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Veröffentlicht am 07.05.2021

Enttäuschend

Devoted - Der Beschützer
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Es bricht mir ein bisschen das Herz (und euch vielleicht auch), weil ich mich (wie viele andere) auf dieses Buch so gefreut hatte, aber leider konnte „Devoted – Der Beschützer“ von Dean Koontz meine Erwartungen ...

Es bricht mir ein bisschen das Herz (und euch vielleicht auch), weil ich mich (wie viele andere) auf dieses Buch so gefreut hatte, aber leider konnte „Devoted – Der Beschützer“ von Dean Koontz meine Erwartungen nicht erfüllen.

In „Devoted“ gibt es eine Vielzahl von Figuren, aber nur zwei davon sind die tatsächlichen Stars der Geschichte. Das ist zum einen Woody, ein autistischer Junge, der noch nie in seinem Leben gesprochen hat, und das ist zum anderen Kipp, ein Golden Retriever-Rüde mit ganz besonderen Fähigkeiten. Beide Figuren lernt man direkt zu Beginn des Buchs etwas näher kennen. Auch einer der „Bösewichte“ in Koontz Roman tritt früh in Erscheinung. Hierbei handelt es sich um Lee Shacket, der bei einem Unfall in einem illegalen Forschungszentrum kontaminiert wurde, sich aber aus dem niederbrennenden Gebäudekomplex retten konnte. Shacket durchläuft im Roman eine Verwandlung, die eine große Bedrohung für Woody und seine Mutter Megan, aber auch für die ganze Welt darstellt. Und das Schlimmste: Shacket ist nicht die einzige Bedrohung!

Inhaltlich möchte ich gar nicht tiefer gehen, da die Handlung des Romans schnell zusammengefasst wäre. (Und da finde ich mich schon mitten in einem Kritikpunkt, obwohl ich gar nicht so mit der Tür ins Haus fallen wollte.) Für mich war „Devoted“ definitiv zu handlungsarm. Es passierte einfach sehr, bzw. zu wenig. Dass lag unter anderem an einer Vielzahl von Handlungssträngen, die lange Zeit parallel verliefen. Und sobald ein Strang in einen anderen überging, gab es direkt wieder drei neue Figuren, die ins Geschehen eingriffen und deren Kapitel dann ebenfalls parallel weiter erzählt wurden. 🥱

Die Handlung wurde außerdem aufgrund der vielen Figuren sehr komplex. Man sollte „Devoted“ beim Lesen definitiv nicht zu oft unterbrechen müssen und sich voll und ganz aufs Buch fokussieren können. Das fehlte mir leider und machte es mir noch schwerer in die Geschichte zu finden.
Auch konnte ich den fantastischen Elementen, die der Autor hier eingebaut hat, nicht immer folgen.

Meine Probleme mit dem Buch ergaben sich aber auch, weil Koontz sich oft in unwichtigen Details verstrickt. Als King-Fan weiß man, dass Nebenschauplätze oft genauso spannend sein können, wie die eigentliche Handlung. Hier jedoch unterschied sich Koontz Erzählweise, die sonst Stephen Kings Schreibe sehr ähnelt. Koontz erklärt dem Leser zum Beispiel mehrere Absätze lang, wieso Polizisten einen Viehtreiber im Streifenwagen haben oder er verfasst mehrere Seiten darüber, wieso ein alter Campingplatz/Trailerpark nun eine verlassene Windkraftanlage ist. Ich hoffe, ihr versteht, worauf ich hinaus möchte: Es ist vollkommen irrelevant für die Handlung und führte tatsächlich bei mir dazu, dass ich Seiten überflogen und am Ende sogar überblättert habe.

