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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2020

Fesselnd

Die Frau ohne Namen
0

Hendricks und Pekkanen verstehen es einfach mich zu unterhalten. Bereits ihr erstes Buch "Die Wahrheit über ihn" (ehemaliger Titel "The Wife between us") hat mich damals echt begeistert. Natürlich konnte ...

Hendricks und Pekkanen verstehen es einfach mich zu unterhalten. Bereits ihr erstes Buch "Die Wahrheit über ihn" (ehemaliger Titel "The Wife between us") hat mich damals echt begeistert. Natürlich konnte ich mir auch das zweite Buch der beiden Autorinnen nicht entgehen lassen.

"Die Frau ohne Namen" ist definitiv anders als ihr Debüt. Ich würde hart sagen: Es hat einfach weniger Thrill. Das ist aber in meinen Augen absolut nicht hinderlich gewesen, das Buch in kurzer Zeit zu lesen und mitzufiebern.

Während das Debüt des Duos stets sehr bedrückend war, fängt "Die Frau ohne Namen" viel lockerer an. Man begleitet Jess, die stets knapp bei Kasse ist, da sie z.B. ihre Eltern finanziell unterstützt. Sie arbeitet als mobile Kosmetikerin und kann jeden Dollar gebrauchen. Als sie davon hört, dass Frauen für eine Moralstudie gesucht werden und durch das Beantworten von einigen Fragen gut zuverdienen können, fackelt sie nicht lang und "mogelt" sich an Stelle einer ihrer Kundinnen in die Tests. Die leitende Wissenschaftlerin Dr. Lydia Shields kommt im Roman ebenfalls direkt zu Wort und ist von Jess, alias Testperson 52, beeindruckt. Sie unterzieht sie nach und nach immer merkwürdigeren Tests, die jedoch auch immer besser bezahlt werden. Nach und nach entwickeln die beiden Frauen eine Art Abhängigkeit voneinander. Doch Dr. Shields hat ganz eigene Pläne.

Mehr möchte ich inhaltlich gar nicht verraten. Während der Anfang des Buchs also eher ruhig ist und man die Befragungen miterlebt, die teils aus Jess und Dr. Shields Sicht wiedergegeben werden, merkt man doch, dass irgendetwas nicht stimmt. Die Stimmung kippt plötzlich sehr schnell und man fühlt dann doch wieder die Bedrückung, Angst und Zweifel, die man auch in "The Wife between us" erlebt hat. Ich wusste irgendwann tatsächlich nicht mehr, wem hier zu trauen ist und habe mit Jess mitgelitten. Die Geschichte wurde immer komplexer und verworrener, was mir persönlich sehr gut gefiel, da ich jedes kleine Detail verstehen und zuordnen möchte (ich bin vermutlich mit Monk verwandt).

Der Schreibstil war das ganze Buch über hinweg sehr flüssig und angenehm zu lesen. Die abwechselnden Perspektiven, vor allem die aus Dr. Shields Sicht fand ich großartig. Man verfolgt Dr. Shields Gedanken, in denen sie Jessica immer mit "Du" anspricht, was den Kapitel etwas besonders Unheimliches einhauchte.

Das Ende konnte mich vollends überzeugen und ich fand auch den Epilog fantastisch. Ein kleiner Kritikpunkt ist natürlich auch für mich zu finden: Das Buch wirkt natürlich sehr konstruiert, je weiter es auf das Ende zugeht. Allerdings möchte ich es ja auch spannend haben und wenn es weniger komplex geplottet gewesen wäre, hätte ich auch etwas zu meckern gehabt. Ich möchte es hier vor allem für diejenigen erwähnen, die sich daran stören, wenn etwas nicht mehr authentisch wirkt. Ich persönlich jedoch habe die Geschichte den beiden Autorinnen komplett abgekauft, da die Figuren einfach extrem gut und tief gezeichnet waren. Eventuell geht das dem einen oder anderen Leser, der es temporeich mag, auch auf Kosten der Spannung. Mir gefiel es jedoch sehr gut und ich werde das nächste Buch der beiden wieder kaufen ohne den Klappentext zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Nicht Fisch und nicht Fleisch

Als du mich sahst
5

"Als du mich sahst" klang nach einem romantischen Buch, was mich mal wieder wirklich begeistern könnte. Ob es das getan hat, weiß ich allerdings nach dem Lesen immer noch nicht so richtig.

