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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2021

Zum Wohlfühlen

A Reason To Stay - Liverpool-Reihe 1
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GEDANKEN ZUM BUCH

Angezogen von dem wunderschönen Cover, gehalten vom vielversprechenden Klappentext und geblieben aufgrund des tollen Schreibstils. A Reason to Stay hatte mich vom ersten Moment an für ...

GEDANKEN ZUM BUCH

Angezogen von dem wunderschönen Cover, gehalten vom vielversprechenden Klappentext und geblieben aufgrund des tollen Schreibstils. A Reason to Stay hatte mich vom ersten Moment an für sich eingenommen und Jennifer Benkaus Art zu schreiben hat es nur noch besser gemacht. Ich muss gestehen, dass ich aufgrund des Covers zuerst eine schöne Liebesgeschichte mit ernster Thematik, die jedoch eher nebenbei mit einfließt, erwartet hatte. Nach nur wenigen Kapiteln war aber schnell klar, dass ich damit falsch lag. Obwohl die Liebesgeschichte natürlich den Hauptteil des Buches einnimmt, so ist die ernste Thematik alles andere als nur Nebenhandlung. Cedric und Billy kämpfen beide gegen innere Dämonen, die ihren ganzen Charakter ausmachen und die ihr Leben beeinflussen. Vor allem Cedrics Alltag, seine Lebenseinstellung und seine Art, Beziehungen zu führen, wird von seinen „Problemen“ bestimmt. Deshalb macht er Billy auch schnell klar, dass er keine Beziehung mit ihr eingehen möchte und sich selbst nur als „Mann für eine Nacht“ sieht. Billy ist davon natürlich alles andere als begeistert und zieht sich von ihm zurück. Vergessen kann sie ihn aber trotzdem nicht und auch Cedric fühlt sich so sehr zu Billy hingezogen, dass sie trotz der Umstände einen Versuch wagen und sich näherkommen.

Die Geschichte verläuft eher langsam und wird hauptsächlich von den Charakteren getragen. Es geht um mentale Gesundheit, Familie, Freundschaft und Vertrauen. Das alles hat Jennifer Benkau wirklich großartig in das Buch hineingearbeitet und in eine spannende Geschichte verpackt. Schade fand ich eigentlich nur, dass man erst so spät erfährt, was Billys Problem ist. Cedric geht im Gegensatz zu ihr völlig offen mit seiner psychischen Instabilität um, sodass man ihn gut versehen kann und er das ganze Buch über authentisch wirkt. Billy dagegen verschweigt ihre Situation und ignoriert ihr Problem bis es zu spät ist und sie es „beichten“ muss. Gerade weil Cedric so offen zu ihr war, fand ich es sehr schade, dass sie es nicht sein konnte.
Die Liebesgeschichte ist wirklich schön, aber etwas langatmig. Ich fand es aber toll, dass die beiden so offen über alles gesprochen haben und es deshalb keine Missverständnisse in ihrer Beziehung gab. Zwar ging für mich dadurch ein bisschen das Drama verloren, aber es war sehr erfrischend zu sehen, dass Buch-Beziehungen auch ohne die Standard Drama-Herzschmerz-Momente auskommen.

Thematisch fand ich das Buch wirklich gelungen, aber die Liebesgeschichte war nicht ganz mein Fall. Für mich konnten Billy und Cedric die knisternde Chemie, die sie am Anfang hatten, leider nicht bis zum Schluss halten, sodass ich die Beziehung der beiden nicht so intensiv spüren konnte. Trotzdem fand ich beide Charaktere toll und mochte insbesondere, dass sie so detailliert beschrieben wurde. Sowohl Cedric als auch Billy haben einen Daseinszweck, der sie unabhängig von der Liebesgeschichte lebendig macht. Beide haben Hobbies und Träume, für die sie brennen. Das fand ich von der Autorin wirklich gut gemacht. Zudem ist die Geschichte sehr tiefsinnig, ohne allzu schwermütig zu sein. Alles in allem eine sehr solide Geschichte.