Ich wurde, so sehr ich es auch wollte und probiert habe, einfach nicht warm mit dem Buch, obwohl ich einige der Figuren sehr mochte: Insbesondere Ben, Kipp und Woody. Aber auch bei den Charakteren konnte mich Koontz nicht wirklich überzeugen. In „Devoted“ gibt es nämlich nur zwei Arten von Menschen: Die abgrundtief Bösen und die komplett Guten in strahlend weißer Weste. Zumindest war das mein Eindruck beim Lesen. Für mich war die Darstellung zu eindimensional. Sorry! 🙈

Und auch das Ende, das zum Glück (endlich!) etwas an Tempo gewann, entsprach absolut nicht meinen Erwartungen. Das lag aber auch daran, dass ich unter einem Thriller etwas anderes verstehe. In meinen Augen ist „Devoted – Der Beschützer“ eher ein Fantasy- oder Science-Fiction-Roman mit Thriller-Elementen. Hätte ich das eher gewusst, hätte ich mich vielleicht besser auf die Story einlassen können (oder hätte direkt die Finger davon gelassen, wer weiß). So muss ich leider sagen, dass ich mich zwingen musste, das Buch zu beenden. Von mir bekommt ihr leider keine Leseempfehlung und ich denke, dass ich so schnell kein Buch mehr von Koontz lesen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2021

Unfassbar stark!

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Fantasy, Magie, Märchen? Gefällt dir? Dann unbedingt lesen!
„Mr. Parnassus´ Heim für magisch Begabte“ hat mich bereits vor einigen Monaten verzaubert, als ich es bei den künftigen Neuerscheinungen entdeckt ...

Fantasy, Magie, Märchen? Gefällt dir? Dann unbedingt lesen!
„Mr. Parnassus´ Heim für magisch Begabte“ hat mich bereits vor einigen Monaten verzaubert, als ich es bei den künftigen Neuerscheinungen entdeckt habe. Dieses wunderschön bunte, in Pastelltönen gehaltene Cover hat meinen Blick direkt auf sich gezogen. Ich liebe es ja, wenn das Cover zur Geschichte passt, und ich kann euch sagen: Hier wurde mit Liebe zum Detail designt! Es passt einfach hervorragend und transportiert direkt diese wohlig-warme Gefühl, was mich auch beim Lesen begleitet hat.
Aber nun zum Inhalt: Linus Baker ist Beamter der Behörde für magisch Begabte Minderjährige. Er ist in seinem Job vorbildlich und penibel, privat jedoch einsam und ziemlich langweilig. Das sieht er allerdings anders! Aus – für ihn – heiterem Himmel bekommt er den Spezialauftrag das Waisenhaus von Arthur Parnassus zu überprüfen. Die Bewohner – und der Leiter – dieses Heims sind ziemlich speziell und stellen Linus vor einige Herausforderungen.
An diesem Punkt möchte ich zum Inhalt nichts mehr schreiben, da es mir eine so große Freude bereitet hat, die Figuren des Buchs – besonders die Kinder des Waisenhauses – selber „kennen zu lernen“. Das Buch erinnert den einen oder anderen vielleicht an den Roman „Die Insel der besonderen Kinder“ (so ging es mir). Ich persönlich finde jedoch, dass die Geschichte eine komplett andere Dynamik hat. Für mich hat „Mr. Parnassus´ Heim für magisch Begabte“ Ähnlichkeit mit einem Märchen. Es ist ein Roman, der die Seele streichelt, zum Nachdenken anregt und so vieles vermittelt.
Dabei ist der Schreibstil des Autors sehr leicht und bildhaft. Ich habe alles vor mir gesehen: Die Insel, das Meer, das Heim, die Kinder mit all ihren Besonderheiten. Ich bin komplett in die Geschichte eingetaucht und fühlte mich tatsächlich eher wie ein stummer Beobachter als eine Leserin. TJ Klune schreibt sehr emotional und doch auch humorvoll mit kleinem Augenzwinkern.
Wie schon angerissen, vermittelt dieses Buch Werte. Es geht um Respekt, um Zusammenhalt, um Andersartigkeit und deren Vor- und Nachteile. Der Autor integriert diese Themen aber absolut unaufdringlich und keinesfalls belehrend. Und trotzdem bemerkt man einen gewissen Appell: „Mach´ dir immer selbst ein Bild über dein Gegenüber und urteile nicht vorschnell.“
Mich hat dieses Buch emotional total abgeholt. Immer mal wieder musste ich mit einem Tränchen kämpfen, gewann aber. Bis ca. 50 Seiten vor Schluss alle Dämme brachen und ich so „durchgeheult“ habe, dass ich kaum noch die Seiten erkennen konnte. Das passiert mir wirklich nicht oft. Genau wie mich dieses Buch innerlich aufgewühlt hat, wird auch Linus Baker von den Kindern und dem Heimleiter aus seiner Komfortzone gelockt. Der Vorzeige-Beamte entdeckt an sich und seiner Umwelt immer neue Facetten und nicht alle davon gefallen ihm. Wie er damit wohl umgeht? Das müsst ihr selber lesen!
Mich hat schon lange kein Buch mehr sooo emotional berührt wie dieses. Es ist einfach mitreißend. Man entwickelt unheimlich schnell Sympathien. Die Kinder, die Insel, selbst der griesgrämige Fährmann sind mir ans Herz gewachsen. Eine bezaubernde und gefühlvolle Geschichte, die unheimlich lang nachhallen wird. Ich vermisse die Charaktere immer noch! Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Erst super, dann zu abgedreht

