denn so konnte man sich zum einen sehr gut ein Bild über die Persönlichkeiten der beiden herleiten, zum anderen hat man aber nicht zu viel verraten bekommen und wurde so für die vorherigen Teile nicht gespoilert.

Die Story ist verschachtelt, aber sehr eingängig aufgebaut. Der Erzählstil ist flüssig, lebensnah und so gehalten, dass man sich als Leser direkt mitten in der Story befindet. Durch die Perspektivwechsel wird der Spannungsbogen zusätzlich kontinuierlich hochgehalten, so dass man das Buch gut und gerne in einem Rutsch durchlesen könnte. Besonders gut gefallen hat mir, dass der Autor auch die Geschichten und Schicksale aller beteiligten Charaktere so schön herausgearbeitet hat und diese nicht einfach oberflächlich abgehandelt wurden. Auch, dass das Privatleben der beiden Ermittler sich parallel dazu weiterentwickelt und dadurch auch emotionale Aspekte in die Story einfließen fand ich toll.

Einziger minimaler Kritikpunkt an der Story war für mich die Ermittlungsarbeit an sich. Mir hat sich nicht erschlossen, wie beide direkt auf mehr als einen Täter gekommen sind, da für mich weder der Mord auf diese Vermutung hätte schließen lassen, noch irgendwelche Herleitungen der Ermittler selbst zu dieser These angebracht wurden.

Trotz dieses kleinen „Störpunktes“ war "Vergessene Gräber" für mich ein super spannender, abwechslungsreicher und mit seinen Charakteren auch sehr erfrischender Thriller, den man jedem Spannungsliebhaber absolut empfehlen kann!
Definitiv werde ich auch die Vorgänger der Reihe ganz bald lesen.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung