Cover-Bild Doktor Doyle jagt Jack the Ripper
Band der Reihe "Ein viktorianischer Krimi mit Margaret Harkness"
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Dryas Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Seitenzahl: 322
  • Ersterscheinung: 07.10.2024
  • ISBN: 9783986720711
Bradley Harper

Doktor Doyle jagt Jack the Ripper

Ein viktorianischer Krimi mit Margaret Harkness und Arthur Conan Doyle
Dorothee Schröder (Übersetzer)

September 1888. Der 29-jährige Arthur Conan Doyle erhält von der Metropolitan Police das Angebot, sie einen Monat lang als „Berater“ bei der Jagd nach dem Serienmörder zu unterstützen, der bald unter dem Namen Jack the Ripper bekannt werden wird.

Doyle akzeptiert unter der Bedingung, dass sein ehemaliger Dozent für Chirurgie, Professor Joseph Bell – Doyles Inspiration für Sherlock Holmes – mit ihm zusammenarbeitet. Zu den beiden gesellt sich Miss Margaret Harkness, eine im East End lebende Schriftstellerin, die mit einer Pistole umzugehen weiß und die beiden als Führerin und Begleiterin unterstützt.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2025

Toller Auftakt

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Doktor Arthur Conan Doyle arbeitet als Arzt - und nebenher schreibt er Geschichten über und mit seinem Protagonisten Sherlock Holmes. Seinem Schützling und Meisterdetektiv verdankt er nun sein nächstes ...

Doktor Arthur Conan Doyle arbeitet als Arzt - und nebenher schreibt er Geschichten über und mit seinem Protagonisten Sherlock Holmes. Seinem Schützling und Meisterdetektiv verdankt er nun sein nächstes Abenteuer. Ein Berater der Metropolitan Police namens Wilkens fordert die Hilfe von Doyle an: kein geringerer als Jack the Ripper treibt sein Unwesen in London. Die Polizei benötigt dringend Hilfe. Da aber Doyles Frau hochschwanger ist, will er ablehnen. Wilkens lässt aber nicht locker und so stimmt Doyle zu, wenn sein alter Mentor Joseph Bell ihm zur Hand geht. Der wiederum freut sich über die Abwechslung und sagt prompt zu - sehr zum Leidwesen Doyles. Doch beide Männer ergänzen sich prima, und bekommen unerwartete Unterstützung - in Form von Mr. Pennyworth. Der eigentlich kein "er" ist, sondern eine schlagfertige junge Frau, die die beiden Ermittler ganz schön auf Trab hält.

Zugegeben, es fiel mir lange schwer, in dieses Buch hineinzufinden. Es wirkte stellenweise etwas zäh, und es brauchte ein paar Kapitel, bis ich in die Geschichte herein gefunden habe. Die Ermittlungen laufen anfangs ins Leere, Jack the Ripper kann sich gut verstecken. Joseph Bell nimmt Doyle erneut unter seine Fittiche, und bringt ihm bei, Menschen zu lesen. Diese Fähigkeit hilft beiden dann tatsächlich auch, nach einer Ermittlungspause, die beide in der Heimat verbringen, den wahren Jack the Ripper zu ermitteln. Denn dieser Täter hat es faustdick hinter den Ohren, und kann aufgrund seiner Tarnung lange seiner Enttarnung entfliehen. Doch auch Miss Harkness, die ihr Umfeld als Mr. Pennyworth zu täuschen weiß, nutzt ihre Tarnung aus und ist den beiden Herren eine wichtige Stütze.

Auch wenn der Anfang schleppend war - das Buch nimmt spätestens nach der Ermittlungspause fahrt auf. Die Täuschung um den wahren Täter ist durchaus gelungen - ich hab mich jedenfalls erfolgreich täuschen lassen. Das London, in dem wir uns befinden, ist teils schmuddelig und gefährlich. Nicht nur, dass die Prostituierten um ihr Leben fürchten müssen, weil Jack the Ripper seine Morde begeht, nein: auch jüdische Mitbewohner fürchten den Antisemitismus. Der Täter versucht durch falsche Fährtenlegung die Spur auf einen jüdischen Menschen zu legen, doch das kann schnell aus der Welt geschafft werden.

