Cover-Bild Kerbholz
Band der Reihe "Unionsverlag Taschenbücher"
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Unionsverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 08.07.2024
  • ISBN: 9783293710122
Carl Nixon

Kerbholz

Roman
Jan Karsten (Übersetzer)

Eine britische Familie stürzt an der einsamen Westküste Neuseelands mit dem Auto über eine Klippe, nur die drei Kinder auf dem Rücksitz überleben. Unter moosbehangenen Felswänden suchen sie Schutz vor Insekten und dem unerbittlichen Regen, bis endlich Rettung naht: Zwei Outlaws bringen die Kinder auf ihre abgelegene Farm. Doch schnell zeigt sich, dass ihnen günstige Arbeitskräfte sehr gelegen kommen. In der rauen Landschaft auf sich allein gestellt, führt jedes der Kinder bald seinen ganz eigenen Kampf um Freiheit und ums Überleben. Und im fernen England macht sich ihre Tante auf die Suche nach den Vermissten.

Mit einem tiefen Verständnis für die Psychologie seiner Figuren fragt Nixon danach, welche äußeren und inneren Zwänge den Menschen prägen und was eine Familie im Kern ausmacht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2026

Ein eindringliches, atmosphärisches Drama an der Westküste Neuseelands

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Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten ...

Im Jahr 1978 werden drei britische Geschwister zwischen 7 und 14 Jahren aus bisher privilegiertem britischem Ambiente völlig unerwartet und unvorbereitet herausgeschleudert aus ihrem sozialen, behüteten Umfeld durch einen Autounfall des Vaters. Als verwundete Waisen auf einer verwahrlosten Farm ohne Strom- und Wasseranschluss an einem weit abgelegenen, hinterwäldlerischen Geisterort des ehemaligen Goldrauschs an der Westküste Neuseelands landen sie schließlich, über Jahre eingesetzt als Arbeitssklaven von 2 obskuren Gestalten. Ohne mögliche Trauerarbeit um tote Eltern und 4. Geschwister, ohne Aussicht auf baldige polizeiliche Suchtrupps oder medizinische Versorgung erdulden die Kinder harte Arbeitseinsätze, Lügen, Einsamkeit in wilder Natur. Ihre unterschiedliche Entwicklung der Charaktere in Gefangenschaft über den langen Zeitraum wird in feinen, beklemmenden Nuancen dargestellt, zwischen mehrmaligen Fluchtversuchen und Akzeptanz der Unfreiheit driftend. Ihre Retter entpuppen sich schon bald als gewalttätige Ausbeuter, denen es einzig um ihren eigenen Vorteil geht. Manche Szenen sind so intensiv beschrieben mit den jeweiligen Stärken und Schwächen aller Beteiligten. Die Szene um die nun erwachsene, betrunkene Kate und dem Geist am See, als Mensch getarnt, wirkt etwas sonderbar.
Auf einer weiteren Erzählebene der Gegenwart ab 2010 geht es um Familienangehörige in London, die bisher die Hoffnung, die Vermissten in Neuseeland zu finden, noch nicht aufgegeben haben trotz mehrmaliger, eigener Suchermittlungen ab 1978 entlang der zerklüfteten Westküste und dichtem Buschland. Erst 32 Jahre nach erster Vermisstenmeldung werden zufällig gefundene, sterbliche Überreste als die ihres Neffen identifiziert, zusammen mit der Armbanduhr des Vaters und einem Kerbholz. Erst 4 Jahre, nachdem die Familie spurlos verschwunden war, soll er lt. Polizeibericht verstorben sein. Die immer noch schwelende Hoffnung auf ein positives Finale - nicht nur von Seiten der Londoner Familie - wird nicht genährt. Thematisch vertieft werden Familienbande, ihre Verbundenheit – auch zu Wahlfamilien. Der Preis für Rettung, für das Überleben, für Kost und Logis, geritzt auf einem mittelalterlichen Schuldschein, dem Kerbholz, scheint in der Wildnis der neuseeländischen Westküste sehr hoch zu sein.
Insgesamt ein atmosphärischer, düsterer Roman – den Lebensstil mancher Personen und die isolierte, undurchdringliche Natur betreffend. 5/5+

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Ein Drama, das sehr abenteuerlich daherkommt.

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1978 in Neuseeland

Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. ...

1978 in Neuseeland

Es geht um eine sechsköpfige Familie, die von London nach Neuseeland ausgewandert ist. Bevor der Vater seinen neuen Job antritt, möchte er mit Frau und Kindern die Westküste erkunden. Beim Abendessen im Restaurant schlägt die Mutter vor, wegen des starken Regens in einem Hotel zu übernachten. Der Vater ist der Meinung, dass der Regen bald aufhört, und somit fahren sie nach dem Essen weiter. Es ist dunkel und es regnet ohne Unterbrechung weiter, was dazu führt, dass wegen schlechter Sicht das Auto über eine Klippe stürzt. Die drei älteren Kinder sind von einer Minute auf die andere auf sich alleine gestellt, da die Eltern und das Baby nicht überleben.