FAZIT

A Reason to Stay ist eine Geschichte über das Ankommen. Ankommen im Leben, aber vor allem ankommen in sich selbst. Thematisch punktet das Buch mit tiefsinnigen Themen und einem fast hypnotisierendem Schreibstil, sodass man wirklich mit den Charakteren mitfühlt. Als Leser merkt man, dass Jennifer Benkau hier ihre persönlichen Erfahrungen verarbeitet und spürt deshalb jedes aufziehende Gewitter besonders intensiv. Die Liebesgeschichte fand ich schön, aber leider konnten mich die Emotionen nicht bis zum Schluss festhalten. Ich konnte die Beziehung von Billy und Cedric nicht richtig fühlen und mich nicht ganz fallenlassen. Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und ich muss es einfach weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 01.08.2021

Emotionaler Abschluss einer tollen Reihe!

Play & Pretend
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Zuerst einmal muss ich das wahnsinnig tolle Cover ansprechen, das für mich das schönste der Reihe ist! Der dezente Nude-Ton, zusammen mit dem kräftigen Türkis … Ein Traum! Auf die Geschichte von Briony ...

Zuerst einmal muss ich das wahnsinnig tolle Cover ansprechen, das für mich das schönste der Reihe ist! Der dezente Nude-Ton, zusammen mit dem kräftigen Türkis … Ein Traum! Auf die Geschichte von Briony habe ich mich nach Try & Trust sehr gefreut, denn ich hatte schon die grobe Ahnung, dass mich hier mehr als eine gewöhnliche Liebesgeschichte erwarten würde. Im Vorgängerband wurden Brionys Probleme bereits angesprochen, weshalb allen klar sein sollte, dass dieses Buch keine leichte Kost darstellt. Die Triggerwarnung sollte hier auf jeden Fall ernst genommen werden.

Dieses Buch war wirklich wunderschön. Trotz der ernsten und oftmals schwer verdaulichen Thematik hat es Nena Tramountani geschafft, alles unglaublich schön und dennoch packend zu erzählen. Man merkt, dass sie hier aus ihren eigenen Erfahrungen schöpft, was die Geschichte und vor allem die Charaktere noch intensiver macht. Briony ist für mich eine wahnsinnig starke Frau. Ich wüsste nicht, ob ich dieses Problem bewältigen könnte und ob ich stark genug wäre, um Hilfe zu bitten. Auch Sebastian fand ich unglaublich toll. Wie Briony, so hat auch er ein Problem, das ihn in seinem Alltag behindert und das ihm das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein. Die beiden leiden unter ähnlichen Dämonen, die ihre Gedanken beherrschen und die es ihnen fast unmöglich machen, jemanden an sich heranzulassen. Umso erstaunlicher ist es, dass die beiden einfach perfekt harmonieren und sich gegenseitig helfen. Ich fand die zwei toll! Sie sind wahnsinnig ehrlich zueinander und sprechen sehr sensible Themen an. Es wird hier nichts unnötig dramatisiert oder vorgespielt, sondern einfach angesprochen, was Angst macht. Das fand ich unglaublich erfrischend!

Die Handlung wird hier definitiv von den Figuren getragen. Sowohl Briony als auch Sebastian sind unglaublich ehrlich, authentisch und besitzen eine innere Stärke, die mich zeitweise echt zu Tränen gerührt hat. Da wir das Buch aus beiden Perspektiven erleben, lernen wir Briony und Sebastian auch sehr gut kennen. Mir haben besonders ihre Gedankengänge gut gefallen, die oft völlig klar und ungeschönt bei mir ankamen. Da ich selbst keine Erfahrungen mit den Problemen der beiden habe, kann ich nicht sagen, wie authentisch die Autorin beide Krankheiten schildert, aber für mich fühlte es sich ziemlich intensiv und ehrlich an. Ich kann an diesem Buch nichts negatives finden, außer – und das ist Jammern auf höchstem Niveau – dass ich mir am Ende einen Abschluss für die gesamte WG gewünscht hätte. Vielleicht in Form eines Epilogs, aber wie gesagt, ist das keine echte Kritik, sondern mehr ein persönlicher Wunsch.


FAZIT

Play & Pretend ist ein Buch voller Liebe, Schmerz, Hoffnung und Mut. Es überzeugt mit zwei wahnsinnig starken und authentischen Charakteren und einer sehr ernsten und gut umgesetzten Thematik. Für mich ist dieses Buch ein würdiger Abschluss einer richtig tollen Reihe und ich hoffe sehr, noch mehr solcher Geschichten von Nena Tramountani zu lesen. Zwar wird für mich Band 2 immer mein Favorit dieser Reihe bleiben, aber Play & Pretend schafft es bei mir auf den zweiten Platz und bekommt auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 01.08.2021

Zwischenlektüre

Liebe braucht nur zwei Herzen
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Das Buch ist in sehr einfacher und lockerer Form geschrieben, weshalb man am Anfang gar nicht merkt, wie schnell die Seiten dahinfliegen. Die Hauptprotagonistin Liv ist sympathisch, authentisch und bringt ...