Das Buch handelt ...

"Als du mich sahst" klang nach einem romantischen Buch, was mich mal wieder wirklich begeistern könnte. Ob es das getan hat, weiß ich allerdings nach dem Lesen immer noch nicht so richtig.

Das Buch handelt von Solène und Hayes, die sich trotz, nennen wir es "widriger Umstände", ineinander verlieben und mit den Konsequenzen ihrer Zuneigung füreinander zu kämpfen haben. Hayes ist Musiker, Sänger einer Boygroup, der Traum aller Teenie-Mädels und 20 Jahre alt. Solène ist Mutter eines solchen Fangirls, fast 40 Jahre alt, alleinerziehend und führt gemeinsam mit einer Freundin eine Kunstgalerie.
Sie lernen sich zufällig bei einem Meet & Greet kennen und haben sofort eine Schwäche füreinander.

Kommen wir nun zu meinen Erwartungen: Ich erwartete einen Liebesroman, in dem es um den Altersunterschied der beiden Hauptfiguren, ihr Gefühlschaos und tiefe Emotionen geht. Gleichzeitig wollte ich natürlich eine Message, die das Buch vermittelt, da das Buch in meinen Augen auch gesellschaftskritisch gewisse Klischees beleuchtet und Vorurteile behandelt, im besten Fall sogar aufweicht.

Bekommen habe ich: Einen Roman, der sich immer wieder um die gleichen Probleme drehte, nämlich um den Altersunterschied der beiden Figuren und den Promistatus von Hayes, ohne jedoch die Komplexität wirklich darzustellen. Viele Sexszenen, die oft unnötig waren und in meinen Augen verhinderten dem Buch emotionale Tiefe zu verleihen. Eine Aneinanderreihung von Markenlabels. Viele Details zum Thema Kunst, die die Handlung oft unterbrochen hat. Und eine Hauptfigur, die mich irgendwann wirklich nervte.

Das klingt nun vermutlich erstmal so, als wäre das Buch ein totaler Reinfall. Aber nein, das war es eigentlich nicht. Ich mochte den Schreibstil, der teils Tagebuch-Einträgen von Solène ähnelte. Ich mochte das Knistern zwischen den beiden, wenn es da war. Ich habe mit den beiden gehofft und gelitten. Allerdings mehr mit Hayes, da ich Solène irgendwann nicht mehr verstehen konnte, obwohl das Buch aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Ich habe am Ende sogar ein paar Tränchen verdrückt. Allerdings weiß ich nicht genau, welcher Emotion sie geschuldet waren: Trauer oder Frust?! Denn das Ende ist definitiv nicht so, wie man es sich wünscht. Ich meine dabei nicht den Ausgang der Geschichte. Ich meine viel mehr, dass alles so abrupt und unfertig schien. Viele Nebenstränge wurden nie wieder richtig aufgegriffen. Ein Epilog oder ein Kapitel aus Hyes Sicht hätten das Ganze abrunden können. Leider war davon keine Spur.

Zusammenfassend kann ich das Buch nur bedingt empfehlen. Mir fehlte von allem das gewisse "Etwas". Etwas mehr Emotion, etwas mehr Spannung, etwas mehr Dramatik und vorallem mehr Tiefgang.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Figuren
Veröffentlicht am 29.05.2020

Mein erstes und letztes Buch von Wagner

Sommer bei Nacht
0

"Sommer bei Nacht" von Jan Costin Wagner ist ein Buch, dessen Titel genauso willkürlich ist wie sein Inhalt. Um es vorweg zu sagen: Es war mein erstes Buch von diesem Autor und es wird auch das Letzte ...

