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Veröffentlicht am 16.11.2020

Hold me now - Julie Chapel

Hold me now
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Zimmer mit Aussicht auf mehr …Ciao, Beauty and Lifestyle. Jessica kann es nicht fassen: Ihre Eltern schicken sie über den Sommer in das Hotel von Bekannten, damit sie dort als Zimmermädchen arbeitet. Jazz ...

Zimmer mit Aussicht auf mehr …Ciao, Beauty and Lifestyle. Jessica kann es nicht fassen: Ihre Eltern schicken sie über den Sommer in das Hotel von Bekannten, damit sie dort als Zimmermädchen arbeitet. Jazz vermisst ihr freies Leben, und ganz besonders Marc ... Dann nimmt Noah, der Sohn des Hotelbesitzers, sie mit auf einen Tauchgang. Schnell ist klar: Noah ist nicht irgendein Typ, sondern einer, dessen Berührungen Jazz wie Stromstöße durchzucken. Doch Beziehungen zwischen Mitarbeitern im Hotel sind streng verboten ...
(Klappentext)


Zum ersten Mal begegnen sich Jessica genannt "Jazz" und Noah bei einem Stau auf dem Freeway, wo sie einen schönen gemeinsamen Moment miteinander verbringen und die Chemie zwischen ihnen direkt stimmt. Umso entsetzter ist Jazz, dass ausgerechnet er der Sohn vom Hotelinhaber ist, wo sie den Sommer über von ihren Eltern gezwungen wird als Zimmermädchen zu arbeiten. Nur einen Abend zuvor zwischen stehenden Autos hat sie darüber gejammert und gelästert, was ihr bevor steht.
Zitat : "Unfähig, mich zu rühren, sehe ich ihn in das erste Zimmer gehen, das ich allein sauber gemacht habe, und grusele mich bei der Erinnerung an all die Worte, mit denen ich gestern auf dem Freeway so trefflich auf den Punkt gebracht habe, warum ich diesen Job hasse."
Jazz hasst es, dass sie ihre Ferien so verbringen muss und hatte eigentlich vor jede freie Minute mit ihrem "Freund" Marc zu verbringen, den sie total anhimmelt. Die beiden haben keine richtige Beziehung, sind eher Freunde mit gewissen Vorzügen, auch wenn sich Jazz das anders wünscht.
Nach ihrem Schock darüber, wer Noah ist, wird Jazz sehr schnell ziemlich wütend darüber, dass er bei ihren ersten Begegnung so ahnungslos getan und ihr nicht verraten hat, dass das Hotel seinen Eltern gehört und er dort mitarbeitet. Dazu kommt noch, wie er mit ihr umgeht. Er tut so, als hätte er sie noch nie zuvor gesehen und meckert über ihre bisher getane Arbeit im ersten Hotelzimmer und kommandiert sie herum. Und von der tollen gestrigen Chemie zwischen ihnen ist überhaupt nichts mehr zu spüren.
Gegenüber Noah war ich die meiste Zeit neutral eingestellt. Ich fand es verständlich, dass er unzufrieden mit Jazz war, weil sie so schlecht gearbeitet ist und ihr zusammen mit Catalina, der Hausdame, für perfekte Hotelzimmer und die vollste Zufriedenheit der Gäste verantwortlich ist. Aber er hätte mit seiner Art und seiner Wortwahl schon netter zu Jazz sein können. Als er ihr anbietet, ihr das Tauchen bei zu bringen und Jazz in ihrer Arbeit besser und routinierter wird, verändert sich die Stimmung zwischen ihnen und sie fängt an ihn richtig zu mögen.
Zitat : "Ich muss von allen guten Geistern verlassen gewesen sein, als ich Noahs Angebot angenommen habe. Trotz und leise Neugier haben mich damals geritten. Jetzt ist da nichts als eine gehörige Portion Ehrfurcht vor dem Ozean."
Problematisch ist jedoch, dass beide sozusagen vergeben sind und Noahs Vater auch keine Beziehungen zwischen den Angestellten duldet. Mir hat der Teil der Liebesgeschichte mit Marc leider überhaupt nicht gefallen, ich fand es seltsam, wie sehr sich Jazz eine richtige Beziehung wünscht, aber er sie nur als Freundin bezeichnet. Den Teil mit der Liebe, die nicht sein darf, und das Jazz und Noah deswegen nur Freunde sein wollen mochte ich deutlich lieber und die Umsetzung war gut gemacht.
Den Schreibstil von Julie Chapel fand ich nicht schlecht, angenehm und flüssig geschrieben, aber mir hat das Besondere daran gefehlt.

