Cover-Bild Muslim Men

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Verlag Herder
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 17.09.2018
  • ISBN: 9783451381560
Sineb El Masrar

Muslim Men

Wer sie sind, was sie wollen

Ob Berufsmuslime, die harten Jungs arabischer Clans oder männliche Sexarbeiter – die Welt der „Muslim Men“ hierzulande ist viel bunter als es der Welt gefällt. Viel wird über sie geredet, kaum kommen sie zu Wort. Bis jetzt! Sineb El Masrar hat mit ihnen gesprochen und viel erfahren über ihre Familien, den Einfluss der Religion, zerplatzte Hoffnungen oder den hart erkämpften Erfolg in unserer Gesellschaft. Ein längst überfälliges Buch.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2018

Warum es _den_ Moslem und _den_ Islam nicht gibt...

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In „Muslim Men‟ stellt Sineb El Masrar unterschiedlichste Männer vor, die eines eint: Sie sind Muslime.

Inhaltlich gliedert sich das Buch in einen eher biographischen Teil, in dem die Autorin querbeet ...

In „Muslim Men‟ stellt Sineb El Masrar unterschiedlichste Männer vor, die eines eint: Sie sind Muslime.

Inhaltlich gliedert sich das Buch in einen eher biographischen Teil, in dem die Autorin querbeet über Berufsmuslime, arabische Clans, einen muslimischen Sexarbeiter und andere interessante Persönlichkeiten berichtet, die sie in zahlreichen Zitaten auch selbst zu Wort kommen lässt, und in einen Analyseteil, in dem es um Männlichkeitskonstruktion und Identitätsbildung generell (und speziell im Umfeld des Islam) geht.
Der Tonfall ist locker, die Sätze sind teils elliptisch, die Worte häufig klar. Dadurch ist das Buch leicht lesbar und eignet sich für ein breites Publikum.
Schön ist die einleitende Hinführung zum Thema, die in Form eines knappen Abrisses über den Islam in Deutschland daherkommt. Seit wann gibt es islamische Einwanderer in Deutschland? Welcher Herkunft sind die Muslime in Deutschland? Und wer ist eigentlich alles gemeint, wenn wir über die Muslime in Deutschland sprechen?
Auch im Analyseteil merkt man, dass El Masrar sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Welches Bild eines Mannes der Islam vermittelt und welche Rolle Eltern, vor allem auch Väter (oder Vaterfiguren) bei der Entwicklung ihrer Söhne spielen, zeigt sie sehr deutlich auf. Schließlich nimmt sie noch Bezug auf den radikalen/politischen Islam und beschreibt, wie er (in Gestalt des IS) – analog zu Verschwörungstheorien – seine Wirkung entfalten kann. Und wer gefährdet ist.
Zweifellos kann man dem Buch also attestieren, dass es eine Existenzberechtigung hat. Vor allem der Fokus auf der Vielfalt muslimischer Männer ist in Hinblick auf eine Emanzipation des Islam ein wichtiger Aspekt. Die Beispiele des Sexarbeiters oder auch des ehemaligen Gastarbeiters, der im höheren Alter und als Vater mehrerer Kinder endlich den Mut findet, zu seiner Homosexualität zu stehen, mögen Toröffner sein und anderen Muslimen Mut machen, ebenfalls offen zu sich zu stehen – selbst, wenn sie den klassischen Rollenbildern nicht gerecht werden.
Während ich noch verstehen konnte, dass bei dem vielfältigen Wissen der Autorin und den zahlreichen Interviews eine klare Strukturierung des Buches nicht ganz leicht fallen konnte (tatsächlich hatte ich manchmal das Gefühl, dass vieles, was noch zum Thema passte, auch noch schnell irgendwo untergebracht wurde), haben mich so einige (Tipp-/Rechtschreib-)Fehler etwas gestört. Ein aufmerksameres Lektorat hätte dem Buch gut getan. Ganz befremdlich war mir jedoch, dass es kein Literaturverzeichnis gibt. Lediglich im Fließtext wurden einige Quellen in Fußnoten genannt. Eine übersichtliche Auflistung im Anschluss an den Fließtext wäre meiner Meinung nach angemessen gewesen.
Auch konnte ich bei den genannten Lösungsansätzen zwar zustimmen, aber nicht besonders viel Neues für mich persönlich herausziehen. Und so bleiben mir vor allem einige der interviewten Muslim Men in Erinnerung.

Fazit:
Insgesamt eine interessante und schnell lesbare Lektüre, die vor allem durch die Vorstellung sehr unterschiedlicher muslimischer Männer punktet und so deutlich macht, dass es den Muslim und den Islam nicht gibt, und diese Menschen aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit und Interessenvielfalt auch nicht in einem übergreifenden Verband zentral vertreten werden können.