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Nachdem ich den Antifa-Film „Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“ gesehen habe, hat mich auch ein Buch zum Thema interessiert, und da bot sich Richard Rohrmosers „Antifa. Porträt einer linksradikalen ...
Nachdem ich den Antifa-Film „Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“ gesehen habe, hat mich auch ein Buch zum Thema interessiert, und da bot sich Richard Rohrmosers „Antifa. Porträt einer linksradikalen Bewegung“ an.
Rohrmosers Buch ist eine kompakte Zusammenfassung der Anfänge der Antifaschistischen Aktion im Kontext der beginnenden Radikalisierung auf rechter als auch linker Seite um 1918/19 und erneut 1932.
Besonders interessant fand ich, mit welch professionellen Methoden Anhänger:innen organisierter Antifa-Gruppierungen Informationen zu Mitgliedern der rechtsextremen Szene zusammengetragen haben und das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin gründeten. In der Erörterung der Aktivitäten speziell der norddeutschen Antifa gleichen sich Buch und Film. Die zunehmende Fremdenfeindlichkeit nach der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren mit immens steigenden Gewaltstraftaten auf Ausländer:innen/Einwanderer:innen und Linke ist ein dunkles Jahrzehnt gewesen, an das auch ich mich rückblickend mit vielen auf Hauswände gesprühte „Türken raus“ erinnere.
Insgesamt fand ich das ein lesenswertes Taschenbuch, um sich einen Überblick über die antifaschistische Bewegung verschaffen möchte. Nach einem Gespräch mit einer Bekannten hat sich für mich jedoch abschließend die Frage eröffnet, warum der Untertitel des Buches das Wort „linksradikal“ beinhaltet. So wie nicht jede:r Konservative im Selbstverständnis NAtionalsoZI ist, so ist nicht jede:r Antifaschist:in radikal in ihrer:seiner linken Überzeugung. Falls es wen gibt, der mir die Frage beantworten kann: gerne her mit der Antwort!