Fazit :
Für zwischendurch ein schön unterhaltsames Buch. Insgesamt haben mir aber an der Geschichte ein paar Dinge nicht so gut gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2020

Wie die Eulen in der Nacht - Maggie Stiefvater

Wie Eulen in der Nacht
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Jeder träumt von einem Wunder, aber nicht jeder ist bereit dafür.
Wem nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste Colorados und zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die ...

Jeder träumt von einem Wunder, aber nicht jeder ist bereit dafür.
Wem nur noch ein Wunder helfen kann, der findet stets seinen Weg in die Wüste Colorados und zur außergewöhnlichen Familie Soria. Doch die Wunder der Sorias sind unberechenbar und wer sie aus eigener Kraft nicht vollenden kann, zahlt einen hohen Preis.
Auch Daniel Soria bewirkt diese Wunder mit der Ernsthaftigkeit und Hingabe, die es braucht. Doch dann bricht er die wichtigste Regel seiner Familie: Er mischt sich in ein Wunder ein. Dadurch entfesselt er eine Magie, die seinen Tod bedeuten könnte.
(Klappentext)


Maggie Stiefvater gehört schon lange zu meinen Lieblingsautorinnen und meine Vorfreude auf ein neues Buch von ihr war sehr groß. Anders als ihre bisherigen Jugendbücher spielt "Wie die Eulen in der Nacht" in der Vergangenheit und zwar 1962 in Colorado.
Zitat : "Nach Einbruch der Dunkelheit ist ein Wunder sehr weit zu hören. Da sind Wunder ganz ähnlich wie Radiowellen. Nur wenigen Leuten ist klar, dass die gewöhnliche Funkwelle und das außergewöhnliche Wunder einiges gemeinsam haben."
Schauplatz ist das Zuhause der Familie Soria, alle Familienmitglieder sind ganz besonders einzigartig mit ihren Eigenheiten. Aber noch das Faszinierende an diesem Ort ist, dass ständig Pilger dort hinkommen, weil sie auf ein Wunder hoffen. Dabei ist ihnen die Familie Soria behilflich, jedoch sind Wunder gefährlich und unberechenbar. Und so wohnen einige Pilger dort, die aus irgendeinem Grund feststecken und ihr Wunder noch unvollendet ist, z.B. Marisita, über der es immer regnet und auf deren Kleid Schmetterlinge sitzen, die wegen ihren dauerhaft nassen Flügeln nicht wegfliegen können.
Die Sorias dürfen sich auf keinen Fall einmischen, denn dann Dunkelheit über denjenigen, der diese wichtige Regel gebrochen hat, und die ganze Familie kommt. Deswegen halten sich auch immer alle strikt daran.
Zitat : "Sie versuchten nicht, andere Leute zu verändern, und urteilten nur sehr selten über andere, außer deren Werte hätten direkten Einfluss auf ihr eigenes Leben."
Im Vordergrund der Geschichte stehen Beatriz, Joaquin und Daniel, sind Cousins und Cousine, und alle im Teenageralter. Beatriz ist eine Denkerin, ziemlich klug, grübelt viel und schreibt sich ständig Gedanken in einer Geheimsprache auf. Mit ihrem scharfen Verstand stellt sie liebend gern Theorien und Thesen auf und macht sich stundenlang abgeschieden Gedanken nur darüber. Joaquin hat heimlich auf einer Funkwelle einen eigenen Radiosender, wo er als Diablo Diablo moderiert. Und Daniel ist der Heilige, er empfängt die Pilger und gewährt ihnen die Wunder. Genau er bricht auf einmal die wichtige Regel und daraufhin versuchen Beatriz und Joaquin ihn zu retten, obwohl es ihnen verboten wird, aus Angst die Dunkelheit würde sich noch weiterausbreiten.
Ich mochte die Handlung der Geschichte insgesamt ganz gerne. Mir hat es Spaß gemacht das Geschehene zu verfolgen und ich wollte immer wissen, was als Nächstes, auch wenn weniger passiert ist. Es gab eine super gemachte Liebesgeschichte, die aber eher im Hintergrund bleibt, und überzeugend gemachte facettenreiche Nebencharaktere.
Total begeistern konnte mich der Schreibstil von Maggie Stiefvater, genauso einzigartig, unglaublich und grandios, wie es von ihr gewohnt bin. Auf eine ganz besondere Weise fesselnd, voller Metaphern und wunderschön bildlich beschrieben. Dazu noch großartige Details, so werden Eulen von Wundern angezogen werden und deswegen einige oft bei der Familie Soria draußen zu finden sind.
Dieser Einzelband ist nicht wie die anderen Bücher der Autorin (aber nicht in negativer Weise), ich hatte tolle Lesestunden damit und fand es ziemlich gut. Nur war es für mich doch etwas schwächer als das, was ich schon bisher von ihr gelesen habe.

