Cover-Bild Mit anderen Augen
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 22.04.2026
  • ISBN: 9783257073836
Jane Tara

Mit anderen Augen

Tanja Handels (Übersetzer)

Tilda Finch glaubt, sie sieht nicht richtig: Mit einem Mal ist ihr kleiner Finger verschwunden. Es folgen die Nase und das Ohr. Sie wird unsichtbar werden, sagt ihre Ärztin, doch das will Tilda auf keinen Fall zulassen. Schließlich hat sie eine Menge, wofür es sich lohnt, sichtbar zu bleiben: ihre wunderbaren Töchter, ein erfolgreiches Business und fantastische Freundinnen. Tilda nimmt all ihren Mut zusammen und beginnt, sich selbst mit anderen Augen zu sehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2026

Über die Herausforderung, sich selbst zu sehen

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Tilda wird unsichtbar! Mit Entsetzen stellt sie fest, dass Teile ihres Körpers nicht mehr sichtbar sind. „Unsichtbarkeit“ heißt die Diagnose ihrer Ärztin. Trifft meistens Frauen, üblicherweise ab 50 und ...

Tilda wird unsichtbar! Mit Entsetzen stellt sie fest, dass Teile ihres Körpers nicht mehr sichtbar sind. „Unsichtbarkeit“ heißt die Diagnose ihrer Ärztin. Trifft meistens Frauen, üblicherweise ab 50 und ist nicht wirklich gut erforscht. Was für eine brillante Idee der Autorin Jane Tara, dieses Gefühl der Unsichtbarkeit Realität werden zu lassen. Wie gekonnt sie gleichzeitig das dringliche Thema gender health gap anspricht! Der Einstieg ins Buch ist begeisternd. Die Charaktere sind toll gezeichnet und ich fühle Tildas Verzweiflung.

Auf Anraten einer Therapeutin setzt sich Tilda mit PAULA auseinander, ihrem Programm aller unhinterfragten Langzeitmechanismen. Dies ist schmerzhaft, aber auch klärend und zu Beginn hervorragend beschrieben. Leider entwickelt sich das Buch in dieser Phase zunehmend zu einem Selbsthilferatgeber. Es wird immer plakativer, wellbeing-Sprüche werden auf fast jeder Seite eingestreut.

Nie hätte ich zu Beginn des Buchs gedacht, dass ich am Ende dann froh bin, es ausgelesen zu haben. Wie kann sich eine Geschichte so wandeln? Was so eindrücklich beginnt, was mir eine großartige PAULA zum Nachdenken mitgab, wird nun eine einzige Werbebroschüre für Meditation (nichts spricht dagegen, dass die Autorin ihre Leidenschaft teilt, aber doch bitte nicht so einseitig und wunderheilend). So schade! Die am Anfang stark besetzten Charaktere der Freundinnen sind nur noch stille Bewunderer. Was hätte ich mir gewünscht, dass das Wiederfinden der eigenen Werte und Identität Tildas in einer realistischen Welt stattfindet. In der sie nachhaltig spüren kann, dass ihre Wertschätzung für sich selbst auch in schwierigen Situationen hält.

Trotz aller Kritik ist es ein lesenswertes Buch, dessen Idee ich einfach großartig finde.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

Sehen und gesehen werden

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Mit anderen Augen – Jane Tara
Die Idee, den Ansatz dieses Romans finde ich großartig. Tilda muss mit Entsetzen feststellen, dass einzelne Körperteile verschwinden. Nach einiger Recherche stellt sich heraus, ...

Mit anderen Augen – Jane Tara
Die Idee, den Ansatz dieses Romans finde ich großartig. Tilda muss mit Entsetzen feststellen, dass einzelne Körperteile verschwinden. Nach einiger Recherche stellt sich heraus, dass „Unsichtbarkeit“ gar keine seltene Erkrankung unter Frauen um die Fünfzig ist.
Die erste Hälfte ist klasse. Tildas Umgang mit der Diagnose absolut nachvollziehbar und authentisch, das Krankheitsbild metaphorisch. Tilda will sich nicht in ihr Schicksal fügen und beginnt zu hinterfragen und nach Lösungen zu suchen.
Der Schreibstil ist fesselnd und hat Sogwirkung. Man kommt sofort problemlos in der Geschichte an und folgt Tildas Geschichte gerne.
Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein wenig zu lang geraten. Inhalte werden immer wieder auf ähnliche Art und Weise wiederholt. Tilda lernt einen blinden Mann kennen, was die Thematik noch vertieft. Für ihn (den Blinden) ist Tilda auf eine andere Art sichtbar. Die ganze Zeit geht es um Sehen und Gesehen werden – physisch und psychisch, wobei Tilda nebenbei noch versucht ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und damit vielleicht den Grund für ihre Erkrankung zu finden. Überhaupt fand ich einige Entwicklungen etwas gar konstruiert, bevor es gegen Ende doch noch allzu kitschig wird.
Wunderbare Idee und starker Beginn – leider kann die Autorin das nicht bis zum Schluss durchhalten.
3 Sterne

