Dino-Kino für die Wohnzimmertheke
Mit offenem Mund durch prähistorische Sümpfe stapfen – so fühlt sich Unter Dinos an. Dieses Buch nimmt die spektakuläre Bildsprache der BBC-Doku und packt sie in Seiten, die nach Kinoleinwand riechen: ...
Mit offenem Mund durch prähistorische Sümpfe stapfen – so fühlt sich Unter Dinos an. Dieses Buch nimmt die spektakuläre Bildsprache der BBC-Doku und packt sie in Seiten, die nach Kinoleinwand riechen: CGI-Giganten, Nahaufnahmen von Federn, Sand und Speichel, und dazu Texte, die weder belehren noch überfordern wollen. Ich bin kein Paläontologe, aber ein neugieriger Kerl, und hier werde ich bestens bedient: Aktuelle Forschung trifft auf erzählerische Szenen, die mehr Film als Wissenschaftsaufsatz sind – perfekt für alle, die Dino-Drama lieben.
Die Autoren schaffen den Spagat zwischen Staunen und Fakten: Es gibt knackige Porträts (Spinosaurus, Albertosaurus und Co.), verständliche Erklärungen zu Methodik und Fundorten und ehrliche Blicke hinter die Kulissen der Dreharbeiten. Besonders die Abschnitte über Ausgrabungen haben es mir angetan – echte Menschen, echte Schlammschlachten, echtes Glück, wenn ein Knochen ans Licht kommt. Die Bildstrecken sind großformatig und wuchtig; an manchen Stellen wirkt das Layout fast wie ein Coffee-Table-Buch mit Saurier-Bonus.
Kritisch sehe ich die Balance: Wer tiefer in Fachfragen abtauchen will, findet zu wenige Details und zu wenig Tiefe – das Buch ist eher ein visuell überragender Einstieg als ein Nachschlagewerk. Manche Szenen sind so inszeniert, dass sie mehr dramatische Wucht haben als nüchterne Beweisführung. Trotzdem: Die Mischung aus Storytelling, aktuellen Erkenntnissen und Filmmaterial-Insights funktioniert hervorragend für ein breites Publikum – Familien, Einsteiger und Serienfans.
Am Ende ist Unter Dinos ein Fest fürs Auge und ein sympathischer Tourguide durch die Welt der Dinosaurier. Keine wissenschaftliche Monographie, aber ein leidenschaftlicher Liebesbrief an die Urzeit, der Lust auf mehr macht. Ich habe gelacht, gestaunt und ab und zu die Stirn gerunzelt – genau die Palette, die ein gutes Pop-Science-Buch ausmacht.