Der 14-jährige Maurice hat eine Beinverletzung und bekommt nach ein paar Stunden Fieber. Den 7-jährigen Thommy hat es nach einem schweren Sturz auf den Kopf sehr schlimm erwischt. Er scheint seine Geschwister nicht mehr zu erkennen und legt insgesamt ein sehr merkwürdiges Verhalten an den Tag. Einzig die 12-jährige Katherine kommt mit ein paar Rippenprellungen davon. Sie kümmert sich um ihre Brüder und nach einigen Stunden bekommen sie endlich Hilfe. Der Outlaw Peters bringt die Kinder auf eine verwahrloste Farm ohne Strom und Wasseranschluss. Die von Arthritis geplagte Martha pflegt das Bein von Maurice mit Kräutern und Tees. Die Bitte, Maurice zu einem Arzt zu bringen – oder zu holen – wird abgelehnt, da sie angeblich zu weit von der nächsten Straße und dem nächsten Ort entfernt sind.

Ich habe das Buch in ein paar Stunden gelesen, da ich wirklich an den Seiten festgeklebt war. Das Schicksal der Kinder geht nicht spurlos an einem vorbei. Die Hilfe der zwei Outlaws entpuppt sich als Sklaverei. Da der kleine Thommy seit dem Unfall eine geistige Behinderung davongetragen hat, wird er als unnützer Mitesser betrachtet. Katherine und Maurice dürfen den Hof erst verlassen, wenn sie ihre Schulden für Kost und Logie beglichen haben. Martha überreicht Katherine ein Kerbholz, das für Schulden steht. Maurice hilft Peters beim Anbau von Drogen. Katherine schuftet im Haushalt und Garten. Auch das Kühe melken gehört schon bald zu ihren Aufgaben. Die Arbeit ohne Strom- und Wasseranschluss ist sehr beschwerlich.

Natürlich war mir von Anfang an klar, dass die Kinder von den beiden Outlaws keine Hilfe zu erwarten haben. Zeitgleich versucht Suzanne, die Schwester der verstorbenen Mutter, die Familie zu finden. Sie reist mehrere Male über Jahre hinweg nach Neuseeland und wird immer mutiger. Ihre letzte Suche hat mir die Haare raufen lassen. Warum solltet ihr unbedingt selbst erkunden.

Die Kinder haben nicht einmal Zeit, um ihre Eltern zu trauern. Es gibt einige Szenen, die wirklich sehr unmenschlich daherkommen. Manchmal zeigen die Outlaws Mitgefühl, nach dramatischen Ereignissen, das jedoch nie lange anhält.

Anfangs habe ich mit dem Ende gehadert, welches mich noch Stunden beschäftigt hatte. Ich habe die meisten Antworten eigentlich bekommen. Aber Ereignisse mitten im Geschehen waren mir nicht ganz schlüssig. Was ich absolut nicht verstanden habe: Warum hat die Polizei nicht bei den Outlaws nach den Verschollenen gesucht? Was Katherine widerfahren ist, habe ich auch nicht ganz nachvollziehen können. Zumindest einmal nicht. Darauf möchte ich aber auch nicht näher eingehen.

Eine klare Empfehlung für dieses Abenteuer, das in Neuseeland spielt. Ich empfehle jedem dieses Buch, der mit einem Drama, das Kinder betrifft, umgehen kann. Diese Geschichte ist wirklich kein Spaziergang.

Trotz Ungereimtheiten vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

Danke, Carl Nixon.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Düster

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„Kerbholz“ ist die Geschichte eines Überlebenskampfes, wie ich sie noch nicht gelesen habe.

Eine britische Familie will nach Neuseeland auswandern und verunglückt schon kurz bevor sie das neue Leben ...


„Kerbholz“ ist die Geschichte eines Überlebenskampfes, wie ich sie noch nicht gelesen habe.

Eine britische Familie will nach Neuseeland auswandern und verunglückt schon kurz bevor sie das neue Leben starten kann. Auf regennasser Fahrbahn stürzt das Familienauto eine Klippe herunter und nur die 3 Kinder überleben schwer verletzt.

Sie werden von einem Outlaw gefunden, der mit seiner Gefährtin auf einer heruntergekommenen Farm lebt. Die Frau kann mit allerlei Tinkturen verhindern, dass sich das verletzte Bein von Maurice noch stärker entzündet und das er irgendwann wieder laufen kann, bei Fragen nach einem Arzt reagiert sie und ihr Gefährte Peters aber fast schon aggressiv. Es stellt sich heraus, das die Kinder als billige Arbeitskräfte eingesetzt werden sollen. Das jüngste Kind Tommy hat von dem Unfall allerdings eine so schwere Kopfverletzung davongetragen, dass er eine dauerhafte Behinderung davongetragen hat und wohl niemals mitarbeiten kann. Man erklärt den Kindern sie befänden sich weit weg von jeglicher Zivilisation und sie müssten bleiben, bis ihre Schulden getilgt wären.

So vergehen Jahre, die besonders aus Katherina einen anderen Menschen machen. Maurice versucht mehrfach erfolglos abzuhauen.

Seit dem Unfall versucht Suzanne, die Tante der Kinder herauszufinden was passiert ist mit der Familie ihrer Schwester, doch sie kommt kaum voran.



Es war eine wirklich erschütternde, total realistische Geschichte die mich bis zum Schluss gefesselt hat und die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.

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