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Starke Idee, falsche Richtung

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Als ich mit Mit anderen Augen begonnen habe, war ich sofort begeistert. Selten hat mich ein Roman so schnell gepackt. Die Idee, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar werden, hätte mich normalerweise ...

Als ich mit Mit anderen Augen begonnen habe, war ich sofort begeistert. Selten hat mich ein Roman so schnell gepackt. Die Idee, dass Frauen im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar werden, hätte mich normalerweise eher abgeschreckt, weil sie so unrealistisch klingt. Doch gerade die Tatsache, dass bei Tilda zunächst nur ein kleiner Finger verschwindet, macht den Einstieg überraschend glaubwürdig. Die Autorin verbindet diese ungewöhnliche Prämisse geschickt mit einer sehr realen Erfahrung vieler Frauen: dem Gefühl, mit zunehmendem Alter gesellschaftlich immer weniger wahrgenommen zu werden.

Besonders gelungen fand ich dabei den feinen Humor, die klugen Kapitelüberschriften und die vielen Beobachtungen zu Rollenbildern, Erwartungen und Diskriminierung. Trotz aller Leichtigkeit steckt gerade zu Beginn viel Gesellschaftskritik in der Geschichte, und immer wieder gab es Sätze, über die ich länger nachgedacht habe.

Auch Tildas erste Reaktionen auf ihre Diagnose wirkten auf mich nachvollziehbar und menschlich. Dass sie nicht immer vernünftig oder vorbildlich handelt, machte sie als Figur glaubwürdig. Die Selbsthilfegruppe, ihre Freundschaften und die Begegnungen mit anderen Betroffenen eröffneten zudem spannende Perspektiven auf das zentrale Thema.
Leider hat das Buch für mich im weiteren Verlauf zunehmend an Stärke verloren. Aus der gesellschaftskritischen Geschichte über Sichtbarkeit, Selbstwert und weibliche Rollenbilder wurde immer mehr eine Mischung aus Liebesgeschichte, Selbstfindungsroman und spirituellem Heilungsweg. Gerade dieser Wandel hat mich enttäuscht, weil die Ausgangsidee so viel Potenzial hatte.

Besonders kritisch sehe ich die starke Betonung von Meditation, Selbstheilung und innerer Transformation als Lösung tief verwurzelter Probleme. Natürlich können solche Ansätze hilfreich sein, aber hier wirkte vieles auf mich zu einfach und zu schnell. Vor allem die Vorstellung, langjährige Verletzungen und Traumata ließen sich innerhalb kurzer Zeit auflösen, erschien mir wenig überzeugend. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich überzeugen. Sie wirkte auf mich eher wie ein zusätzlicher Handlungsstrang, den die Geschichte nicht gebraucht hätte.

Dabei gab es bis zum Schluss immer wieder Elemente, die mir gefallen haben: den Humor, die unterschiedlichen Frauenfiguren, die Freundschaften und einzelne starke Szenen. Umso mehr bedauere ich, dass der Roman den Fokus auf sein eigentlich spannendes Kernthema zunehmend verliert.

Für mich fühlt sich Mit anderen Augen deshalb an wie zwei verschiedene Bücher in einem. Der Anfang verspricht eine kluge, feministische Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Unsichtbarkeit, während die zweite Hälfte eher in Richtung Wohlfühlroman mit Happy End geht. Beides für sich genommen hätte funktionieren können, doch die Verbindung der beiden Ansätze hat mich letztlich nicht überzeugt.

Schade um eine wirklich großartige Grundidee, die für mich deutlich mehr Tiefe und Konsequenz verdient hätte.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Nach starkem Anfang leider abgedriftet

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Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit ...

