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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2019

Ein famoser Sprecher

Red Rising 2
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Mit Red Rising hat Pierce Brown ein Universum geschaffen, das unvergleichlich ist. Eine Welt, in der verschiedene Häuser um die Herrschaft kämpfen, in der die unterschiedlichsten Kasten ihre Aufgaben erfüllen. ...

Mit Red Rising hat Pierce Brown ein Universum geschaffen, das unvergleichlich ist. Eine Welt, in der verschiedene Häuser um die Herrschaft kämpfen, in der die unterschiedlichsten Kasten ihre Aufgaben erfüllen. Die einzelnen Kasten sind nach Farben unterteilt, so sind die Pinken für die körperlichen Freuden verantwortlich, die Blauen sind Piloten und Astronavigatoren. Die Goldenen stehen an der Spitze und Macht. Ein Wechsel zwischen diesen Farben ist schier unmöglich. Doch Darrow, ein roter Höllentaucher, wird im ersten Teil von Red Rising zu einem Goldenen transformiert, um die Rebellion seiner Frau Eo weiter zu führen. So lebt Darrow im zweiten Teil unter seinen Feinden, und versucht diese zu infiltrieren. Doch dies gelingt ihm nicht immer erfolgreich. Während ein kriegerischer Angriff, der vermeintlich einfach zu gewinnen schien, sich als Falle entpuppt, und Darrow den Kampf verliert, fällt er bei seinem Herrn Augustus in Ungnade. Nun muss er neue Pakte eingehen mit Menschen, denen er nicht recht vertraut. Und sein Bauchgefühl soll ihn nicht täuschen.

Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von Marco Sven Reinbold. Seine Art und Weise, den Protagonisten im RedRising Universum Leben einzuhauchen, sucht seinesgleichen. Die Welt in Red Rising ist düster, die Hierarchien sollen durchbrochen werden. Überall tobt der Aufstand. Diese Stimmung kann Marco Sven Reinbold mit seiner tiefen und rauen Stimme hervorragend umsetzen.

Leider habe ich mir zwischen Teil 1 und 2 zuviel Zeit gelassen, so dass ich mich erst einmal wieder in die Welt von Red Rising einfuchsen musste. Die Anzahl der Protagonisten, die Häuser und die Farben haben mich zwischendurch verwirrt, so dass ich mir auch die Bücher geholt habe, in denen alles Wichtige erklärt wird, ebenso im FanWiki. Stellenweise konnte mich der Erzählstrang von Pierce Brown hier im zweiten Teil nicht so fesseln. Es wirkte stellenweise etwas langatmig. Durchhalten lohnt sich jedenfalls, da die Wendung am Ende des zweiten Teils die Spannung auf den dritten Teil unglaublich erhöht. Und da ich bereits Teil 3 höre, kann ich bereits verraten, dass Teil 3 mega spannend weiter geht!

Veröffentlicht am 13.08.2019

Interessantes Gedankenmodell einer abgeschotteten Insel

Die Mauer
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Die Mauer von John Lanchester ist mir hauptsächlich aufgrund des Covers aufgefallen. Das düstere obere Drittel gepaart mit dem unteren blauen Meer (fast mein Lieblingsblau) hat mich angesprochen. Doch ...

Die Mauer von John Lanchester ist mir hauptsächlich aufgrund des Covers aufgefallen. Das düstere obere Drittel gepaart mit dem unteren blauen Meer (fast mein Lieblingsblau) hat mich angesprochen. Doch auch die Geschichte selber sollte seinen Reiz bestätigen.

In dieser Geschichte ist Großbritannien nicht nur vom Wasser umgeben. Die Insel ist auf Nummer sicher gegangen und hat ebenso eine Mauer errichtet, so dass weder wer auf die Insel kann, noch runter. Doch immer wieder versuchen es die „Anderen“, die Insel zu betreten. Das soll durch die Wachen auf der Mauer verhindert werden. Der Dienst geht in der Regel zwei Jahre. Verkürzung ausgeschlossen, Verlängerung aufgrund von Fehlverhalten möglich. Und so muss auch Joseph Kavanagh, auch genannt Yeti, seinen Dienst auf der Mauer tun. Mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen, lernt er von seinen Vorgesetzten, aber hauptsächlich von seinen Mitstreitern die Regeln der Mauer. Trostlose Tage folgen auf noch trostlosere Tage auf der Mauer, nur abgewechselt von Trainingswochen oder Urlaub. Letzteren verbringt Joseph lieber mit seinen Mitstreitern als zuhause bei seinen Eltern, denen er kaum etwas zu sagen hat.

