1.5 ⭐
Die Grundidee des Buches war durchaus vielversprechend, doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Vincente, der CEO der Bank und Besitzer einer Eishockeymannschaft, hatte das Potenzial, ein ...
Die Grundidee des Buches war durchaus vielversprechend, doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Vincente, der CEO der Bank und Besitzer einer Eishockeymannschaft, hatte das Potenzial, ein interessanter, vielschichtiger Charakter zu sein, aber leider blieb er für mich zu flach und klischeehaft. Das Bild des erfolgreichen Mannes, der niemals mit einer Frau zweimal schläft, kam mir oft zu stereotyp vor und ließ ihn wenig greifbar erscheinen. Auch die Tatsache, dass er ständig teure Hostessen einlädt, wirkte eher wie eine abgenutzte Formel, die nicht viel Raum für tiefere Charakterentwicklung ließ.
Elena als Hostess war mir ebenfalls nicht wirklich sympathisch. Ihre Maske, die sie bei jeder Verabredung trägt, hätte ein interessantes Symbol für ihre Anonymität und Distanz sein können, doch für mich wurde sie eher zu einem unnötigen Gimmick, das die Beziehung zwischen ihr und Vincente nicht authentischer machte. Die Interaktionen zwischen den beiden wirkten oft sehr gezwungen und nicht glaubwürdig, vor allem, als der peinliche Vorfall mit dem Kunden Daniel geschildert wurde. Ihre Schwüre, diesen Mann nie wiederzusehen, wirkten angesichts der schnell folgenden Entwicklungen fast schon unglaubwürdig.
Zu allem Überfluss kam dann noch die Verwirrung um Vittoria, die Cousine von Vincente’s bestem Freund. Die Vorstellung, dass sie plötzlich als Ersatz für die schwangere Sekretärin einspringt, war eine weitere Wendung, die mir die Augenbrauen hochziehen ließ, aber wenig überzeugend wirkte. Ihre Rolle in der Geschichte fühlte sich eher wie ein zusätzlicher Plotpunkt an, der die ohnehin schon chaotische Dynamik nicht bereicherte.
Was mich am meisten enttäuschte, war, dass das Buch zwar immer wieder versuchte, Spannung aufzubauen, aber nie wirklich fesseln konnte. Es gab eine Handvoll interessanter Momente, die mich kurzzeitig neugierig machten, aber die Erzählweise und der Verlauf der Handlung hielten mich letztlich auf Distanz. Gegen Ende, als die Spannung eigentlich ihren Höhepunkt erreichen sollte, hatte ich das Gefühl, dass die Autorin die Handlung zu schnell auflöste und die Geschichte abrupt endete.
Insgesamt hat das Buch bei mir keine bleibenden Eindrücke hinterlassen. Es war okay, aber nicht herausragend. Die Charaktere waren zu oberflächlich und die Entwicklung der Beziehung wirkte oft erzwungen. Für mich war es leider nicht das, was ich mir erhofft hatte. Somit gebe ich das Buch 1.5 ⭐.
Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!