Spannend und mysteriös
Vorweg: ich finde es ganz wunderbar, dass das Cover aus dem Englischen übernommen wurde, denn es ist ein echter Hingucker.
Schon der Klappentext deutet an, dass es mysteriös werden wird und genau das ...
Vorweg: ich finde es ganz wunderbar, dass das Cover aus dem Englischen übernommen wurde, denn es ist ein echter Hingucker.
Schon der Klappentext deutet an, dass es mysteriös werden wird und genau das ist auch passiert. Man begleitet die Protagonistin Avery auf ihrem Weg zu einer Erbschaft massiven Ausmaßes, von der sie bisher keine Ahnung hatte und noch nicht einmal den Verstorbenen, der dieses Vermögen hinterlassen hat, kennt. Allerdings lernt sie alsbald seine Enkel kennen und es tun sich einige Fragen und Geheimnisse auf, denen es auf den Grund zu gehen gilt.
Avery kommt recht zu Beginn der Geschichte nach Hawthorne-House und dort beginnt auch die eigentliche Handlung. Schon dort fällt der Schreibstil sehr positiv auf. Ich konnte mir dieses wohl riesige Anwesen recht gut vorstellen, es entstehen beim Lesen direkt Bilder von der riesigen Eingangshalle und anderen Räumen im Kopf.
Avery selbst ist eigentlich ziemlich cool und handelt ihrer Figur und Situation entsprechend. Trotzdem war sie für mich ganz lange nicht so richtig greifbar, möglicherweise, weil ihre derzeitige Situation so abstrus ist, dass es gar nicht so einfach ist, sich in sie hineinzuversetzen.
Normalerweise fällt es mir beim lesen (und auch im echten Leben) relativ schwer, die einzelnen Personen und Namen auseinanderzuhalten und sie in meinem Kopf nicht zu einem großen Brei verschmelzen zu lassen. Hier hat das aber überraschenderweise recht gut funktioniert. Neben Avery sind die 4 Enkel des Verstorbenen nahezu immer präsent und bei ihnen hatte ich von vorne herein Bedenken, dass ich da so meine Probleme mit den Namen bekommen werde, aber es hat doch erstaunlich gut funktioniert. Ich denke, es lag an der bildhaften Beschreibung dieser Charaktere, die wirklich gelungen ist.
Die Handlung war gut strukturiert und spannend aufgebaut. Zentrales Element sind Rätsel, die es zu lösen gibt. Das größte davon, warum Avery überhaupt als Erbin eingesetzt wurde, obwohl sie Tobias Hawthorne nie kannte. Das erzeugt eine mysteriöse Atmosphäre, die durch das riesige, aber verwinkelte Haus voller Geheimgänge nur verstärkt wird.
(Fun Fact: ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, in einem Die Drei ??? Fall zu stecken, besonders wegen der Atmosphäre und Spannung, die aufgebaut wird, aber auch durch den Inhalt, eine geheimnisvolle Erbschaft und zu lösende Rätsel sind nun mal genau das Milieu der drei Jugendlichen Detektive)
Insgesamt ein sehr spannendes Buch, das am Ende noch mal einen mittelstarken Cliffhanger raushaut und durch die Aufgebaute Spannung vollkommen überzeugen kann.