Die Farben des Lichts. Roman | »Ein beeindruckendes, hervorragend geschriebenes, alle Sinne anregendes Debüt.« The Times, Best Historical Fiction of 2025
Hella Reese (Übersetzer)
WATERSTONES DEBUT PRIZE 2025
Nominiert für THE WOMEN'S PRIZE FOR FICTION 2025
WATERSTONES BOOK OF THE YEAR 2025
BARNES & NOBLE BOOK OF THE YEAR 2025 (Shortlist)
»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter, tiefer Kraft erzählt.«
Daily Mail
Provence, um 1920.
Venez. Kommen Sie.
Mehr steht nicht in dem Brief. Und doch sieht sich Joseph Adelaide am Ziel seiner Träume: Er, ein noch völlig unbekannter Journalist, darf Édouard Tartuffe interviewen, der sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzieht.
In dem abgelegenen Landhaus in der französischen Provinz erwartet Joseph jedoch eine Überraschung. Nur wenn er dem weltberühmten Maler Modell sitzt, darf er über ihn schreiben.
In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, putzt, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht …
Von The Times & The Telegraph unter die besten Bücher des Jahres 2005 gewählt
»Die am meisten gelobte Debütautorin des Jahres […] Das sinnliche, berauschend duftende Porträt eines monströsen männlichen Egos und einer übersehenen Frau.«
The Telegraph
»Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.«
The Guardian
»Ein wildromantischer, sonnendurchfluteter, geheimnisvoller Roman über die gewaltige Macht wahrer Kunst. Dieser Roman wird Sie im wahrsten Sinne des Wortes sehnsüchtig zurücklassen.«
Yael van der Wouden, Gewinnerin des Women’s Prize for Fiction 2025
»Eine mitreißende, poetische Lektüre.«
Mail on Sunday
»Fesselnd […] mit einer Bildsprache von der Üppigkeit eines Ölgemäldes.«
Washington Post
»Lucy Steeds ist eine Autorin, die man im Auge behalten muss.«
The Times, Best Historical Fiction of 2025
Im Jahre 1920 macht sich Joseph auf den langen Weg von England in die Provence. Sein Ziel: Ein Interview mit dem berühmten Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata. Das Problem an der ganzen Sache ist nur, ...
Im Jahre 1920 macht sich Joseph auf den langen Weg von England in die Provence. Sein Ziel: Ein Interview mit dem berühmten Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata. Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass dieser so gar keine Lust auf all die Fragen in seiner stillen Zurückgezogenheit hat und stattdessen Joseph kurzerhand zum Modell für sein neues Bild auserwählt. Und dann ist da auch noch Tatas Nichte Ettie, die sich um den Haushalt kümmert und noch so einiges mehr verbirgt...
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ein wenig schwer, hauptsächlich da sehr viel Wert auf die Atmosphäre gelegt wird und die Handlung dagegen eher langsam und ruhig voranschreitet.
Dafür ist diese Atmosphäre aber außerordentlich gut gelungen und passt auch perfekt zu den aktuell heißen Sommertagen: Man fühlt sich selbst wie in der Provence, erkundet die verschiedenen Räume des Bauernhauses, sitzt mit im Atelier.
Man ist dabei, während ein Gemälde entsteht und immer neue Ideen gefunden werden, was ich als schönen und interessanten Einblick in die Welt eines Malers empfand.
Generell hat der Schreibstil auch schön zum Thema gepasst, ein wenig poetisch passend zur künstlerischen Stimmung.
Unter diesem Gesichtspunkt ist auch das langsame Tempo eigentlich eine gute Wahl, für mich hat es sich aber dann teilweise doch ein wenig gezogen.
Die Handlung auf drei Hauptcharaktere zu beschränken und die Perspektiven von Ettie und Joseph zu verfolgen hat mir wiederum gut gefallen, besonders Ettie ist mir immer mehr ans Herz gewachsen.
Die in diesem Zusammenhang behandelten Themen wie die Rolle der Frau und der Kampf um Anerkennung und Selbstbestimmung sind auch hundert Jahre später oft noch aktuell und wurden hier dezent, aber eindrücklich eingebaut.
