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Veröffentlicht am 09.12.2021

Gefährliches Summen

Goldenes Gift
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"Goldenes Gift" (2021) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand, in dem der Koch Xavier Kieffer in einen Mordfall an einem Imker verwickelt wird und auf eigene Faust ermittelt.

Zum Inhalt:
Xavier ...

"Goldenes Gift" (2021) ist ein kulinarischer Krimi von Tom Hillenbrand, in dem der Koch Xavier Kieffer in einen Mordfall an einem Imker verwickelt wird und auf eigene Faust ermittelt.

Zum Inhalt:
Xavier Kieffer, Koch und Restaurantbesitzer in Luxemburg, lässt von einem Stadtimker Honig für sein Restaurant produzieren. Als dieser tot aufgefunden wird und seine Bienenstöcke verschwinden, beginnt Xavier selbst zu ermitteln und gerät dabei mitten in einen Skandal um gefälschten Honig und gefährdete Bienen.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Erklärungen zu Lebensmittelfälschung bei Honig, Gefährdung von Bienen und Gentechnik sind gut in die Geschichte eingebaut und verständlich.
Es gibt zwei Handlungsstränge, die je einem der beiden Protagonisten folgen, sich aber im Laufe der Geschichte immer wieder treffen, ergänzen und zum Schluss zur Aufklärung zusammenfügen. Durch dieses Ineinandergreifen kann man der Geschichte mühelos folgen. Die Persönlichkeiten und Hintergründe der verschiedenen Personen sind gut aufgebaut.
Auch die Handlungsorte, vor allem die Stadt Luxemburg, werden sehr lebendig beschrieben und einige regionale Begriffe verwendet. Man fühlt sich direkt in die Geschichte hineinversetzt.
Wichtige Themen wie Lebensmittelfälschung, Umweltprobleme und kriminelle Strukturen sogar im Bereich von Forschung und Wissenschaft werden gekonnt in einen Regionalkrimi eingebettet.

Mir haben der Fall und der ermittelnde Koch sehr gut gefallen. Die Stärken dieses Krimis liegen in der Ausarbeitung der Charaktere, dem Lokalkolorit, einer Portion Humor und in der locker-leichten Vermittlung von Wissen. Der Mordfall an sich ist eher nebensächlich.

Fazit: Ein guter kulinarischer Regional-Krimi, der auch noch einiges an Wissen über Honig, Bienen und damit verbundene Probleme vermittelt.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Der Einfluss der Macht

Das Zeitalter der Drachen
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"Das Zeitalter der Drachen" (2021) ist ein High-Fantasy-Roman von Jenny-Mai Nuyen. Erzählt wird die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Drachen und die Verwicklungen der Hauptfiguren Aylen und Nireka.

Zum ...

"Das Zeitalter der Drachen" (2021) ist ein High-Fantasy-Roman von Jenny-Mai Nuyen. Erzählt wird die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Drachen und die Verwicklungen der Hauptfiguren Aylen und Nireka.

Zum Inhalt:
Nireka lebt in einer Zeit, in der die Menschen von Drachen bedroht werden. Die Drachen haben es auf Menschen abgesehen, die an Geisterschatten erkranken. Regelmäßig stellt das die Gemeinschaften vor die Frage, ob diese Menschen zum Wohle aller geopfert werden sollen. Als Nireka selbst erkrankt, will sie ihr Schicksal nicht akzeptieren. Sie verbündet sich mit dem Drachen Aylen, die als Einzige keine Menschen frisst, um die anderen Drachen zu bekämpfen.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Die Welt, in der die Geschichte spielt, wird ausführlich und eindrücklich beschrieben, wodurch man sich schnell zurechtfindet. Auch durch den Prolog, der die Vorgeschichte erzählt, gelingt der Einstieg sehr leicht.
Die Geschichte ist aus Sicht eines außenstehenden Erzählers geschrieben und man erhält dadurch Einblick in die Gedanken und Gefühle der Figuren und kann sich gut in sie hineinversetzen.
Es wird eine klassische Fantasy-Welt mit Drachen und Zauberern aufgebaut, wobei die Erklärungen zu Herkunft und Hintergründen auf neuen Ideen basieren, ergänzt durch zwei überzeugende und starke weibliche Hauptfiguren.

