toller Auftaktband
Quendel (Quendel, Bd. 1)Im Buch Quendel von Caroline Ronnefeldt finden wir uns in einer Welt wieder, in der das Volk der Quendel friedlich in verschiedenen Dörfern im Hügelland zusammen lebt. Lediglich der Wald Finster bleibt ...
Im Buch Quendel von Caroline Ronnefeldt finden wir uns in einer Welt wieder, in der das Volk der Quendel friedlich in verschiedenen Dörfern im Hügelland zusammen lebt. Lediglich der Wald Finster bleibt ein Mysterium, denn keiner geht in ihn herein. Der Kartenmacher Bullrich ist aber von diesem Wald fasziniert und möchte den Wald kartographieren, um ihm das düstere Geheimnis entlocken. Als er eines Tages über den Heckenweg in den Finsterwald geht, ahnt er nicht, dass das nicht die beste Idee war und welche Dinge er damit ins Rollen bringt. Denn es taucht ein blauschimmernder Nebel auf, dem er folgt und in eine Welt gerät, die dem Hügelland nicht wohlgesonnen ist. Währenddessen sitzen seine Nachbarn zusammen, um für den Maskenball im Herbst zu planen. Dabei kommt das Gespräch auf Bullrich, der längst hätte wieder zuhause sein sollen. Seine Nachbarn Hortensia, Karlmann, Zwentibold und Odilio machen sich auf, um Bullrich zu finden. Denn auch in ihrem Garten wabert der blauglitzerernde Nebel. Es beginnt eine spannende Reise, auf der die Quendel auch unerwartete Hilfe von weiteren Quendeln.
An einer anderen Stelle im Hügelland geht Fendel Eichhase von einer Kneipentour nach Hause, stürzt ungünstig und wird von der Familie Pirmin und Fidelis Kremplin versorgt und wieder auf die Beine gestellt. Nachdem es Fendel wieder besser geht, bringt Pirmin ihn nach Hause. Der jüngste Sproß der Familie Blodi und der Hund Trautmann begleiten den Landstreicher nach Hause. Doch da kommen sie gar nicht erst an. Der blaue Nebel verschluckt erst den Hund, dann auch noch den Sohn und den Landstreicher.
Dieses Buch ist ein wirklich toller Auftaktband. Die Autorin Caroline Ronnefeldt entführt uns in diesem Buch in die Welt der Quendel, erklärt dem Leser die ersten wichtigsten Personen, aber auch ein wichtiges Ereignis: dem herbstlichen Lichterfest in Bäumelburg. Dies ist ein wichtiges Fest in der Gemeinschaft der Quendel, die im Hügelland leben. Im Hügelland werden Traditionen gepflegt, und diese Feste sind ein wichtiger Bestandteil im Jahreskalender. So ranken sich auch viele Legenden um Familien, aber auch um den Wald Finster. Doch bei den Legenden weiß man kaum noch, woher diese kommen.
Ich bin sehr positiv überrascht von diesem Buch. Die Stimmung in diesem Buch erinnert stark an einen Fantasyklassiker. Und doch schafft es die Autorin wunderbar, sich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und schafft ihre eigene Welt. Die Stimmung hat viel von Mystik, von einer Zeit, die mal war. Es ist eine Mischung aus Aufbruch, Traditionen, Legenden, dem Bösen, was erwacht. Von Grenzen, die zwischen den Paralellwelten und der Realität verschwimmen. Von Quendeln, die noch die Geschichten der alten Welt kennen, und sich zu helfen wissen. Diese Geschichte bedient sich einiger alter Märchen, und verwertet sie auf eine Weise, die einen voll in die Geschichte eintauchen lassen. Ronnefeldt erzählt so wundervoll, dass man ihr förmlich an den Lippen (oder vielmehr an den Buchstaben) klebt, und wissen will, wie es weiter geht. Mir hat gerade die Stimmung am besten im Buch gefallen. Ich fühlte mich mittendrin, als Bullrich in den Finsterwald ging, konnte die kühle Luft des Waldes spüren. Ich konnte aber auch mit Pirmin mitfühlen, als er verzweifelt seine Familie suchte.
Dieses Buch muss man genießen, es kommt sehr vielschichtig daher, was man im ersten Moment vielleicht gar nicht alles erfassen kann. Und doch wirkt es unglaublich auf einen, nimmt einen ein (vielleicht hat die Autorin es auch geschafft, den Lesenden mit dem blauen Schimmernebel so geschickt einzufangen, dass man es gar nicht merkt), und lässt einen nicht mehr los.
Absolute Leseempfehlung!