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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.09.2019

Freudinnen bis zum Tod?!

Mein Herz so schwarz
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Mein erstes Buch von Jenny Blackhurst hat aufgrund des wunderschönen Covers den Weg zu mir gefunden. Diejenigen von Euch, die meine Rezensionen verfolgen, wissen, dass ich ein kleines (oder auch großes) ...

Mein erstes Buch von Jenny Blackhurst hat aufgrund des wunderschönen Covers den Weg zu mir gefunden. Diejenigen von Euch, die meine Rezensionen verfolgen, wissen, dass ich ein kleines (oder auch großes) Cover-Opfer bin. Dieses hier hat auf jeden Fall direkt meinen Blick auf sich gezogen. In Verbindung mit dem äußerst interessanten Klappentext konnte ich nicht widerstehen.



Am Abend ihrer Hochzeit stürzt sich Evie White von einer Klippe in den Tod. Ihre Leiche wird nie gefunden, doch es gibt Zeugen für den Sturz. Was hat Evie dazu gebracht, ihr Leben so plötzlich zu beenden? Als ihr Bräutigam und ihre beste Freundin versuchen, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, stoßen sie auf dunkle Abgründe im Leben der Verstorbenen. Allmählich beginnen sie zu begreifen, dass sie die wahre Evie nie wirklich kannten - und dass sie die Vergangenheit besser ruhen lassen sollten ...



Gleich zu Beginn des Buchs lernt man Evies beste Freundin Rebecca näher kennen und weiß, dass es da ein dunkles Geheimnis geben muss (oder gar mehrere), das die beiden Frauen verbindet. Rebecca weiß etwas, was sie vor der Polizei und Evies Ehemann Richard verbirgt. Die Last dieses Wissens setzt Rebecca schwer zu und trotzdem kam sie mir irgendwie „schuldig“ vor. Diese Mischung aus Trauer und Schuld hat eine unheimlich große Spannung für mich erzeugt. Dass Rebecca aus der Ich-Perspektive berichtet, hat ihre Gedanken und Gefühle noch greifbarer gemacht. Außerdem liebe ich einfach Geheimnisse.

Der zweite Handlungsstrang berichtet über Evies Vergangenheit, beginnend bei ihrer Kindheit. Ich war am Anfang etwas irritiert und - ja, sagen wir es einfach so, wie es ist - genervt von diesem großen Zeitsprung, wollte ich doch wissen, was es mit Evies Suizid an ihrem Hochzeitstag auf sich hat. Zurückblickend kann ich berichten, dass dieser Handlungsstrang absolut wichtig und essentiell für das Buch ist. Jenny Blackhurst hat Vergangenheit und Gegenwart perfekt miteinander verknüpft und präsentiert einen clever konstruierten Plot.

Die beiden Handlungsstränge laufen immer mehr aufeinander zu und lassen (später) das Buch vor Spannung förmlich knistern! Es gibt immer wieder seltsame Begebenheiten, die nicht so recht erklärbar sind oder auch neue Informationen über Evie, die einen anderen Blick auf die Geschehnisse bedürfen. Evie ist überhaupt eine sehr interessante Figur - sie wird von Rebecca regelrecht angebetet. Auch Richard ist ihr verfallen. Man könnte fast meinen, sie wären „Evie-süchtig“ und doch schwingt in den Kapitel aus Rebeccas Sicht etwas anderes mit, was ich nicht so recht greifen konnte.

Ab ungefähr der Hälfte des Buches zog die Spannung extrem an und es kamen einige überraschende Wendungen, die mich staunen ließen.



Fazit:

„Mein Herz so schwarz“ ist anfangs eher ein Drama über eine Freundschaft zweier Frauen, die Abhängigkeiten beider voneinander offenbarte, aber noch nicht wirklich viel Psychothriller-Feeling zu bieten hatte. Ab der Hälfte änderte sich dies für mich jedoch schlagartig und es entstand beim Lesen eine regelrechte Sogwirkung auf mich!

Die Figuren verbergen lauter finstere Geheimnisse, schmieden Intrigen, sind geplagt von Schuldgefühlen und Missgunst.