Gerade die neuen Elemente haben diesen Fantasy-Roman für mich spannend und interessant gemacht und die beiden Protagonistinnen habe ich sehr gerne bei ihrem Abenteuer begleitet. Eingebettet in eine Fantasy-Geschichte werden auch kluge Fragen aufgeworfen. Welchen Einfluss hat Macht auf Menschen? Kann es wirklich Gründe geben Macht über andere auszuüben? Und wie würde ich mich angesichts solcher Möglichkeiten verhalten?

Fazit: Ein toller, interessanter und spannender Fantasy-Roman, der mit neuen Ideen in einer klassischen Fantasy-Umgebung überzeugen kann. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.10.2021

Eine Welt voller Düfte

Das Haus der Düfte
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"Das Haus der Düfte" (2021) ist ein Roman von Pauline Lambert, der die Geschichte von Anouk erzählt, die sich mit Willensstärke, Mut und Beharrlichkeit ihren Traum verwirklicht und Parfümeurin wird.

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"Das Haus der Düfte" (2021) ist ein Roman von Pauline Lambert, der die Geschichte von Anouk erzählt, die sich mit Willensstärke, Mut und Beharrlichkeit ihren Traum verwirklicht und Parfümeurin wird.

Zum Inhalt:
Die Protagonistin Anouk ist seit ihrer Kindheit fasziniert von Düften und Parfüms und wünscht sich sehnlichst als Parfümeurin zu arbeiten. Durch Zufall bekommt sie die Chance bei einem der dominierenden Dufthersteller, der Familie Girard, zu arbeiten und die Parfümschule zu besuchen. Zwischen Familiengeheimnissen und Familienstreitigkeiten verwirklicht sie sich nicht nur ihren Traum sondern findet dabei auch die Liebe.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und passend zur Zeit der 1950er Jahre, in der die Geschichte spielt.
Da man die Protagonistin Anouk schon bei der Entdeckung ihres Traums begleitet, gelingt der Einstieg in die Geschichte mühelos. Vor allem ihre Wahrnehmung der Düfte wird so eindrücklich beschrieben, dass man ihre Faszination und ihre Begabung sehr gut nachvollziehen kann.
Auch der Handlung um die Familiengeheimnisse kann man gut folgen, da alles durch Rückblicke in die Vergangenheit erklärt wird.

Die Protagonistin und die Geschichte haben mir auf Anhieb gefallen, auch wenn an einigen Stellen die Zufälle für meinen Geschmack dann doch etwas überhand genommen haben und unrealistisch wirken. Anfangs stehen die Protagonistin und ihr Traum im Mittelpunkt, was leider im späteren Verlauf der Geschichte etwas hinter den vielen Verwicklungen der Familiengeschichte zurückbleibt.

Fazit: Ein Roman über eine junge Frau, die zielstrebig ihren Traum verfolgt und in die Welt der Düfte eintaucht, der teilweise etwas überladen wirkt.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Wo beginnt Sexismus?

Die Party
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"Die Party" (2021) ist ein Roman von Ulrike Haidacher, der von einer jungen Frau erzählt, die sich ungewollt auf einer schrägen Party wiederfindet, gefangen in einer Spirale, in der sich Sexismus, Rassismus ...

"Die Party" (2021) ist ein Roman von Ulrike Haidacher, der von einer jungen Frau erzählt, die sich ungewollt auf einer schrägen Party wiederfindet, gefangen in einer Spirale, in der sich Sexismus, Rassismus und Abwertung immer weiter zuspitzen.

