Gefühlvolle MM-Romance über Selbstfindung und Neuanfang
Der Club der geschiedenen Männer ist zurück! Dieses Mal dreht sich die Geschichte um Orson, der eigentlich gar nicht geschieden, sondern verwitwet ist. Seit dem Tod seiner Frau hat sich sein Leben komplett ...
Der Club der geschiedenen Männer ist zurück! Dieses Mal dreht sich die Geschichte um Orson, der eigentlich gar nicht geschieden, sondern verwitwet ist. Seit dem Tod seiner Frau hat sich sein Leben komplett verändert. Nach einer langen Trauerphase führt er nun ein Blumengeschäft und ist mit seinem Alltag weitgehend zufrieden. Doch als er auf Ford trifft – den Besitzer der örtlichen Werkstatt, offen schwul und bislang ohne feste Beziehung – wird seine Welt auf den Kopf gestellt.
Was als Freundschaft beginnt, entwickelt sich schnell zu einer spürbaren Anziehung zwischen den beiden. Orson muss sich eingestehen, dass er möglicherweise doch nicht nur auf Frauen steht, wie er immer geglaubt hat.
Die Chemie zwischen Orson und Ford stimmt von Anfang an. Während Orson zunächst noch zurückhaltend ist, bringt Ford mit seiner offenen, herzlichen und flirtenden Art frischen Wind in die Dynamik. Je näher sich die beiden kommen, desto mehr öffnet sich Orson – und auch die Wortgefechte zwischen ihnen werden zunehmend spielerisch und flirtend.
Beide Protagonisten sind über 40 und bringen ihre eigenen Erfahrungen und Verletzungen mit. Besonders Ford hat mich beeindruckt: In jungen Jahren hat er einen Fehler begangen, den ihm die Kleinstadt bis heute nachträgt. Dennoch engagiert er sich für Kinder und Jugendliche und begegnet allen Menschen mit Offenheit und Freundlichkeit.
Orsons queer awakening nimmt einen zentralen Teil der Handlung ein. Die spürbare Anziehung zu Ford zwingt ihn dazu, sich intensiv mit seiner sexuellen Identität auseinanderzusetzen. Umgeben von queeren Freunden zeigt er sich neugierig und offen gegenüber seinen Gefühlen, hält jedoch lange an seinem bisherigen Selbstbild fest. Hier hätte ich mir stellenweise noch etwas mehr Tiefe gewünscht, um seine inneren Konflikte besser nachvollziehen zu können.
Saxon James’ Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen; auch die spicy Szenen sind gelungen und sorgen für die passende Würze.
Insgesamt eine gelungene MM-Romance, die ich sehr gerne gelesen habe – und sicher nicht mein letztes Buch aus der Reihe rund um den Club der geschiedenen Männer.