Als Tilda Finch bemerkt, dass ihr kleiner Finger verschwunden ist, ist sie ratlos, aber auch überrascht und verängstigt. Ihre Ärztin stellt die Diagnose Unsichtbarkeit. Eine weit verbreitete Krankheit bei Frauen in den Wechseljahren, es kann stagnieren, langsam oder schnell fortschreiten. Zu Tildas Finger gesellen sich leider noch die Nase und das Ohr, kurz darauf weitere Körperteile. Laut der Ärztin ist diese Krankheit unheilbar, Tildas Freundinnen, wollen das nicht wahrhaben und organisieren eine umstrittene Therapeutin, neben der ärztlich empfohlenen Selbsthilfegruppe. Tilda macht überall sehr unterschiedliche Erfahrungen.
Mir hat sehr gut gefallen, wie hier mit den Begriffen gespielt wird. Tilda gesteht ein, sich selbst schon seit Jahren aus den Augen verloren zu haben. Dass ältere Frauen oft unsichtbar sind, sich unsichtbar fühlen oder übersehen werden, kommt in unserer Gesellschaft häufig vor. Diese Unsichtbarkeitskrankheit als Metapher zu verwenden, ist im ersten Teil des Buches sehr gut geglückt.
Obwohl Tilda eine erfolgreiche Geschäftsfrau ist und zwei tolle Kinder hat, besitzt sie kaum SelbstwertGefühl. Die einzelnen Begebenheiten und Begegnungen zeigen dies auf einfühlsame und häufig auch humorvolle Art.
Tilda kann trotz der heftigen Diagnose noch etwas Humor bewahren und gut mit der Situation umgehen. Sie hat viele, sehr gute Freundinnen und starke Töchter, die sie unterstützen, zudem eine gesicherte wirtschaftliche Situation. Diese privilegierte Ausgangslage dürften nicht viele Frauen, die eine heftige Diagnose trifft, haben. Dennoch gefiel mir die Geschichte und Situation am Anfang des Buches gut. Die kurzen, eingängig geschriebenen Kapitel, die von passenden Zitaten eingeleitet, teils begleitet wurden, habe ich gerne gelesen.

Im zweiten Drittel hat mich die Geschichte jedoch verloren, über die Therapeutin wurden sehr interessante Ansätze vermittelt, mit denen Tilda gut arbeitete. Aber die Geschichte rutschte zunehmend ab in ein Lifestyle Ratgeber und wurde immer plakativer. Die Romanze, die am Anfang schön zu lesen war, wurde zu platt, das happy end war einfach zu viel. Hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht, dieses Ende wirkte sogar gar nicht glaubhaft und passend zu dem Beginn.

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Veröffentlicht am 16.05.2026

Zweigeteiltes Buch

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Jane Tara greift in ihrem Buch ein wichtiges Thema auf. Die Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft. Im mittleren Alter tritt bei vielen Frauen das Phänomen auf, nicht mehr richtig von ihrer Umwelt ...

Jane Tara greift in ihrem Buch ein wichtiges Thema auf. Die Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft. Im mittleren Alter tritt bei vielen Frauen das Phänomen auf, nicht mehr richtig von ihrer Umwelt zur Kenntnis genommen zu werden. Dies betrifft Beziehungen, Gesundheitsthemen, Beruf etc.
Die Autorin verarbeitet das Thema auf eine ungewöhnliche Weise, sie lässt die Frauen tatsächlich unsichtbar werden.
Tilda FInch merkt eines Tages, dass ihr kleiner Finger unsichtbar ist. Es folgen weitere Körperteile und eine zunehmende Verzweiflung von Tilda. Das Buch beginnt stark. Die Autorin hat einen angenehmen, lockeren Schreibstil, in dem sie diese Gesellschaftskritik verpackt.
Was ist die Lösung? Therapie, Meditation, Lebensentrümpelung, die innere Stimme PAULA (für mich das Beste am Buch) verstehen lernen?
Ich habe mit Begeisterung die ersten 100 Seiten gelesen. Dann ist das Buch gekippt . Tilda, die, man muss es so sagen, eher zu einem privilegierten Personenkreis gehört, bewältigt das Problem easy going, fast lässig. Wird zur Problemlöserin für andere Frauen, Meditation löst Traumata mal so nebenbei. Dazu noch ein neuer Mann, natürlich mit viel Geld. Man hat das Gefühl, in einem Selbsthilferatgeber gelandet zu sein, mit perfektem Happy End.
So hat sich ein spannendes Buch mit wichtiger Gesellschaftskritk in ein seichtes Allerweltsbuch verwandelt. Schade.

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