Cover-Bild In der Nacht
Band 1 der Reihe "Joe Coughlin"
(2)
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Diogenes
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 592
  • Ersterscheinung: 24.06.2015
  • ISBN: 9783257243154
Dennis Lehane

In der Nacht

Sky Nonhoff (Übersetzer)

Amerika während der Prohibition. Joe Coughlin, ein kleiner Handlanger des Syndikats in Boston, steigt in Florida zum mächtigsten Rumschmuggler seiner Zeit auf. Doch was ihn umtreibt, ist nicht nur die zweifelhafte Berühmtheit eines Gesetzlosen, das schnelle Geld und das Leben in der Nacht. Er setzt alles aufs Spiel – aus Liebe zu einer Frau. Aus der Unterwelt von Boston, aus einem Wirbel von Liebe und Gewalt, Hass und Rache führt Joes Weg in den Süden Amerikas und bis nach Kuba.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein fesselnder Einblick in die dunkle Welt der Prohibition

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Meine Meinung und Inhalt

Dies war nicht mein erstes und nicht mein letztes Buch von dem Autor Dennis Lehane. In diesem Buch entführt er den Leser in die turbulente Ära der Prohibition in den USA. Die ...

Meine Meinung und Inhalt

Dies war nicht mein erstes und nicht mein letztes Buch von dem Autor Dennis Lehane. In diesem Buch entführt er den Leser in die turbulente Ära der Prohibition in den USA. Die Geschichte drehts sich um Joe Coughlin, dem Sohn eines angesehenen Polizeibeamten, der sich entgegen seiner familiären Prägung für ein Leben auf der anderen Seite des Gesetzes entscheidet. Vom Kleinkriminellen steigt er zum mächtigsten Rumschmuggler Floridas auf und setzt dabei alles aufs Spiel – insbesondere aus Liebe zu einer Frau.

Lehane zeichnet ein lebendiges Bild der 20er Jahre, geprägt von illegalem Alkoholhandel, Korruption und Gewalt. Die Charaktere sind meiner Meinung nach wirklich tiefgründig und vielschichtig, allen voran Joe. Die Handlung erstreckt sich von den dunklen Gassen Bostons über die sonnigen Küsten Floridas bis hin zu den exotischen Kulissen Kubas, was dem Roman eine beeindruckende geografische und atmosphärische Vielfalt verleiht.

Lehanes Schreibstil ist packend und detailreich, wodurch die damalige Zeit authentisch zum Leben erweckt wird. Die Mischung aus historischem Kontext und spannungsgeladener Handlung macht „In der Nacht“ zu einem echten Pageturner.


Inhalt

Amerika während der Prohibition. Joe Coughlin, ein kleiner Handlanger des Syndikats in Boston, steigt in Florida zum mächtigsten Rum­Schmuggler seiner Zeit auf. Und setzt sein Leben aufs Spiel – aus Liebe zu einer Frau. Ein atemloses, literarisches Gangster­Epos.


Über den Autor

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, hat bisher 14 Romane veröffentlicht, vier davon wurden verfilmt, darunter die Weltbestseller ›Shutter Island‹ und ›Mystic River‹. Lehane unterrichtete Kreatives Schreiben unter anderem an der Harvard University und ist erfolgreicher Produzent und Drehbuchautor, zuletzt für die Apple-TV+-Serie ›In with the Devil‹. Dennis Lehane lebt in Südkalifornien.




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Veröffentlicht am 30.12.2017

"What a marvellous night for a moondance"

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Das singt Van Morrisson, einer meiner All-Time-Favoriten und die Nacht
passt natürlich auch gut in den Titel eines Buches im Noir-Stil: Dennis
Lehane, einer der ganz großen Autoren der stilvollen Spannungsliteratur,
hat ...

Das singt Van Morrisson, einer meiner All-Time-Favoriten und die Nacht
passt natürlich auch gut in den Titel eines Buches im Noir-Stil: Dennis
Lehane, einer der ganz großen Autoren der stilvollen Spannungsliteratur,
hat sein neuestes Werk in das USA der 1920er/1930er Jahre verlegt, in
die Zeit der Prohibition und der großen Wirtschaftskrise. Warum? Nun,
lassen wir den Protagonisten Joe Coughlin, der sich vom kleinen
Handlanger des Syndikats zum Drahtzieher entwickelt, selbst zu Wort
kommen - in einem Dialog mit Dion, seinem Weggefährten über lange Jahre:

"Wir sind süchtig danach." "Wonach? Nach der Nacht - sie ist
unwiderstehlich. Wer sich für den Tag entscheidet, der muss nach ihren
Regeln spielen. Darum haben wir uns für die Nacht entschieden und
spielen nach unseren eigenen. Das Dumme ist nur, wir haben im Grunde
keine Regeln." (S.528)

Ein kleiner Eindruck vom großartigen,
coolen Stil des Romans, der den ein oder anderen Interessierten
vielleicht schon Blut lecken lässt. Mehr erfahren vom Leben für die
Nacht heißt, alles zu erfahren über Joes Leben: hier geht es vor allem
um sein Leben als Gangster, eingebettet in eine aufregende Epoche des
20. jahrhunderts. Wer sich auf das Buch einlässt, der lässt sich auf
jede Menge Spannung, aber auch auf Brutalität ein, denn die Jungs, um
die es hier geht , gehen nicht sanft miteinander um.

Lehane
schreibt - wie bereits angedeutet - einfach toll und sehr, sehr
atmosphärisch.... schwuppdich, ist man direkt im Boston in den 1920er
Jahren, dann wieder im Süden Amerikas bei den Schnapsbrennern und
Zigarrenbaronen, wohin der Leser, will er bei der Stange bleiben, Joe
folgen muss. Aber das wird den meisten Rezipienten nicht schwer fallen,
liest sich das Buch doch ungeheuer packend und fesselnd. Mir persönlich
allerdings fiel es an manchen Stellen dann doch schwer - zu brutal und
erschütternd die Entwicklungen, aber ich war dann doch zu neugierig und
kann nur sagen - es hat sich gelohnt, am Ball zu bleiben.

Die
Atmosphäre, die Präsenz des Zeitgeistes - das sind ganz eindeutig die
Vorzüge dieses Romans. Der Leser spürt auf Schritt und Tritt, wie Joe
sich ändert, spürt dessen sich ändernde Wahrnehmungen schrittweise im
Text. Joe als naiver Jungspund, als Strippenzieher des Syndikats, als
Liebhaber... diese und andere Rollen nimmt man dem Autor Lehane
vorbehaltlos ab: der ganze Erzählstil wechelt extrem von Teil zu Teil .
joe klingt nicht mehr so emotional, so überschäumend, er ist zunächst
ernüchtert und dann selbstbewußt...

Eine bzw. zwei Schwächen gibt
es aus meiner Sicht: die Figuren sind nicht so richtig plastisch
gezeichnet - es passiert mir selten genug beim Lesen, aber hier habe ich
mir immer mal wieder gewünscht, das alles als Film zu sehen, um mir ein
"richtiges" Bild machen zu können. Das Zeichnen eines Charakters mit
wenigen Pinselstrichen ist nicht Lehanes Stärke. Und teilweise waren die
Entwicklungen dann doch ausgesprochen vorhersehbar - zumindest im
Groben wusste man dann doch sehr oft schon im Voraus, wohin die Reise
geht...

Trotzdem ein großer Roman, einer der Botschaften
transportiert und der mit Genuss gelesen werden kann - wie schon
erwähnt, werden Freunde der gehobenen und stilvollen Spannungsliteratur
ihre helle Freude daran haben!