Das Buch ist in sehr einfacher und lockerer Form geschrieben, weshalb man am Anfang gar nicht merkt, wie schnell die Seiten dahinfliegen. Die Hauptprotagonistin Liv ist sympathisch, authentisch und bringt mit ihrem minimalistischen Lebensstil ein wirklich interessantes Thema mit. Ich mochte sie anfangs echt gerne und konnte mich gut mit ihr identifizieren. Dass sie Bloggerin ist, liebend gerne die Welt bereist und sich von niemandem ihr Leben madig reden lässt, waren weitere Pluspunkte. Doch mit der Zeit hat sich mein Eindruck von ihr ziemlich gedreht und sie wurde mir immer unsympathischer. Ihre Unabhängigkeit kam bei mir eher als Trotzverhalten an und ihr Enthusiasmus wurde immer wieder von ihrer Naivität gebremst. Zu Florian konnte ich von Anfang an keinen wirklichen Draht finden. Der lockere Schreibstil wurde ihm hier leider zum Verhängnis und hat ihn eher blass bleiben lassen. Obwohl er ein netter Kerl ist und Liv sympathischer macht, fand ich ihn dennoch nicht besonders ansprechend. Für mich blieb Florian eher ein Kumpel als ein Bookboyfriend, was ihn meiner Meinung nach eher zum Nebencharakter machen sollte.

Die Handlung selbst ist ziemlich ruhig. Es gibt keine Spannungsschlenker und die Romanze ist leider nicht stark genug, um alles Tragen zu können. Deshalb hat sich das Buch für mich auch sehr gezogen. Ich gebe zu meiner Schande zu, dass ich in der Mitte einige Kapitel überflogen habe, weil ich die Geschichte einfach schneller vorantreiben wollte. Die Ordnungstipps in Form der Kapitelüberschriften haben mir aber sehr gut gefallen und auch die Aufträge von Liv als Ordnungsfee fand ich spannend. Das Prinzip der „Unscheinbaren“ ist einfach genial und ich musste direkt überlegen, welcher meiner Gegenstände mein Unscheinbarer wäre – Der Gegenstand, den ich aus einem brennenden Haus retten würde. Bei mir wäre das mein Plüsch-Hund, den mir meine Großcousine zur Geburt geschenkt hat. Das Ding ist über 30 Jahre alt, wurde mehrfach geflickt, sieht inzwischen aus wie Frankensteins Hund und macht Kindern wahrscheinlich Angst, aber ich würde ihn jederzeit aus dem Feuer retten.


FAZIT

Liebe braucht nur zwei Herzen ist ein lockerer Sommerroman und eine klassische Zwischendurch-Lektüre. Durch den lockeren Schreibstil kommt man gut durch die Geschichte, bekommt aber keinen richtigen Bezug zu den Charakteren. Die Slow-Burn-Lovestory konnte mich leider nicht catchen, dafür fand ich das Thema Minimalismus und das Prinzip der „Unscheinbaren“ echt toll. Empfehlen würde ich das Buch allen, die eine locker-flockige Urlaubslektüre suchen, ohne sich zu sehr in eine Handlung verstricken zu müssen.

Veröffentlicht am 24.07.2021

Bitte mehr davon!

Ein Fluch so ewig und kalt
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Da der Hype um die Geschichte sehr groß ist, habe ich das Buch eine Weile auf meinem SUB gelassen und versucht, mich nicht allzu sehr von meinen Erwartungen beeinflussen zu lassen. Die Sorge war zum Glück ...

Da der Hype um die Geschichte sehr groß ist, habe ich das Buch eine Weile auf meinem SUB gelassen und versucht, mich nicht allzu sehr von meinen Erwartungen beeinflussen zu lassen. Die Sorge war zum Glück umsonst, denn dieses Buch war so unglaublich gut! Ich bin ja immer auf der Suche nach toller Romantasy, die mich von der ersten Seite an fesselt und die mir abwechselnd Herzklopfen und Bauchkribbeln beschert. Mit „Ein Fluch so Ewig und Kalt“ habe ich genau das bekommen. Die Geschichte ist nämlich nicht nur spannend, sondern trumpft auch mit absolut fantastischen Charakteren auf. Angefangen bei Harper.

