Zwischen Magie und Monstern
Anathema von Keri Lake ist eine Gothic Dark Fantasy, die mir von der Atmosphäre und den Beschreibungen teilweise starke One Dark Window-Vibes gegeben hat. Genau diese düstere, mystische Stimmung hat mich ...
Anathema von Keri Lake ist eine Gothic Dark Fantasy, die mir von der Atmosphäre und den Beschreibungen teilweise starke One Dark Window-Vibes gegeben hat. Genau diese düstere, mystische Stimmung hat mich von Anfang an komplett abgeholt.
Maevyth lebt in Foxglove Parish direkt neben den gefürchteten Eating Woods — einem Wald, aus dem niemand jemals zurückkehrt. Als ein tragisches Ereignis sie dazu zwingt, den Wald zu betreten, gerät sie in eine dunkle und gefährliche Welt voller Magie und Grauen, wo sie auf den geheimnisvollen Assassinen Zevander trifft.
Maevyth hat mir als Protagonistin unglaublich gut gefallen. In ihrem Dorf wird sie wie eine Verfluchte behandelt und als Außenseiterin abgestempelt. Gerade diese Ungerechtigkeit macht sie aber emotional stark, weil sie nie aufgibt und immer versucht, einen Ausweg zu finden. Gleichzeitig wirkt sie trotzdem verletzlich und menschlich. Besonders mochte ich, dass sie nicht perfekt ist und im Laufe der Geschichte immer weiter wächst. Dadurch hat sie sich für mich sehr echt angefühlt.
Zevander hingegen gehört für mich genau zu diesen typischen düsteren MMCs, die man gleichzeitig faszinierend und irgendwie beängstigend findet. Als gefürchteter Assassine wirkt er brutal, geheimnisvoll und oft fast unmenschlich. Trotzdem zeigt er Maevyth gegenüber immer wieder eine überraschend beschützende Seite. Gerade diese Mischung aus Gefahr und Verletzlichkeit hat seine Figur für mich so spannend gemacht.
Das absolute Highlight des Buches war für mich aber die Atmosphäre und das Worldbuilding. Die Welt wirkt düster, brutal und mystisch zugleich. Die Beschreibungen waren so intensiv, dass ich manchmal selbst das Gefühl hatte, durch diese unheimliche Welt zu laufen. Besonders spannend fand ich die Magie, die Monster und die Geschichten hinter dieser Welt. Dadurch wirkte alles unglaublich lebendig und geheimnisvoll.
Das Worldbuilding war am Anfang allerdings ziemlich komplex. Ich habe öfter im Glossar oder in den Anhängen nachgeschaut, um alles besser zu verstehen. Aber sobald ich richtig in der Geschichte angekommen war, wollte ich immer mehr über diese Welt erfahren und hatte richtig Spaß daran, alles Stück für Stück zu entdecken.
Auch die Chemie zwischen Maevyth und Zevander hat mir richtig gut gefallen. Die Slow-Burn-Romance entwickelt sich langsam, passt aber perfekt zu dieser düsteren Atmosphäre. Zwischen den beiden herrscht ständig Spannung, Misstrauen und gleichzeitig eine starke Anziehung, wodurch ich ihre Szenen besonders gerne gelesen habe.
Anathema ist definitiv kein leichtes Fantasybuch für zwischendurch. Die Geschichte verlangt Aufmerksamkeit und zieht einen komplett in ihre düstere Welt hinein. Für mich war es vor allem wegen der Atmosphäre, der intensiven Stimmung und der Figuren ein Buch, das mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen hat.