Die Auflösung hat mich vollkommen zufrieden das Buch zuklappen lassen. Ein toller Thriller, der sich Zeit lässt, aber dann zu überzeugen weiß.

Veröffentlicht am 18.09.2019

Düster und dramatisch!

In Gestalt eines Anderen
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Das Cover und der Klappentext haben mich direkt gefangen genommen! So treffend zum Buch, geheimnisvoll und düster: Absolut perfekt! „In Gestalt eines Anderen“ ist nach „Das Leben, das wir begraben“ mein ...

Das Cover und der Klappentext haben mich direkt gefangen genommen! So treffend zum Buch, geheimnisvoll und düster: Absolut perfekt! „In Gestalt eines Anderen“ ist nach „Das Leben, das wir begraben“ mein zweites Buch von Allen Eskens. Direkt zu Anfang sei gesagt, dass ich wieder sehr gut unterhalten wurde, obwohl die Bücher in meinen Augen keinesfalls miteinander vergleichbar sind.



Die Suche nach der Identität eines Mannes namens James Putnam.
Wer war James Putnam? Die Beantwortung dieser Frage ist für Detective Alexander Rupert die letzte Hoffnung, sein verkorkstes Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Doch dieser verwirrende Fall von Identitätsdiebstahl explodiert regelrecht, als Alexander auf die Spur von Drago Basta stößt. Basta ist ein im Balkankrieg ausgebildeter Attentäter und seit Jahren auf der Suche nach »James Putnam«.
Und plötzlich ist Alexander in ein Blutbad verwickelt, das er selbst ausgelöst hat …



Zum Inhalt mag ich gar nicht viel mehr verraten. Der Hauptakteur, Detective Alexander Rupert hat auch schon einmal bessere Tage erlebt. Seine Karriere und seine Ehe scheinen gerade synchron den Bach herunterzugehen und so kommt ihm dieser mysteriöse Fall von Identitätsdiebstahl gerade recht, hat er doch die Hoffnung sein ramponiertes Image so wieder aufzupolieren und dadurch eventuell auch seine Ehe zu retten.

Alexander ist ein schwieriger Protagonist. Ich tat mich unheimlich schwer damit ihn einzuschätzen. Als ich mich festgelegt hatte, präsentierte er dann doch eine unerwartete Seite und dann noch eine. Im Gegenteil zu Alexander mochte ich dessen Bruder Max Rupert auf Anhieb, obwohl man nicht sehr viel über ihn erfuhr. Allerdings hat auch Max Handeln mich im Verlauf der Geschichte überrascht. Ich find es grandios, wie facettenreich Allen Eskens Alexander und seinen Bruder Max gezeichnet hat. Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß im Leben: Es gibt auch jede Menge Grauschattierungen.

Die Ambivalenz der Figuren gibt dem Buch einen Großteil der unterschwelligen Spannung und Dramatik. Eskens schreibt bildlich, flüssig, knapp, kalt - jeweils zur Situation passend. Die Atmosphäre im Buch glich einem Agenten- oder Spionagethriller und hat mich vollkommen abgeholt. Der Autor setzte immer wieder gekonnt Cliffhanger am Ende der Kapitel. Mir gefiel, dass Eskens nicht mehr Privatleben als nötig in den Roman eingebaut hat und den Fokus eher auf die Ermittlungen und Drago Basta legte.

Basta war ein unheimlich guter Bösewicht – eiskalt, effizient, clever. Durch Einblicke in seine Vergangenheit wurde er authentisch als der skrupellose, perfekte Killer dargestellt, der er über Jahre hinweg geworden ist. Eigentlich müsste man eher sagen, dass das Leben aus ihm diesen Attentäter gemacht hat. Allein die Darstellung von Basta ist dem Autor hervorragend gelungen. Dieser Antagonist und dessen Werdegang rief so viel unterschiedliche Emotionen in mir auf, dass ich immer wieder über das Buch nachdachte.



