Cover-Bild »Hellseher im Kleinen«
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38,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 535
  • Ersterscheinung: 16.06.2025
  • ISBN: 9783518431597
Susan Bernofsky

»Hellseher im Kleinen«

Das Leben Robert Walsers | Eine sorgfältig recherchierte und reich bebilderte Biografie | Der perfekte Einstieg in den Walser-Kosmos
Michael Adrian (Übersetzer)

Er lebte und schrieb am Rande der Gesellschaft, schockierte seine Boheme-Freunde in Berlin mit dem Besuch einer Dienerschule und entwickelte später in Bern einen urban-nomadischen Lebensstil, bevor er den Rest seines Lebens in einer Heil- und Pflegeanstalt verbrachte. Ob als Antiheld und romantischer Einzelgänger, als »Verlocker zur Freiheit« (Morgenstern) oder als »Hellseher im Kleinen« (Sebald) – Robert Walser wurde glühend verehrt und hat viele maßgeblich beeinflusst: Franz Kafka, Walter Benjamin und Robert Musil ebenso wie Thomas Bernhard, Paul Nizon, Sibylle Lewitscharoff und Elfriede Jelinek.

In ihrer sorgfältig recherchierten und reich bebilderten Biografie wirft Susan Bernofsky einen nuancierten Blick auf Walsers faszinierendes Leben und Werk. Gestützt auf neue Quellen, unbekannte Texte, Briefe und weitere biografische Dokumente lotet sie seinen Rang im literarischen Diskurs seiner Zeit aus wie auch die unbestrittene Relevanz seines Werks für die heutige. Vor allem aber gelingt ihr ein mitreißend erzähltes Buch, das auch diejenigen für Walser begeistert, für die er noch nicht Kultstatus hat.

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

Der Mann, der verschwand – und dabei unsterblich wurde

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Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? ...

Ein Typ, der lieber in einer Dienerschule als auf einer Bühne stand, der zwischen Boheme, Bern und Wahnsinn pendelte und trotzdem zu den feinsten Sprachkünstlern der deutschsprachigen Literatur gehört? Klingt nach einer Romanfigur – war aber einfach nur Robert Walser. Und Susan Bernofsky hat ihm mit „Hellseher im Kleinen“ endlich das Denkmal gebaut, das so wunderbar schief ist, dass es perfekt zu ihm passt.

Wer erwartet, hier eine trockene Biografie zu finden, kann gleich wieder seinen Bleistift spitzen – das ist pures Lesekino. Bernofsky hat diesen eigenartigen Schriftzauberer mit so viel Wärme, Witz und Präzision porträtiert, dass man beim Lesen fast das Gefühl hat, Walser könnte jeden Moment durchs Zimmer spazieren – leise, höflich, leicht verwirrt und mit einem Notizbuch voller genialer Ideen.

Die Mischung aus Detailverliebtheit, Sprachmelodie und literarischem Spürsinn ist beeindruckend. Neue Quellen, alte Briefe, verschollene Texte – alles so elegant verwoben, dass man vergisst, dass es sich um eine Biografie handelt. Es liest sich eher wie eine Liebeserklärung an das Außenseitertum, an die Kunst, in der Welt zu sein, ohne dazuzugehören.

Ich habe selten so gelacht, gestaunt und gleichzeitig so viel über einen Schriftsteller gelernt, der mehr zwischen den Zeilen lebte als darin. Bernofsky schafft es, Walsers leise Tragik mit einem Augenzwinkern zu erzählen – und genau das macht dieses Buch so besonders. Wer Literatur liebt, sollte hier dringend reinschauen. Und wer Robert Walser noch nicht kennt, wird ihn nach dieser Lektüre ganz sicher nicht mehr vergessen.

Ein literarisches Porträt, das tanzt, stolpert, lächelt – und dabei mitten ins Herz trifft.

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