Cover-Bild Frauen und Steine
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Literaturverlag Droschl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 200
  • Ersterscheinung: 07.03.2025
  • ISBN: 9783990591796
Regina Dürig

Frauen und Steine

Erzählungen
Nichtmütter, Mythen und Marmor – Regina Dürigs erster Erzählband hält ein Dutzend funkelnder, überraschender Geschichten bereit und blickt immer kritisch auf die Probleme unserer Zeit.

Die Frauenfiguren in den Erzählungen stellen alle auf ihre Art die Frage, wie man ankommen kann gegen die patriarchale Versteinerung der Welt. Mit umfangreicher Recherche schreibt Regina Dürig fiktionalisierte Lebensgeschichten über Alice Kober und Camille Claudel – und geht dem auf die Spur, was in den gängigen Biografien vergessen wird. Sie lässt einen Hufeisenkrebs und die Sagengestalt Melusine über das Aussterben in einem weirden Podcast philosophieren; eine Frau hält einen gesalzenen Monolog über Selbstbestimmung; und noch vieles mehr geschieht in diesen grandiosen Geschichten.

In "Frauen und Steine" clasht es auf allen Ebenen und der Fabulierlust sind keine Grenzen gesetzt. Regina Dürig vermag es, verspielte Lässigkeit mit poetischer Eleganz zu verbinden und so kluge, doppelbödige Erzählungen zu schaffen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2025

Anspruchsvoll, variationsreich und feministisch

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Gleich vorweg: Diese Erzählungen waren für mich als tendenziell hedonistische Leserin nicht wirklich das Richtige, auch wenn die Themen, die Dürig in ihnen bearbeitet, genau mein Interessensgebiet treffen.
„Die ...

Gleich vorweg: Diese Erzählungen waren für mich als tendenziell hedonistische Leserin nicht wirklich das Richtige, auch wenn die Themen, die Dürig in ihnen bearbeitet, genau mein Interessensgebiet treffen.
„Die Frauenfiguren in den Erzählungen stellen alle auf ihre Art die Frage, wie man ankommen kann gegen die patriarchale Versteinerung der Welt“ steht in der Kurzbeschreibung. Diese Frage stelle ich mir nämlich auch.


Dürigs Erzählungen waren für mich schlicht zu schwer zugänglich und zu anspruchsvoll. Und eigentlich ist „Erzählungen“ ein unzureichender Begriff für diese große Variationsbreite an Textformen, die Dürig in ihrem Band verwendet.

In „Frauen und Steine“ findest du natürlich hauptsächlich Prosa, aber auch fragmentarische, gedichtähnliche Texte bis hin zu „Instruction Pieces“, die mich an die Arbeiten Yoko Onos erinnern. Diese Vielfalt gefällt mir sehr gut, auch wenn ich nicht mit allen „Erzählungen“ gleich viel anfangen konnte.

Die in Dialogform geschriebene Geschichte „Um den heißen Brei - Der Dating-Podcast im Futur Zwei“ habe ich sogar abbrechen müssen, weil ich nicht so ganz folgen konnte oder wollte.


Einen besseren Zugang fand ich dann in „Die Verdichtung der Aufmerksamkeit in die Winkel hinein“ über die US-amerikanische Altertumsforscherin Alice Kober, die ihre Karriere der Entzifferung der Linearschrift B aus der Bronzezeit widmete. Dürig vermischt hier fiktive Prosa, die Szenen aus dem Leben Kobers beschreiben mit einer Art Essay auf hohem literarischen Niveau. Die komplett feministische Perspektive in der Geschichte erinnert mich ein bisschen an das Sachbuch „Witches, Bitches, It-Girls“ von Rebekka Endler, das ich gerade parallel dazu lese.

Ganz besonders gruselig auf sehr realistische und beängstigende Art ist der Text „Katalog der Frauen - Oder zum Beispiel: ein Lamento“.
Wahrscheinlich wäre der Text noch bedeutungsvoller, wenn ich gewusst hätte wer dieser Hesiod ist, aber auch so wirkt er auf mich.

Ganz grundsätzlich verwendet Dürig oft Bezüge zur Mythologie, die mir den Zugang in manchen Geschichten erschweren. Aber mir gefällt ihr starker Fokus auf die Selbstermächtigung ihrer Figuren super gut und er entgeht mir trotz meiner gelegentlichen Leseschwierigkeiten nicht.

Wenn du Freude an anspruchsvollen, variationsreichen und feministischen Texten hast, die definitiv nicht den Mainstream bedienen, ist „Frauen und Steine“ für dich sicherlich ein Tipp!

Mich hat Regina Dürig besonders mit ihrem feministischen Ansatz und ihrer Sprachkunst zumindest so neugierig gemacht, dass ihre preisgekrönte Novelle „Federn lassen“ auf meiner Wunschliste gelandet ist.

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