Dieses Mädchen hat mich wirklich schwer beeindruckt. Sie ist unglaublich stark und eine wahre Kämpferin, die nicht nur geistig, sondern auch körperlich bereits einiges mitgemacht hat und sich davon nicht beinträchtigen lässt. Sie wird insbesondere wegen ihres körperlichen Handicaps oft für schwach gehalten, doch Harper beweist immer wieder, dass man sie nicht unterschätzen darf. Sie hält verbissen an ihren Überzeugungen fest und lässt sich von niemanden eine andere Meinung aufdrängen. Sie hinterfragt viele Dinge, zweifelt und stellt die richtigen Fragen. Ich habe Harper wirklich von Anfang an geliebt und ihre Entwicklung mit Begeisterung verfolgt. Für mich fühlt sie sich wie ein frischer Wind an, der durch die Klischee-Wüste der weiblichen weißen Protagonistinnen weht.

Auch Rhen fand ich von Anfang an spannend, obwohl er gerade in den ersten Kapiteln ziemlich kühl und aufgesetzt wirkt. Wenn man aber seine vielen Versuche bedenkt, diesen Fluch zu brechen und die Qualen, die Lillith ihm bereitet, dann wird sein Verhalten plötzlich sehr nachvollziehbar. Als Kronprinz fühlt er sich für sein Reich verantwortlich und sieht in jedem hungernden Gesicht sein persönliches Scheitern. Mit der Zeit wird er immer nahbarer und man erkennt, wie loyal, pflichtbewusst und gütig er in Wirklichkeit ist. Ich habe wirklich bis zum Schluss mitgefiebert und gehofft, dass sich der Fluch brechen lässt.

Neben Rhen und Harper gab es aber noch Grey, der sich mit jeder Seite mehr und mehr in mein Herz geschlichen hat. Der Kommandant der königlichen Wache hat mich mit seiner stoischen, loyalen und liebenswerten Art absolut überzeugt und mich mit seinem trockenen Humor mehrfach zum Schmunzeln gebracht. Ich fand ihn einfach toll!

Der Schreibstil war sehr angenehm und die Spannung baut sich ziemlich rasant auf, ohne einen direkt zu erschlagen. Erzählt wird in der Ich-Form aus den Perspektiven von Harper und Rhen. Dadurch lernt man die beiden und vor allem Emberfall sehr gut kennen. Die Geschichte ist ja an „Die Schöne und das Biest“ angelehnt, sodass man sich die Handlung grob vorstellen kann. Darauf sollte man sich aber nicht festlegen, denn das Buch nimmt eine ganz eigenständige Richtung und macht aus dem Klassiker eine völlig neue und ziemlich originelle Geschichte. Ich bin einfach hin und weg und hätte nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen wird. Bei solch gehypten Titeln bin ich eigentlich sehr vorsichtig und oft enttäuscht, doch hier kann ich mich dem Hype ganz und gar anschließen.


FAZIT

Ein Fluch so Ewig und Kalt ist ein packender, absolut fantastischer Auftakt einer vielversprechenden Romantsy-Reihe. Mich haben nicht nur das märchenhafte Setting, die Parallelen zu „Die Schöne und das Biest“ und die ständig wachsende Spannung überzeugt, sondern vor allem die tollen Charaktere und die vielen Emotionen. Der tolle Schreibstil lässt sich locker und zügig lesen, ohne dabei die Gefühlsebene zu vernachlässigen. Für mich ist dieses Buch die perfekte Mischung aus Spannung und Emotion, verpackt in eine glaubhafte und doch sehr märchenhafte Fantasywelt. Ich kann die weiteren Teile der Reihe kaum noch erwarten! Absolute Empfehlung!

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 29.06.2021

Nicht ganz das, was ich erwartet hatte

Dear Enemy
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GEDANKEN ZUM BUCH


Da ich bisher jedes Buch der Autorin verschlungen und geliebt habe, ging ich mit recht hohen Erwartungen an Dear Enemy heran. Leider muss ich sagen, dass der Funke nicht ganz übergesprungen ...

