Ein Drama, das sehr abenteuerlich daherkommt.
1978 in Neuseeland
Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. ...
1978 in Neuseeland
Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. Beim Abendessen im Restaurant schlägt die Mutter vor, wegen des starken Regens in einem Hotel zu übernachten. Der Vater ist der Meinung, dass der Regen bald aufhört, und somit fahren sie nach dem Essen weiter. Es ist dunkel und es regnet ohne Unterbrechung weiter, was dazu führt, dass wegen schlechter Sicht das Auto über eine Klippe stürzt. Die drei älteren Kinder sind von einer Minute auf die andere auf sich alleine gestellt, da die Eltern und das Baby nicht überleben.
Der 14-jährige Maurice hat eine Beinverletzung und bekommt nach ein paar Stunden Fieber. Den 7-jährigen Thommy hat es nach einem schweren Sturz auf den Kopf sehr schlimm erwischt. Er scheint seine Geschwister nicht mehr zu erkennen und legt insgesamt ein sehr merkwürdiges Verhalten an den Tag. Einzig die 12-jährige Katherine kommt mit ein paar Rippenprellungen davon. Sie kümmert sich um ihre Brüder und nach einigen Stunden bekommen sie endlich Hilfe. Der Outlaw Peters bringt die Kinder auf eine verwahrloste Farm ohne Strom und Wasseranschluss. Die von Arthritis geplagte Martha pflegt das Bein von Maurice mit Kräutern und Tees. Die Bitte, Maurice zu einem Arzt zu bringen – oder zu holen – wird abgelehnt, da sie angeblich zu weit von der nächsten Straße und dem nächsten Ort entfernt sind.
Ich habe das Buch in ein paar Stunden gelesen, da ich wirklich an den Seiten festgeklebt war. Das Schicksal der Kinder geht nicht spurlos an einem vorbei. Die Hilfe der zwei Outlaws entpuppt sich als Sklaverei. Da der kleine Thommy seit dem Unfall eine geistige Behinderung davongetragen hat, wird er als unnützer Mitesser betrachtet. Katherine und Maurice dürfen den Hof erst verlassen, wenn sie ihre Schulden für Kost und Logie beglichen haben. Martha überreicht Katherine ein Kerbholz, das für Schulden steht. Maurice hilft Peters beim Anbau von Drogen. Katherine schuftet im Haushalt und Garten. Auch das Kühe melken gehört schon bald zu ihren Aufgaben. Die Arbeit ohne Strom- und Wasseranschluss ist sehr beschwerlich.
Natürlich war mir von Anfang an klar, dass die Kinder von den beiden Outlaws keine Hilfe zu erwarten haben. Zeitgleich versucht Suzanne, die Schwester der verstorbenen Mutter, die Familie zu finden. Sie reist mehrere Male über Jahre hinweg nach Neuseeland und wird immer mutiger. Ihre letzte Suche hat mir die Haare raufen lassen. Warum solltet ihr unbedingt selbst erkunden.
Die Kinder haben nicht einmal Zeit, um ihre Eltern zu trauern. Es gibt einige Szenen, die wirklich sehr unmenschlich daherkommen. Manchmal zeigen die Outlaws Mitgefühl, nach dramatischen Ereignissen, das jedoch nie lange anhält.
Anfangs habe ich mit dem Ende gehadert, welches mich noch Stunden beschäftigt hatte. Ich habe die meisten Antworten eigentlich bekommen. Aber Ereignisse mitten im Geschehen waren mir nicht ganz schlüssig. Was ich absolut nicht verstanden habe: Warum hat die Polizei nicht bei den Outlaws nach den Verschollenen gesucht? Was Katherine widerfahren ist, habe ich auch nicht ganz nachvollziehen können. Zumindest einmal nicht. Darauf möchte ich aber auch nicht näher eingehen.
Eine klare Empfehlung für dieses Abenteuer, das in Neuseeland spielt. Ich empfehle jedem dieses Buch, der mit einem Drama, das Kinder betrifft, umgehen kann. Diese Geschichte ist wirklich kein Spaziergang.
Trotz Ungereimtheiten vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.
Danke, Carl Nixon.