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19,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Klöpfer & Meyer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 182
  • Ersterscheinung: 25.07.2016
  • ISBN: 9783863514259
Silke Knäpper

Hofkind

Roman
»Man könnte sagen, die Liebe meiner Eltern begann mit einem Aufschrei und endete in der Stille. Der Tod meines Vaters kam für niemanden überraschend, so hieß es. Nur für mich. Ich war acht Jahre alt.«
Ein bemerkenswertes Stück Familiengeschichte, rückblickend erzählt aus der Sicht einer jungen Frau: ein subtiles Geflecht aus Abhängigkeiten und Verwundungen, das die Familie in ihrer Brüchigkeit als Konstrukt entlarvt und ihre Untiefen offen legt.
Carla ist ein kleines Mädchen, als ihr Vater sich das Leben nimmt. Fortan lebt sie allein mit einem Phantom und einer
Mutter, von der sie sich nie wirklich geliebt fühlt. Mit einer Frau, die nur bestehen kann, wenn sie einen Mann an ihrer Seite spürt, und die das eigene Liebesglück über das Lebensglück ihrer Tochter stellt.
Ihrem Stiefvater begegnet Carla von klein auf mit zwiespältigen Gefühlen. Noch als junge Frau fürchtet sie sich vor ihm. Als Carla selbst unter fragwürdigen Umständen schwanger wird, sieht sie sich konfrontiert mit der eigenen Unzulänglichkeit, ihr Leben endlich selbst in die Hand zu nehmen und sich vom Fluch ihrer Familie zu befreien. Zerrieben zwischen dem Gebot der Loyalität der Mutter gegenüber und ihren eigenen Ansprüchen, droht sie sich lange Zeit selbst zu verlieren.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Kaum auszuhalten!

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Schmerzhaft nah beschreibt die Autorin die Kindheit ihrer Protagonistin Clara, die ungeliebt nach dem Selbstmord ihres Vaters bei Mutter und Stiefvater auf einem Hof aufwächst. Die Mutter steht nie für ...

Schmerzhaft nah beschreibt die Autorin die Kindheit ihrer Protagonistin Clara, die ungeliebt nach dem Selbstmord ihres Vaters bei Mutter und Stiefvater auf einem Hof aufwächst. Die Mutter steht nie für das Kind vor dem Stiefvater ein, sondern fügt sich in seinen teils jähzornigen Willen, denn sie scheint sich nur zu fühlen, wenn sie einen Mann an ihrer Seite hat.

Nach und nach enthüllt der Roman die Zusammenhänge in dieser Familie immer mehr und immer tiefer - teilweise reichen sie bis in die Großeltern Generation zurück - und damit auch welches psychische Leid Carla in ihrer Kindheit erdulden musste. Dieses gipfelt sogar in physischer Gewalt.

Erst als sie schwanger wird und ein Mädchen zur Welt bringt, hat sie die Kraft sich alles vor Augen zu malen und sich aus den Abhängigkeiten zu befreien, denn sie war "so klein und zerbrechlich, so neu noch auf dieser Welt" (S. 177).

Dieser so ruhig geschriebene Roman über eine Befreiung aus Lieblosig- und emotionaler Abhängigkeit geht unter die Haut und ist teilweise kaum auszuhalten in seiner erzählerischen Intensität. Wie gut, dass am Ende diese Eigenrettung steht.

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