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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2020

Genialer und mörderischer Adventskalender

Pinguin allein zu Haus
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Es ist Anfang Oktober, und ich habe die ersten Weihnachtsbücher im Buchhandel entdeckt. Dazu gehört auch das Buch „Pinguin allein zu Haus: Adventskalenderbuch mit 24 eiskalten Krimis“ von Anna Kirsch. ...

Es ist Anfang Oktober, und ich habe die ersten Weihnachtsbücher im Buchhandel entdeckt. Dazu gehört auch das Buch „Pinguin allein zu Haus: Adventskalenderbuch mit 24 eiskalten Krimis“ von Anna Kirsch. Dieses Büchlein ist wirklich toll gestaltet mit richtig tollen Illustrationen von Johanna Ries. Eine tödliche Auszeitunterhaltung für alle, die in der Weihnachtszeit gestresst sind.

Die Krimis sind auf 24 Tage aufgeteilt (logisch, oder? ;)), und bieten Lesespaß, der bei einem Keks und einer Tasse Kaffee oder Tee wunderbar täglich umsetzbar ist. Jede Geschichte ist kurzweilig, spannend, und man kann trotz der tödlichen Geschichten schmunzeln. Wozu die Menschheit nicht alles im Stande ist. Man möchte fast meinen, die Weihnachtszeit lädt besonders zum Morden ein. Das falsche Geschenk, der Kampf um den letzten Parkplatz, oder der gebuchte Auftragskiller, der am Nikolaus kommt. Wie besinnlich diese Weihnachtszeit doch ist. Oder nicht?

Besonders gut hat mir die Geschichte des Nikolauses im ICE gefallen, und die Geschichte um die Parkplatzsuche. Vielleicht letztere auch besonders gut, weil mich gerade Parkplatz suchen in der Weihnachtszeit extrem stresst.

Johanna Ries hat sich extrem viel Mühe mit der Gestaltung der Grafiken gegeben. Die Grafiken lassen sich schön anschauen, und die einzelnen Kapitel lassen sich bequem aufklappen. Eine schöne und amüsante Abwechslung für die Weihnachtszeit!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Gut recherchiert

Die schützende Hand
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Seit einigen Jahren beschäftigt die Öffentlichkeit die Prozesse um die NSU Gruppe. Diesem Thema hat sich Wolfgang Schorlau angenommen. Schorlau lässt den Ermittler Georg Dengler die Ermittlungen aufnehmen. ...

Seit einigen Jahren beschäftigt die Öffentlichkeit die Prozesse um die NSU Gruppe. Diesem Thema hat sich Wolfgang Schorlau angenommen. Schorlau lässt den Ermittler Georg Dengler die Ermittlungen aufnehmen. Denn ein anonymes Schreiben führt den Privatermittler auf eine Spur, dass das, was in den Polizeiberichten steht, nicht der Wahrheit entsprechen soll. Dengler begibt sich auf eine Ermittlungsreise, die einen erschaudern lässt.

Die Mischung aus Tatsachenberichten und ergänzenden fiktionalen Anteilen macht diese Geschichte zu einem brisanten Krimi. Schorlau hat sehr viel recherchiert, und nachgeprüft, so dass es einem oft genug eiskalt den Rücken heruntergelaufen ist. Besondere Brisanz empfinde ich bei diesem Buch, dass man diesen Fall gerade aus den Nachrichten kennt, zudem der Fall noch nicht abgeschlossen ist.

Die NSU Morde haben mir ein Gefühl gegeben, wie die Generationen vor uns sich mit der RAF gefühlt haben konnten. Man wusste nie, wann und wo der nächste Anschlag verübt wurde, und auch die Prozesse um die Terrorgruppe beherrschten lange die Nachrichtensendungen.

An diesem Buch hat mir sehr gut gefallen, dass Dengler ein mir sympathischer Ermittler war. Die Umsetzung, Tatsachenberichte und Fakten sowie Quellenangaben mit in diesen Krimi einzubinden, hat mir sehr gefallen, auch wenn es stellenweise den Lesefluss etwas behinderte.