Die Protagonisten wirken für mich sehr überzeugend - mich hat Miss Harkness sehr positiv gestimmt. Sie ist ihrer Zeit voraus, und weiß sich auch gegen ihre zwei alteingesessenen Begleiter erfolgreich zu wehren, die sich zumindest für ihr Verhalten zu entschuldigen wissen. Doktor Doyle nimmt die Rolle des Watsons ein, in dem er die Geschichte erzählt, aber auch von seiner Inspiration lernt. Denn Joseph Bell ist kein geringerer als das Vorbild von unserem berühmten Ermittler Sherlock Holmes.

Harper webt die Charaktere, die es wirklich gab, gekonnt zu einem unschlagbaren Trio zusammen, wenn auch Miss Harkness vermutlich nicht (persönlich) auf Doyle und Bell getroffen ist. Und doch ergänzen die drei Musketiere sich wunderbar. Sie können den Täter zur Strecke bringen (Wortwörtlich!) und London ein bisschen sicherer machen. Die Stimmung des Buches passt ins viktorianische Zeitalter, wir finden uns wieder in einer Welt um den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen, aber auch Gentlemen Clubs. Es gibt noch Droschken, aber der erste Hauch der Industrialisierung ist zu spüren. Die fortschreitende Technik der Kriminalistik steckt in den Kinderschuhen, und mancher Mord oder andere Verbrechen wären vermutlich längst geklärt worden.

Diese Geschichte um Doyle, Harkness, Bell und Jack the Ripper reiht sich prima in weitere Sherlock Holmes Bücher ein. Besonders gut hat mir auch der Hinweis auf Inspector Swanson gefallen, denn hier gibt es weiteren Lesestoff beim Dryas Verlag. Durchaus ein lohnender Krimi, der einen auf die Reise ins vergangene London des Jack the Rippers nimmt. Ich habe für mich jedenfalls gelernt, wie Doyle zu seinem berühmten Ermittler kam.

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Veröffentlicht am 13.11.2024

eine ungewöhnliche Kombination

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Arthur Conan Doyle fristet sein Leben als Landarzt und ist wenig erfreut, dass sein Roman "Eine Studie in Scharlachrot" über seinen Detektiv Sherlock Holmes nicht gerade die Leute seine Türen einrennen ...

Arthur Conan Doyle fristet sein Leben als Landarzt und ist wenig erfreut, dass sein Roman "Eine Studie in Scharlachrot" über seinen Detektiv Sherlock Holmes nicht gerade die Leute seine Türen einrennen lässt. So überlegt er, sich mehr seinem historischen Roman zu widmen und Sherlock Holmes an den Nagel zu hängen.
Da bekommt er das Angebot aus London, als Berater bei der Jagd nach einem Serienmörder tätig zu werden. Aus Langeweile und mithilfe seines ehemaligen Dozenten Professor Joseph Bell nimmt er sich des Falles an. Der Serienmörder, später bekannt als Jack the Ripper, treibt jedoch ein perfides Spiel mit den beiden und der zauberhaften Margaret Harkness, die zu dem Duo stößt. Bald schon müssen nämlich auch sie um ihr Leben fürchten.

Der Fall "Jack the Ripper" hat es mir schon immer angetan. Ein Serienmörder, der in London Prostituierte auf bestialische Weise umbringt, wurde bis heute nicht identifiziert und wird wohl immer ein Mysterium bleiben. Deswegen war ich sehr gespannt, wie der Autor seine Version dazu umsetzt.

Der Autor hat sich nun mehreren historischen Persönlichkeiten bedient. Allen voran dem Hauptcharakter Doktor Arthur Conan Doyle, uns natürlich bestens bekannt als Erfinder von Sherlock Holmes und Doktor Watson. Aber auch Professor Joseph Bell, ein ehemaliger Dozent von Doyle und die Schriftstellerin Margaret Harkness haben hier ihre großen Auftritte. Und natürlich Jack the Ripper.