Fazit :
Hat mir total gut gefallen, kann aber leider nicht ganz mit den anderen Büchern der Autorin mithalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2020

Too Late - Colleen Hoover

Too Late
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Die Hölle – nichts anderes ist die Beziehung von Sloan zu dem Drogenboss Asa Jackson. Gäbe es nicht ihren kranken Bruder, den Asa finanziell unterstützt, wäre sie von heute auf morgen auf und davon. Für ...

Die Hölle – nichts anderes ist die Beziehung von Sloan zu dem Drogenboss Asa Jackson. Gäbe es nicht ihren kranken Bruder, den Asa finanziell unterstützt, wäre sie von heute auf morgen auf und davon. Für Asa wiederum ist Sloan das Beste, das ihm jemals passiert ist: Sloan ist seine einzige Liebe, eine wahre Obsession, seine allergrößte Leidenschaft, und er ist davon überzeugt, dass es sich umgekehrt genauso verhält.
Doch dann taucht der Undercover Cop Carter auf …
(Klappentext)


Ich bin ein großer Fan von Colleen Hoovers Büchern und natürlich wollte ich auch "Too Late" lesen. Nur habe ich schon auf den ersten Seiten gemerkt, dass dieses Buch anders ist als ihre bisherigen Werke. Vor allem auch düsterer und mit einer bedrückenderen Stimmung. Und auch wenn ich so gespannt darauf war, hatte ich nach circa 90 Seiten ein kein gutes Gefühl beim Lesen und musste ich erstmal damit pausieren. Es hat dann etwas länger gebraucht, bis ich wieder danach gegriffen habe, und auch dann habe ich mich schwer damit getan.
Sloan ist in einer ausweglosen Situation, eigentlich will sie nur weg, ganz weit weg von ihrem Freund Asa. Aber sie kann nicht, weil sie abhängig von ihm ist und es nicht nur um sie geht. Denn Sloan kommt aus ärmlichen Verhältnissen, ihre Mutter ist drogenabhängig und hat sie nie richtig um sie ihre Kinder gekümmert. Weil Stephen aufgrund seiner Behinderung auf einen Heimplatz angewiesen ist und Sloan das Geld dafür nicht aufbringen kann, bleibt sie bei Asa, obwohl sie schon länger nicht mehr wirklich liebt. Sie schämt sich und hasst sich dafür, solange sie jedoch studiert und kein eigenes Einkommen hat, sieht sich keine andere Möglichkeit.
Und Asa ist nicht mehr der Mann, in den sie anfangs naiv und unerfahren verliebt hat. Erst später hat sich sein wahrer Charakter gezeigt, er verdient nicht nur sein Geld mit Drogen, sondern er hat eine kranke, irre und unberechenbar gefährliche Art an sich. Besonders gegenüber Sloan ist er extrem besitzergreifend und richtig besessen von ihr.
In der Uni begegnet Sloan auf einmal Carter, zu dem sie sich vom ersten Moment an hingezogen fühlt und sofort die Chemie zwischen ihnen stimmt. Er ist nett, hat den gleichen Humor wie sie und sie würde gerne Zeit mit ihm verbringen. Aber genau das ist für sie wegen Asa eigentlich unmöglich und ist sehr riskant. Was Sloan zunächst nicht weiß ist, dass Carter ein Undercover-Cop und er mit seinem Partner Dalton Asa Drogengeschäft auffliegen lassen und ihn hinter Gitter bringen will.
Zitat Sloan : "Ich sehe ihn an, und er erwidert meinen Blick mit einem Lächeln, das mir einen Stich versetzt. Carter verkörpert alles, was ich mir wünsche, und zugleich auch alles, was ich im Moment gar nicht gebrauchen kann, und das tut körperlich weh."
Trotzdem fängt Sloan an sich in ihn zu verlieben und jede gemeinsame Minute mit Carter oder jeder Blick zu ihm birgt das Risiko. Denn beide wissen, dass Asa nicht zögern würde ihn umzubringen, falls er es herausfinden sollte und eigentlich darf auch Carter die Mission nicht gefährden.
Das Buch wird aus der Sicht von Sloan, Carter und Asa erzählt und die den Kapiteln aus Asas Perspektive fand ich sehr gut geschrieben, jedoch waren sie für mich nicht leicht zu ertragen. Wie abartig, rücksichtslos und widerlich er ist, sein Umgang mit Sloan und seine kranke Besessenheit.
Zitat Asa : "Nach allem, was ich für sie getan habe - nach allem, was ich für sie tue -, kann ich bloß hoffen, dass sie eine verdammt gute Erklärung dafür hat, dass ich mich die letzten Stunden so aufregen musste. Wenn es mich nicht gäbe, wäre sie ein NICHTS."
Im Gegensatz zu Asa mochte ich Sloan und Carter gerne und habe einfach nur gehofft, dass sie es irgendwie bald schaffen Sloan von Asa zu befreien und ihn sicher im Gefängnis zu wissen. Nur ein kleiner Teil von Sloan hält Asa im Kern doch noch ein wenig gut und sie hat Mitleid mit ihm, dass ihn ein Trauma in der Kindheit jetzt zu diesem Menschen gemacht hat, der sie auf seine krankhafte Art liebt. Dennoch weiß sie, dass Asa kein Gewissen hat und ihn als gefährlich zu beschrieben, deutlich untertrieben ist und zudem ist er öfters emotional instabil.
Die Handlung insgesamt mochte ich eher weniger, weil Sloan durch Asa so viel Schreckliches durchmachen muss und das nicht angenehm zu lesen war. Und vor allem nach dem Ende hat es mir überhaupt nicht mehr gut gefallen und ich hätte es besser gefunden, wenn es mit dem Ende geendet hätte und nicht noch mehr danach passiert wäre. Wie immer war der Schreibstil großartig, Colleen Hoover schreibt so fesselnd und berührend, jedoch konnte sie mich leider mit diesem Buch nicht so sehr begeistern.