Fazit:

„In Gestalt eines Anderen“ war nicht vergleichbar mit „Das Leben, das wir begraben“ – der Stil war düsterer, die Polizeiarbeit nahm den Großteil der Geschichte ein, es gab wesentlich mehr Action.

Das Buch war unterhaltsam, es gab kleinere Wendungen, die jedoch nicht immer total überraschend kamen. Mir fehlte hier noch eine kleine Prise Wow-Effekt, ein größerer Twist. Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Die Geschichte war nämlich auf einer anderen Ebene trotzdem einnehmend und überraschend. Der Identitätsdiebstahl war nur ein kleines Puzzleteil in einem großen Ganzen. Es dreht sich viel mehr um die menschliche Psyche, um Dunkelheit, Einsamkeit, Intrigen, Skrupellosigkeit - im Mittelpunkt eine tragische Hauptfigur, zu der man im Zwiespalt steht und für die man doch hofft.

Das Ende gefiel mir unheimlich gut! Action, Tote, überraschende Handlungen… und ein Happy End (oder doch nicht?).

Ein toller Thriller, der nicht nur mit den Figuren, sondern auch mit der Psyche der Leser/innen spielt!

Veröffentlicht am 13.09.2019

Ein Gesamtkunstwerk!

Der Gesang der Flusskrebse
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Ein gefühlvoller Roman über das Erwachsen werden und die Schönheit der Natur. Ein Mordfall, dessen Aufklärung eine ganze Stadt in Ausnahmezustand versetzt. Ein Mädchen, das unschuldig von Dorfbewohnern ...

Ein gefühlvoller Roman über das Erwachsen werden und die Schönheit der Natur. Ein Mordfall, dessen Aufklärung eine ganze Stadt in Ausnahmezustand versetzt. Ein Mädchen, das unschuldig von Dorfbewohnern vorverurteilt wird. Eine Frau, die die Einsamkeit verändert. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist einfach anders und „anders“ gefällt mir. Aber lest selbst:

Inhalt:

Die Handlung des Romans spielt vorwiegend in den 50er und 60er Jahren im Marschland North Carolinas und im dort gelegenen Küstenstädtchen Barkley Cove. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Im ersten Handlungsstrang lernen die Leser die kleine sechsjährige Kya und ihre Familie kennen. Wobei sich die Familie gleich zu Beginn auflöst. Ein Familienmitglied nach dem Nächsten verlässt das Marschland, verlässt Kya. Sie lernt dadurch sehr früh die Einsamkeit, aber auch die Schönheit der Natur kennen. Kya kennt jede Muschel, Möwe, Bucht und Sandbank. Obwohl sie so jung an Jahren ist, schlägt sie sich fortan selbst durch, bringt sich fischen bei, sammelt Muscheln, baut Gemüse an, lernt kochen. Der zweite Erzählstrang befasst sich mit einem Mordfall. Ein Mord, der durch Kya, „das Marschmädchen“, begangen worden soll. Die Indizien sprechen gegen sie. Es kommt zur Festnahme und zur Gerichtsverhandlung. Hin und wieder gibt es Zeitsprünge zwischen dem aktuellen Verbrechen und Kyas Vergangenheit. Diese Zeitsprünge sind nicht zu häufig, verleihen dem Buch aber eine gewisse Spannung, da sie immer mehr aufeinander zulaufen. Im ersten Teil des Hörbuchs überwiegt jedoch der Teil der Kindheit, im zweiten Teil dann die Aufklärung des Verbrechens.

Meinung:

Der Überlebenskampf des kleinen Mädchens und ihre unschuldige Sicht auf die Dinge führten dazu, dass ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Sie tat mir unendlich leid und ich wünschte mir die ganze Zeit über, dass Kya die Einsamkeit abstreifen könnte. Dass jemand kommt und ihr jemand dabei hilft erwachsen zu werden. Obwohl sie sich so tapfer und unerschrocken gibt, so spürt man doch ihre Verzweiflung, die die Isolation mit sich brachte.