Geisterhaus
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„Blister“ war eines meiner absoluten Überraschungshighlights im letzten Jahr. Voller Freude habe ich demnach dem Erscheinen von Jeff Strands neuestem Buch „Geisterhaus“ entgegengefiebert.

Geisterhaus-Geschichten ...

„Blister“ war eines meiner absoluten Überraschungshighlights im letzten Jahr. Voller Freude habe ich demnach dem Erscheinen von Jeff Strands neuestem Buch „Geisterhaus“ entgegengefiebert.

Geisterhaus-Geschichten gibt es viele und immer wieder springe ich darauf an. Ich weiß auch nicht, was mich dermaßen an schaurigen Gebäuden fesselt, aber es ist Fakt: Sobald ich ein Buch oder einen Film dieser Art finde, muss ich es mir reinziehen! :D

Der Einstieg ins Buch fiel mir extrem leicht und ich war sehr schnell in der Geschichte. Kein Wunder beim lockeren Schreibstil von Jeff Strand. Immer wieder wurden vom Autor Kapitel mit der Überschrift „Davor“ ins Geschehen eingestreut und man ahnt recht schnell, dass „Davor“ nicht gut für das „Jetzt“ ausgehen wird. 😉 Diese „Davor“-Kapitel gefielen mir auch tatsächlich am besten, weil hier Strands schwarzer Humor immer mal wieder durchblitzte.

Etwas über die Hälfte las sich das Buch echt super, es war spannend und man rätselte mit der Familie Gardener, was mit diesem Haus nicht stimmt. Ab der zweiten Hälfte wird die ganze Geschichte dann immer fantastischer und mit fortschreitender Seitenzahl auch immer abgedrehter. Abgedreht muss übrigens nicht schlecht sein, aber etwas „eigenwillig“ empfand ich es auf der Zielgeraden schon. Vielleicht diente das Ganze auch nur dazu, etwas mehr Action und Blut im Buch unterzubringen, denn zu Beginn war alles vollkommen im Rahmen für eine Thriller-/Horror-Leseratte wie mich.

Der Epilog des Buchs gefiel mir dann wieder richtig gut und Strand hat noch eine kleine Überraschung für den Leser eingebaut. Leider fehlte mir trotzdem irgendetwas… der große Wow-Effekt blieb aus und irgendwie war ich dann genauso froh wie die Gardeners als es vorbei war. :D

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2021

Ruhiger Thriller

Angst sollst du haben
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Nachdem ich „Die Gerechte“ von Peter Swanson gelesen habe, war es klar: Ich bin ein Fangirl! So stand es außer Frage, dass ich auch „Angst sollst du haben“ unbedingt lesen muss.

Der Klappentext hat ...

Nachdem ich „Die Gerechte“ von Peter Swanson gelesen habe, war es klar: Ich bin ein Fangirl! So stand es außer Frage, dass ich auch „Angst sollst du haben“ unbedingt lesen muss.

Der Klappentext hat mich direkt gefesselt, denn er versprach einen Plot, den man nicht schon hunderte Male gelesen hat:
Henrietta (kurz: Hen) und ihr Mann Lloyd sind vor Kurzem umgezogen. Bei einem Nachbarschaftsfest lernen die beiden Eheleute Matthew und seine Frau Mira kennen und werden zum Abendessen eingeladen. Als Mira ihre Gäste nach dem Essen durchs Haus führt, glaubt Hen ihren Augen kaum. Der so sympathisch wirkende Nachbar ist im Besitz eines Gegenstands, der ihn ganz klar mit einem Mord in Verbindung bringt. Für Hen steht außer Frage: Ihr Nachbar muss ein Mörder sein! Nur glaubt ihr niemand. Also versucht sie auf eigene Faust weitere Beweise für Matthews Schuld zu finden.

