Beeinflusst populäre Musik den Zeitverlauf?
Für mich sind Romane, die Zeitreisen in jeglicher Form behandeln, per se lesenswert. Darin mit selbst-konstruierten Maschinen zu reisen ist absolut Old School. Stellt sich also die Frage, wie gelingt ...
Für mich sind Romane, die Zeitreisen in jeglicher Form behandeln, per se lesenswert. Darin mit selbst-konstruierten Maschinen zu reisen ist absolut Old School. Stellt sich also die Frage, wie gelingt der moderne Sprung? In diesem Roman hat die Protagonistin eine Gabe geerbt und gelangt durch ein Tor in ihrem Garten in die Vergangenheit. Das möchte ich einmal so stehenlassen. Sie erhält bei ihrem ersten Sprung einen Auftrag von der Zwillingsschwester ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter, die in einer parallelen Zeitlinie lebt.
Hannah, ein 16jähriger Teeny, muss zurück ins Jahr 1966, um dort einen Anschlag auf die Beatles zu verhindern. Doch sie strandet bereits zwei Monate vor dem entscheidenden Datum in dem für sie fremden Jahrzehnt und muss sich erst einmal in den Alltag dort einfädeln. Das macht den Hauptteil der Handlung aus. Ihre Begegnung mit der ein paar Jahre älteren Gisela, in der sie eine Seelenverwandte findet und sich auch körperlich angezogen fühlt, ist ihr größter Glücksgriff. Muffige Familienfeiern, alte Rollenbilder, eingeschränkter Aktionsradius von Frauen und ein ganz anderer Musikgeschmack, daran muss sich Hannah erst einmal gewöhnen.
Ich habe mit großem Vergnügen als auch noch in den 60ern Geborener, aber diese Zeit nicht mehr bewusst Miterlebender, die Ausführungen gelesen und bekam ein konkretes Bild dieser Epoche. Vieles erinnerte mich an die 70er, die ich dann schon mit wachen Augen mitbekommen habe. Gerade die verwandtschaftlichen Zusammenkünfte aus dieser Zeit schweben mir noch lebhaft im Gehirn herum.
Dass die Zeitlinien durch Reisen in die Vergangenheit ganz schön durcheinandergeraten können, ist spätestens seit „Zurück in die Zukunft“ - Teil 2 allgemein bekannt. Hier vermischt der Autor ein wenig, da er auch von Parallelwelten spricht. Bei denen verhält es sich anders.
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, aber vor allem hat mich beeindruckt, wie perfekt es dem Autor gelingt, eine Jugendliche dermaßen authentisch zu beschreiben. Rundum ist das Werk gut zu lesen und fesselnd.
Fazit: Ein Roman, der mich positiv zu überraschen wusste. Sicherlich nicht mein letztes Buch von diesem Autor.