Aber nicht nur die Hauptfigur wurde von der Autorin liebevoll ausgestaltet und gezeichnet. Es gibt einige wunderbar dargestellte Personen, die mir während der Geschichte ans Herz wuchsen. Ganz besonders mochte ich zum Beispiel Jumpin und seine Frau. Die beiden sind schwarz und haben es dadurch zu der Zeit in North Carolina auch nicht leicht und trotzdem unterstützen sie Kya durch Kleinigkeiten. Toll fand ich dabei auch, wie die Sprecherin des Hörbuchs Jumpin Leben (und einen ganz eigenen Stil) eingehaucht hat.
Ganz besonders die Verhandlung und Kyas Leben danach haben es mir noch einmal richtig angetan. Ich fand es großartig wie Delia Owens das Ende gefunden hat. Mir stiegen vorallem auf den letzten Seiten einige Male die Tränen und die Augen und ich musste weinen. Vielleicht finden es einige zu romantisch oder kitschig wie sich Kya entwickelt hat, aber ich fand es einfach grandios. Ich war überrascht und doch glücklich mit dem Ende.

Fazit:

Nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich noch oft an diese Geschichte gedacht. Das Buch enthält so viele Botschaften, die es sanft und zwischen den Zeilen übermittelt. Diese Botschaften hallen immer noch in mir nach und regen mich zum Nachdenken an. Besonders faszinierend finde ich dabei, wie geschickt hier so viele Themen und Genre verwoben worden ohne den roten Faden zu verlieren, ohne sich zu sehr in Details zu verlieren und trotzdem so detailverliebt zu schreiben. (Ja, das klingt widersprüchlich. Ist es aber in diesem Roman nicht.) Es gibt präzise Naturschilderungen, einen Kriminalfall, eine Geschichte übers Erwachsenwerden, eine Liebesgeschichte, Dramatik, Spannung,… und all das kam mir zu keinem Zeitpunkt unecht oder übertrieben vor.

Der Sprecherin Luise Helm ist es dabei fantastisch gelungen all diese Facetten des Buchs authentisch wiederzugeben und die Atmosphäre dieses Buchs stimmlich einzufangen.

Ein toller Roman!

Veröffentlicht am 05.09.2019

672 Seiten und keine war zu viel

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Das war mein erster Roman von Joel Dicker und was soll ich sagen? Er konnte mich echt begeistern. Das Witzige daran ist, dass ich das selber nie vermutet hätte. Es gibt sehr wenige Bücher, bei denen ich ...