"Sommer bei Nacht" von Jan Costin Wagner ist ein Buch, dessen Titel genauso willkürlich ist wie sein Inhalt. Um es vorweg zu sagen: Es war mein erstes Buch von diesem Autor und es wird auch das Letzte gewesen sein.

Ich hatte das Buch auf lovelybooks gewonnen, kam aber gar nicht hinein. Um die Rezension trotzdem zu liefern, habe ich das Hörbuch gehört. Manchmal komme ich über ein anderes Medium besser in die Geschichte. Das hat hier tatsächlich geklappt. Ich hätte es aber normalerweise abgebrochen und nicht zu Ende gehört.

Ich fange deswegen direkt mit meiner Kritik an:

1. Die Figuren sind klischeehaft problembeladen. Wir haben hier zum Beispiel die problembeladenen Ermittler. Traumatische Ereignisse in der Kindheit, ungeklärter Tod der Tochter und um den Leser zu schocken noch einen pädophilen Kommissar, der beim Anblick von Kinderfotos masturbiert. Dann haben wir da natürlich den dummen Täter mit dem gewieften Komplizen. Die furchtbar gebrochene Familie eines Entführungsopfers und, und, und. In meinen Augen war das einfach too much. Ich erhoffe mir von einem literarischen Kriminalroman (so wird das Buch angepriesen) keine Stereotypen.

2. Wir haben eine MASSE an Personen, die in diesem Buch vorkommt und deren Gedanken wiedergegeben werden. Und das in teils so kurzen Abschnitten, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, in wessen Gedanken man gerade herumschwirrt.

3. Viele der Handlungsstränge sind absolut uninteressant für den Fall und werden auch am Ende nicht wieder aufgegriffen oder gar erklärt/aufgelöst. Und damit meine ich nicht, dass das Buch ein offenes Ende geahbt hätte. Nein, es sind tatsächlich einfach Nebensächlichkeiten gewesen. Nichts davon war dazu da, um den Leser zu verwirren oder die Geschichte spannend zu machen. Man wusste nämlich bereits zu Beginn, wer der Täter ist.

4. Es kam einfach keine Spannung auf! Wie erwähnt, wusste man bereits sehr schnell, wer der Entführer ist. Das muss auch gar nicht schlecht sein. Ich habe bereits ähnliche Bücher gelesen, die ich trotzdem sehr spannend. fand. Aber hier...? Die vielen unwirschen Gedanken der Figuren, die vielen Nebenschauplätze, ... es war einfach langweilig.

5. Der Schreibstil war leider in meinen Augen auch nicht literarisch. Ich fand den Schreibstil anstrengend und einfach gehalten. Das eh schon fehlende Tempo wurde durch Wort- und Satzwiederholungen unnötig weiter gebremst.

6. Natürlich ist auch am Ende noch "Kommissar Zufall" am Werk und löst den Fall für die unfähigen Ermittler.

Eigentlich wollte ich nun noch schreiben, was mir gefallen hat, aber ich muss ehrlich zugeben, nun, wo ich es im Kopf einfach nochmal durchgegangen bin: Es gibt nichts, was mir wirklich gefallen hat. Der Sprecher des Hörbuchs hatte eine angenehme Stimme und das Cover ist stilvoll. Mehr fällt mir echt nicht ein.

Von mir gibt es definitiv keinerlei Leseempfehlung. Sorry!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2020

Herzensbuch

Pandatage
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Ich lese normalerweise viele Thriller und Krimis. Irgendwann ist man jedoch übersättigt. „Pandatage“ von James Gould-Bourn erschien mir daher perfekt, um meine Nase mal wieder in einen Roman ohne Mord ...

Ich lese normalerweise viele Thriller und Krimis. Irgendwann ist man jedoch übersättigt. „Pandatage“ von James Gould-Bourn erschien mir daher perfekt, um meine Nase mal wieder in einen Roman ohne Mord und Totschlag zu stecken.

