Wann ist ein Mann ein Mann?
Herbert Grönemeyer hat es schon vor einigen Jahrzehnten klar formuliert: Männer weinen nicht!
Man könnte nun denken, dass die Gesellschaft sich seither weiterentwickelt hat. Nun, bis zu einem gewissen ...
Herbert Grönemeyer hat es schon vor einigen Jahrzehnten klar formuliert: Männer weinen nicht!
Man könnte nun denken, dass die Gesellschaft sich seither weiterentwickelt hat. Nun, bis zu einem gewissen Grade, würde ich sagen. Denn die alten Regeln des Patriarchats sind nach wie vor noch weit verbreitet: Ein Junge muss sich durchsetzen. Männer, die Gefühle zeigen, sind Waschlappen, etc.
Das hat natürlich Auswirkungen auf das Gefühlsleben von Männern und deren Beziehungen zu Frauen. Und auch viele Frauen unterwerfen sich den patriarchischen Strukturen, ob bewusst oder unbewusst, und fördern sie bei ihren Kindern.
Natürlich ist das Thema komplex, der Autorin gelingt es sehr gut, viele Bereiche zu durchleuchten und auch Lösungsansätze zu bieten, die bei ihr vor allem lauten: Männer und Frauen können nur gemeinsam etwas ändern. Spannend auch ihre Ausführungen zu unterschiedlichen Strömungen des Feminismus und zu ihren ganz persönlichen Erfahrungen in Beziehungen.
Die Autorin geht vor allem der Frage nach: Wieso sich viele Männer so verhalten, wie sie sich verhalten? Da Buch ist vor über 20 Jahren erstmals erschienen und weiterhin hochaktuell. Der Stil der Autorin weist manche Wiederholung auf und ist manchmal umständlich formuliert. Doch das hat meinen positiven Gesamteindruck nicht wesentlich schmälern können.
Fazit: Für mich als Mann ein absoluter Augenöffner