Schon seit Jahren begleiten mich die Geschichten von Matt Haig, weshalb ich auch sein neuestes Buch unbedingt lesen musste und mich sehr auf den Titel gefreut habe. Und in meinen Augen ist dieser Roman wieder ein absolutes Highlight, weshalb ich gar nicht wollte, dass es schon wieder vorbei ist…
Die Haupthandlungsgeschichte fand ich dabei wieder wahnsinnig einfallsreich. Denn Wilbur stirbt und reist jetzt mit dem Mitternachtszug an bestimmte Momente seines Lebens zurück, quasi in einer Art Zwischenwelt. Dabei wird deutlich, dass unsere Vergangenheit uns sehr oft prägt, wir viele Dinge vielleicht anders gemacht hätten und es dennoch nicht taten und das Geld manchmal nicht alles ist. Dabei wird jedoch auch deutlich, dass Wilbur sicherlich kein leichtes und unkompliziertes Leben hatte, aber er dennoch auch viele schöne Szenen erlebte. Und auch wenn er nichts am Verlauf ändern sollte, versucht er es dennoch…
Dabei fühlte es sich ein wenig so an, noch einmal eine ganz neue Sichtweise auf das eigene Leben zu erhalten und so auch auf dieses zu blicken. Die Handlung selbst konnte mich entsprechend mit genau diesen vielen Szenen absolut abholen und begeistern. Weil Wilbur nicht nur die schönen Momente durchlebt und sieht, sondern auch jene, die ihn vielleicht stärker geprägt haben, weil er dadurch einige Hürden überstehen musste.
Und dennoch ist er auf dieser Reise nicht alleine, denn Agnes begleitet ihn zu den ganz unterschiedlichen Augenblicken in seinem Leben.
Der Schreibstil des Autors ist einfach ein ganz besonderer. Er schreibt ehrlich, gefühlvoll und dennoch authentisch zugleich. So hat er in meinen Augen einfach ein unglaubliches Talent fürs Schreiben und eine ganz besondere Art. Das Buch steckt dabei voller authentischer Fragen und Anekdoten, die mich zwischenzeitlich auch so viel reflektieren und über das Gelesene nachdenken ließen. Denn irgendwann fragt man sich ehrlicherweise unweigerlich: Was hätte ich in der Vergangenheit anders gemacht?
Die Gestaltung von “Die Mitternachtsreise” passt sich dabei den bestehenden Titeln meines Erachtens nach an. Ich mag die Optik eigentlich sehr gerne, finde die Farben harmonisch und ansprechend. Der Autorenname und das Cover haben auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich mir das Buch nur aus diesem Grund mitunter gekauft habe.
Mich konnte der Titel deshalb insgesamt wirklich von sich überzeugen. Ich fand die Dynamik großartig, den Schreibstil fantastisch und die Geschichte selbst sehr überzeugen erzählt. Deshalb werden alle Matt Haig Fans und die, die es noch werden wollen, mit diesem Buch definitiv auf ihre Kosten kommen.