Das war mein erster Roman von Joel Dicker und was soll ich sagen? Er konnte mich echt begeistern. Das Witzige daran ist, dass ich das selber nie vermutet hätte. Es gibt sehr wenige Bücher, bei denen ich begeistert bin, wenn ich eine extrem hohe Seitenzahl sehe. Ich glaube, bisher habe ich mich nur bei Harry Potter tatsächlich darüber gefreut. Aufgrund vieler guter Kritiken zu Joel Dickers Werken wollte ich es trotzdem gern probieren. Ein Glück, dass ich es getan habe!
Dieses Buch hier hat in meinen Augen jede Seite und jedes Wort sowas von verdient. Es beginnt ganz ruhig: Wir lernen die Figuren und die Stadt kennen. Relativ schnell taucht auch Stephanie Mailer auf und weist Jesse Rosenberg darauf hin, dass er in seinem ersten großen Fall einen fatalen Fehler begonnen hat und danach verschwindet sie spurlos. Während Rosenberg dem Hinweis von Stephanie nachgeht und die Polizei-Akten zu dem 20 Jahre alten Fall wälzt, kommen immer mehr Personen und Handlungsorte hinzu. Dabei geht Dicker geschickt vor und führt die Protagonisten nach und nach ein und eröffnet die Nebenschauplätze ebenfalls etappenweise. Ich war nie überfordert vom Auftauchen dieser vielen Personen. Ich blieb lediglich im Unklaren, ob die Nebenschauplätze tatsächlich für den Fall relevant sind. Vermutet hatte ich erst, dass der Autor den Leser nur verwirren will. Je mehr Handlungsstränge jedoch auftauchten, umso sicherer war ich mir, dass es doch Verbindungen geben muss. Interessanterweise wurde das Buch dadurch (in meinen Augen) nicht langweilig. Ich fand alle Handlungen so interessant, dass ich es sich vielleicht sogar noch spannender anfühlte, da ich immer mehr erfahren wollte. Klar stagnierten die Ermittlungen dadurch hin und wieder – für den Spannungsaufbau fand ich es jedoch grandios ausgearbeitet. Immer wieder zog der Autor das Tempo an. So richtig packend wurde es, als die Handlungsstränge nach und nach verschmolzen, auch wenn ich noch längst keinen blassen Schimmer hatte, wie die Puzzleteile ineinander passen sollten.
Diese grandios verwobene Story wurde in meinen Augen von den Figuren des Buchs getragen. Jeder Klischeebelastung zum Trotz hat der Autor ihnen so viel Leben eingehaucht und Tiefe verliehen, dass ich sie alle genau vor mir gesehen habe. Keine Person mochte ich nicht – sie waren alle auf ihre Art authentisch und ihr Handeln, so absurd es anmutete, war nachvollziehbar, weil ich ihre Hintergründe und ihr „Leben“ kannte.
Motive und Täter blieben für mich undurchschaubar. Allerlei Verstrickungen und Intrigen sorgten immer wieder für Wendungen, die das ganze vermeintliche Wissen über den Fall wie ein Kartenhaus zum Einsturz brachten. Ich konnte die Verzweiflung der Ermittler total verstehen!
Der bildliche und flüssige Sprachstil (Hut ab für die Übersetzungsleistung) tat sein Übriges für meinen Lesefluss. Ich war gefangen in der Geschichte. Ich fühlte den Sog dieser Erzählung als wäre ich eine Bürgerin Orpheas. Ich habe die Bilder in meinem Kopf beim Lesen verfolgt wie einen Hollywood-Blockbuster mit bester Besetzung. Das „Ende“ – mindestens die letzten 150 Seiten – haute nochmal alles raus, was man sich als Leser wünschen konnte. Ich bin und bleibe begeistert von dieser schriftstellerischen Höchstleistung!

Veröffentlicht am 05.09.2019

Kluge Story - kaputte Stadt

Outback - Fünf tödliche Schüsse. Eine unfassbare Tat. Mehr als eine Wahrheit
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Chris Hammer hat hier einen Roman vorgelegt, der ganz langsam Fahrt aufnimmt, aber dann sehr mitreißend ist.

Der Autor schafft es auf wenigen Seiten bereits eine so bedrückende und authentische Stimmung ...

Chris Hammer hat hier einen Roman vorgelegt, der ganz langsam Fahrt aufnimmt, aber dann sehr mitreißend ist.

Der Autor schafft es auf wenigen Seiten bereits eine so bedrückende und authentische Stimmung zu erzeugen, dass man förmlich die Hitze auf der Haut spürt und die Einsamkeit in Rivers End fühlen kann.

Die Story war ausgesprochen klug gestrickt, sehr komplex und verwoben - man hatte kaum eine Chance hier allein auf die richtige Spur zu kommen. Immer wieder wurden gekonnt Wendungen eingestreut, die alles vorherige in Frage stellten. Keinem Einwohner Rivers End konnte man vollends trauen. Nach und nach erfährt man immer mehr über die (fraglichen) zwischenmenschlichen Beziehungen.
"Was für eine Stadt: Entweder sie ficken oder sie erschießen einander. Kein Wunder, dass die Bevölkerungszahlen im freien Fall sind."

Gegen Ende hatten sich ein paar Längen eingeschlichen, die mich etwas störten. Das Finale, das zugegebener Maßen konstruiert erscheint, macht das trotzdem wieder wett, weil es die Spannung vom Anfang aufgreift, lückenlos aufklärt und mich als Leser zufrieden das Buch zuklappen ließ.

Mich konnte das Buch sehr gut unterhalten und ich hatte spannende Lesestunden.Wer komplexe Stories mag, Plot-Begeisterte und Australien-Fans sind sicher auch für diesen Roman zu begeistern.