Cover-Bild Letzter Akt
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 10.03.2026
  • ISBN: 9783755811855
Andreas Schäfer

Letzter Akt

Roman
London, 2005: Nach vielen Jahren beim Film steht die Schauspielerin Dora wieder auf einer Theaterbühne – mit Anfang vierzig kann sie auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Als sie nach der Premiere in einer Bar auf den Maler Victor trifft, ist sie fasziniert: Wer ist dieser Mann, der noch nie von ihr gehört hat? Dora sieht in diesem Kennenlernen eine Chance, sich zu verstecken: vor ihrer Mutter, die ständig aus Frankfurt anruft, vor ihrer Agentin, die sie überzeugen will, auch mal andere Rollen zu spielen, vielleicht auch vor ihrem unsympathischen Kollegen, der immer wieder ihre Grenzen testet. Nach einigen gemeinsamen Wochen beschließt Dora, dass Victor sie malen soll – doch als sie das Gemälde sieht, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg und lang vergessene Erinnerungen kehren zurück. Was glaubt Dora in dem Bild erkannt zu haben? ›Letzter Akt‹ zeigt meisterhaft das Zusammenspiel von Leben und Kunst und erzählt feinfühlig von einer Befreiung, die alles verändert.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

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Dieser oft nachdenklich machende Roman hat mir sehr gut gefallen, denn er spricht mehrere Themen an, die wohl für jeden einmal relevant sind.

Es geht unter anderem um Familie, schwierige Familienverhältnisse, ...

Dieser oft nachdenklich machende Roman hat mir sehr gut gefallen, denn er spricht mehrere Themen an, die wohl für jeden einmal relevant sind.

Es geht unter anderem um Familie, schwierige Familienverhältnisse, vermeintliche Freundschaft, eigene Versäumnisse und alte Schuldgefühle, die sich irgendwann wieder in den Vordergrund stellen.

Die Protagonistin Doro erlebt das alles erneut in der Mitte ihres Lebens, ausgelöst durch eine neue Bekanntschaft.

Sehr eindrucksvoll geschrieben und lesenswert.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Zerstörte Illusionen

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Das Cover ist ein abstraktes Gemälde und passt sehr gut zum Thema des Buches.

Die Protagonistin im Buch heißt Dora, sie ist eine international gefeierte, beliebte Schauspielerin, die ein Problem mit ihrer ...

Das Cover ist ein abstraktes Gemälde und passt sehr gut zum Thema des Buches.

Die Protagonistin im Buch heißt Dora, sie ist eine international gefeierte, beliebte Schauspielerin, die ein Problem mit ihrer Bekanntheit hat. Sie versteckt sich gern, denn in allen Interviews oder Begegnungen, sieht sie Fallen und Gefahren, fühlt sich verfolgt. Ihre bisherigen Beziehungen scheiterten alle an ihrer Berühmtheit. Als sie Victor, einen eher unbekannten Maler kennenlernt, keimt neue Hoffnung auf, sie verliebt sich und wünscht sich sehnlichst, nicht wieder enttäuscht zu werden. Als Victor sie auf ihren Wunsch hin malt, ist sie überwältigt, ja geradezu verstört, denn ihre Vergangenheit holt sie plötzlich ein. Das schlechte Gewissen plagt sie. Dora geht daraufhin in eine psychiatrische Klink und nach ihrer Rückkehr fühlt sie sich geheilt und gestärkt.

Ein Roman über ein Künstlerleben, das berührt, das zwischen Erfolg und Selbsthass sowie zwischen Inszenierung und Befreiung schwankt.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Die nackte Wahrheit

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Mir hat das Buch „Letzter Akt“ von Andreas Schäfer unfassbar gut gefallen. Es war für mich ein echtes literarisches Highlight, tiefsinnig und klug, feinfühlig und mit psychologischem Tiefgang. Zudem mit ...

