Ich bin ein großer Fan von Lena Kiefer und lese jedes ihrer Bücher. Dabei lasse ich mich sogar liebend gerne auf den zu erwartenden Kiefer-Cliffhanger ein, der mich bereits mehr als einmal sprachlos gemacht hat. Als dann die Info kam, dass sie ein Buch über die Artus Legende schreibt, war ich Feuer und Flamme (und Schwert) und konnte es kaum erwarten, in dieser Welt abzutauchen. Der Schreibstil war natürlich wieder umwerfend. Lena weiß einfach, wie man Umgebungen beschreibt und versteht sich blendend darin, ein ziehendes Fernweh auszulösen. Das war bei der Don’t Reihe schon so und hier ebenfalls. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Charlotte erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken bekommt. Durch den Prolog wird man sofort in die Handlung hineingeworfen, bekommt aber eine gute Einführung und einige Erklärungen, ehe es auch schon richtig losgeht. Alles in allem war es ein gutes, solides Buch, mit einer tollen Idee, reichlich Spannung, interessanten Charakteren und einer tollen Liebesgeschichte. Trotzdem haben mich gewisse Dinge gestört….
Dadurch, dass man die Handlung aus Charlottes Sicht erlebt, bleiben die anderen Charaktere etwas blass. Sie bekommen meiner Meinung nach nicht genügend Raum, um sich zu entwickeln und sich zu zeigen, weshalb ich bis zum Schluss keine emotionale Beziehung zu ihnen aufbauen konnte. Die Handlung ist spannend und sehr rasant, was mir eigentlich gut gefällt. Es gibt jedoch zu viele Wiederholungen und ähnliche Szenen, die das Buch stellenweise etwas langweilig machen. Zudem kam mir Charlottes Sinneswandel zu plötzlich. Am meisten hat mich aber die Liebesgeschichte gestört. Sie war zu plötzlich, zu einfach, zu perfekt. Eine klassische Insta-Love: Zwei Leute treffen sich und wissen sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Für mich war das leider nicht nachvollziehbar und die Emotionen kamen nicht bei mir an.
Die Idee war jedoch großartig und wurde auch toll umgesetzt. Es gibt kaum Bücher über die Legende von König Artus und seiner Tafelrunde und ich finde, Lena Kiefer hat die Geschichte perfekt in die Neuzeit gesetzt. Die Ritter mit ihren verschiedenen Gaben, die Teams und ihre Aufgaben waren spannend erklärt und ich konnte mir alles gut vorstellen. Auch den Antagonisten fand ich richtig toll. Den Cliffhanger am Ende habe ich kommen sehen und auch den Twist konnte ich schon früh erahnen, dennoch fand ich es super und es macht mich neugierig auf die Fortsetzung, die ich mir trotz Kritik holen werde.
FAZIT
Knights: Gefährliches Vermächtnis ist ein spannender Einstieg in eine neue Jugendreihe. Für mich persönlich war das Buch jedoch zu jugendlich und kratzt nur an der Oberfläche, weshalb es mich nicht ganz überzeugen konnte. Sowohl die Charaktere als auch die Liebesgeschichte blieben mir zu blass, weshalb ich keinen emotionalen Bezug zur Geschichten aufbauen konnte. Trotzdem macht mich der Verlauf der Handlung neugierig auf die weiteren Teile, weshalb ich Band 2 definitiv noch eine Chance geben werde.