Insgesamt kein Buch für schnelle, spannende Lesestunden, aber dafür ein stimmungsvolles Erlebnis für die Sommertage.
Dieses Hörbuch hat mich von Anfang an begeistert. Die Autorin erzählt mit einer poetischen, bildgewaltigen Sprache, die die Provence und ihre Figuren lebendig werden lässt. Man kann die Hitze förmlich ...
Dieses Hörbuch hat mich von Anfang an begeistert. Die Autorin erzählt mit einer poetischen, bildgewaltigen Sprache, die die Provence und ihre Figuren lebendig werden lässt. Man kann die Hitze förmlich spüren und taucht vollkommen in die Atmosphäre ein.
Besonders stark fand ich die Figuren. Der Künstler hat bei mir immer wieder Wut und Unverständnis ausgelöst, während Ettie mein Herz im Sturm erobert hat. Ihre Stärke, ihre Wärme und ihre stille Beharrlichkeit machen sie für mich zur eindrucksvollsten Figur des Romans. Joseph bringt Feingefühl und Menschlichkeit in die Geschichte, wirkt aber gleichzeitig angenehm unperfekt und manchmal überraschend naiv.
Auch die Hörbuchumsetzung ist hervorragend gelungen. Die Sprecherin trifft genau den richtigen Ton und transportiert die Emotionen der Figuren glaubwürdig. Dadurch entsteht ein intensives Hörerlebnis, das einen kaum loslässt. Der Erzählfluss ist angenehm und flüssig, sodass die Geschichte einen regelrechten Sog entwickelt.
The Artist verbindet Themen wie Kunst, Familie, Selbstbestimmung, gesellschaftliche Erwartungen und Rollenbilder auf eindrucksvolle Weise. Ein besonderes Hörbuch mit Figuren, die lange im Gedächtnis bleiben, und einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
1920: Der junge Journalist Joseph Adelaide will seinem tristen Leben in London entrinnen und bittet den seit Jahren aus der Öffentlichkeit verschwundenen französischen Maler Tartuffe schriftlich um ein ...
1920: Der junge Journalist Joseph Adelaide will seinem tristen Leben in London entrinnen und bittet den seit Jahren aus der Öffentlichkeit verschwundenen französischen Maler Tartuffe schriftlich um ein Interview. Er kann sein Glück kaum fassen, als er die knappe Antwort erhält: Venez – Kommen Sie! Was ihn in der Provence erwartet, hätte er sich anders vorgestellt. Tartuffe, ein wortkarger, griesgrämiger und ganz und gar egozentrischer Mann, lebt in einem heruntergekommenen Bauernhaus außerhalb eines kleinen Dörfchens. Versorgt wird er von seiner Nichte Ettie, die für ihn kocht und putzt und dafür sorgt, dass seine Malutensilien parat liegen. Ettie erscheint wie ein Schatten, hält sich still im Hintergrund. Auch Joseph, den Tartuffe als Modell für sein neuestes Werk auserkoren hat, muss stundenlang in unbequemer Stellung stillsitzen. Er beobachtet den Maler genau, schließlich ist der Hauptzweck seines Aufenthalts, über den großen Meister und seine Herangehensweise an die Kunst zu schreiben.
Lucy Steeds versteht es in ihrem Debütroman hervorragend, die Atmosphäre in dem staubigen und heruntergekommen Künstlerdomizil und die drückend schwüle Hitze der Provence heraufzubeschwören. Vieles ist unausgesprochen, beispielsweise, was den Künstler dazu bewogen hat, Paris zu verlassen und ein Einsiedlerleben in der Provence zu führen. Auch die Rolle von Ettie wirft Fragen auf. Sie unterwirft ihre eigenen Bedürfnisse komplett denen des Onkels, der sie denkbar schlecht behandelt. Joseph fühlt sich schnell von der rätselhaften Ettie angezogen und spürt, dass auch sie vieles vor ihm verbirgt.