Mir hat das Buch „Letzter Akt“ von Andreas Schäfer unfassbar gut gefallen. Es war für mich ein echtes literarisches Highlight, tiefsinnig und klug, feinfühlig und mit psychologischem Tiefgang. Zudem mit außerordentlich edler, poetischer Feder geschrieben. Erzählt wird im 200 Seiten umfassenden Roman, eingeteilt in drei Kapitel, die Geschichte der erfolgreichen Schauspielerin Dora Martin. Sie ist Mitte 40, und lebt seit 20 Jahren in London. Sie hat es ganz nach oben geschafft. Nach dem Abitur hat sie ihren Heimatort Frankfurt nahezu fluchtartig verlassen, sie wollte eine klammernde Mutter und eine belastende Vergangenheit einfach nur noch hinter sich lassen. Obwohl alle Schauspielschulen sie ablehnen, gelingt ihr in London über einen Aushilfsjob ein kometenhafter Aufstieg auf der Bühne. Die Berühmtheit hat jedoch ihren Preis. Männerbekanntschaften scheitern über kurz oder lang an ihrer Popularität, in der Öffentlichkeit kann sie sich nie wirklich frei bewegen oder äußern, doch da kommt ihr das schauspielerische Talent sehr zu Gute, sie ist eine wahre Meisterin der Maskierung. Umso glücklicher ist sie, als sie nach einer Premiere dem Künstler Victor begegnet, der vorgibt, sie überhaupt nicht zu kennen. Er hat kein vorgefertigtes „Bild“ von ihr als Berühmtheit, und scheint ein so unendlich freies Leben fernab von Luxus oder Erfolgsdruck zu führen. So ganz anders als Dora, die sich permanent in Rollen flüchten oder verstecken muss. Dieser Umstand versetzt sie in wahre Euphorie, so dass sie mit ihm eine leidenschaftliche Beziehung beginnt. Über Wochen hinweg treffen sich die beiden in Viktors Atelier, für Doro entsteht ein regelrechter „Zufluchtsort“. Durch die immer intensiver werdende Annäherung entwickelt sich in Doro schließlich der brennende Wunsch, dass Viktor sie malt. Obwohl er eigentlich keine Menschen mehr zeichnet, stimmt er zu. Dora lässt dabei ihre Hüllen fallen, stolziert in Posen durch sein Atelier, und ist innerlich gespannt, welches „Bild“ er denn von ihr zeichnet. Er( der eigentlich keine Menschen mehr malt), scheint während des Werkes mit dessen Entstehung zu kämpfen. Beeindruckend, wie der Buchautor hier an Victors` künstlerischer Schaffenskrise teilhaben lässt, man spürt hier zunehmend, wie sich mit der Entstehung des Bildes auch die Dynamiken zwischen ihm und Dora zu verschieben beginnen. Als Dora dann das fertige Porträt von sich endlich sieht, konfrontiert es sie mit verdrängten Erinnerungen, und es kommt zur dramaturgischen Eskalation. Der Roman hat mich völlig vereinnahmt. In den drei Buchkapiteln zieht Andreas Schäfer hinein in Doras´ Zeit beginnend in 2005 in London, ihre Jugend- und Schulzeit in 1982 und als vermeintlich erklärender „Schlussakt“ in 2010 in Schottland. Der Autor versteht es dabei meisterlich aufzuzeigen, was geschieht, wenn man ein Leben in Rollen spielt, und sich eines Tages die Schatten des Verdrängten in ihrer gänzlichen Nacktheit und Hässlichkeit in die Wirklichkeit drängen. Ausgelöst durch ein Bild, das sich ein Künstler von einem Menschen gemacht hat. Beeindruckend finde ich die vielschichtigen Möglichkeiten, diesen Roman zu interpretieren. Wer solche Werke mit hohem Anspruch mag, die zudem stilistisch makellos und beeindruckend verfasst sind, wird von diesem Buch, das bei Dumont verlegt wurde, begeistert sein. Für mich ist es optisch wie stilistisch ein wahres Kunstwerk. Daher 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Wenn die Maske fällt – Eine leise Suche nach Wahrheit und Vergangenheit

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Letzter Akt“ ist kein Roman, der seine Leser mit Tempo oder großen Wendungen sofort in den Bann zieht, vielmehr entfaltet er seine Wirkung leise, beinahe unmerklich. Wer Spannung im klassischen Sinne erwartet, ...

Letzter Akt“ ist kein Roman, der seine Leser mit Tempo oder großen Wendungen sofort in den Bann zieht, vielmehr entfaltet er seine Wirkung leise, beinahe unmerklich. Wer Spannung im klassischen Sinne erwartet, wird hier zunächst enttäuscht, denn das Buch setzt bewusst auf Entschleunigung. Erst im letzten Abschnitt gewinnt die Handlung an dramatischer Wucht und verleiht dem zuvor Gelesenen eine neue Bedeutung.

Im Mittelpunkt steht Dora, eine erfolgreiche Schauspielerin in ihren Vierzigern, die sich ein Leben in London aufgebaut hat, fern von ihren deutschen Wurzeln. Als sie dem zurückgezogen lebenden Maler Victor begegnet, entsteht zwischen ihnen eine vorsichtige, aber intensive Verbindung. Besonders reizvoll ist dabei, dass Victor sie nicht aus der Öffentlichkeit kennt und ihr damit eine ungewohnte Form von Freiheit ermöglicht. Der Entschluss, sich von ihm porträtieren zu lassen, wird schließlich zum Ausgangspunkt einer inneren Reise, die Dora mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Die Handlung ist in drei zeitlich voneinander getrennte Abschnitte gegliedert, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Während der erste Teil Doras Gegenwart beleuchtet, führt ein späterer Abschnitt zurück in ihre Jugend in den 1980er-Jahren. Diese Rückblicke wirken weniger wie nostalgische Erinnerungen, sondern vielmehr wie das vorsichtige Freilegen lange verdrängter Erfahrungen. Gerade hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Romans: Es geht nicht um äußere Ereignisse, sondern um innere Prozesse, um Identität, Schuld und die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn alle Rollen abgelegt sind.

Allerdings verlangt das Buch Geduld. Vor allem im Mittelteil zieht sich die Handlung spürbar, und es gibt Momente, in denen man sich bewusst zum Weiterlesen motivieren muss. Wer sich jedoch darauf einlässt, wird am Ende belohnt: Der Schluss verbindet die verschiedenen Erzählebenen auf eine eindringliche Weise und verleiht insbesondere Victors Gemälde eine symbolische Kraft, die über die reine Handlung hinausweist.

Sprachlich überzeugt der Roman durch eine präzise und feinfühlige Gestaltung. Die Figuren, allen voran Dora wirken glaubwürdig und vielschichtig, ihre Entscheidungen nachvollziehbar. Besonders gelungen ist das Spannungsfeld zwischen Schein und Sein: Während Dora als Schauspielerin gewohnt ist, in andere Identitäten zu schlüpfen, zwingt sie das Porträt dazu, sich mit ihrem unverstellten Selbst auseinanderzusetzen.

Insgesamt ist „Letzter Akt“ ein stilles, nachdenkliches Buch, das weniger durch Handlung als durch Atmosphäre und innere Entwicklung wirkt. Wer sich auf einen leisen, literarisch anspruchsvollen Roman einlassen möchte, wird hier eine berührende und tiefgründige Geschichte finden.

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