GEDANKEN ZUM BUCH


Da ich bisher jedes Buch der Autorin verschlungen und geliebt habe, ging ich mit recht hohen Erwartungen an Dear Enemy heran. Leider muss ich sagen, dass der Funke nicht ganz übergesprungen ist. Der Einstieg hat mir noch wirklich gut gefallen und die Charaktere konnten mich sofort für sich einnehmen. Die Spannungen zwischen Delilah und Macon sind von der ersten Seite an spürbar und ihre Diskussionen und Streitereien unglaublich unterhaltsam. Besonders Macon und seine Entwicklung mochte ich sehr gerne. Er ist anfangs noch eine echte „Arschnase“, wie Delilah so schön ausdrückt und genießt die Machtposition, die er ihr gegenüber hat. Mit jedem Kapitel lernt man jedoch andere Seiten von ihm kennen und versteht, warum er so ist. Seine Entwicklung fand ich sehr authentisch und seinen Charakter total faszinierend. Delilah ist das absolute Gegenteil von Macon und ein echter Herzensmensch. Sie ist nett, lustig und zeigt ihre Gefühle offen. Was sie während ihrer Jugend ertragen musste, hat ihr schwer zugesetzt und sie charakterlich natürlich stark geprägt. Auch Delilah fand ich ziemlich authentisch und sympathisch. Anders als ihre Schwester Samantha, denn die konnte ich vom ersten Moment an nicht leiden. Sie ist manipulativ, gemein und hart, aber am schlimmsten ist, dass sie das hinter ihrer Schönheit versteckt und ihr deshalb viel zu viel verziehen wird. Samanthas Charakter fand ich übertrieben und unglaubwürdig.

Ab der Hälfte der Geschichte war für mich leider auch die Luft zwischen Delilah und Macon raus. Anfangs gefielen mir die hitzigen Diskussionen und die aufgeladene Atmosphäre zwischen ihnen, aber da das Buch recht langsam voranschreitet und sich die Situationen wiederholten, war das irgendwann nicht mehr genug, um mich intensiv zu fesseln. Zwar mochte ich die Geschichte, weil die Charaktere hier tatsächlich über ihre Probleme sprechen und sich nicht in erzwungenen kindisch-dramatischen Streits verlieren, aber ich hatte tatsächlich etwas anderes erwartet. Mir persönlich ging die Handlung zu langsam und ich habe mich in den Längen der Buchmitte verloren. Im letzten Drittel waren mir dann auch die erotischen Szenen zu viel und zu erzwungen, als dass sie mich noch hätten fesseln können. Mir gefiel auch der Handlungsstrang mit Samantha und die Auflösung dessen nicht. Sie kam mir am Ende einfach zu glimpflich davon und ich finde, dass man mit ihr nicht so nachsichtig hätte sein dürfen.


FAZIT

Dear Enemy ist ein sehr ruhiges Buch, bei dem es entgegen dem Titel nicht nur um zwei Feinde geht, die sich ineinander verlieben. Delilah und Macon glauben zwar, dass sie sich hassen, doch wer nur eine Seite mit ihnen erlebt, weiß, dass da eine ganz besondere Verbindung zwischen ihnen existiert. Es geht hier um Vertrauen und darum, dass man die Fehler seiner Vergangenheit wiedergutmacht. Leider konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen, denn ich hätte mir doch etwas mehr Action gewünscht. Delilah und Macon sind tolle, authentische Charaktere, zwischen denen definitiv die Funken fliegen. Die hitzigen Diskussionen haben mich wirklich gut unterhalten, mich mehrfach zum Lachen gebracht und mich auch traurig gemacht. Grundsätzlich hatte das Buch alles, was ich von einem guten Enemies-to-Lovers Buch erwarte. Mehr noch, denn die Protagonisten sprechen miteinander, anstatt sich in kindischen Streits zu verlieren. Vielleicht bin ich mit falschen Erwartungen an die Geschichte herangegangen, denn trotz der vielen positiven Seiten hängt mir die langgezogene Mitte nach, die meine Freude etwas trübt. Für mich ist Dear Enemy deshalb eine gute Lektüre zum Entspannen und Abschalten, die mich zwar gut unterhalten hat, aber eben nicht ganz begeistern konnte. Trotzdem kann ich das Buch wegen dem tollen Schreibstil und der Charaktere empfehlen.

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