Ein toller, amüsanter Krimi mit Tiefgang um zwei kriminelle Senioren wider Willen
„Ziemlich beste Verbrecher“ von Sunil Mann dreht sich um Alois Mistelzweig und Berta Bartók, die nach dem Ableben ihrer Arbeitgeberin eher schlecht als recht versuchen, weiterhin in deren Villa zu wohnen. ...
„Ziemlich beste Verbrecher“ von Sunil Mann dreht sich um Alois Mistelzweig und Berta Bartók, die nach dem Ableben ihrer Arbeitgeberin eher schlecht als recht versuchen, weiterhin in deren Villa zu wohnen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die beiden sich eigentlich nicht mögen. Um nicht nur mit Diebstählen Geld aufzutreiben, ermitteln sie im Fall einer verschwundenen Altersheim-Bewohnerin, wobei sie rasch mehr aufdecken, als der Auftraggeberin lieb ist.
Sunil Mann schreibt spannend und zeitgleich mit einem heiteren Augenzwinkern, dass man das Buch am liebsten in einem Stück durchlesen möchte. Die Handlung folgt Alois, wie er - widerwillig mit Berta zusammen - neuen Hinweisen nachgeht und sich dabei ein komplexes größeres Rätsel ergibt, als er anfangs dachte. Dadurch kann man als Leser wunderbar mitraten und Vermutungen anstellen und erst zum Ende hin erraten, was passiert ist. Auch die skurrilen Nebenfiguren tragen zum Humor des Buches bei.
Besonders gut hat mir gefallen, mit welcher Leichtigkeit das Thema Alterseinsamkeit in die Geschichte eingewoben wurde, so dass es präsent ist, sich dabei aber nie aufdrängt. Neben der Spannung des Krimis und der oft unwillkürlichen Komik der beiden Hauptfiguren gibt es dem Buch eine Tiefe, die einen über das ernste Thema nachdenken lässt.
Fazit: ein spannender und gleichzeitig unterhaltsamer Krimi, der definitiv zu meinen Lese-Highlights in diesem Jahr gehört. Ich hoffe, dass weitere Bücher mit Alois und Berta folgen werden. Für Leser von Marcel Huwyler empfehlenswert.