Fazit :
Mochte ich leider nicht ganz so gerne, die Handlung und das Geschehen nach dem Ende haben mir nicht wirklich gut gefallen. Und ich fand die Kapitel aus Asa Sicht und seinen Charakter nur schwer zu ertragen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2020

What if we Drown - Sarah Sprinz - New-Adult-Highlight, ein tolles, berührendes und großartig geschriebenes Gesamtpaket

What if we Drown
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Ein Neuanfang - das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University ...

Ein Neuanfang - das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete ...
(Klappentext)



Der Klappentext hatte mich total neugierig auf die Geschichte gemacht und nachdem mich die Leseprobe total begeistert hat, wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Direkt von Beginn an war es fesselnd und mir hat es viel Lesefreude bereitet Laurie durch Buchseiten bei ihrem Neustart in Vancouver zu begleiten.
Fürs Erste hat sich Laurie in dieser neuen Stadt ein Airbnb gesucht um dort zu wohnen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden hat. Ihre Vermieter Hope und Emmett wirkten auf Anhieb sehr sympathisch, mit ihrer Art und ihrem Humor. Laurie war auf der Taxifahrt vom Flughafen dorthin total fertig und ich fand es schön, dass sie zumindest eine gute Unterkunft gefunden hat. Und nur einen Tag später begegnet sie zum ersten Mal Sam und ich fand ihr zufälliges Treffen richtig gut gemacht. Die beiden verstehen sich ziemlich gut und es war ein kleines Knistern zu spüren.
Laurie mochte ich als Protagonistin gerne, mir hat es gefallen, wie ihre Gefühle und Gedanken beschrieben wurde und sie tat mir leid, dass der Verlust von ihrem Stiefbruder Austin ihr auch noch mehrere Jahre danach immer noch sehr belastet.
Zitat : "Ich hatte gelernt, was Brutalität wirklich bedeutete. Das Schicksal hatte mir einen Bruder geschenkt. Nur um mir Jahre später einen Seelenverwandten wieder zu entreißen."
Zwischen ihr und Austin bestand eine enge Verbundenheit, Laurie hatte sich immer Geschwister gewünscht und die beiden haben sich sofort unfassbar gut verstanden. Mit seinem Tod ist für Laurie die Welt zusammen gebrochen, fühlt sie auch jetzt noch enorme Trauer und hat das tragische Ereignis noch nicht ganz verarbeitet.
Als sie erfahrt, dass ausgerechnet Sam in Verbindung zu Austins Tod steht, ist Laurie schockiert und empfindet großen Hass gegenüber Sam, in den sie eigentlich sich dabei war zu Verlieben. Ihre Reaktion auf diese Erkenntnis fand ich überzeugend umgesetzt, wie sie sich am liebsten von Sam für immer fernhalten würde, aber das durch ihr Studium und neue Freunde nicht möglich ist.
Zitat : "Seine undefinierbare Augenfarbe passte zu allem, was ich für ihn empfand. Sie war wie der Ozean vor uns, der ständig seine Farbe wechselte."
Sie kann es kaum in einem Raum mit ihm aushalten und gleichzeitig ihre anfänglichen Gefühle für ihn einfach nicht abschalten. Diese Zerrissenheit war total gut dargestellt und hinzu kommt noch, dass Laurie die Chance sieht endlich zu erfahren, was damals genau passiert ist. Weil sie Angst hat, Sam würde sich gegenüber nicht öffnen, wenn er wüsste, wer sie genau ist, beschließt sie es ihm erstmal zu verschweigen.