Jedenfalls lesenswert, gerade da dieses Buch so viel an Realität beherbergt.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.10.2020

Hat mich zum Nachdenken angeregt

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Als ich letztes Jahr bei Sarah Lippasson das Buch Offline von Arno Strobel entdeckt hatte, war für mich klar, dass ich dieses Buch noch lesen möchte. Jetzt war es soweit.

In der heutigen Zeit finden viele ...

Als ich letztes Jahr bei Sarah Lippasson das Buch Offline von Arno Strobel entdeckt hatte, war für mich klar, dass ich dieses Buch noch lesen möchte. Jetzt war es soweit.

In der heutigen Zeit finden viele Bereiche unseres Lebens online statt. Das Smartphone scheint der verlängerte Arm des Menschen zu sein: Bankgeschäfte, Reisen buchen, News abrufen, mit Freunden chatten – kaum was geht noch offline. Eine Reisegruppe soll nun eine Pause von den sozialen Medien gönnen. Das Handy wird von der Reiseleitung gesammelt aufbewahrt und für die Reisegruppe unerreichbar versteckt.

Die Reisegruppe darf ein Wochenende in einem einsamen Berghotel verbringen, in dem die Renovierungsarbeiten noch im vollen Gange sind. Ausser den Hausmeistern hat keiner in diesem Gebäude den vollen Überblick, wo was ist. Als dann einer der Reisegruppe verschwindet, beginnt die Suche. In einem schwer erreichbaren Raum im Keller wird die Leiche des Verschwundenen gefunden. Nun beginnt die Suche nach dem Täter, der nur im Hotel sein kann. Die Location ist eingeschneit, keiner kann flüchten. Keiner fühlt sich mehr sicher, jeder könnte der Mörder gewesen sein. Und: es kann keiner Hilfe anfordern, denn alle sind offline und ohne mobile Endgeräte.

Am Anfang konnte ich mich nicht ganz so schnell in die vorgegebene Situation einfinden. Keiner der Protagonisten konnte so recht meine Sympathie gewinnen. Zwar konnte mich die Geschichte als solches durchaus im Laufe des Buches überzeugen, jedoch blieb die Reisegruppe plus Hausmeister mir dennoch suspekt, und es war für mich kein Sympathieträger dabei.

Trotzdem fand ich das Buch gut. In einer Gruppe gibt es immer eine gewisse Eigendynamik. Es werden Teams innerhalb der Gruppe gebildet. Oft genug kennt man dies aus dem Alltag wieder, und teilweise verbünden sich einzelne Teams gegeneinander. So auch hier in diesem Fall. Es war für mich sehr spannend zu lesen, wie die einzelnen Teams miteinander und gegeneinander agiert haben. Schuldzuweisungen waren an der Tagesordnung. Auch der heutige Medienkonsum führt in der Zwischenzeit zu Suchtverhalten, das nicht zu unterschätzen ist. Jedenfalls konnte Arno Strobel den Spannungsbogen im Laufe des Buches erhöhen, und das Buchfesstelte mich ab dem zweiten Drittel, so dass es dann doch recht schnell durch war. Ein Buch, das mich jedenfalls zum Nachdenken angeregt hat, welche Rolle ich in einer Gruppe spiele, und was ich machen würde, wenn ich für einige Tage offline sein würde. Vier Sterne!

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 11.10.2020

Musikalisch und Gefühlvoll

Amber Eyes - Mit dir für immer
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Sam Amber ist ein gefeierter Superstar. Mit seiner Band Session One wurde weltberühmt, auf der Straße wird er umzingelt, jeder will ein Foto oder ein Autogramm von ihm. Sein Manager Brian merkt: der Rummel ...