Als die Anderen nun durch einen Angriff hinter die Mauer aufs Festland können, werden die Mauerwachen bestraft, auch Joseph. Bei solchen Vergehen gibt es nur eine Strafe: mit einem Schiff aufs Meer. Und so findet sich Joseph mit einigen Mitstreitern, auch unerwarteten Mitstreitern, auf offener See wieder. Gerücheweise soll es in der Nähe einen Küstenstreifen ohne Mauer geben, das nun das nächste Ziel ist. Doch dort wird Joseph nie ankommen.

Das Buch birgt eine gewisse Düsterheit mit sich. Am Anfang erinnert mich das Buch etwas an die Mauerwelt von Game of Thrones, was jedoch sich schnell verläuft. Das letzte Drittel finde ich nicht ganz so passend, und hat bei mir etwas die Idee des Buches genommen. Auch wenn bereits moderne Mittel wie Kommunikatoren oder Autos und Züge in der Geschichte ihren Platz haben, war diese Idee des Buches für mich etwas zeitloser, und hätte in der moderne, aber auch in einem vorherigen Jahrhundert spielen können. Es wirkte etwas zeitloser. Die Idee, die Protagonisten auf einer Bohrinsel landen zu lassen, auf der ein Stummer sein Dasein fristet, lässt das Ende offen. Es mag im Auge des Betrachters liegen, ob er für sich die Geschichte weiterspinnt.

Eine Geschichte, die sich allein aufgrund der Qualität der Erzählung lohnt zu lesen. Eine Geschichte, die sicherlich politische und gesellschaftliche Fragen zulässt. Jedoch ist der Vergleich zum derzeit hochaktuellen Brexit doch etwas an den Haaren herbeigezogen.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Gut für Keto-Neulinge

Keto-Power
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Da ich mich in den letzten Jahren mehrfach mit LowCarb-Ernährung beschäftigt habe, wollte ich einen Schritt weiter gehen, um neue Anregungen für meine Ernährung zu bekommen. Das Buch ist in zwei Teile ...

Da ich mich in den letzten Jahren mehrfach mit LowCarb-Ernährung beschäftigt habe, wollte ich einen Schritt weiter gehen, um neue Anregungen für meine Ernährung zu bekommen. Das Buch ist in zwei Teile untergliedert: Im Buch Keto-Power bekommt man einen Überblick, bei welchen Krankheiten oder Beschwerden es sinnvoll sein kann, sich ketogen zu ernähren. Die Autoren stellen eine Übersicht zusammen, welche Lebensmittel und Ideen man für einen guten Start benötigt. Was mir recht gut gefallen hat war, dass die Autoren die Qualität der Lebensmittel angesprochen haben, da dies für mich aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Gründe (kurze Wege, Tierhaltung, regionales Und saisonales Gemüse, Spritzmittel) sehr wichtig ist. Im zweiten Teil werden Rezepte zusammen gestellt, die eine Anregung zum Kochen sind. Für diejenigen, die mit Fleisch/Fisch kein Problem haben, dürften hier fündig werden und schlemmen können.
Für meinen Teil muss ich gestehen, dass ich vermutlich sehr wenig aus diesem Buch nachkochen werde, da ich mich überwiegend vegetarisch ernähre. Hier fehlt ganz klar ein Kapitel für diese Gruppe. Ansonsten ein gutes Starterbuch

Veröffentlicht am 21.07.2019

spannende Zeitreise!

Perry Rhodan - Das größte Abenteuer
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Perry Rhodan, wer ist das eigentlich? Seit Jahrzehnten gibt es in verschiedenen Zeitzyklen veröffentlichte neue Abenteuer von diesem Kosmonauten, der die – wenn auch fiktive – Geschichte der weltlichen ...