Lauries Verhalten an manchen Stellen hat mir nicht so gut gefallen, aber es hat mich nicht wirklich gestört, weil es zu der Geschichte gepasst hat. Sam war mir von Anfang sympathisch, ich hatte nie das Gefühl, dass er einen bösartigen Charakter hätte. Vor allem wollte ich erfahren, was wirklich passiert ist. Ich fand es schön, wie Laurie tolle neue Freundschaften geschlossen hat und besonders die Dynamik und Harmonie dabei war toll. Genauso wie mit ihrer besten Freundin Amber, sie unterstützt sie durchs Telefon und ist jederzeit für sie da.
Wie es Austin eigentlich vorhatte, beginnt Laurie Medizin zu studieren und diese Einblicke in das Studium waren sehr interessant und weil die Autorin selbst Medizin-Studentin ist, wirkte es nochmal mehr realistischer.
Ich mochte die Handlung insgesamt, durch den Klappentext hatte ich mit einem gewissen Aspekt schon gerechnet, es war für mich aber negativ. Lauries und Sams Liebesgeschichte hatte wunderschöne Momente und hatte aber auch eher bedrückendere Szenen wegen Austin. Und sowieso ist es total traurig, wie sehr Laurie leidet und Austin vermisst. Besonders emotional waren die kurzen Kapiteln, wo es hauptsächlich um ihn und Laurie und die Vergangenheit ging.
Den Schreibstil von Sarah Sprinz finde ich super schön, sie das ein tolles Gefühl für Worte und es gab so einige Stellen, die einfach nur toll geschrieben fand und kurz inne gehalten habe.
Mir das Buch total gut gefallen, es war berührend und fesselnd. Vor allem als Gesamtpaket war es für mich super stimmig. Mit einem sehr passendes Ende und ich freue mich, dass Emmett und Hope jeweils ihre eigenen Geschichten bekommen und bin schon total neugierig darauf.

Fazit :
Ein New-Adult-Highlight für mich. Tolles Gesamtpaket - berührend, gut gemachte Charaktere und ein großartiger Schreibstil.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 17.10.2020

Auf der Suche nach dem Kolibri - Ava Dellaira

Auf der Suche nach dem Kolibri
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Marilyn weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Nach der Schule will sie einfach nur weit weg, an ihrer Wunsch-Uni studieren und Fotografin werden. Dann lernt sie James kennen, der sie in ihren Träumen ...

Marilyn weiß genau, wie ihre Zukunft aussehen soll: Nach der Schule will sie einfach nur weit weg, an ihrer Wunsch-Uni studieren und Fotografin werden. Dann lernt sie James kennen, der sie in ihren Träumen unterstützt, ihr aber auch zeigt, dass es sich lohnt, im Hier und Jetzt zu leben. Bis sie vom Schicksal auseinandergerissen werden.
Angie hat keine Ahnung, was sie mit ihrem Leben anfangen will. Sie weiß nur, dass sie unbedingt in Erfahrung bringen muss, was wirklich mit ihrem Vater James passiert ist. Laut ihrer Mutter Marilyn ist er bereits vor ihrer Geburt bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Aber dann findet Angie Hinweise darauf, dass ihre Mutter nicht die ganze Wahrheit erzählt hat. Mit ihrem Exfreund macht sie sich auf den Weg nach L.A., um endlich herauszufinden, woher sie kommt und wer sie ist.
(Klappentext)