Ich fand den Roman von Anfang an faszinierend. Im Prolog erfahren wir, dass Tartuffes Werke mit einer Ausnahme in einem Brand zerstört wurden, danach beginnt erst die eigentliche Geschichte um Tartuffe, Ettie und Joseph. Der Mittelteil zieht sich ein wenig in die Länge, die bleierne Hitze und die unausgesprochenen Konflikte drückten auf meine Stimmung, und doch musste ich fast zwanghaft weiterlesen, um zu erfahren, was genau Ettie dazu bringt, diesem Gefängnis nicht so schnell wie möglich zu entfliehen. Der Schluss ist teilweise nicht wirklich überraschend, ein Detail setzt allerdings einen fulminanten Schlusspunkt.
Ein sprachlich versierter, atmosphärisch dichter Roman. Lesenswert!
Der Roman kommt mit wenigen Charakteren aus und ist trotzdem spannend und intensiv. Ich habe sehr schnell ins Buch gefunden, der Schreibstil und das Thema haben mich sofort mitgerissen. Die Melancholie ...
Der Roman kommt mit wenigen Charakteren aus und ist trotzdem spannend und intensiv. Ich habe sehr schnell ins Buch gefunden, der Schreibstil und das Thema haben mich sofort mitgerissen. Die Melancholie und Trauer der Zwischenkriegszeit kommt durch kleine Details sehr gut rüber. Der Aufmacher mit dem jungen Journalisten, der den Künstler interviewen will und dann als Modell bleibt, hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein schöner Kniff, da man mit ihm die Lebensumstände des Malers Tata und seiner Nichte hautnah mitbekommt. Ich hätte nie gedacht, dass ich es so interessant finden würde, wie Tata seine Gemälde entwickelt und gestaltet und auch die Rückblenden zu den Lebensgeschichten der drei Hauptfiguren haben mir gut gefallen. Am Ende schließt sich der Kreis, was ich sehr befriedigend fand. Die Haupthandlung im Jahr 1920 wird von kurzen Episoden in den 1950er Jahren eingerahmt. Ich mache einen kleinen Abzug, da es noch einige Dinge gab, die am Ende hätten erzählt werden können, so dass ich insgesamt 4,5 Sterne vergebe.
Lucy Steeds’ Debüt “The Artist - Die Farben des Lichts“ ist ein fesselnder historischer Roman, der durch seine sprachliche Brillanz, dichte Atmosphäre und eine faszinierend vielschichtige ...
MEINE MEINUNG
Lucy Steeds’ Debüt “The Artist - Die Farben des Lichts“ ist ein fesselnder historischer Roman, der durch seine sprachliche Brillanz, dichte Atmosphäre und eine faszinierend vielschichtige Thematik überzeugt. Eindringlich geht er der Frage nach, welchen Preis künstlerisches Schaffen fordert und wer diesen letztlich zu tragen hat.
Die Handlung spielt im Sommer 1920in der Provence auf einem abgelegenen Landgut, in das sich der berühmte Maler Edouard Tartuffe gemeinsam mit seiner Nichte Ettie zurückgezogen hat. Der junge englische Journalist Joseph Adelaide erhofft sich von seinem Besuch ein spektakuläres Interview mit dem großen Genie, das sich seit Jahren der Öffentlichkeit entzogen hat. Tartuffe willigt Josephs Bleiben ein, unter der Bedingung, ihm Modell zu stehen. Was zunächst wie eine Gelegenheit für den aufstrebenden Journalisten scheint, entwickelt sich rasch zur Rolle eines stillen Beobachters, der sich vorsichtig dem verschrobenen Künstler annähert, bis sich seine Aufmerksamkeit immer stärker auf Ettie richtet, jene faszinierende, sehr rätselhafte junge Frau, die sich wie ein Schatten still durch das Haus bewegt und im Hintergrund für alles sorgt. Inmitten der spektakulären Landschaft aus Hitze, Licht, Farben und Stille entspinnt sich eine flirrende Geschichte, die weit über Malerei und künstlerische Obsession hinausgeht, Sie erzählt von Abhängigkeit und Kontrolle, von verdrängtem Schmerz, Kriegserfahrungen, Leidenschaft und Verlangen, aber auch von ungleichen Geschlechterverhältnissen und Macht in der Kunst. Die Handlung setzt sich langsam, etwas zäh in Gang und wird abwechselnd aus der Perspektive des jungen Journalisten Joseph und der rätselhaften Ettie erzählt, deren innerer Zugang zu Menschen und Bildern Josephs flüchtigen Außenblick stets zu hinterfragen scheint.