Sam Amber ist ein gefeierter Superstar. Mit seiner Band Session One wurde weltberühmt, auf der Straße wird er umzingelt, jeder will ein Foto oder ein Autogramm von ihm. Sein Manager Brian merkt: der Rummel um seine Person tut Sam aber auf Dauer nicht gut. So soll dieser sich wieder um seine alten Freundschaften kümmern, um einen sicheren Hafen ansteuern zu können, wenn dem hochsensiblen Sänger alles zu viel wird. Seine Kontaktaufnahme zu seinem alten Freund Paul geht anders aus als gedacht, denn Sams alter bester Freund ist an Krebs verstorben. Zudem blockt Pauls Zwillingsschwester Allie Sam ab, denn beide waren für den anderen die erste Jugendliebe, die Sam aus einer blöden Reaktion zerstört hat. Doch die verkorkste Situation will Sam nicht auf sich sitzen lassen, und kämpft um Allie, und um die Zukunft beider.

Sina Müller hat hier ein Werk geschrieben, das auf den ersten Blick nur nach einer reinen Rockstar-Lovestory aussieht. Und doch steckt in Amber Eyes so viel Detail und Tiefe, die mich positiv überrascht hat. Hochsensibilität gepaart mit dem Verlust eines Krebskranken: eine Geschichte, die nicht ohne ist. Doch Sina hat das ganze gekonnt umgesetzt! Für mich hat das Buch einen besonderen Stellenwert, da ich selbst jemanden an diese fiese Krankheit verloren habe, und mir die Musik sehr geholfen hat. Und so finden Allie und Sam auch ihren eigenen Weg über die Musik, und bauen sich etwas schönes aus den Steinen, die ihnen im Weg legen.

Die Entwicklung der Protagonisten gefällt mir, wenn auch Allie sich manchmal mehr anstellt als sie müsste. Aber das gehört auch zu dieser Geschichte dazu. Sina, danke dir für diese schöne Geschichte!

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Veröffentlicht am 25.09.2020

Genial!

ALASTOR
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Arthur C. Clarke meinte einst, dass er die Beantwortung der Frage, ob wir allein im Weltall sind oder nicht, gleichermaßen verstörend findet. Ehrlich gesagt, mir ergeht es da nicht anders.

Dominique Stalder ...

Arthur C. Clarke meinte einst, dass er die Beantwortung der Frage, ob wir allein im Weltall sind oder nicht, gleichermaßen verstörend findet. Ehrlich gesagt, mir ergeht es da nicht anders.

Dominique Stalder hat sich in seinem Werk „Alastor“ mit ebendieser Frage auseinander gesetzt. Harder, der bei der KSK eingesetzt wird, eckt in seiner Kompanie an. Da kommt es gerade gelegen, dass er zu einem besonderen Spezialauftrag abgezogen wird. Die Reise führt ihn zum Geheimprojekt HOPE, dessen Auftrag darin besteht, die Erde zu retten. Die Welt ist selbst nicht geeint, und muss sich nun auch noch Angriffen von außen stellen. Aliens haben einen Virus entwickelt, um die Menschheit auszulöschen. Nur Alastor kann mit ihnen Kontakt aufnehmen, und erfährt so den wahren Grund des Angriffs.

Stalder hat mit diesem Buch ein Statement geschaffen, das nicht besser in unsere Zeit passen könnte. Umweltkrisen, Kriege, Egoismus: Man könnte meinen, die Welt geht zugrunde. Doch wie rettet man diese Welt? Kann die Welt durch das Aussterben der Menschheit gerettet werden, oder liegt es am Menschen selber, diese zu einem besseren Platz zu machen?

Die Protagonisten, besonders Halder, hat mir gut gefallen. Die Entwicklung vom Kotzbrocken, der sich nicht gerade beliebt macht, zu demjenigen, der die Chance bekommt, einen Neuanfang für die Menschheit zu wagen, konnte mich überzeugen. Manch Charakter konnte auch im letzten Moment durch eine unerwartete Wendung überraschen.

„Alastor“ ist ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft. Jede Nation ist sich im Extremfall die nächste, eine vernünftige Entscheidung scheint nicht erstrebenswert. Die Verzweiflung derer, die sich um eine gesunde Entwicklung der jetzigen Situation bemühen und doch an den entsprechenden Stellen scheitern, ist greifbar.

Dieses Buch konnte mich definitiv überzeugen. Es ist eine Warnung an die Menschheit, verpackt in seinen SciFi Roman, der wirklich wirklich gut gelungen ist!

  • Cover
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