Vor einigen Jahren habe ich von der Autorin "Love Letters to the Death" gelesen und war total begeistert. Ich habe mich dann sehr gefreut, dass endlich etwas Neues von ihr erscheint.
Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen und zwei Perspektiven erzählt. Einmal von Marilyn, die vor 18 Jahren mit ihrer Mutter zusammen in Los Angeles gewohnt und nur davon geträumt hat, endlich weg ans College gehen zu können und auf einmal auf James trifft, den sie vom ersten Moment an mag und recht schnell für ihn schwärmt.
Und in der Gegenwart von Angie, die ohne ihren Vater aufgewachsen ist, und die Unwissenheit darüber, wer er war und ob er vielleicht noch lebt, keine Ruhe lässt und sich mit ihrem Ex-Freund Sam auf den Weg nach L.A. macht um Antworten ist zu finden.
Marilyn wohnte mit ihrer Mutter Sylvie zusammen in der Stadt der Engel. Von Sylvie wird sie ständig zu Castings für Werbespots und Ähnliches geschickt, weil sie will, dass ihre Tochter ein Star wird und dadurch dringend benötigtes Geld ins Haus bringt. Sie macht ihr Vorschriften, z.B. wie ihre Haut sein muss, und hat kein Verständnis dafür, dass Marilyn gerne auf ein renommiertes College gehen will und dafür viel lernt. Durch Geldsorgen ziehen die beiden zu Marilyns alkoholabhängigem, leicht reizbarem, herrischen und spielsüchtigen Onkel. Ihr Nachbarn ist James und seine Familie, sie verstehen sich direkt total gut und sie verbindet das gleiche Ziel vom Studieren und lernen so auch zusammen. Sie kommen sich näher, aber James will keine Beziehung, da sich ihre Wege nach ihrem Schulabschluss trennen werden.
Einige Jahre später findet Angie Erinnerungsstücke von ihrer Mutter Marilyn und ihrem Vater, von dem sie nur den Namen James weiß. Sie recherchiert und möchte unbedingt nach Los Angeles, gegen den Willen von Marilyn, und etwas widerwillig wird sie dabei von Sam begleitet.
Zitat Angie : "Und in diesem Moment kam ihr der Gedanke, dass sie, wenn sie ihren Dad fände, vielleicht endlich zu einem Mädchen werden würde, das Sam sagen konnte, dass es ihn liebte."
Die Stimmung zwischen den beiden ist frostig, obwohl sie sich doch immer noch irgendwie mögen. Vor allem ist Sam wütend auf Angie, wegen der Trennung, die von ihr ausging. Eigentlich wollte sie ihn nicht um Hilfe bitten, aber er ist der Einzige, den sie fragen konnte. In L.A. geht Angie allen möglichen Hinweisen nach, die sie näher zu ihrem Vater bringen könnten. Ihr größter Anhaltspunkt ist, dass er einen Bruder haben könnte, der in dieser Stadt lebt.
Mir hat es super gut gefallen, wie das Buch in größeren Abständen immer wieder zwischen den Vergangenheit und dem Heute gewechselt ist. Die zwei Zeitstränge und die Geschichten und Umstände von Angie und Marilyn sehr verschieden, aber jeweils auf ihre Art und Weise total spannend. Beide Protagonisten waren mir ziemlich sympathisch und ich habe mit ihnen mitgefühlt.
Insgesamt fand ich die Handlung richtig gut gemacht und überzeugend, welche Themen die Autorin angesprochen hat. Rassismus, Zukunftswünsche, Marilyns Leidenschaft für Fotografie, die Bedeutung vom Kolibri, Verlust und wie eine ganz bestimmte Reise, jemanden verändern kann.
Zitat Marilyn : "»Weil du dadurch selbst auf die Welt blickst, anstatt angeblickt zu werden. Weil du die Kontrolle hast.« »Ja.« Sie hätte es nicht so treffend ausdrücken können, aber er hat völlig recht."
Flüssig und berührend ist das Buch geschrieben und mir schöne Lesestunden beschert, definitiv eine Empfehlung von mir.

Fazit :
Super gelungenes herzergreifendes Buch über die jeweilige (Liebes-)Geschichte von Mutter und Tochter, in der Vergangenheit und Gegenwart.

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