Besonders beeindruckend ist Steeds bildgewaltiger Schreibstil. Mit präziser, fast malerischer Prosa, verwandelt sie Landschaft, Atmosphäre, Farben, Texturen und das Licht der Provence in lebendige Bilder, wodurch diese nicht nur als Kulisse, sondern als eigenständiger Part in der Geschichte erscheinen. Ob nun den blassen, suchenden Joseph, die in Licht und Schatten getauchte Ettie oder den grotesk überzeichneten, bedrohlichen Taruffe - ihre Figuren zeichnet Steeds sehr eindrucksvoll und facettenreich wie schillernde Porträts auf einer Leinwand, so dass man sie fast zu spüren und zu sehen glaubt.
Gekonnt entwirft Steeds ihre Geschichte wie ein kunstvoll arrangiertes Tableau, in dem jeder Blick, jede Geste und jedes scheinbare Detail eine besonders aufgeladene, erst im Verlauf erschließbare Bedeutung gewinnt. Steeds versteht es, sich Zeit für die atmosphärisch dichte Beobachtung von Nuancen, Stimmungen und Stille zu nehmen und dabei geschickt eine subtile, unheilvolle Spannung aufzubauen, die sich unaufdringlich immer mehr ausbreitet. Nach und nach werden die feinen Grenzverschiebungen zwischen Beobachter und Akteur, zwischen Macht und Unterwerfung erkennbar, während die Beziehungen, Sehnsüchte und Verletzungen der Figuren immer deutlicher hervortreten und eine faszinierende Komplexität ihrer Welt offenbaren. Geschickt lenkt die Autorin unser Augenmerk allmählich von Joseph auf Ettie, die eigentliche Protagonistin des Romans. Mit ihr hat Steeds eine faszinierende, vielschichtige Figur geschaffen, deren Geheimnisse, Ambivalenzen und rätselhaftes Verhalten uns zunehmend in ihren Bann ziehen. Im Verlauf zeigt sich, dass die lange im Hintergrund bleibende Ettie eine zentrale Figur für Tartuffe ist und über verborgene Talente verfügt, die sich in ihrem scharfen Blick, ihrer Beobachtungsgabe und ihrem sensiblen Umgang mit Bildern ausdrücken. Ihr Schweigen erscheint nicht als Zeichen von Schwäche, sondern als ein stiller, bewusster Widerstand gegen eine Rolle, die ihr nur den unsichtbaren Platz im Schatten des Künstlers erlaubt. Auf tragische Weise wird deutlich, dass Ettie eine andere Geschichte hätte leben können, wenn die rigiden patriarchalen Strukturen und gesellschaftlichen Zwänge der damaligen Zeit für Frauen weniger einengend gewesen wären und sie sich hätte selbstverwirklichen können. Ihre inneren Kräfte und die enorme Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen, werden erst nach und nach sichtbar, auch wenn die spätere, durchaus spektakuläre Enthüllung ihres Handelns in meinen Augen keine wirkliche Überraschung ist.
In dieser Hinsicht erzählt Steeds nicht nur vom Leben gefeierter Künstler, sondern vor allem von den Frauen an ihrer Seite, die durch Fürsorge, Organisationstalent und bewusste Zurückhaltung die Illusion von „Genie“ aufrechterhalten, ohne selbst je sichtbare Anerkennung zu erhalten. „The Artist“ zeichnet damit eine eindrückliche Geschichte von ungleiche Geschlechterverhältnissen und der historische Schieflage dessen, was überhaupt als kreative Leistung anerkannt wird.