Perry Rhodan, wer ist das eigentlich? Seit Jahrzehnten gibt es in verschiedenen Zeitzyklen veröffentlichte neue Abenteuer von diesem Kosmonauten, der die – wenn auch fiktive – Geschichte der weltlichen Raumfahrtgeschichte verändern sollte, und nun mit seinen Freunden Gucky und Bully durch das Universum reist. Doch wie wurde Perry Rhodan zu dem, was er heute ist? Wo wurde er geboren, und wie wuchs Perry auf?

Andreas Eschbach erzählt eindringlich die Geschichte Perry Rhodans, und webt nicht nur sehr lebendig die Raumfahrtgeschichte ein, sondern auch politische Gegebenheiten. So findet man die Entwicklung der Raketentechnik bis hin zum Wettlauf ins All, gleichzeitig aber auch den zeitlichen Verlauf der Politik. Während der zweite Weltkrieg tobt, anschließend der kalte Krieg, verwebt Eschbach echte Zeitzeugen mit echten geschichtlichen Ereignissen wunderbar mit dem Lebenslauf Perry Rhodans.

Meine Wenigkeit hat einige Zeit für dieses Buch benötigt, was der Qualität des Buches keinen Abbruch tut, im Gegenteil: oft genug habe ich die Geschichtsbücher befragt, weil ich gewisse Lücken im Allgemeinwissen hatte, und dies erstmal nachgelesen habe. Eschbachs Schreibstil gepaart mit dem fundierten geschichtlichen Hintergrund macht dieses Werk zu einem Standardwerk nicht nur im Perryversum!

Spannend bis zur letzten Seite, und faszinierend zugleich kann ich jedem dieses Werk ans Herz lesen, nicht nur den Perry Rhodan Fans. (Und vielleicht seid ihr danach auch ein Fan ? )

Veröffentlicht am 16.07.2019

Ein mäßiger Krimi

Die Frau aus Oslo
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Als Esther als Widerstandskämpferin entdeckt und verraten wird, muss sie fliehen. Doch sie ist nicht alleine auf der Flucht. Denn Gerhard ist ebenso auf der Flucht. Er soll seine Frau ermordet haben. Als ...

Als Esther als Widerstandskämpferin entdeckt und verraten wird, muss sie fliehen. Doch sie ist nicht alleine auf der Flucht. Denn Gerhard ist ebenso auf der Flucht. Er soll seine Frau ermordet haben. Als beide sich Jahre später wieder treffen, bleibt der Vorwurf des Mordes von Esthers bester Freundin noch im Raum. Denn auch andere Weggefährten, die Esther und Gerhard während des zweiten Weltkrieges begleitet haben, wissen um den Tod Gerhards Frau, und fangen an zu ermitteln. Und erst nach und nach lösen sich die Rätsel der Geschichte auf, und die Rollen der Beteiligten werden erst im Laufe der Geschichte enthüllt.

Die Beschreibung und das Cover des Buches haben mir recht gut gefallen. Auch dass die Geschichte mit einer Eingangsszene beginnt, die sich am Ende des Buches wieder findet, bildet eine wunderbare Einheit.

Jedoch bin ich stellenweise mit den Protagonisten und den Zeitenwechseln nicht ganz warm geworden. Das Buch besteht aus drei Zeitsträngen: während im Jahr 2015 sich der Kreis schließt, springt der Autor während des Handlungsstrangs zwischen 1942 und 1967 hin und her. Da die Protagonisten doch überwiegend die gleichen bleiben, muss man bewusst lesen, in welcher Zeit man sich befindet.

Auch den Erzählstrang habe ich nicht ganz positiv aufgenommen. Durch die Zeitsprünge, aber auch durch gewisse Handlungen der Protagonisten sprang nicht ganz der Funke zu dieser Geschichte über. Mir fehlte das gewisse etwas. Der Mörder war fast abzusehen, und die Geschichte des Armbandes war sicherlich für diese Geschichte symbolträchtig, aber war für mich nicht ausschlaggebend.

Die Idee, einen Mord erst Jahre später aufzulösen, ist okay, aber hat mich in diesem Fall nicht ganz überzeugen können.