Cover-Bild Birobidschan
17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Verlag Voland & Quist
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 20.02.2023
  • ISBN: 9783863913823
Tomer Dotan-Dreyfus

Birobidschan

Sibirien, 1908. Ein Knall erschüttert den sibirischen Wald Tunguska. Zwei Jahrzehnte später plant Stalin eine jüdisch-sozialistische Autonomie an der Grenze zu China: Birobidschan. Was als stalinistisches Experiment der 1930er Jahre scheitert, wird in Tomer Dotan-Dreyfus' Debütroman zum Dreh- und Angelpunkt einer funkensprühenden Geschichte: Da sind Alex und Rachel, verliebt seit Kindertagen. Boris Klayn, Fischer und
Ur-Birobidschaner. Gregory und Sascha, enge Freunde, einer hat Depressionen, der andere nimmt ihn mit auf einen Roadtrip gen Tunguska. Dmitrij, der Angst vor Wölfen hat. Das Leben in Birobidschan geht seinen Gang, die kleinen und großen Sorgen der Bewohner drehen sich fern allen Weltgeschehens – bis sich die Ereignisse überschlagen: Zwei fremde Männer und ein stummes Mädchen bringen die idyllische Gemeinschaft zum Bersten.

In Birobidschan erzählt Tomer Dotan-Dreyfus die so unwahrscheinliche wie charmante Geschichte eines jüdisch-sozialistischen Schtetls in Sibirien und knüpft damit an die jiddische Erzähltradition und den magischen Realismus an. Ein gewitzter Debütroman, eigenwillig und voller Fabulierlust.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2025

Birobidschan

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Der Roman „Birobidschan“ erzählt eine ungewöhnliche und interessante Geschichte rund um das stalinistische Projekt der jüdisch-sozialistischen Autonomie in Sibirien. Die Idee, verschiedene Charaktere und ...

Der Roman „Birobidschan“ erzählt eine ungewöhnliche und interessante Geschichte rund um das stalinistische Projekt der jüdisch-sozialistischen Autonomie in Sibirien. Die Idee, verschiedene Charaktere und ihre Schicksale vor diesem historischen Hintergrund zu verknüpfen, klang vielversprechend.

Leider fiel es mir schwer, in die Erzählung hineinzufinden. Die Vielzahl der Figuren und Handlungsstränge wirkte oft unübersichtlich und teilweise überladen. Die Stimmung schwankt zwischen ruhigen Alltagsbeschreibungen und plötzlichen dramatischen Ereignissen, was das Lesen erschwerte und die Spannung nicht wirklich aufkommen ließ. Auch der Erzählstil war für mich teils sperrig und schwer zugänglich.

Obwohl die Themen und der historische Kontext faszinierend sind, konnte mich das Buch nicht komplett fesseln oder emotional mitnehmen. Schade, denn mit etwas mehr Fokus und Klarheit hätte daraus eine beeindruckende Geschichte werden können.

Fazit:
Ein ambitioniertes Debüt mit interessanten Ansätzen, das durch seine Komplexität und den teils sperrigen Stil leider oft den Lesefluss hemmt. Für Leser:innen mit Geduld und Interesse an ungewöhnlichen historischen Stoffen vielleicht noch lesenswert, für mich aber enttäuschend.