Ich schätze den Schreibstil von Peter Swanson sehr. Er schreibt unheimlich flüssig, fesselnd und bildhaft, sodass ich manchmal überrascht bin, wie schnell die Seiten verfliegen. Die Kapitel, die von einem neutralen Erzähler wiedergegeben werden, wechseln dabei zwischen Hen und Matthew hin und her und offenbaren ein wahres Katz- und Maus-Spiel.

Schade war jedoch, dass der Autor nach sehr kurzer Zeit das Geheimnis um Matthews eventuelle Täterschaft lüftet. Hier hätte ich mir doch gewünscht, dass Swanson den Leser länger zappeln lässt. Die Spannung ist danach nämlich komplett abgefallen und ich brauchte etwas Zeit, um mich mit dieser Enthüllung „wohl zu fühlen“. Als ich mich damit angefreundet hatte, konnte ich mich trotz der abgefallenen Spannung an dem hohen Unterhaltungswert der Geschichte erfreuen. Zur Mitte hin wurde es dann auch doch wieder spannender, weil plötzlich eine neue Figur in den Mittelpunkt der Handlung rückte. Diese Spannung konnte Swanson dann auch bis zum Finale aufrecht halten.

Die wenigen Schauplätze und Figuren, die Swanson braucht, um eine Geschichte unterhaltsam und lesenswert zu machen, haben mich auch hier wieder beeindruckt. Allerdings fand ich die Nebenfiguren teils etwas blass. Besonders der Ehemann von Hen wirkte auf mich nicht ausreichend gezeichnet.
Die Auflösung, mit der der Autor die Leser am Ende zu überraschen versucht, gefiel mir leider nicht so gut wie der Rest, da ich diesem – ich nenne es mal – „Stilmittel“ schon zu oft begegnet bin. Allerdings fand ich das Ende toll auserzählt und einige Handlungen Hens, die ich vorher nicht gut nachvollziehen konnte, ergaben im Nachhinein Sinn.
„Angst sollst du haben“ ist ein ruhiger Thriller, der von der Anspannung zwischen den beiden Hauptakteuren lebt und trotz einiger Kritikpunkte doch einen hohen Unterhaltungswert besitzt. All das funktioniert nur aufgrund des fantastischen Schreibstils des Autors, der auch hier wieder sein Können zeigt.

So brillant wie „Die Gerechte“ fand ich zwar bisher kein Buch mehr von ihm, aber ich werde weiterhin jedes Buch lesen, das er veröffentlicht. Ich empfehle „Angst sollst du haben“ gern mit einigen Abzügen weiter, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass es nach der frühen Enthüllung des Täters keine große Spannungsmomente mehr geben wird.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 31.03.2021

Ein richtiger Pageturner!

Blutroter Schatten
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Ich habe mich schon auf Nachschub aus Patricia Walters Feder gefreut und kann nur sagen: Ich wurde nicht enttäuscht!

Das Buch ist von Seite 1 an spannend, da man direkt mitten im Geschehen landet ohne ...

Ich habe mich schon auf Nachschub aus Patricia Walters Feder gefreut und kann nur sagen: Ich wurde nicht enttäuscht!

Das Buch ist von Seite 1 an spannend, da man direkt mitten im Geschehen landet ohne unnötiges, privates Vorgeplänkel.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und immer wechselnde Perspektiven und Handlungsorte haben mich komplett ans Buch gefesselt, genau wie die geschickt eingesetzten Cliffhanger. Im Gegenteil zu manch anderen Autoren hat Patricia Walter damit auch keinesfalls übertrieben.

Die Figuren sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen, insbesondere Sam. Und trotz aller Abscheu vor seinen Taten fand ich ihren Vater Thomas Rohde ebenfalls sympathisch. Ein gerissener Hund ist das aber auch. :D

Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, möchte ich ebenfalls die Sprecherin lobend erwähnen. Sie liest es ganz fantastisch!

Ich habe einfach nichts an diesem Buch auszusetzen! Das Ende war genauso toll wie der ganze Rest, wunderbar auserzählt, ohne offene Fragen zurückzulassen und zum Fingernägelknabbern spannend!

  • Cover
  • Erzählstil
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