Danny Malooley hat es nicht leicht. Seine Frau ist vor einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Seitdem redet sein Sohn Will kein Wort mehr. Mit der Rolle als alleinerziehender Vater kommt Danny gar nicht zurecht. Dann verliert er auch noch seinen Job als Bauarbeiter und hat einen Berg Rechnungen zu begleichen. Sein Vermieter droht ihm mit dem Rausschmiss aus der Wohnung (und Schlimmerem). Es könnte also kaum schlechter laufen. Als er keine neue Stelle auf dem Bau findet, beschließt er, mit seinem letzten Geld ein Pandakostüm zu kaufen und fortan als Tanzbär sein Geld im Park zu verdienen. Blöd nur, dass Danny auch nicht tanzen kann. Durch (un)glückliche Zufälle lernt er jedoch Krystal kennen, eine Stangentänzerin, die ihn fortan im Tanzen unterrichtet. Und auch Will spricht plötzlich wieder, aber nicht mit Danny – sondern nur mit dem Panda im Park, der ihn vor ein paar Raufbolden aus der Schule verteidigt hat.

Soweit zur Story. Mit ein paar wenigen Sätzen mehr, könnte ich sie fast zu Ende erzählen. Aber das ist auch überhaupt nicht wichtig. Das Buch lebt nicht von einer komplexen Handlung oder unfassbarer Spannung. Für mich waren es die Figuren, die das Buch so besonders gemacht haben. Wir haben eine Hand voll verrückter, klischeebehafteter, liebenswerter Figuren, die einfach soooo sympathisch sind, dass sie mir beim Lesen alle ans Herz wuchsen: Danny, der chaotische, überforderte Vater und trauernde Witwer; Will, der wütend auf die Welt, seinen Vater und sich selbst ist, weil es seine Mutter nicht mehr gibt; Ivan, der ukrainische Bauarbeiter, mit grammatikalischen Schwächen, aber einem umso größeren Herzen unter der harten Schale; Krystal, die zynische Stangentänzerin, mit dem losen Mundwerk; El Magnifico, der Straßenkünstler, der seinen Bademantel als Zaubererumhang sieht; Tim und Milton, die… ihr am besten selbst kennenlernen müsst. Ich könnte noch einige Zeit so weitermachen. Die Figuren waren einfach toll und haben Momente kreiert, in denen ich schmunzeln oder gar lachen musste (wirklich, mein Freund hat mich oft gefragt, wieso ich plötzlich abends auf der Couch anfange zu kichern). Es gab aber auch durchaus viele traurige und emotionale Momente, die mich wirklich berührt haben. Mehrfach habe ich ein paar Tränchen verdrücken müssen, weil ich mich sehr gut in Dannys und Wills Gefühlsleben hereinversetzen konnte.

Ganz besonders gefiel mir, neben dem lockeren und sarkastischen Schreibstil, wie viel man aus diesem Buch mitnehmen kann. Es sind die kleinen Dinge, die uns glücklich und dankbar machen sollten. Kleine Gesten, wie ein gebackener Walnusskuchen, sind es, die so viel mehr wert sind als alles Geld der Welt. (Wenn ihr das Buch gelesen habt, werdet ihr verstehen, was es mit dem Kuchen auf sich hat. Außerdem macht Kuchen immer alles besser. )

Aber trotz aller witzigen Klischees und vermittelter Emotionen blieb die Spannung in meinen Augen auch nicht zu kurz. Es gab ein großes Highlight, auf das kontinuierlich zugearbeitet wurde und das Ende passte einfach hervorragend zum restlichen Buch, das mich stets ein weinendes und ein lachendes Auge behalten ließ. Schon nach ca. 60-70 Seiten dachte ich: „Das Buch würde so super als Film funktionieren!“, und ich bleibe auch nach dem Beenden der Meinung: Bitte verfilmt dieses Buch! Ich muss den Panda tanzen sehen!

Ein großartiges Buch fürs Herz: Ein Highlight!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2020

Ein neuer Lieblingsautor?