Zum Inhalt:
Die Protagonistin, die mit ihrem einfachen Job als Softeisverkäuferin recht zufrieden ist, wird von einem Theater-Regisseur auf eine Party eingeladen. Eigentlich ist sie auf dem Weg zu ihrer Schwester, um sich mit ihren familiären Problemen auseinanderzusetzen, als sie ungewollt doch auf dieser Party landet. Neben dem eingebildeten und egozentrischen Künstler finden sich hier weitere schräge Figuren wie die selbsternannte Powerfrau und das traditionsverbundene Weltverbesserer-Pärchen. Nach und nach zeigen sie ihre unter dem Deckmantel der Aufgeschlossenheit verborgenen Ansichten.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist interessant und ungewöhnlich, aber trotzdem flüssig zu lesen. Gedanken, Gesagtes und Geschehen werden in einem Satz zusammengezogen und in der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt. Dadurch bekommt man das Gefühl sehr nah am Geschehen zu sein und es mit der Protagonistin zusammen zu erleben. Auch die österreichische Umgangssprache, in der die Geschichte geschrieben ist, trägt dazu bei.
Im Umfeld einer Party mit sehr unterschiedlichen Figuren wird die tiefe Verwurzelung von Sexismus, Rassismus und anderen gesellschaftlichen Themen unter dem Deckmantel vermeintlicher Toleranz dargestellt.

Ich konnte für mich leider nichts Neues in der Geschichte entdecken. Wer sich mit den Themen bisher noch nicht so kritisch auseinandergesetzt hat, für den könnte der Roman durchaus interessant sein. Bei den Partygästen hätte ich mir eher einen Querschnitt durch die Bevölkerung gewünscht, als die doch sehr speziellen Figuren, um das Ausmaß der Problematik besser darzustellen. Mir hat der ausgefallene Schreibstil gut gefallen, da er aber sehr speziell ist, rate ich zu einem Blick in die Leseprobe.

Fazit: Eine ausgefallene Herangehensweise an gesellschaftliche Reizthemen, vor allem an das Thema Sexismus, die sich liest wie geschriebenes Kabarett, aber leider nicht viel Neues zu bieten hat.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Unter Rittern

KNIGHTS - Ein gefährliches Vermächtnis
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"Knights – Ein gefährliches Vermächtnis" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und Auftakt einer Trilogie von Lena Kiefer. Erzählt wird die Geschichte von Charlotte und ihrer ...

"Knights – Ein gefährliches Vermächtnis" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und Auftakt einer Trilogie von Lena Kiefer. Erzählt wird die Geschichte von Charlotte und ihrer Verbindung zu der Organisation KORT, den Nachfahren der Ritter der Tafelrunde.

Zum Inhalt:
Charlotte hat sich jahrelang vor KORT versteckt und ihre spezielle Gabe geheim gehalten. Als sie plötzlich verfolgt wird, bieten ihr ausgerechnet die Nachfahren der Ritter der Tafelrunde Sicherheit. Trotz ihres Misstrauens muss sie sich mit ihnen verbünden. Und dann entwickeln sich auch noch zwischen ihr und Noel, dem Lancelot-Erben, unerwartete Gefühle. Aber diese Liebe birgt auch einen Fluch und konfrontiert sie mit einem mächtigen Gegner.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und altersgerecht. Kampf- und Liebesszenen werden eher dezent geschildert. Durch einen Prolog zum Einstieg und guten Erklärungen zu den Hintergründen der Nachfahren der Tafelrunde wird man gut in die Geschichte eingeführt. Leider wird die inhaltlich durchaus interessante und spannende Geschichte durch Aneinanderreihungen, Wiederholungen und Erwähnung von völlig unbedeutende Nebensächlichkeiten an vielen Stellen langweilig erzählt.
Die Geschichte wird größtenteils aus Charlottes Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Gefühle und Gedanken. Ihr Leben und ihre Vorgeschichte werden ebenfalls eindrücklich geschildert. Die anderen Charaktere bleiben leider eher blass.

Die Idee der Weiterentwicklung der Artus-Sage in der heutigen Zeit finde ich sehr interessant. Inhaltlich ist die Geschichte auch spannend aufgebaut und konnte mich überzeugen. Aber die Ausarbeitung bleibt mir teilweise zu flach, um mich wirklich mitzureißen.

Fazit: Eine tolle, interessante und spannende Weiterentwicklung der Geschichte der Ritter der Tafelrunde in der heutigen Zeit, die leider in der Umsetzung nicht völlig überzeugen kann.

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