Diese Persönlichkeiten nun in einem Kriminalfall miteinander agieren zu lassen, war das Bestreben des Autors. Und dies hat er mit Bravour gemeistert.
Ich habe mit einer regelrechten Faszination an dem Buch gehangen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie der Autor wohl alles auflöst. Und auch wenn letztendlich nicht bekannt ist, wer Jack the Ripper war, war die fiktive Auflösung des Falles seitens des Autors doch sehr interessant.

Der Schreibstil ist sehr fesselnd und hat einen leichten sarkastischen Unterton, gerade wenn es darum geht, wie sich Doyle selbst sieht. Aber seine Auffassungsgabe und seine Herangehensweise haben mir imponiert, auch wenn Professor Bell manchmal den Löwenanteil an allem trägt
Und Miss Margaret Harkness, die mir leider erst in diesem Buch zum ersten Mal als Schriftstellerin begegnet, hat es mir angetan. Ich habe mich danach etwas im Netz über sie informiert und sie war wohl ihrer Zeit weit voraus. Was in dem Buch sehr hervorgehoben wird. Ich habe sie als Romanfigur sehr ins Herz geschlossen.
Überhaupt das ganze Trio, welches innerhalb kürzester Zeit eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt.

Die Auflösung des Falles war hochinteressant und auch wenn ich manchmal dachte, dass sich das Buch eigentlich in die Länge ziehen müsste, weil vieles erklärt wird und die Recherchen ausgedehnt werden, war die Story zu keiner Zeit langatmig oder uninteressant.

Der Autor baut viele Parallelen zwischen Arthur Conan Doyle und Joseph Bell gegenüber Sherlock Holmes ein und man merkt deutlich, dass er ein großer Fan des Autors sowie der Romanfigur ist.

Dies ist ein Romandebüt eines pensionierten Colonel und Pathologen der US Army, jedoch so frisch und überzeugend erzählt, dass ich mir sehr wünsche, noch viel mehr von ihm zu lesen.

Meggies Fussnote:
Doktor Doyle und Jack the Ripper - eine ungewöhnliche Kombination.

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Veröffentlicht am 06.10.2024

Ein grandioses Buch!

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„Doktor Doyle jagt Jack the Ripper“ ist ein Buch, welches sich zu lesen lohnt. Bradley Harper versteht es, geschickt und elegant historische Fakten und reale Personen mit einer spannenden, fiktiven Geschichte ...

„Doktor Doyle jagt Jack the Ripper“ ist ein Buch, welches sich zu lesen lohnt. Bradley Harper versteht es, geschickt und elegant historische Fakten und reale Personen mit einer spannenden, fiktiven Geschichte zu verweben.
In den 1920igern berichtet Arthur Conan Doyle rückblickend von der Jagd auf Jack the Ripper. Der Erfinder von Sherlock Holmes wird, zusammen mit seinem Mentor Professor Joseph Bell, beauftragt der Polizei bei ihren Ermittlungen beratend zur Seite zu stehen. Tatkräftige Unterstützung erhalten die beiden Männer von Miss Margaret Harkness, einer selbstbewussten und emanzipierten Schriftstellerin.
Die Fähigkeit von Harper, historische Tatsachen mit Empathie und Charme in die Geschichte einzubetten, finde ich grandios. Die Wohn- und Lebensverhältnisse in Whitechapel sowie die Konflikte zwischen Polizei, Journalisten und den Bewohnern in den Elendsvierteln, hat er beispielsweise authentisch und intensiv dargestellt. Doyle ist eine sympathische Figur, die bereit ist Fehler und Vorurteile einzugehen. Die Geschichte ist fesselnd geschrieben und das Ende überraschend. Das Buch war für mich ein wahres Leseergebnis!

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