Das andere Mädchen
0

Ihr sitzt im Café, genießt gerade eure Pause. Plötzlich setzt sich ein Mann neben euch, den ihr nicht kennt. Er erzählt euch von einem zweijährigen Kind, das vor über 20 Jahren in einem anderen Land verschwunden ...

Ihr sitzt im Café, genießt gerade eure Pause. Plötzlich setzt sich ein Mann neben euch, den ihr nicht kennt. Er erzählt euch von einem zweijährigen Kind, das vor über 20 Jahren in einem anderen Land verschwunden ist. Er zeigt euch Bilder. Als ihr ihm sagt, dass ihr das bedauert, aber nicht helfen könnt und fragt, was das überhaupt mit euch zu tun hat, behauptet er plötzlich, dass ihr das verschwundene Kind seid.
Heftig oder? Genauso passiert es der Hauptfigur Kim in "Das andere Mädchen". Das alles wäre vielleicht auch noch gar nicht so schlimm, aber Kim hat ein ungutes Bauchgefühl. Es gibt keine Babyfotos von ihr. Ihr Stiefvater reagiert sehr sonderbar, als Kim ihm von der Begegnung erzählt. Ihre Mutter ist gestorben. Kim kann sie nicht mehr fragen. Ist vielleicht doch etwas an der Geschichte dran? Ist ihre Mutter eine Entführerin gewesen? Ist sie bei der falschen Familie aufgewachsen?
Für mich wäre das eine psychisch total an die Nieren gehende Situation, die ich mir nicht weiter ausmalen möchte. Kim muss nun verständlicherweise aber für sich unbedingt die Wahrheit herausfinden und reist von Australien in die USA, um den Spuren des verschwundenen Mädchens zu folgen.
Neben den Kapiteln in der Gegenwart, die in Melbourne beginnen und aus Kims Sicht geschrieben wurden, führt uns der Autor Christian White in die Vergangenheit der US-Kleinstadt Manson. Man begleitet dort durch einen neutralen Erzählstil die Familie Went, deren kleine Tochter Sammy verschwinden wird, und einige andere Einwohner, die etwas mit dem Verschwinden zu tun gehabt haben könnten.
Das Stilmittel der wechselnden Zeitebenen und Perspektiven ist nicht neu, gefiel mir aber auch hier wieder richtig gut, um den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Toll gesetzte Cliffhanger ließen mich immer mindestens ein bis zwei Kapitel mehr lesen, als meine Müdigkeit eigentlich vertragen hätte.
Das Besondere an Manson sind die Pfingstkirchler der "Church of the Light within", auch Fundis genannt. Das ist eine religiöse Gemeinschaft, die sektenartig agiert und zum Beispiel mit Schlangen (und ihren Bissen) arbeitet, um herauszufinden, wer von Gott gesegnet ist. Ziemlich verrücktes Zeug sag ich euch! Viele der Einwohner sind Anhänger dieser Kirche, unter anderem auch Sammys Mutter. Einige der Einwohner, die nicht zu den Fundis gehören. verdächtigen die Kirche, etwas mit dem Verschwinden der kleinen Sammy zu tun zu haben. Spannend!
Ich kann euch sagen, dass mich der Autor immer wieder überraschen und auf falsche Fährten führen konnte, ob es nun Sammys Verschwinden oder aber auch einzelne Figuren und ihre Beziehungen betraf. Den meisten Figuren war einfach nicht, bzw. alles zu (-zu)trauen. Sie waren aber trotzdem (oder gerade deswegen) unheimlich interessant.

Das Finale stand dem restlichen Buch in nichts nach. Schöne Twists, spannende, actionreiche Szenen, logische Auflösung… hach, so mag ich das! Ein tolles Debüt, was durch eine religiöse Vereinigung, Geheimnisse und atmosphärischer Schreibweise durchaus überzeugte. Christian White bleibt mir nach diesem Debüt auf jeden Fall im Gedächtnis und ich bin gespannt, wann ein neues Buch von ihm erscheinen wird. „Das andere Mädchen“ ist mein Highlight im Mai!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere